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Co-/Ni-/Cu-Austinit
Philip Blümner:
Hallo!
Es gibt Austinit als eigenständiges Mineral, genauso wie Nickelaustinit und Cobaltaustinit. Aber warum ist Cuproaustinit nur eine Varietät von Austinit? Was ist im Molekül/Kristallgitter anders?
Gruß
slugslayer
Torben:
Aus meiner Sicht handelt es sich um einen Kationenaustausch. Demnach ist es mir unverständlich warum Austinit-Cu nicht eigenständig gehandelt werden sollte. Oder gibt es eine Mindestgehaltgrenze, die erreicht werden können muß, damit man es als eigenständiges Mineral handhabt??
Gruß
Torben
smoeller:
Hallo,
Meines Wissens verhält es sich mit dem Cuproaustinit wie mit dem Cuproadamin und bei anderen Mischkristallen.
Bei binären Mischkristallen (z.B. Mg2SiO4-Fe2SiO4 (Forsterit-Fayalit) wird die Grenze bei 50 % Gehalt an einem Kation (z.B. Fe2+) gezogen.
Beim Adamin handelt es sich nun um ein Zn-Arsenat, beim strukturell identischen (isotypen) Olivenit um ein Cu-Arsenat. Es herrscht unbeschränkte Mischnbarkeit zwischen Cu2+ und Zn2+. Man nennt einen Mischkristall mit weniger als 50 % Cu2+ als Ersatz für Zn2+ Adamin, einen umgekehrten Fall mit mehr als 50 % Cu2+ Olivenit.
Adamine mit einem deutlichen Einbau von Cu (aber weniger als 50 %) heißen dann Cuproadamin, Olivenite mit Zn-Einbau Zinkolivenit.
Beim Austinit dürfte das ähnlich sein. Cuproaustinit wäre dann ein Mischkristall mit dem entsprechenden Cu-Arsenat Konichalcit analog obiger Beziehungen.
Anders verhält es sich aber beim Nickel- und Kobaltaustinit. Hiermit werden Endglieder bezeichnet, bei denen Co bzw. Ni über Zn dominieren bzw. in denen in reinster Form kein Zn auftritt.
Glück Auf!
Smoeller
Torben:
Hi!
Na das klingt doch plausibel! :) Eine Systematik die schlüssig ist..
Da muß ich aber der vollständigkeit halber noch fragen:
Austinit: CaZn(AsO4)(OH) orthorhombisch
Adamin: Zn2(AsO4)(OH) orthorhombisch
Bilden die beiden dann auch eine Mischreihe? Farblos wäre sie ja in jedem Fall also nicht leicht zu unterscheiden...
In diesem Fall bildet Austinit ja auch nicht ein vollständig Endglied im Sinne der Formel Ca2(AsO4)(OH) sondern enthält Ca und Zn 1:1
Bis denn
Torben
smoeller:
Hallo,
Ich weiss leider nicht, ob zwischen Ca und Zn eine vollständige Mischbarkeit besteht. Wegen des großen Ionenradius von Ca2+ ist möglicherweise mit dem Austinit eine maximale Besetzung erreicht. In der Übersicht der Adelitgruppe findet sich kein Endglied mit nur Ca auf der Kationenposition.
Das ist ähnlich wie bei den Pyroxenen: Es gibt xySi2O6 mit x=y= Fe2+(Ferrosilit), x=y=
Mg2+(Enstatit) und mit X = Ca 2+ und y = Mg2+ (Diopsid) bzw. Fe2+ (Hedenbergit).
Wegen des größeren Ionenradius des Ca2+ gegenüber den anderen zweiwertigen Kationen von Fe und Mg ist aber eine entsprechende Verbindung Ca2Si2O6 nicht stabil. Statt dessen existiert ein Pyroxenoid mit der Formel Ca3Si3O9 (CaSiO3), der Wollastonit.
Ähnlich dürfte es auch hier aussehen. Dann käme dem Austinit der Status eines eigenständigen Minerals zu. Eine andere Möglichkeit wäre auch das Vorliegen einer Mischungslücke zwischen dem (möglicherweise nicht vorhandenen) Ca-Endglied und dem Austinit. Eine Ca-reichere Lösung (Ca-reicher als zur Kristallisation von Austinit nötig) würde in dem Falle zu Endglied und Austinit kristallisieren. Etwas derartiges findet man bei Feldspäten zwischen Na-Fsp. (Albit) und K-Fsp. (Orthoklas). Es liegen in einem solchen Kristall Lamellen von einem Feldspat in dem anderen vor.
Glück Auf!
Smoeller
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