Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: MineralienfanBQ13 am 08 Oct 06, 14:27
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Hallo,
ich habe bei webmineral gelesen, dass Astrophyllit radioaktiv sein soll. ??? :-\ Kann es sein, dass manche Mineralien aktiv sind, dass das aber nicht genannt wird, weil die Radioaktivität bei diesen total harmlos ist? Auf webmineral sind sogar Titanit, Sanidin und Muskovit radioaktiv. Könnt ihr mir dazu etwas sagen? Danke.
Gruß
Brian
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naja, es kann schonmal vorkommen, dass je nach geologischer begebenheit nicht radiaktive elemente in der gitterstruktur durch ebensolche ausgetauscht sind. in den chem. formeln ist das beispielsweise durch ...(Ce, La, U)... protokoliert. für gewöhnllich sind diese beimengungen aber verschwindend gering und die strahlung stellt kein problem dar.
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So ist es...und da Astrophyllit ein Mineral mit ziemlich komplexer Formel ist, kann sich da schon mal ein U oder Th rein verirren
Dont panic
;D
Glück Auf
Thomas
P.S. Übrigens schon gewußt : auch Kaliumhaltige Minerale wie Sylvin oder Felspat sind schwach radioaktiv
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Hallo,
ich danke euch für die Antworten. Ich war schon kurz davor in Panik auszubrechen und die Stufen wieder zu verkaufen. Aber dafür gibt es ja jetzt wohl keinen Grund mehr.
Gruß
Brian
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Ich würde an deiner Stelle immer erstmal ganz genau hinschauen, ob vielleicht U- oder Th-Mineralien auf der Stufe sind. Evtl. auch in der Matrix eingelagert.
Wenn ja, weißt du, daß Vorsicht geboten ist. Wenn nein, ist die Chance auf starke Strahlung eher gering, wenn auch nicht ganz auszuschließen.
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Noch eine Frage. Muss man die Vorsichtsmaßnahmen für radioaktive Mineralien auch beachten, wenn Mineralien nur schwach radioaktiv sind wie es zum Beispiel beim Astrophyllit der Fall sein könnte? (Mit Vorsichtsmaßnahmen meine ich: nicht zu lange in der Nähe bleiben, in Dosen aufbewahren usw) Denn im Moment habe ich Sylvin, Muskovit, Sanidin, Astrophyllit ohne Dose in der Vitrine und bin dauernd in der Nähe.
Gruß
Brian
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also, vorsichtsmaßnehmen sind nie verkehrt, das ist grundsätzlich so. da in deinem kühlschrank aber wahrscheinlichmehr radiaktive isotope sind als auf deinen stüfchen müsstest du um der genauigkeit ein opfer zu bringen auch einen kühlschrank in blei gießen. dass das nicht schicklich ist, liegt auf der hand. ebenso unnötig ist es, übertriebene sicherheitsmaßnahmen gegen strahlung zu treffen bei stücken, die dem geigerzähler wohl nur ein paar müde klicker pro minute entlocken würden.
wenn es dich beruhigt, dann räume die stücke einfach in den keller. solange du deine steine nicht aufisst, brauchst du keinen grund zur sorge zu haben.
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Radioaktivität, d.h. schwach radioaktiver Strahlung kann man eh nicht entgehen, da sie ganz natürlich ist - eben wegen allgemein verbreiteter, geringer U, Th und auch K-Isotop Gehalte in Gesteinen und damit auch in Baustoffen. Aber das braucht einen nicht weiter zu sorgen... gebe es diese Strahlung nicht, dann gebe es uns auch nicht, denn ohne eine gewisse radioaktive Hintergrundstrahlung gebe es auch keine Mutationen im Erbgut und somit auch keine biologische Evolution.
Oder anders formuliert : All jene Einzeller, die es geschafft haben, der radioaktiven Strahlung tatsächlich zu entgehen, sind genau dies geblieben : Einzeller !
Glück Auf
Thomas
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Danke! :)
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Aber das braucht einen nicht weiter zu sorgen... gebe es diese Strahlung nicht, dann gebe es uns auch nicht, denn ohne eine gewisse radioaktive Hintergrundstrahlung gebe es auch keine Mutationen im Erbgut und somit auch keine biologische Evolution.
naja... zum glück ist das kein biologie forum ;)
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Wer hysterische Angst vor Radioktivität hat sollte auf keine Fall Mineralien zu seinem Hobby machen und er sollte auch granitgepflasterte Straßen sowie Besuche im Gebrige meiden - auch auf keinem Fall mit den Flugzeug fliegen.
