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Autor Thema: Laacher See Vulkan - neuer bisher nicht publizierter Aufschluß gefunden?  (Gelesen 7757 mal)

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Offline Moni

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Hallo Leute,

mich beschäftigt folgendes Thema:
Bei Ausbruch des Laacher See Vulkanes vor ca. 13.000 Jahren wurden Bims und Asche ausgeworfen, die Ablagerungen in der unmittelbaren Nähe kann man ja z.B. an der Wingertsbergwand studieren. Laut Literatur kam es zur Ausbreitung der Auswurfwolke Richtung Südwest sowie nach Nordost.  Irgendwo habe ich dazu auch mal eine Abbildung gesehen - leider weis ich die Literaturstelle nicht mehr.
Wie dem auch sei, in der Uni Halle gibt es ein Poster, auf dem ein Schnitt durch den Nachterstedter Tagebau (Sachsen-Anhalt Nähe Aschersleben) gezeichnet ist; hier wird eine Asche-oder Bimsschicht mit ca. 10cm als Auswurfmaterial vom o.g. Vulkan angegeben. Leider ist dieser Aufschluß durch Rekultivierungsarbeiten heute nicht mehr zu sehen.

Nun, ich war letztes Wochenende wieder auf Exkursion in meiner Heimat und besuchte einen alten Kalksteintagebau in dem wir früher immer badeten.
Zum meinem großen Erstaunen fand ich über dem Kalk eine ca. 30cm starke Schicht aus “Asche und schwarzem Bims” als Wechsellagerung; die Bimspartikel haben Lapilligröße. Darüber liegen nochmal ca. max. 0,5m mächtige hellgrau weiche Ascheablagerungen. Konserviert ist das ganze durch Lehm. Es gibt auch nur noch eine angeschnittene Stelle davon; ich gehe davon aus, daß durch die Abbautätigkeiten am entsprechenden Hang diese Lagen abgetragen worden sind.

Frage nun: Wo kommt der Bims + Asche her? Etwa auch vom Laacher See-Ausbruch? Dafür sprechen würde auf alle Fälle der geologische Anschnitt sowie die Himmelrichtung der Ablagerung und auch die Stärke.
Zwischen Nachterstedt und meiner Fundstätte liegen so ca. 20km - dies käme auch hin.
 

Wer kennt von Euch noch Aufschlüsse zur Bims+Asche Ablagerung des Laacher See Vulkanes im nördlichen Raum von Deutschland?
Welche Farben sind hinsichtlich der Bimsgesteine vom Ausbruch bekannt? Auch schwarz dabei?
Wer könnte mir diesbezüglich eine geeignete Literaturangabe machen?

Herzliche Grüße Moni
« Letzte Änderung: 08 May 06, 21:49 von slugslayer »

Offline Moni

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halt vergessenes Foto:

oben Nahaufnahme: deutlich sind die schwarzen Bimsschichten zusehen, teilweise durch runterrieselnde graue Asche jedoch "verfärbt"

unten: Geländeanschnitt, im Kästen die Ablagerung
« Letzte Änderung: 08 May 06, 16:41 von Moni »

Offline Krizu

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Hallo,

soll ich mal die alten Bilder aus Mendig auskramen?

MfG

frank

Offline Collector

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Hallo Moni

Ippach/Mangartz/Schaaf (Vulkanpark Eifel) beschreiben, daß die Eruptionswolken den Bims bis weiter als 50 km über den Rhein nach Osten trugen, Asche gelangte in höheren Luftschichten bis nach Südschweden und Norditalien.

Da Nachterstedt nun ein bißchen weiter weg von der Eifel liegt, und der Laacher Bims nur etwas mehr als 50 km weit geflogen ist, gäbe es für Deine Entdeckung auch ein anderes Denkmodell.

Zur Zeit des Rotliegenden gab es Vulkanismus im östlichen Teil der Norddeutschen Senke; sowohl nach W als auch nach E verliert sich die Mächtigkeit und Geschlossenheit seiner Effusivdecken und die Häufigkeit oberflächennaher Intrusionen. Die Laven, Ignimbrite, Tuffe sammelten sich in vulkano-tektonischen Senken (Halberstädter und Blankenburger Mulde etc.),  deren Absenkungsbeträge bis zu 2.000 m erreichten.
(zitiert Walter, R., Geologie von Mitteleuropa; 1992)

Könnte es nicht sein, daß die von Dir gefundenen Bimse und Asche Zeignisse des o.a. norddeutsche Vulkanismus sind ?

gruß
collector
« Letzte Änderung: 24 Mar 13, 18:25 von oliverOliver »

Offline Methakos

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    • The Lost Geologist
Wenn die Aschen/Tuffe/Bims von der Laacher See Explosion oder sonsteinem jüngerem Ausbruch stammen, sollte zwischen den Kalken und Aschen doch eine (Erosions-)Diskordanz sein. Die werden sich wohl kaum beide mit gleichem Einfallwinkel und Richtung abgelagert haben, denn deine Kalke sind ja sicher um Millionen älter. Sicher keine genaue Methode, aber eine deutliche Diskordanz oder Unterschied in Fallrichtung und Winkel sollte für weitaus jüngere Ablagerungen sprechen. Sind Richtung und Winkel dagegen (fast) identisch, kannst du sie wohl eher in die selbe Zeit einordnen.
Ziemlich ungenau diese Methode, aber ein Anfang. Befindet sich in den obersten Kalken Aschematerial oder in den Aschen Kalkstückchen? Das könnte man eben so als hinweis darauf nehmen, on zwischen Kalk und Asche viel zeit vergangen ist oder nicht.

