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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: RockandRoll am 27 Sep 06, 08:12
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Hallo,
ich hätte da eine Frage zu einem kürzlich erworbenem Glimmermineral. Leider kann ich kein Bild machen, aber ich versuche es so gut wie möglich zu beschreiben.
Als Fundort ist Govern, Valaderas, Brasilien angegeben.
Die Stufe besteht aus vielen verwachsenen Glimmertafeln, ist 10x6x5 cm groß und erinnert irgendwie an Muskovit.
Hat jemand irgendwelche Infos zu einem "Cleavelandit" oder war der Händler nur ein guter Erfinder für neue Namen?
schon jetzt danke für die Antwort
Martin
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Hallo Martin,
das ist eine Varietät von Albit. Guck mal unter http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Albit
Du kannst im Lexikon auch in der Volltextsuche (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/VolltextSuche?s=Cleavelandit) nach "Cleavelandit" suchen, dann findest du auch Seiten, auf denen Bilder dazu sind.
Schönen Gruß
Norbert
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Hat jemand irgendwelche Infos zu einem "Cleavelandit" oder war der Händler nur ein guter Erfinder für neue Namen?
Hi, nein keine Angst, ist keine Erfindung. Laut mindat.org "Named after Parker Cleaveland, a professor of geology and mineralogy at Bowdoin College in Maine during the early 1800s."
Gruß
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Vielen dank, da währe ich echt nicht drauf gekommen.
dennoch sieht das Teil irgendwie wie Muskovit aus, da werde ich wohl nochmal ein paar Tests machen.
nochmals vielen Dank für die Hilfe.
Gruß Martin
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Hallo RockandRoll,
Cleavelandit ist ein dünntafeliger Albit (Natronfeldspat) aus Pegmatiten, also extrem grobkörnigen Graniten, die seltene Minerale wie beryll, Tantalit etc. enthalten können. Schön kristallisierter Glimmer, z.B. Muscovit, ist auch häufig in Pegmatiten. So kann es sein, daß die Stufe beides enthält. Der Cleavelandit ist meistens weiß und längst nicht so spektakulär wie Muscovit, häufig sieht man die Platten im Querbruch, so daß sie aussehen wie Stäbchen von vielleicht Millimeterdicke. Mit Muscovit verwechseln kann man Cleavelandit nicht, er hat keine so ausgeprägte Spaltbarkeit wie die Glimmer und auch auf den Spaltflächen nicht einen so deutlichen Glanz. Die Ritzhärte von Cleavelandit ist 6,5; von Glimmern etwa 4 auf der Spaltfläche. Das heißt Muscovit wird von gewöhnlichem Glas geritzt, Cleavelandit nicht.
Gruß
Grauwacke
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..übrigens....von Kreimbach gibt es auch Cleavelandit..irgend jemand behauptete aber mal, dass das in Wirklichkeit gar kein Cleavelandit sein soll, sondern 'gewöhnlicher' Albit! :)..fest steht aber, dass die Kristalle dünntafelig sind also müsste es sich doch um Cleavelandit handeln.
http://www.mindat.org/loc.php?loc=14808
Wer hat das noch gehört? :)
Albit und dann natürlich auch der Cleavelandit gehören zu den Gerüstsilikaten während die Glimmer-Gruppe zu den Schichtsilikaten zählt.. ...also sollte der Cleavelandit eigentlich überhaupt so gar keine Ähnlichkeit mit einem typischen Glimmermineral haben. :D
Gruß Peter
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Vielleicht befindet sich der Cleavelandit irgendwo zwischen dem Muskovit? Dann hätte der Verkäufer zumindest nicht Unrecht :-\
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..achso..nicht systematisch betrachtet zwischen Muskovit (Schichtsilikat) sondern real als Begleiter des Muskovits oder wie? :)..ja das kann natürlich sein.
Gruß Peter
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Hallo,
erstmal vielen dank für die vielen Infos. :D
Nachdem ich mir das durchgelesen, und mir das Bild angesehen habe, bin ich mir 100pro sicher dass da kein Krümel Cleavelandit dran ist. Entweder wollte der Verkäufer seinen Ladenhüter etwas aufwerten, oder er hat mal die Schilder durcheinandergebracht (fast unmöglich weil das festgeklebt war, aber wer weiss . . . ::)).
nochmal danke
Gruß Martin