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Moin Zusammen

Die meisten von uns Sammlern kennen das Problem: Eine schöne Markasit- oder Pyritstufe zeigt nach einiger Zeit in der Sammlung mehr oder weniger filzige Ausblühlungen von Eisensalzen auf der Oberfläche. Mit der Zeit werden die Eisensalze immer mehr, die Stufe fängt an zu reißen und zu bröckeln und am Ende bleibt nur der Bauschuttcontainer. Gerade hier im Raum Hannover gibt es viele Mergelgruben mit zum Teil sehr schönen Markasiten, von manchen Steinbrüchen sind sie "gutmütig" und bleiben oft lange stabil (Misburg-Anderten, Wunstorf-Kolenfeld), von anderen Steinbrüchen lohnt sich das Mitnehmen nicht, da sie ohnehin zerfallen (Höver). Aber auch eine unachtsame Präparation mit Säure, vornehmlich verdünnte Salzsäure, kann den schleichenden Tod manchens Markasites von den vermeintlich stabilen Fundorten initiieren; Nach dem freiätzen müssen die Stufen unbedingt gut gewässert und vor allem mit verdünnter Ammoniaklösung (~1%) behandelt werden, damit ihnen ein längerer Aufenthalt in der Sammlung beschieden ist.
Aber es gibt auch andere Fundorte von denen Markasit und Pyrit stammt und auch hier stellt sich die Frage: Sind diese stabil oder müssen sie behandelt werden? Es wäre natürlich von generellem Interesse eine Art Indikator zu haben der es dem Sammler kurz und simpel zeigt, ob eine Stufe stabil ist oder nicht und ob somit weitere Konservierungsmaßnahmen erforderlich sind, z.B. die Imprägnierung mit Ponal/Wasser 1:3, derzeit mein Favorit.

Die Idee hierfür kam mir als ich mit Luminol experimentiert habe; Chemilumineszenz ist einfach nur faszinierend. Luminol wird auch in der Forensik angewendet, um Blutspuren sichbar zu machen. Dabei dient das im Hämoglobin des Blutes enthaltene dreiwertige Eisen (Fe3+) als Katalysator für die von Lichtemission begleitete oxidative Zersetzung von Luminol. Beim Stichwort "dreiwertiges Eisen" ging mir durch den Kopf das es doch ganz interessant wäre, die bei dem Zerfall von Markasit oder Pyrit entstehenden Eisensalze, welche in der Regel Fe3+ enthalten, eben mit Luminol nachzuweisen. Damit hätte man ähnlich wie in der Forensik für Blut ein Indikator für instabilen Markasit/Pyrit. Gedacht, getan und in der Tat, im Dunkeln zeigen bereits deutlich angewitterte Markasite eine fahle blaue Chemilumineszenz. Leider hält diese nur Sekundenbruchteile an und ist nur in absoluter Dunkelheit wahrnehmbar. Als altagstauglicher Indikator eher weniger geeignet.

Aber der Ansatz schien mir recht vielversprechend. Also, welchen Indikator kann man alternativ zum Luminol verwenden? Ein Klassiker drängt sich hier förmlich auf: Thiocyanat! Eine Lösung von Thiocyanat ergibt mit Fe3+-Ionen eine prächtige Rotfärbung, selbst wenn die Fe3+-Ionen in großer Verdünnung vorliegen. Nach ersten Versuchen zeigen instabile Markasite/Pyrite in ca. 5% Thiocyanatlösung (egal ob Natrium-, Kalium- oder Ammoniumthiocyanat), welche mit ein paar Tropfen Wasserstoffperoxid (~ 8%) pro 100ml versetzt ist, eine deutliche Rotfärbung in Form von Schlieren, welche sich vom Markasit/Pyrit aus ausbreiten. Dieses Verhalten zeigen Markasite/Pyrite sehr deutlich, welche schon sichtbare Zerfallserscheinungen haben oder unangenehm riechen (schwefliger Geruch) - da benötigt man eigentlich keinen Indikator mehr  ::). Seit langer Zeit in der Sammlung stabile Markasite/Pyrite zeigen jedoch keine Rotfärbung. Aber: Wenn ich ein lange stabiles Markasitaggregat mit verdünnter Salzsäure beträufle und abspüle, zeigt auch dieses eine Rotfärbung. Das alles ist ziemlich interessant, leider ist meine Datenbasis noch sehr dünn (ein paar wenige Experimente mit Stücken vom selben Fundort, keine Langzeitbeobachtung). Thiocyanat und 8% Wasserstoffperoxid (3%ig geht sicher auch, einfach etwas mehr nehmen) sind frei erhältlich und relativ günstig (besonders im Vergleich zu Luminol) und wer Lust hat kann vielleicht selber ein paar Experimente machen. Wäre sicher interessant, wenn man irgendwann eine Art Indikatorlösung für instabile Markasite/Pyrite hätte...