Kannst du vielleicht vulk. Glas in diesen Schichten finden? Ich weiss nicht wie lange es dauert, aber sehr altes Glas sollte entglasen und Wasser aufnehmen. Bzgl. der Farbe kann ich mich an keine schwarzen vom Laacher See erinnern, aber zugegebenerweise war ich auch erst einmal dort und habe damals keine schwarzen gesehen. habe aber ganz weisse und (hell)graue bis braune gefunden und in meinem regal liegen. das ich keine schwarzen kenne mag nur daran liegen, dass ich nicht überall war und auch eigentlich damals nur Hauyn gesucht habe. :)

Offline giantcrystal

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Hallo aus Mittelfranken


Die Laacher Bimsschicht hat man in vielen Mooren Norddeutschlands bis hin nach Südjütland in Dänemark einwandfrei nachweisen können. Ist also nicht ganz so ungewöhnlich, einen neuen Laacher Bims Aufschluss zu finden.

Glück Auf

Thomas

Offline Schatten

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hi moni,

mmh...soweit ich weiß gab es im raum elbingerode ne zeitlang untermeerischen vulkanismus....mich dünkt das erzlager vom büchenberg ist zu der zeit entstanden...vl find ich ja noch genauere hinweise  ;)

ansonsten gab es mehrere perioden vulkanischer aktivitäten im harzer raum...so glaub ich mich jedenfalls zu erinnern  :P


grüße

Offline Moni

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Hallo

also an allen Euren Überlegungen ist was dran.
Mein problem ist je eben auch, daß ich jede Menge an weißen und grauen Bims vom Laacher See bei mir zu liegen haben - aber ben keinen schwarzen.

@ Schatten, Elbingerröder Vulkankomplex ist Malaphyr und Ketaphyr hat nicht mit Bimsauswurf zu tuen - das scheidet aus. Ich kenne den wunderschönen Aufschluß im Bergwerk Büchenberg, der eindrucksvoll die drei Ausbruchsintervalle widerspiegelt.

@ Collector: Das der Bims nicht über 50km weit getragen wird - da stimme ich schon zu, aber es sind zumindest die Aschen in der Nähe (und Asche liegt meiner Meinung darüber)  nachgewiesen.
Die Laven, Ignimbrite, Tuffe sammelten sich in vulkano-tektonischen Senken (Halberstädter und Blankenburger Mulde etc.),  deren Absenkungsbeträge bis zu 2.000 m erreichten.
(zitiert Walter, R., Geologie von Mitteleuropa; 1992)

Bitte mal erklären!

@ Methakos; Ich weis nicht, ob es so gut im Foto rüberkommt, aber die Diskordanz der Fallrichtung bzw. der Unterschied zum Winkel der Klake ist unübersichtlich im Gelände. Spricht also für jüngere Ablagerungen über dem Kalk. nach Glas habe ich natürlich nicht gesucht, denn ich stand davon und fragte mich was ist das hier.... Dann kam die Erkenntnis: schlackeartiges Material, jedoch geringere Festigkeit und ups: es schwimmt.

Liebe grüße Moni


Offline Moni

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Hier mal noch ein Bild der schräg aufgeschichteten Kalke - stehe gerade mit dem Rücken zum beschriebenenen Bimsaufschluß.

Morgen mache ich noch ein Bild von BIms ansich - vielleicht ergibt sich da dann noch ein Hinweis.

Gruß Moni

Offline montanpark

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Hallo Moni,
bei der Entfernung zum Ausbruchszentrum des LSV halte ich Bims in Lapilli-Größe für ausgeschlossen .. dorthin dürften nur noch feinkörnige Aschen(-tuffe) kommen. Ich denke auch eher an ein näher gelegenes Ereignis.

Grüße
Roger

Offline Moni

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Hallo,
ich habe heute das Bild gemacht.

- 3 x schwarze Bimsstücke (der helle Belag ist der Abrieb von der Asche, die sich wie Staub immer wieder auf den Bims legen möchte....)
- rechts oben der Klumpen (nicht so gut sichtbar: dies ist dies “Asche”: weiß, zerbröckelt beim Anfassen)
Korngröße entspricht der von Lapilli, d.h. bis ca. 63mm. Die 3 Stücke sind aber etwas kleiner, liegen in der Kornfraktion 8/22.

Ansonsten, welcher jüngere Ausbruch käme denn nun in Frage, wenn ich mich schon von meiner Theorie  LSV verabschieden sollte?
... Norddeutsche - dies ist mir zu ungenau - wer könnte da präzisere Aussagen machen?   

Herzlichen gruß Moni

 

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