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Autor Thema: Gesucht wird: Erlebnisse zu "Vor dem letzten Schlag soll man aufhören"  (Gelesen 12441 mal)

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Offline rudi_strolz

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Hallo zusammen,

es gibt ja diesen ach so wahren Spruch: "Vor dem letzten Schlag soll man aufhören." Und da geteiltes Leid ja bekanntlicherweise halbes Leid ist (noch so ein Spruch), fände ich es großartig, wenn die/der ein oder andere an dieser Stelle mal sein schlimmstes Erlebnis zu diesem Thema zum Besten geben würde. Ich fange mal an:

Es begab sich aber an einem perfekten Sammeltag im Steinbruch Becke-Oese. Ich war ganz alleine dort, kurz zuvor war gesprengt worden und plötzlich erspähte ich einen ca. 50 qcm großen Brocken, der an einer Seite eine verschmutzte Calcitfläche aufwies. Aus Erfahrung wusste ich, dass auf diesen Flächen dann und wann großartige Barytkristalle vorkamen, weshalb ich näher hinschaute. Und tatsächlich - bei dem Anblick blieb mir fast das Herz stehen - zwischen den Calciten lugte ein etwa 5 cm großer, perfekt ausgebildeter, cognacfarbener Baryt hervor. Völlig unbeschädigt und von sensationellem Glanz (nachdem ich ihn etwas abgewischt hatte). Der Kristall lag zudem, wie sonst eher üblich, nicht flach auf, sondern stand schräg gen Himmel. Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, begann ich den Brocken zu bearbeiten. Stück für Stück, Ecke für Ecke wurde abgeschlagen, bis ich ihn eigentlich hätte relativ bequem nach Hause transportieren können. Allerdings bin ich manchmal etwas zu bequem und der Weg aus dem Steinbruch in Becke-Oese war ja auch ziemlich steil, weshalb ich mir dachte: "Noch einen Schlag, dann ist er perfekt." Und genau dieser Schlag war das Ende meines TOP-Baryts. Der entschloss sich nämlich plötzlich, in vielen kleinen Stücken das Weite zu suchen. Er sprang also quasi einfach von der Stufe ab (die Calcite verharrten dagegen, wo sie waren) und das nicht als kompletter Kristall, so dass man ihn zumindest noch hätte einzeln aufstellen können, sondern in möglichst zahlreichen Einzelteilen. In diesem Moment ist mir das Herz in die Hose gerutscht und mein Wut-/Verzweiflungs-/Enttäuschungs-/Frustschrei war wahrscheinlich bis nach Hemer zu hören.  :'(

Mir ist danach (natürlich) nie mehr ein derart toller Baryt untergekommen und die Chance dazu ist inzwischen ja auch gänzlich vertan (Becke-Oese ist halt zu). Mir bleibt also noch nicht einmal mehr die Hoffnung, diesen letzten, blöden Schlag wieder rückgängig machen zu können. Und, das ist leider kein Quatsch, manchmal träume ich noch davon.

Wahrscheinlich hat fast jede/r von euch sowas schon mal erlebt und vielleicht lässt uns die/der ein oder andere ja auch an seinem Leid teilhaben. Ich bin gespannt.

Viele Grüße, Carsten

Offline Zuercherella

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Oh, da habe ich auch was.

Vor langer Zeit fuhr Michael nach Ochtrup, um die Halden der stillgelegten Ziegelei Borges zu besuchen. Und dort fand er, in einer riesigen Konkretion, einen ebenso riesigen Ammoniten. Ein Parahoplites von 50cm! Also, Knolle bearbeitet, bis er von oben und unten fast frei war. Und jetzt??? Das Gewicht lag bei verbliebenen 80kg, wie sollte er den Brocken ins Auto bekommen? Keine Chance, der Vorschlaghammer war die einzige Lösung. Mit Wucht drauf, dabei laut geflucht, und drei tragbare Brocken mit nach Hause genommen.
Ist zwar irgendwie eine andere Version Deines Erlebnisses, aber der letzte Schlag tat nicht weniger weh  :'(.

Viele Grüße
Michael

Offline MineralienfanBQ13

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Na, sowas ist natürlich traurig! :'(

Gruß
Brian

Offline TKMineral

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Hallo!