Rezept für die "Indikatorlösung": 5g Thiocyanat in 100ml Wasser lösen, vor der Anwendung ein paar Tropfen 8% Wasserstoffperoxid hinzugeben (ohne Wasserstoffperoxid verschwindet die Fotfärbung sehr schnell wieder). WICHTIG: Destilliertes Wasser verwenden, kein Leitungswasser. Wieso auch immer, mit Leitungswasser funktioniert die Lösung nicht. Allgemeine Regeln beim Umgang mit Chemikalien beachten!

Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse:
- Bereits in Zersetzung befindliche Markasite und Pyrite zeigen deutliche rote Schlieren in der Indikatorlösung, auch wenn evtl. vorhandene Eisensalze zuvor mit viel Wasser abgewaschen wurden.
- Seit langer Zeit stabile Markasite/Pyrite zeigen keine roten Schlieren.
- Ein Teststück Markasit, welches seit langer Zeit unauffällig sein Darsein als Doublette bei mir fristete, zeigte ebenfalls keine roten Schlieren. Nach einer kurzen (< 1 min) Behandlung mit 5% Salzsäure und nachfolgendem gründlichem Wässern zeigten sich rote Schlieren. Nachdem dieser Markasit nochmals über 4 Wochen in 1% Ammoniaklösung behandelt wurde, waren wiederum keine roten Schlieren mehr festzustellen.

Offene Frage: Zeigen Markasite/Pyrite, welche Anfangs aktiv waren, also rote Schlieren in der Indikatorlösung erzeugt haben, und danach durch z.B. Behandlung mit 1% Ammoniaklösung erfolgreich inaktiviert wurden, also keine roten Schlieren mehr erzeugten, auch nach langer Zeit keine roten Schlieren und bleiben diese auch stabil? Hier sind Langzeitbeobachtungen erforderlich bzw. laufen bei mir derzeit.

Vielleicht hat ja der eine oder andere hier im Forum ebenfalls Interesse an dem Thema und Lust, ebenfalls zu experimentieren. Positive (bestätigende) Rückmeldungen sind ebenso wertvoll wie negative. Wie gesagt, die benötigten Chemikalien sind derzeit frei erhältlich (z.B. ebay), weitgehend unbedenklich und nicht teuer. Außerdem werden keine großen Mengen benötigt. Allerdings kann die Indikatorlösung immer nur einmal verwendet werden um ein aussagekräftiges Ergebniss zu erhalten, also idealerweise mit kleinen Proben arbeiten und nicht mit der 10kg Museumsstufe  8).

Viele Grüße

Markus
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Moin Zusammen

Eine Sache möchte ich im Zusammenhang mit dem Aussäuren von Pyrit und insbesondere Markasit noch anmerken: Es ist überaus wichtig, die fertig ausgesäuerten Stücke gründlichst zu wässern, am Besten mit verdünnter (~ 1%) Ammoniaklösung! Der Hintergrund ist folgender: Durch das Aussäuern kann Pyrit und insbesondere Markasit "aktiviert" werden, d.h. durch Kontakt mit Luft und Feuchtigkeit verwittern (die gefürchteten Ausblühungen von Fe-Salzen und im schlimmsten Falle die vollständige Zerstörung der Stufe). Ich habe hierzu gerade im letzten Jahr einige Experimente gemacht und festgestellt, das anfangs über viele Jahre stabile Markasite (und untergeordnet auch Pyrite) nach einer Behandlung mit verdünnter Salzsäure trotz gründlichem Wässern anfangen zu zerfallen. Nur eine Behandlung mit verdünnter Ammoniaklösung "stabilisiert" die Markasite wieder, wobei ich stabilisiert unter Vorbehalt sage, da hier der Beobachtungszeitraum lediglich einige Monate abdeckt. Idealerweise werden ausgesäuerte Markasite und Pyrite über mindestens 4 Wochen in verdünnter Ammoniaklösung durchneutralisiert und danach getrocknet. Wenn sie vollständig getrocknet sind, sollten sie mit einer Ponal/Wassermischung 1:3, bitte den wasserfesten Ponal verwenden, vacuumimprägniert werden. Vor dem vollständigen Trocknen kann oberflächliches Ponal mit wenig Wasser abgespült werden,  dadurch wird der original Oberflächenglanz vom Markasit oder Pyrit erhalten. Wichtig ist, das dass Ponal in den Ritzen und Spalten ist. So behandelte Stücke sind zum Teil schon seit über 10 Jahren stabil in meiner Sammlung.
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Dies und Das / this and that / Re: Aller Anfang ist....schwer?
« Letzter Beitrag von Supereroi am 20 Jan 22, 21:03 »
Danke für eure Antworten!
Ja, jemanden zu finden, mit dem man mitgehen könnte wäre schon toll. Ich werde mich mal umhören.
Habe vor ein paar Tagen beim Spazieren gehen mit meinem Hund ein paar Bimsbrocken mitgenommen und kleine blaue Steinchen gefunden. Aber wirklich sehr klein. Aber sie sind da :)
Von euch wohnt nicht zufällig jemand hier in der Ecke? :)
Gruß
Daniela
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Sowas hab ich als Safflorit in der Sammlung.
Mit dem FO kenne ich mich aber auch nicht so gut aus. Ich denke, Skutterudit müsste kubische xx auf Safflorit bilden.