Glück Auf
Uwe
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Wer hysterische Angst vor Radioktivität hat sollte auf keine Fall Mineralien zu seinem Hobby machen und er sollte auch granitgepflasterte Straßen sowie Besuche im Gebrige meiden - auch auf keinem Fall mit den Flugzeug fliegen.
und die leckeren Paranüsse...
und das Röntgengerät...
und den Röhrenmonitör + Fernseher...
und keine Milch trinken (Kaliumgehalt)...
und das Rauchen (Tabakpflanzen reichern nach einigen Untersuchungen radioaktive Isotope an)...
MfG
Frank
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Hallo,
und keine Pilze essen...
und kein Wildfleisch essen...
und nicht in den Keller gehen (Radon)...
Wir sollten die Kirche beim Dorf lassen: Wenn ein Mineral eine so geringe Aktivität hat ist die Bezeichnung "radioaktiv" umgangssprachlich nicht angebracht. In diesem Sinne ist für mich weder unsere Luft noch unser Trinkwasser "radioaktiv" - und Astrophyllit auch nicht.
Gruß
Berthold
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Hallo Mineralienfan BQ13,
Torbens Anmerkung über radioaktive Begleiminerale ist ein guter Tip. Den reinen Astrophyllit sehe ich hingegen eher unproblematisch, obwohl sich da anstelle des Zirkoniums wohl auch etwas Thorium hineingemogelt haben könnte. Radioaktive Elemente gleich welcher Art sind am schädlichsten, wenn sie in den Körper gelangen, also verschluckt oder eingeatmet werden. Daher sind pulverige Minerale risikobehafteter als kompakte, und daher hat ein ganz normales Plexiglaskästchen bereits eine Schutzwirkung.
Zur Radioaktivität von Kaliummineralen wie Sylvin, Muscovit, Sanidin: Das radioaktiv Isotop Kalium40 ist zu einem gewissen Prozentsatz als Bestandteil des natürlichen Kaliums allgegenwärtig. Kalium ist lebenswichtiger Bestandteil des menschlichen Körpers, bei Männern im Schnitt 150 g, bei Frauen 100 g. Die empfohlene Kaliumaufnahme liegt bei 2 g täglich. Sylvin ist ein verbreitetes Düngemittel. Sollten also nicht andere radioaktive Elemente eine Rolle spielen: vor Kaliumverbindungen braucht man in dieser Hinsicht keine Angst zu haben.
Gruß
Grauwacke
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Hallo,
@Grauwacke: Das mit Th verstehe ich nicht, Astrophyllit enthält doch normalerweise kein Zirkonium - bestenfalls als geringe Verunreinigung (kennst Du einen Astrophyllit-Th ?)
Kalium40 ist zu einem gewissen Prozentsatz
Prozentsatz :o wär schlimm.
Kalium besteht zu 0,012% aus dem radioaktiven Isotop 40K und verursacht so etwa kanpp 1/10 unserer natürlichen radioaktiven Belastung.
Gruß
Berthold
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Hallo Berthold,
laut Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie hat Astrophyllit die Formel: (K2, Na2, Ca)(Fe2+, Mn)4(Ti, Zr)[OH| Si2O7]2. Es gibt sogar eine Zr-reiche Varietät Zirkophyllit. Das Zr-freie und k-betonte Endglied wäre Kupletskit K2 Mn4 Ti [OH| Si2O7]2. Und wo Zr vorhanden ist, kann sich isotyp theoretisch immer Th finden, siehe Radioaktivität von ZrSiO4 (Zitat Klockmann: "weitgehende Diadochie Zr, Th, U"). Allerdings ist das natürlich lagerstättenabhängig.
Gruß
Grauwacke
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Hallo,
ich danke euch für die Antworten. Nun brauch ich mir wohl keine Sorgen mehr zu machen. Nun weiß ich, dass schwach radioaktive Mineralien keine Gefahr darstellen.
Dann kann ich ja ohne Sorgen weitersammeln.
Gruß
Brian
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Hallo ,
@Grauwacke,
ach so, weil da das Ti diadoch in geringer Menge durch Zr vertreten sein kann -sagst Du- könnte das auch durch Th ersetzt werden. Hmm, ja, möglich ist das sicher, fragt sich nur ob überhaupt und in welcher Menge.
