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Autor Thema: Vitriol  (Gelesen 11555 mal)

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Offline Moni

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Vitriol
« am: 16 Jun 04, 22:24 »
Also mich beschäftigt seit der Befahrung des Grube Tannenberg am Schneckenstein folgende Frage:

Wann sieht man untertage Vitriole ???

Am Rammelsberg in Goslar bezeichnet man die Auskristallisationen als Cu-, Fe- oder Zn-Vitriol. Untertage schön wegen der Nässe farbig, bringt man ein Stück mit raus wird es beim Austrocknen nun noch unansehnlich.

Am Schneckenstein liegt meiner Meinung eine ähnliche Situation vor, aber da spricht man halt von Malachit. Beim Ansprechen diese Themas blieb der Führer stur bei Malachit. Warum?

Wer kennt die Antwort oder hat eine ERlärung für mich ???

Herzliche Grüße von Moni

Offline Erik

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Re: Vitriol
« Antwort #1 am: 17 Jun 04, 08:37 »
Hallo Moni,

ich war weder am Rammelsberg noch am Schneckenstein, aber wenn es sich um Neubildungen in Stollen handelt, glaube ich nicht, daß das Malachit ist! Vielleicht hatte der Führer einfach keine Ahnung?!  (grün? = Malachit!!) :D

Gruß, Erik

Offline Frank de Wit

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Re: Vitriol
« Antwort #2 am: 17 Jun 04, 09:38 »
wann ich in portugal untertage war, gab's reichlich Melanterit oder Cu-Melanterit ('Pisanit')
auch 'Kupfereisenvitriol' genannt in schone stalaktiten in Aljustrel:  http://www.strahlen.org/vp/pt/aljustrel/
ich habe damals ein kleines stuck das auf'm boden lag mitgenommen zum analisieren
zu hause schon war das grune material ein bischen weisser, und nach eine woche total verfallen in pulver
so nicht stabil
es gibt viele 'vitriole': http://www.mindat.org/search.php?name=vitriol

die andere minerale von dort untertage sind stabil  ;D

Hojje! Frank

Offline Moni

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Re: Vitriol
« Antwort #3 am: 17 Jun 04, 11:05 »
Hi FdW, hi ERik,

ja genauso wie die Bilder es wiedergeben - dies meine ich. Flächen- und stalknitartig ausgebildet.
Ich denke ja auch, daß wenn die Mineralien auch im "geborgen Zustand" stabil bleiben, dann haben wir es mit "echten" zu tuen.

Ich bin nur so von den Ausführungen am Schneckenstein irritiert gewesen, daß es sich um Malachit handeln soll. Aus meiner Sicht sind dort untertage ebenfalls Cu-Fe-Vitriole zu sehen und kein Malachit. Leider kann man ja nichts mitnehmen.

Was sagt unser Geomüller dazu - Du kennst doch auch den Schneckenstein.

Herzliche Grüße Moni 

Offline Erik

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Re: Vitriol
« Antwort #4 am: 17 Jun 04, 11:11 »
Hallo Moni,

ich habe meine Chalkantitstufen mit mattem Klarlack eingepinselt, die sehen nach jetzt 2 Jahren noch genauso frisch aus - im Gegensatz zu den nicht lackierten Stücken!

Gruß, Erik

Offline Moni

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Re: Vitriol
« Antwort #5 am: 17 Jun 04, 11:19 »
Hallo Erik,

es geht mir nicht um die "Frischhaltung"  ;D der Mineralien. Ich will einfach mal den Unterschied bzw. die genaue Definition von Vitriol verstehen.

Es macht mich rasend, wenn man mit jemanden spricht und man selbst kann der Meinung nicht zu stimmen und es für ein fundiertes Gegenargument nicht reicht.

Gruß Moni

Offline Moni

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Re: Vitriol
« Antwort #6 am: 17 Jun 04, 17:47 »
Hallo,

von meinen kleinen Vitriolen habe ich mal ein Bild versucht.
Cu- Fe- und Zn-Vitriol alles im Glas verpackt auf bergmännischem "Holzgras"


Gruß Moni

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Offline geomueller

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Re: Vitriol
« Antwort #7 am: 17 Jun 04, 20:19 »
Hallo Moni, hallo alle,
also hier ist mal die Definition für Vitriol :"Vitriol (das; lateinisch) veraltete Bezeichnung für die kristallwasserhaltigen Sulfate der Metalle Kupfer, Eisen und Zink." Also schon mal ein Sulfat und kein Karbonat wie z.B. Malachit. Natürlich gibt es Schaubergerksführer die ihr Handwerk verstehen und wissen von was sie reden aber eben auch andere ;D. Manchmal ist eben auch nur eine Aushilfe da, der zwar seinen Text gelernt hat aber bei Nachfragen blas aussieht ??? ::). Im St. Christoph in Breitenbrunn wollte mir mal einer weis machen, das es sich bei dem rötlichen Cobaltsinter von mehreren m², der dort zu bewundern war um Cobaltblüte handelt :o.

Gruß Jürgen

Offline uwe

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Re: Vitriol
« Antwort #8 am: 17 Jun 04, 20:37 »
Hallo Moni,

mit Vitriol habe die alten Alchemisten die kristallinen Sulfate zweiwertiger Metalle bezeichnet. Diese Salze sind sehr gut wasserlöslich. Damit eine Schicht entsteht müssen die Grubenbaue entspechend trocken sein, was bei einem gut bewetterten Besucherbergwerk allerdings der Fall ist. Kupfersulfat bzw. um den mineralogisch korrekten Namen zu wählen Chalkanthit, ist allerding nicht grün sondern hellblau.

