Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Stefan am 30 Oct 06, 16:54
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Hallo,
hab hier ein glimmerartiges Mineral aus Altenmittlau in Hessen
Was ist das für ein Mineral?
Gruß Stefan
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Hallo,
im ersten Moment würde ich auf einen Uran-Glimmer tippen. Aber Altenmittlau?
Gruss
Klaus
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(Meta-)Torbernitt oder -Zeunerit.
Von Altenmittlau würde ich auch keinen U-Glimmer erwarten.
Selbst gesammelt?
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Das würde mich jetzt auch mal interessieren! :D
Ich habe annähernd identisches Material auf einer Stufe mit Arthurit und Pharmakosiderit von der Majuba Hill Mine, Nevada, USA.
Ich habe es auf Zeunerit/Metazeunerit eingekreist, konnte mich dann aber nicht weiter festlegen.
Ich denke aber, daß es auf jeden Fall was Uran-haltiges bei dir ist!
Gruß
Torben
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Keinerlei Strahlung - kein Uran
Auf dem Schildchen steht Malachit, was mich stutzig macht, sieht für mich auch wie ein Uranglimmer aus.
Gruß Stefan
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Das ist auf jeden Fall irgendein U-Glimmer. Und Strahlung muss es nicht zwingend haben. Wie sieht's mit der UV-ität aus?
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Ich denke, auch, daß die Strahlung vielleicht einfach kaum detektierbar ist. Wie groß sind denn deine xx?
Bei der UV-Aktivität erwarte ich nicht viel, wenn es Zeunerit ist, denn da ist ja Cu2+ drin enthalten. Mein Zeunerit vom Roten Berg fluoresziert jedenfalls nicht, dafür strahlt er aber merklich ;)
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kein UV
Uranglimmer ganz ohne Strahlung - hmm eher nicht
Die xx sind reichlich vorhanden und gut mit dem Auge sichtbar
Sieht von der Farbe her aus wie Tirolit - eher einen touch grüner
@Uwe nein aus einer vor Jahren zugekauften Sammlung. Wie gesagt ist mit Malachit und altenmittlau beschriftet zusammen mit Stfen von Mimetesit, Azurit, Dolomit ....
Gruß Stefan
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Hallo,
definitiv Uranglimmer.
Zeunerit mit leichter Entwässerung würde ich sagen, aber kein Metazeunerit. Letzterer ist der einzige U-Glimmer, bei dem eine Trübung eindeutig den Wasserverlust anzeigt.
Das Vorkommen macht mich auch stutzig. Fremdabwurf oder Fundortverwechslung? Sailauf hat doch Uranglimmer erbracht. Sieht mir aber eher nach Erzgebirge aus, wenns was deutsches ist.
Ein Mineral, das dem Zeunerit äghnlich sehen kann, wäre sonst noch der Parnauit (ähnlich Tirolit), ist meines Erachtens hier aber keiner.
Glück Auf!
Smoeller
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Tirolit würde farblich schon passen. Nur hab ich den bislang immer nur strahlig gesehen. Und dann als Fasern oder längliche Plättchen, aber nicht als so schöne fast exakt quadratische Tafeln.
Das mit der fehlenden Strahlung macht mich schon stutzig. Aber wenn ich mich irren sollte, laß ich mich gern belehren ;)
Würd ich zocken, würd ich hohe Wetten auf Zeunerit abschließen....
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;D ein wenig Zocken *smile*
Von der Farbe her und bei der Menge (Fläche von 3 mal 3 cm relativ dicht besetzt beidseitig auf der Stufe) ohne von meinem Messgerät messbare Strahlung. Da kann ich nicht an Uranglimmer glauben. Der kleinste Torbernit (ein Bruchteil eines der Plättchen) singt dagegen wie ein Zeisig. Wenn ich mit dem Detektor direkt ran gehe, wird sogar die Umgebungsstrahlung veringert ???
Gruß Stefan
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Hallo Torben,
Tirolit habe ich auch bislang fast nur so gesehen, wie du es beschrieben hast.
Parnauite habe ich einige Stufen zuhause, die durchaus solche exakten tafeligen xx zeigen (Eigenfunde Grube Clara).
