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Autor Thema: Rheingrabenverwerfung  (Gelesen 3518 mal)

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Offline emil

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Rheingrabenverwerfung
« am: 08 Sep 06, 14:21 »

 Hallo, hier ist Emil

 habe vor einiger Zeit ein paar Aufnahmen vom Rheingraben per Fernsehvideokamera gedreht....wollte nun wissen, wie die "Story" dieser Verwefungszone die ja bekanntlich bis Norwegen geht ihren weiteren Verlauf nimmt. Angenommen wird auch (Diskussion Prof.Franke Uni Frankfurt) das sich hier eine neue Riftzone entwickelt, mit der Folge, dass sich ein neuer Kontinent bildet bzw. Ozean.
Wer kennt diese These genauer und kann mir erklären, was für und was gegen diese These spricht ?

Offline McSchuerf

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Re: Rheingrabenverwerfung
« Antwort #1 am: 08 Sep 06, 14:48 »
Hallo emil,

willkommen im Forum. :)..ich habe Dir zu Deiner Anfrage erst mal eine PM geschickt. Die Antwort liegt momentan bei mir zu Hause; bin aber zur Zeit im Büro und komme nicht dran. Dr. Kirnbauer (Geologe und Experte für Taunus und Rheingraben) hat hierzu jedenfalls wohl die meisten Veröffentlichungen geschrieben und dürfte die Antwort kennen. ;)..wenn ich die Antworte habe, zitiere ich gerne daraus. :)

Gruß Peter

Offline smoeller

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Re: Rheingrabenverwerfung
« Antwort #2 am: 08 Sep 06, 15:49 »
Hallo,

Willkommen erstmal hier im Forum.

Der Rheingraben ist Teil einer Dehnungszone, die vom Golf von Lyon (Frankreich) über die burgundische Pforte (F), den Oberrheintalgraben bis zum Oslograben reicht. Es handelt sich um eine Zone der Krustendehnung. Ähnlich ist der Ostafrikanische Graben, nur dass hier der Grabenbruch schon einen Schritt weiter ist und auch bis zum Ozean gehen wird. Der Rheingraben ist im Anfangs- (Initial-) stadium stehen geblieben und wird nicht zum Ozean führen. Zumindest deuten die heutigen Daten darauf hin. Es könnte aber in der näheren oder ferneren Zukunft ein weiteres Aufreißen erfolgen.

Noch heute finden sich im Rheingraben Relativbewegungen (Absenkungen) von 1-2 mm/Jahr. Es kommt zu Erdbeben, das vernichtendste war am 18.10.1356 in Basel (Magnitude 9.0 auf der Richterskala).

Über den Vulkanismus im Kaiserstuhl kann ich dir gern weitere Infos geben, sonst empfehle ich dazu meinen Artikel hier im Lexikon.

Weitere Infos auch unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Oberrheinische_Tiefebene

http://www.oberrheingraben.de

http://www.freiburg-schwarzwald.de/geologie.htm

http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/Produkte/schriften/online-publikationen/informationen_12

Insbesondere letzterer Link ist sehr informativ.

Ich denke, dass dies erst einmal helfen sollte. Bei weiteren Fragen stehe ich gern zur Verfügung.

Ab übermorgen und ab 3.10. bin ich jeweils für 14 Tage im Schwarzwald. Bei Interesse kann ich durchaus auch mal eine kleine Führung zum Rheingraben durchführen. Badenweiler (wäre im Oktober drin) ist ganz gut.

Glück Auf!
Smoeller
« Letzte Änderung: 08 Sep 06, 16:05 von smoeller »

Offline Impaktus

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Re: Rheingrabenverwerfung
« Antwort #3 am: 08 Sep 06, 16:33 »
Hallo Emil,

die Bildung des Rheingrabens könnte mit den Asteroideneinschlägen in Chesapeake Bay (Virginia-USA, 90km Durchmesser) und Popigai (Russland, 100km Durchmesser) in Zusammenhang stehen.
Beide sind ca. 35,5 mio Jahre alt, was sich mit dem ersten vulkanischen Maximum des Oberrheingrabens in etwa deckt.
Zumindest das Ende der zweiten vulkanischen Periode (vor 18-14 mio Jahre) könnte durch den Riesimpakt vor ca. 15,4 mio Jahren induziert worden sein.
Das ist jedoch reine Hypothese, richtig beweisen läßt sich das nicht.

Gruß
Impaktus

Offline berthold

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Re: Rheingrabenverwerfung
« Antwort #4 am: 08 Sep 06, 21:27 »
Hallo,

Zitat
die Bildung des Rheingrabens könnte mit den Asteroideneinschlägen in Chesapeake Bay (Virginia-USA, 90km Durchmesser) und Popigai (Russland, 100km Durchmesser) in Zusammenhang stehen. Beide sind ca. 35,5 mio Jahre alt, was sich mit dem ersten vulkanischen Maximum des Oberrheingrabens in etwa deckt.

Wer behauptet denn sowas?  :o

Die meisten Vulkanite sind um die 40 Millionen Jahre alt.

Passives Rifting ist die derzeitige Lehrmeinung.

Gruß

Berthold
« Letzte Änderung: 08 Sep 06, 21:30 von berthold »

Offline Impaktus

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Re: Rheingrabenverwerfung
« Antwort #5 am: 09 Sep 06, 02:37 »
Hi,

ich sagte nur Zusammenhang, nicht Auslöser,
und auch daß es Hypothese ist.

der sehr nahe Riesimpakt hat der 2. Vulkanwelle sicher noch mal Schub gegeben.

und die anderen beiden Krater sind sehr groß, so daß wahrscheinlich die Kruste, da sie ja auch elastisch reagiert, sogar in Europa ganz schön in Schwingung versetzt wurde.
(2 mal je ca. grob kalkulierte 5-20 *107 Megatonnen TNT)
wenn das nicht auch in Europa wackelt....und die Vulkane zum speien bringt...

...und Amerika war damals auch noch ca. 1000 km näher an Europa dran, was keine Hypothese ist,sondern durch deep-sea- drilling erwiesen.

Gruß
Impaktus

 

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