Zr wird üblicherweise in der Formel (wie andere Verunreinigungen) nicht angegeben (Handbook of Minerlogy, mindat.org, webmineral.com).
Zirkophyllit ist keine Varietät von Astrophyllit, hat ein anderes Gitter und ist ein eigenständiges Mineral, auch Kupletskit hat wieder ein anderes Gitter und beide Mineralien bilden m.W.n. mit Astrophyllit keine Mischreihen.
Gruß
Berthold
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ja und was ist 0,012%, kein prozentsatz?
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Hallo,
ja und was ist 0,012%, kein prozentsatz?
nee, ...nicht mal ein Promillsatz ;)
Gruß
Berthold
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Hallo Berthold,
Zu Astrophyllit, Zirkophyllit und Kupoletskit zitiere ich nochmals ausführlicher aus dem oben erwähnten Standardwerk: "Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie", aus dem auch die Astrophyllitformel mit dem Zr stammt : "Zirkophyllit, mit Zr vorherrschend, und Niobophyllit, mit Nb vorherrschend, sind dem Astrophyllit ganz ähnlich." (O.K., eigenständiges Mineral und keine Varietät, aber ein gewisser Ersatz von Ti durch Zr läßt sich bei der erwähnten "großen Ähnlichkeit" annehmen.
"Kupletskit ... isotyp mit Astrophyllit ..." läßt noch eher Mischkristalle erwarten. Im Internet unter www.springerlink.com/index/C0H1DUNLKVF5A6RF.pdf - heißt es: "Manganreicher, eisenarmer Astrophyllit wird Kupletskit genannt." - was von der Chemie her auch zu erwarten wäre, da Eisen und Mangan sich häufig problemlos ersetzen.
Wie dem auch sei, Originalliteratur über die Astrophyllitgruppe habe ich zwar noch nicht gelesen (wenn, werde ich es kundtun), aber die Angaben belegen doch, daß Zr zu gewissen Anteilen im Spiel sein kann. Und wo Zr ist, können - bei Vorhandensein - auch ähnlich große Metallionen wie Thorium oder Uran in begrenztem Umfang eingebaut sein. Neben der Radioaktivität von Zirkon (Zitat Klockmann: "Ein Th- und U-Gehalt macht den Zirkon zum Hauptträger der Radioaktivität in den Gesteinen") sei auch an die Radioaktivität von Columbit erinnert. Natürlich sind das nicht die Riesenmassen an radioaktiven Elementen, aber darum ging es auch gar nicht.
Gruß
Grauwacke
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Hallo Grauwacke,
da, kann ich Dir in großen Teilen zustimmen. Nur sollte nicht der Eindruck (Varietäten) entstehen Astrophyllit, Zirkophyllit und Kupoletskit würden Mischreihen bilden, können sie auch nicht - da unterschiedliche Gitter. Zweifelsohne ist eine große Ähnlichkeit vorhanden, aber Zr muss im Astrophyllit als gelegentliche, geringe diadoche Verunreinigung betrachtet werden. Dass statt Zr ähnlich große Metallionen (Thorium und Uran) eingebaut werden können ist mir auch schon klar. Ich behaupte nur, im Astrophyllit werden das immer sehr geringe Mengen sein.
Übrigens sind chemische Analysen von "radioaktivem" Astrophyllit mit sehr viel Vorsicht zu betrachten. So gehen die (im Klockmann auch genannten) radioaktiven Höfe (Halos) im Astrophyllit auf radioaktive Fremdmineraleinschlüsse zurück, die Strahlung kommt also nicht vom Astrophyllit selbst. Auch ist es mit dem von Dir erwähnten Columbit ähnlich. Im "radioaktiven" Columbit (etwa von Hagendorf) sind (epitaktisch) winzige, selten auch mm-große, Uraninitkristalle eingewachsen, die führen dazu, dass der Zähler pfeift.
Gruß
Berthold
PS: Nachtrag: "Ein Th- und U-Gehalt macht den Zirkon zum Hauptträger der Radioaktivität in den Gesteinen", da möchte ich entschieden wiedersprechen: K-40 ist in den Gesteinen vor Radon, Uran und Thorium der Hauptträger der geogenen Radioaktivität.
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Hallo,
je nach Stelle möchte ich auch nicht an einem Monazit-haltigem Strand liegen ;D 8)
Mein Rekord waren selbstgemessene 13% Thorium in einem Monazit-Korn und Monazitseifen sind meines Wissens nicht selten ;)
MfG
Frank