Das hier sieht aber wirklich nach Zeunerit aus. Vor allem die teilweise erkennbare Abschrägung der Ecken durch Prismen II. Stellung.
Glück Auf!
Smoeller
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Hi Smoeller!
Parnauit hab ich leider nur botroidal. Für die Systematik ok, aber die Ästhetik leidet drunter ;)
Die Abschrägung hab ich auch gesehen. Die Linien auf den Flächen sehen auch so zeuneritig (ist das eigentlich ein Neologismus? *g*)
aus. Aber wer weiß? Vielleicht ist es ja doch ein ziemlich seltenes Mineral, daß wir einfach noch nicht gesehen haben, und deshalb auch nicht drauf kommen?
Ich denke aber, wir sind uns zumindest soweit einig, daß es kupferhaltig ist und sicherlich aus der Phosphat-/Arsenatfamilie stammt :)
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nee nee ;D
Also Uranmineralien geben immer Strahlung ab und wenn die Stufe reichlich besetzt ist, sollte das ohnehin sehr gut messbar sein.
Schon alleine, dass ein vergleichbar kleines Torbernit-Stück das Messgerät (welches Messgerät eigentlich?) zum singen bringt deuted für mich ganz klar darauf hin, dass es kein Uranmineral ist.
Was es sonst sein könnte.......gute Frage... ???...aber definitiv nix uranhaltiges.
Gruß
Andreas
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Wie schaut die Matrix aus? Altenmittlau kann nur grauer/brauner feinkörniger Dolomit sein..
Gruß, Erik
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Hallo,
Sieht mir sehr nach viel Quarz in der Matrix aus, anders als bei den Altenmittlau-Stufen, die ich gesehen habe.
Was man auch immer im Hinterkopf haben sollte: Eventuell durch Cu-Ionen oder faseriges Cu-Mineral gefärbtes Mineral. Baryt?
Denke ich hier wegen der intensiven gleichmäßigen Farbe weniger, aber man darf das nicht ausschliessen. Ganz sicher nur per XRD zu bestimmen.
Glück Auf!
Smoeller
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Ich vermute, der damalige Sammler hat ein Schildchen mit der falschen Stufe zusammengebracht (oder jemand hat in Altenmittlau fremden Abfall hingekippt).
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@Uwe Kolitsch
Das wäre natürlich möglich. Aber um welches Mineral handelt es sich dann? Wie gesagt ein Uranmineral mit derart vielen Glimmerplättchen ohne messbare Strahlung (sicher nicht das beste Messgerät (Geigerzähler GAMMA-SCOUT), aber bei allen anderen Stufen mit Uranglimmer geht die Strahlung deutlich nach oben), halte ich für unwahrscheinlich.
Die Matrix ist geringfügig heller als das andere Altenmittlau Material, kann aber nicht ausschließen das es nicht doch daher kommt. Ähnlichkeit ist gegeben.
Gruß Stefan
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Sincosit kann auch ähnlich aussehen (halte ich aber für unwahrscheinlich):
http://www.mindat.org/gallery.php?min=3671
Meines Wissens hängt die Radioaktivität von U-Sekundärmineralien von ihrem Alter ab.
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Hallo Uwe,
Meines Wissens hängt die Radioaktivität von U-Sekundärmineralien von ihrem Alter ab.
meiner Meinung nach nicht. Bei einer Halbwertszeit von 4,47*109 Jahren für Uran + die komplette Zerfallskette mit 226Ra usw. dürfte das keine Rolle spielen.
Gruß
Andreas
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Hallo,
Denke ich auch nicht.
Aber: 4.5 x 109 Jahre ist die Halbwertszeit für U 238, für U 235 sind es immer noch rund 750000 Jahre. Thorium etwa im Bereich des Urans.
Für Radium hingegen "nur" etwa 1660 Jahre und für Radon 2,2 Tage.
Das ist, gemessen an den Altern von Uranerzen im variszischen Mittelgebirge (Wittichen/Schwarzwald Pechblende 235 Ma) aber sehr lang mit den HWZ für U.