Na da fällt mir nen Fund in Bundenbach / Hunsrück ein: Vor einigen Jahren konnte ich dort auf den Halden des ehem. Schieferbergbaues einen großen Quarzbrocken finden , auf der sich eine etwa Doppel-Handflächengroße Druse befand , die mit lauter gelblichen tafeligen Calciten xx bis 1 cm und als Krönung noch einige klare Bergkristalle bis 5 cm besetzt war. Das Ding war mir da auch zu schwer um es zum Auto zu schleppen und so hab ich versucht am hintersten Ende des Stückes was abzuschlagen und dabei riß das verdammte Teil komplett durch und die Druse war mehr oder weniger im Eimer , wenigstens die paar losen Quarze xx konnte ich noch mitnehmen...

Gruß

TK

Offline Harjo

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Ha, da hatt' ich auch mal so was......

Aus eine Kluft im Habachtal hatte ich ein grosser Brocken mit nach Hause genommen, eigentlich ein grosser Klumpen Chlorit...aber es steckte einige Quarz Spitzen drinne.
Nach das abwaschen des Chloritsandes kamen bis zu 14 cm lange von Chlorit einschlusse grun gefarbte Quarz Kristalle heraus, alles zusammen "geklebt"" von schmutzig braunen Siderit.
Da dachte ich mir den Siderit mit HCl weg zu bekommen, das wurde eine Superstufe werden!
Die Kristalle waren perfekt, nur einige kleine, winzige rissen waren in die Quarze.......
Nach lange in die Saure kam der ultime Moment, jetzt wurde ich meine superstufe in die hand halten......ich holte sie 'raus und das Stuck zerbrach gleich in dutzende stucke, nicht nur lose Kristallen blieben ubrig sondern auch die Kristalle zerbrachen spontan......, anscheinend waren die feinste rissen ganz durch und durche, sodas auch die kristalle vom Siderit in form gehalten waren, nicht nur die einzelne Kristallen zusammen geklebt......
Hier ist was ubrig blieb.....

Grusse

Harjo

p.s. oder damals in Wellin, als ich ein Stuck gefunden habe mit drei grosse perfekte gelbe Fluoriten, das Stuck war eigentlich schon klein genug zum transportieren aber ich wollte es doch nog zu das perfekte stufenformat formatien mit einen letzten gezielten schlag (ganz vorsichtig...), das wurde schon gehen denn ich hatte schon eine halbe stunde auf den brocken mit alle kraft gehauen......aber beim letzten diesmal ganz vorsichtigen schlag flogen drei wunderschone gelbe fluoriten in viele scherben durch die luft......
« Letzte Änderung: 07 Aug 06, 10:00 von Harjo »

Offline Krizu

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Hallo,

Oder letztens:
In Holzen einen schönen Baryt-Schmetterling gefunden. Zwei fast gleiche Kristalle bildeten die Flügel, ein dritter, länglicher den Körper. Kurz in HCl wegen des Dolomits und ich hatte drei Kristalle... HEUL!


MfG

Frank

Offline rudi_strolz

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Mehr! Mehr! Mehr!

Mitleiden ist so klasse  ;)

Carsten

Offline Kilo

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Hallo,

es kann aber auch anders ausgehen: Beim zurechtformatieren eines MMs von Wittichen brach das Stückchen mitten durch die Fläche, die ich gerade noch abtrennen wollte - zutage kam ein kleiner Hohlraum mit herrlichen Erithryn-XX, dazu Lavendulan und noch etwas Zeunerit. Eine wunderbare Farbmischung! Foto folgt (wenn ichs endlich gelernt hab).
Gruß Kilo

Pyromorphit

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Ich hatte für mein Zeugniss ein Goudeyit als MM bekommen. Vor lauter Freude hatte ich vergessen das ich Aufpassen musst weil er so
fein war und zack! Zerbröselt wie ein trockener Semmel....

