Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Torben am 25 Sept. 06, 23:53
-
Hi!
Auf dieser Stufe befinden sich zwei metallisch glänzende Mineralien als derbe Einsprengsel. Sie wurden vom Vorbesitzer als Naumannit (schwarzmetallisch) und Eukairit (gelbmetallisch) bezeichnet. Nach Vergleich mit den Bildern von Mindat und allgemeinem Nachgrübeln kamen mir Zweifel daran. Zumal keine Silber-Oxidationsmineralien auf der Stufe zu sehen sind.
Was meint ihr dazu? Kennt jemand den Fundort?
Auf dem unteren Bild sieht man noch Symplesit und höchstwahrscheinlich weißen Kaatialait vor Dolomit (?)
Viele Grüße
Torben
-
Der "Symplesit" auf dem unteren Foto dürfte wohl Parasymplesit sein. Allerdings muss man beachten, dass in dieser Mineralgruppe (zu der auch Erythrin, Annabergit usw. gehören) die Farbe nicht unbedingt ein eindeutiges Kriterium sein muss, da es hier Mischkristalle gibt. In habe z.B. graurosa-farbenen "Erythrin", der nach einer Analyse mehr Ni als Co enthält und deshalb ein Annabergit ist .....
Kaatialait ist nach dem Foto nicht zu identifizieren.
Glück Auf
der Stollentroll
-
Moin,
da ist wohl mit jemanden die Phantasie durchgegangen :o :D
Kaatialait - Naumannit - Eukairit .... warum nicht gleich ged. Platin ....?
Schulenberg stellt einen typischen Vertreter der Cu-Pb-Zn-"Lagerstätte" dar. Ged. Silber mag ja noch angehen, aber Selen :o :o ?
Parasymplesit wurde dort nachgewiesen, aber ohne Analyse wird das keiner bestätigen wollen.
Ohne Analyse wird das nix!
MM-Bär
-
Dann lass ich den Symplesit auf dem Etikett stehen, sozusagen als wahrscheinliche Vermutung und werde Eukairit und Naumannit streichen und mit der Bezeichnung unbekannt schwme und unbekannt geme versehen....
Parasymplesit habe ich vom selben Vorbesitzer auf einer anderen Stufe von einem ganz anderen Fundort. Der wird sich dann wohl um die Unterscheidung der beiden seine Gedanken gemacht haben müssen...
Obwohl... wenn der die genauso zuverlässig bestimmt hat, wie die beiden Selenide...
Gruß
Torben
-
Hallo Torben,
ich habe gerade etwas herausgefunden. ;)..
3-4 km ESE Clausthal-Zellerfeld (TK 4228] wurden früher (evtl. auch heute noch?) bei den Gruben 'Charlotte' und 'St. Lorenz', Selenide wie Clausthalit, Naumannit und Tiemannit gefunden! Auch hier handelt es sich um Blei-Zink-Erzgänge wie die bei Oberschulenberg, das ebenfalls nur ein paar km, nämlich 5 km NE v. Clausthal-Zellerfeld liegt.
Meine Theorie nun: Entweder hat jemand Fremdmaterial von der Grube Charlotte oder St. Lorenz mit Seleniden wie Naumannit und Eukariit auf die Halden von Oberschulenberg dahin gekippt oder aber es besteht doch ein geochemischer Zusammenhang (ähnliche Bildungsbedingungen, wandernde Lösungen, etc.. ?)- wie auch immer geartet - bezüglich des Gangzugs Bockwiese und darüber hinaus - jedenfalls entlang der gesamten Strecke bei Clausthal-Zellerfeld. An Zufälle glaube ich jedenfalls nicht. ;)
Gruß Peter
-
Hallo Peter!
Danke! :D
Man muß zu dieser Stufe dazu sagen, daß sie von einem Vorbesitzer stammt, der selbst gesammelt hat. Ich gehe also davon aus, daß das Stück so einige Jahre auf dem Kerbholz hat. Auf einer der anderen Stufen vom selben Vorbesitzer stand, soweit ich mich erinnere, etwas von einem Eigenfund 1978, insofern :)
Bis dann
Torben
-
Meine Theorie nun: Entweder hat jemand Fremdmaterial von der Grube Charlotte oder St. Lorenz mit Seleniden wie Naumannit und Eukariit auf die Halden von Oberschulenberg dahin gekippt oder aber es besteht doch ein geochemischer Zusammenhang (ähnliche Bildungsbedingungen, wandernde Lösungen, etc.. ?)- wie auch immer geartet - bezüglich des Gangzugs Bockwiese und darüber hinaus - jedenfalls entlang der gesamten Strecke bei Clausthal-Zellerfeld. An Zufälle glaube ich jedenfalls nicht. ;)
Gruß Peter
Moin Peter,
Danke für die ergänzenden Hinweise.
An eingeschlepptes Fremdmaterial glaube ich kaum. Jeder - außer die Jungspunte ;D - wird bestätigen, dass der kurze und steile Anstieg zur Glücksrad-Halde einiges von der Kondition abverlangt. Da trägt keiner unnötigen Ballast wie Funde anderer Lagerstätten den Berg hinauf. Wenn eine Verwechselung vorliegt - die nach Deinen Angaben ja nun durchaus möglich ist -, dann geschah die wohl im Keller/Lagerraum des Finders zu Hause.
MM-Bär
-
Hallo Torben und MM-Bär, ;)
....ja Verwechslung im Keller oder Lagerraum klingt auch plausibel..oder, wie gesagt, ein evtl. geochemischer Zusammenhang wie beschrieben und dann doch Selen-haltiges Ursprungs-Material von der Glücksrad-Halde, die ich übrigens auch schon besuchen durfte. Lang ist 's her..
Einer meiner rätselhaften Funde damals hatte aber nichts mit Selen zu tun sondern stellte sich nach Analyse leider als amorph heraus und wurde aber zuerst für Beaverit gehalten..... :P
Gruß Peter
-
Bin gerade auf der Suche nach Grube Glücksradmineralienbestimmungshilfen. Ich habe etwa 10000000 kleine Steinchen mit 100000 verschiedenen grünen oder blauen Kriställchen Krusten und Kügelchen die ich alle irgendwie auseinanderzuhalten veruche. Naja, jetzt flimmern mir die Augen vom ewigen Binokulargucken, deswegen gucke ich gerade mal hier rein.
Naja, interressantes Thema. Selenmineralien in Oberschulenberg. Warum nicht? Überall im Harz gab es sehr geringe Selenvorkommen. Lerbach, Trogtal, Clausthal, St. Andreasberg usw. Diese Mineralien sind sehr schwer zu erkennen, Clausthalit ist kaum von Galenit zu unterscheiden, deswegen denke ich, das an vielen Orten die Selenmineralien nicht erkannt wurden.
Allerdings sah die Stufe nicht so nach Grube Glücksrad aus.