Insofern sind grüne Beläge in alten Bergwerken meist Kalksinter, der durch Kupferionen grün gefärbt ist. Es kann auch durch Kupferionen verunreinigtes Alaun sein, aber dazu ist die Schwefelsäurekonzentration in der Grube Tannenberg nicht groß genug.

Die Beläge entstehen relativ schnell und sind dadurch entsprechend instabil. Die Zeit ist meist zu kurz, das sich Kristalle oder feste Tropfsteinstruckturen bilden könnten. Das farblose weiße Pulver nach dem Trocknen besteht schon noch aus mikroskopisch kleinen grünen Teilchen, die man durch die Lichtbrechung allerdings als weißes Pulver wahrnimmt.

Chalkanthit in kristalliner Form ist in der Sammlung allerdings recht beständig.

Glück Auf
Uwe


Offline der Sauerländer

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Re: Vitriol
« Antwort #9 am: 17 Jun 04, 22:38 »
Hallo Moni

Das macht Dich schon rasend ?  ::)
Fragenden Leuten kann geholfen werden.
In einer der letzten Ausgaben der "Mineralien Welt" ist ein großer Bericht über Chalkanthit. Da steht ne Menge zu dem Thema.
Aus unseren sauerländischen Gruben kenne ich nur "eingefärbte" Kalksinter. Stabil und schön blau. Von Vitriol habe ich in dem Zusammenhang noch nie gehört.

aber im Sauerland kriegen wir auch nicht Alles mit 8)

Offline McSchuerf

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Re: Vitriol
« Antwort #10 am: 18 Jun 04, 06:21 »
Hallo..

mein aus dem Hilarion-Stollen abgeschlagener kristallisierter Chalkanthit (alle Mineralien sind entweder kristallin oder amorph.. ;)) hält sich auch seit 1998 unverändert gut in entsprechenden gut verschlossenen, luftdicht abgeschlossenen Kunsstoffkästchen! ;)..
Klarlack, wie Erik sagt, ist natürlich auch eine Möglichkeit.. ;)

Bieberit (Co-Vitriol) habe ich z.B. auch von der Eifel..
Morenosit (Ni-Vitriol aus GR), u.v.m....

.. ansonsten kann ich nur die gesagte Definition bestätigen..der Begriff 'Vitriol' wird primär auch bei den Kristallzüchtern und Chemikern verwendet; weniger bei uns 'Hobbymineralogen'.. :)..

.. viel tiefvioletten 'Co-Sinter' aber eben kein Bieberit gibt es z.B. aus dem nordhessischen Richelsdorfer Gebirge..

Gruß Peter

« Letzte Änderung: 18 Jun 04, 06:25 von McSchuerf »

Offline Moni

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Re: Vitriol
« Antwort #11 am: 18 Jun 04, 11:54 »
Hallo Leute,

recht vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
Hatte mich schon gefragt, warum es fast ausschließlich um Cu, Fe, oder Zn geht. Das diese alle zweiwertig sind, hatte ich irgendwie verdrängt. Aber logisch die gute Wasserlöslichkeit dieser Salze begünstigen dann wiederum die Ausfällung oder eben anderer Schwermetalle.

An Uwe:
Wenn ich bei Cu-Vitriol es als grün bezeichnet habe, dann mögest Du mir bitte verzeihen - okay blau kanns auch sein.
(Bin leider etwas farbenblind  8) 8) 8)– nein in echt, vor allem wenn das Licht schlecht ist, bedingt durch eine rot-grün Schwäche)

An Sauerländer:
Ich besitze keine der Ausgaben von “Mineralien Welt”. Wie kann ich zu diesem Beitrag kommen? Ah ich versuchs mal in der Bibo der Humbold-Uni.

An Geomüller:
Nachdem, was Du für Erfahrungen mit den Leuten vom Schneckenstein gemacht hast, scheint da was im Argen zu liegen.


Fazit:
Man kann also davon ausgehen, daß die “jungen” Auskristallisationen in Bergwerken - sofern sie nicht deutliche kristalline Strukturen aufweisen - um, und jetzt bleibe ich bei der alten Alchemistenbezeichnung, Vitriol handelt.
So und nun hole ich mein Glas nochmal hervor und schaue nach, ob meine drei Tropfsteinchenchen carbonatisch sind.
   
Herzliche Grüße von Moni

Offline Frank de Wit

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Re: Vitriol
« Antwort #12 am: 18 Jun 04, 18:28 »
blaugruneweisse sheiss UT irgendwo


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« Letzte Änderung: 18 Jun 04, 18:35 von FdW »

Offline Frank de Wit

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Re: Vitriol
« Antwort #13 am: 18 Jun 04, 18:30 »
und wenn die an die firste hangen irgendwo
und kristallin sind ; ist es nicht nur gruner sheisse, aber grune sheisse hydrowoodwardit  ;D


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« Letzte Änderung: 18 Jun 04, 18:35 von FdW »

Offline Frank de Wit

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Re: Vitriol
« Antwort #14 am: 18 Jun 04, 18:35 »
wachs ! wachs ! wachs !
in einige zeit wirst du ein schoner hydrowoodwardit sein
nicht nur ein vitriol...
vielleicht treffe ich dich dann wieder
und zu meine sammlung wirst du dann gehol'...  ;)

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