Würde sagen, dass entweder der Zähler keine Alphastrahlung detektiert (Radon) oder es sich nicht um einen Uranglimmer handelt. Was es sonst ist, kann man so nicht sagen.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo smoeller,
die Halbwertszeit von 235U interessiert hier nicht wirklich, da es nur zu 0,72% in natürlichem Uran vorkommt. Die Halbwertszeiten von 226Ra und 220Rn spielen keine Rolle, da sie ständig durch den Zerfall von 238U nachgebildet werden (säkulares Gleichgewicht).
Nach einer Dauer von 5 Halbwertszeiten könnte keine nennenswerte Strahlung mehr gemessen werden, und das ist gemessen an den entsprechenden HWZ schon ein Weilchen :P
Mit einem Geigerzähler (oder eigentlich Geiger-Müller-Zählrohr) kann man sehr gut alpha- und beta-Strahlung messen. Mal davon abgesehen, dass nicht nur Radon, sondern auch Uran und Radium alpha-Strahler sind ;)
Gruß
Andreas
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Es ist wohl doch ein Uranglimmer :-[
Ich kann zwar keine Gammastrahlung (wie bei meinen ganzen anderen Strahlemännern), aber eine geringe Alphastrahlung feststellen.
Dann wird es wohl Zeunerit sein. Wundert mich bei einem U Anteil von 44% dass der soooo wenig strahlt ??? ???
Die Matrix deutet für mich immer noch auf Altenmittlau hin, wäre für einen quasi Erstnachweis aber viel zu wage. Ich werde nochmal ein Foto machen, vielleicht kann jemand den mögl. Fundort eingrenzen.
Danke an alle
Gruß Stefan
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Wenn U-Mineral dann bestimmt nicht von Altenmittlau. Das sind dort nur an Kupferschiefer/Schwellendolomit gebundene sedimentäre Vererzungen..
Auf dem Bild sieht es so aus als würden die Täfelchen auf Quarz sitzen?
Wenn wir hier nicht weiterkommen frag doch mal bei Hr. Lorenz nach, der kann Dir sicher weiterhelfen falls soetwas aus Altenmittlau bekannt ist
Gruß, Erik
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ch kann zwar keine Gammastrahlung (wie bei meinen ganzen anderen Strahlemännern), aber eine geringe Alphastrahlung feststellen.
Mit einem Geigerzähler kann man auch nur alpha- bzw. beta-Strahlung messen, aber keine gamma-Strahlung. Eine Unterscheidung zwischen alpha- und beta-Strahlung ist auch nicht möglich. Gezählt werden nur die Ereignisse (Zerfälle) unabhängig von der Strahlungsart. Die gamma-Strahlen können hierbei nicht detektiert werden.
Wenn Interesse besteht, kann ich ja mal etwas über den Geiger-Müller-Zähler für's Lexikon zusammen basteln ;)
Gruß
Andreas
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@Hg natürlich immer gerne
Man kann schon zwischen alpha, beta und gamma unterschieden. Das wird einfach durch Abschirmung erledigt.
In folgenden Abstufungen:
- alpha, beta und gamma
- beta und gamma
- gamma
Und wenn bei beta u. gamma nichts angezeigt wird (Abschirmung) dann bleibt nur noch alpha ;)
Gruß Stefan
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Die Matrix sieht zusammengebacken in einer Mischung aus Quarzeinschlüssen mit Dolomit aus.
Gruß Stefan
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Noch ein Nachtrag zu Ra und Rn:
Wenn ich bei Reaktionskinetik richtig aufgepasst habe, dann dürften die Gehalte an 226Ra und 220Rn hier allein deshalb schon keine Rolle spielen, daß ihre Zerfallskinetik wesentlich größer ist (wegen der geringeren Halbwertszeit), als ihre Nachbildungsgeschwindigkeit durch den Zerfalls des Urans. Dementsprechend müßte ihr Anteil quasistationär im Bereich um 0 herum liegen. Schlagt mich, wenn ich Mist laber ;)
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auch wenn das ganze jetzt vom Bestimmungsproblem abweicht
nein Torben, ganz falsch! ( ;D die gewünschten Schläge gibt es später)
die Halbwertszeit des Tochternuklids (in diesem Fall Radium bzw. Radon) ist sehr viel kürzer als die Halbwertszeit des Mutternukids (Uran).