Gruß Norbert
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Kauf und Verkauf privat / buy and sell private / Noch zwei Bücher
« Letzter Beitrag von reinhardt am 20 Jan 22, 20:05 »
Hallo,

 Lust auf Steine : Harald Polenz, Goldschneck 1999, Hardcover (sehr gut) : zu nur 9 € VHB
 Die Fossilien der Dolomiten : Enrico Pozzi, Tappeiner / Athesia 1993, Hardcover (sehr gut) : zu nur 11 € VHB

 Wer Interesse hat kann mir ein Angebot per PN machen.

 Gruss
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Hallo,

 ich kann einige Exemplare "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins" abgeben.

 Dies wären zunächst

 NF 103 2021 150 Jahre Oberrheinischer Geologischer Verein

 NF 102 2020 Geologische Exkursionen im Nördlinger Ries und seinem Umland

 NF 101 2019 Geologische Exkursionen in die Eifel und den Westerwald

 NF 99 2017 Geologische Exkursionen in die Region um Straubing (Ostbayern)

  NF 96 2014 Geologische Exkursionen in der Pfalz

  NF 93 2011

 NF 92 2010

 NF 91 2009

 NF 78 1996 -> hier sind auf 4 Seiten Anstreichungen (Textmarker)

 Zum Inhalt kann hier https://www.schweizerbart.de/papers/jber_oberrh/volumes Einsicht genommen werden.

 Pro Buch hätte ich gerne 16 € zzgl. Versandkosten.

 Gruss
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Kauf und Verkauf privat / buy and sell private / Tiere der Urzeit
« Letzter Beitrag von reinhardt am 20 Jan 22, 19:59 »
Hallo,

 für das

 Buch : Tiere der Urzeit
 Autor/in: Augusta, Josef und Zdenek Burian

 möchte ich 46 € haben, zzgl. Versand.

Gruss
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Hallo,

das Buch Foraminiferenfauna des Kasseler Meeressandes, 1963 Kümmerle, ist für nur 16,00 € incl.. Versandkosten zu haben.

Gruss
9
Hallo,

 ich biete zum Kauf an:

 Die Ammoniten des süddeutschen Malm Schlegelmilch G.Fischer, 1994, sehr gut
 Die Ammoniten des süddeutschen Dogger Schlegelmilch G.Fischer, 1985, gut / sehr gut (kleiner Wasserfleck vorne, Umschlag "verkratzt" vorne)
 Die Ammoniten des süddeutschen Lias Schlegelmilch G.Fischer, 1992, sehr gut
 Die Belemniten des süddeutschen Jura Schlegelmilch G.Fischer, 1998, sehr gut

 Alle Hardcover bis auf den Belemniten Band.

Für alle 4 Bände zusammen hätte ich gerne 280 €.
Der Verkauf einzelner Bücher ist möglich, bei entsprechenden Nachfragen.

Gruss
10
Hallo Sammlerkollegen,

aus einer Sammlungsauflösung mit der Fundortangabe Mackenheim im Odenwald stammt eine Stufe dieser grauen nadeligen, offensichtlich ausgesäuerten xx.
Beschriftet ist das Stück mit "nadeliger Skutterudit 03/1985".

Ich kenn Skutterudit bislang in dieser Form nicht, daher die Frage an die Sammler aus der Gegend...kamen damals Skutterudite in dieser Ausbildung vor oder handelt es sich evtl. um eine Fehlbestimmung?

Danke schon mal für Eure Meinungen und Glückauf!

Hans-Jürgen
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