Offline rudi_strolz

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Eins fällt mir noch ein:

Vor vielen Jahren war ich mit meinem Vater unterwegs zur Halde der Grube Camilla bei Hungenroth. Auf dem Weg sahen wir plötzlich im Wald einen großen Quarzbrocken aus dem Waldboden lugen. Nach näherer Betrachtung zeigten sich hier und da Spalten mit hübschen Bergkristallen. Flink den Vorschlaghammer aus dem Kofferraum geholt und das Teil zerlegt. Plötzlich öffnete sich eine Druse mit glasklaren Kristallen bis ca. 3 cm Größe. Der beste stand senkrecht und war modellhaft ausgebildet. Nun hat Quarz ja die durchaus unangenehme Eigenschaft, dass der spaltet wo er will. Wir versuchten dennoch unser Glück und - unfassbar - genau die begehrte Stufe brach aus dem Brocken heraus und fiel mit der Vorderseite nach unten ins Gras. Perfekt abgelöst, flach und unbeschädigt. So dachte ich zumindest. Nach dem Umdrehen stellte sich nämlich heraus, dass besagter Kristall abgebrochen war und unter der Stufe lag. Fast meinte ich, von irgendwoher höhnisches Lachen zu hören  :'(
Daheim konnte ich die Stufe zwar wieder reparieren, so dass man den Makel überhaupt nicht sieht, und sie fand trotzdem ihren Weg in eine meiner Vitrinen, aber sie ist halt nicht perfekt. Blöder Quarz, blöder.

Carsten

Offline bardenoki

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Hallo,

auch ein Schlag zu viel: Vor 'ner Stunde beim Einschlagen des letzten Nagels der Rahmenbefestigung der Vitrine im Treppenhaus (man kommt so gerade auf Zehenspitzen von der letzten Treppenstufe obe in die linke Ecke) hätte ich wohl auch auf den letzten Schlag verzichten sollen  :(

Da Blöde ist, dass ist schon die zweite Scheibe  :( :( innerhalb der letzten zwei Wochen. Die erste ist beim Anpassen der Rahmenleisten komplett von oben gekommen. Gut dass es Verbundglas war.

Schniff!!! (Aber die bleibt jetzt drin und es kommt 'ein schönes Fundstück davor)  8)

Schönen Gruß

Norbert


Offline Tobi

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Hi,

so wie Kilo kann auch ich ein Beispiel nennen, dass der "Schlag zu viel" auch Positives bringen kann: Ich hab mal an einer großen Stufe Prehnit mit Calcit von Hartenrod so lange herumgebastelt, bis sie schließlich in zahlreiche Teile zersprungen ist. Aber am Ende war dann Freude statt Ärger - eines der entstandenen Teile war eine knapp 10 cm große hübsche Stufe mit zwei schönen gelben Calciten, eingerahmt von Prehnit und auf jeden Fall schöner als der große Brocken am Anfang... 8)

Gruß

Offline michaelh

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Hallo Leute,
auch so kann der letzte Schlag aussehen  ;)
Hat sich doch glatt der Hammer verabschiedet >:(
Tja, wer billig kauft - kauft teuer!!
Sch....  Baumarktware

Gruß

Michael

Offline Krizu

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Hallo,

das fällt unter die Abteilung "Glück gehabt"!

Diese Splitter verursachen heftigste Schäden und können ein guter Test für Schutzbrillen sein. Gerade bei Quarzen oder Feuerstein sind die - und die Steinsplitter- ekelhaft.

Ich hatte einen Meissel aus der Spitze eines abgebrochenen Bohrhammermeissels geschliffen. Grosser Mist! Die Splitter flogen nur so und die Spitze brach auch bald...

Dann schon lieber einen Bart, der am Ende des Tages abgeschliffen wird!

MfG

Frank
(der vielleicht deshalb Respekt hat, weil der Vater durch einen Hammersplitter ein Auge verloren hat)

Offline Harjo

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Hi Frank,

Es gab auch vor vielen Jahren einen Strahler der mit seinem Sohn unterwegs war im Untersulzbachtal.
Er wollte mit Spaltkeilen ein grosser Amphibolitbrocken spalten.
Auf einmal zersplitterte eine der Keile und der Sohn sa wie ein Splitter gerade das Herz seines Fater getroffen hatte, da kam alle hilfe zu spat, der Vater war auf einem schlag tot.
Ubrigens ist der Sohn jetzt ein bekannter Strahler.

Gruss

Harjo
 

 

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