Hier spricht man von einem säkularen Gleichgewicht. Es zerfallen dann immer genausoviele Tochternuklid-Atome, wie durch den Zerfall des Mutternuklids nachgebildet werden, d.h. die Aktivität von Radium und Radon bleiben konstant bzw. Aktivität Radium = Aktivität Uran.
Das ganze ist auch nochmal kurz hier nachzulesen ;)
http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4kulares_Gleichgewicht
Gruß
Andreas
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;D Nichts anderes meinte ich ja! Zu meiner Verteidigung: Ich sprach von Gehalt, nicht von Aktivität *g*
Aber danke für die Korrektur :)
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;D Nichts anderes meinte ich ja! Zu meiner Verteidigung: Ich sprach von Gehalt, nicht von Aktivität *g*
Aber danke für die Korrektur :)
Gehalt und Aktivität sollten doch direkt linear proportional sein 8)
MfG
Frank
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Jaa, ok, ihr habt mich! ;) Tretet nochmal richtig zu, das muß sein 8)
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Nochmal zum Ausgangspunkt: Wenn das Zeug weder fluoresziert noch radioaktiv ist, scheint Uranglimmer doch eher unwahrscheinlich.
Wie sieht's mit einer NaF-Perle zur Anregung der Fluoreszenz aus? (Um die nicht-fluoreszierenden Uranglimmer definitiv auschließen zu können?)
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@Isarkiesel
Jetzt musst Du etwas genauer werden.
Was ist eine "NaF-Perle zur Anregung der Fluoreszenz "
Gruß Stefan
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Hallo Stefan,
das funktioniert analog zur Vorgehensweise mit der Borax-Perle:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,7676.msg82084.html#msg82084
das somit aufgeschlossene Uran regt die Perle zur Fluoreszenz an.
Aber ich sage dazu nur Finger weg von diesem Nachweis!!
Gruß
Andreas
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Hallo Stefan,
zunächst Entschuldigung für diesen kryptischen Beitrag meinerseits: Ich war geistig noch bei der Diskussion über Lötrohrprobierkunde (unter "allgemeine Diskussionen").
Also: ein einfacher chemischer Test zum Nachweis von Uran, auch in solchen Uran-Mineralien, die nicht selbst fluoreszieren, ist die NaF-Perle. NaF ist Natriumfluorid (sollte eigentlich in jeder Apotheke - zumindest in Kleinmengen - verfügbar sein), und der Test geht wie folgt:
Ein Magnesiastäbchen (Laborbedarfshandel - billiger Pfennigartikel) wird in einer Spiritus- oder Gasflamme erhitzt und in pulvriges Natriumfluorid getaucht. Die anhaftenden Krümel werden in der Flamme zu einer klaren Perle geschmolzen, und mit dieser Perle wird ein wenig pulverisierte Probensubstanz aufgenommen und wieder in der Flamme erhitzt. Wenn die Probe Uran enthält, entstehen hierbei grün fluoreszierende Uranverbindungen. Die Fluoreszenz wird bereits im langwelligen UV-Licht sichtbar.
Allerdings halte ich es - wie gesagt - für unwarhscheinlich, dass ein Uranmineral vorliegt, wenn keine Radioaktivität nachweisbar ist. Und Altenmittlau - ich habe nur einmal selbst dort gesammelt, aber das, was ich auf dem Foto der Probe gesehen habe, erinnert mich nicht daran. Ist da vielleicht ein Kupfermineral aus Sommerkahl/Spessart falsch beschriftet worden? Die Matrix erinnert doch eher an Gneis als an Dolomit, soweit ich das erkennen kann.
Vielleicht hilft diese Information weiter...
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Ist da vielleicht ein Kupfermineral aus Sommerkahl/Spessart falsch beschriftet worden? Die Matrix erinnert doch eher an Gneis als an Dolomit, soweit ich das erkennen kann.
Hey, das ist gar keine schlechte Idee. Wie gesagt, Quarz kommt in Altenmittlau so nicht vor - dagegen sind Klüfte in Sommerkahl nicht selten mit Dolomit gefüllt.
Aber zum Mineral fällt mir trotzdem nix ein (U-Minerale gibt es in Sommerkahl aber auch nicht). Ich schau mal meine Stücke von dort durch, vl ist ja was ähnliches dabei..
Gruß, Erik