Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: TKMineral am 04 Dec 06, 20:33
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Hallo!
Ich hätte mal die Frage , wie man am günstigsten an 10L-Kanister Salzsäure herankommt. Im Baumarkt soll es welche als zementschleierentferner geben , aber wieviel Prozent hat diese??
Ich habe bisher immer mit der 30-33%-tigen gearbeitet , allerdings nie pur , immer gut mit Wasser verdünnt...
Und aussäuren tu ich manchmal gerne :D , da gibts immer mal Überraschungen!
Danke!
Gruß
TK
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Moin,
Baumärkte sind wie Apotheken - zu teuer. Der Chemikaliengroßhandel ist billiger. Zum Absäuern reicht technische HCl aus - nur nicht die reine für Analysezwecke nehmen! Die paar Fremdionen stören nicht weiter - und der Geldbeutel lacht ;)
MM-Bär
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hi,
nur schade dass dann manchmal so häßliche gelbe rückstände/ausblühungen entstehen !
und das scheint weniger mit den stufen als mit dem reinheitsgrad der verwendeten hcl zu tun zu haben :(.
von daher nicht bedenkenlos alles nehmen was carbonate sprüdeln läßt :D
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dazu etwas zum Lachen, ;D
ein Sammelkollege von mir (leider schon verstorben) hat ein riesiges und wunderschönes Stück mit Antimonit-xx
in Calcit aus der Toskana gefunden (und auch diverse mittlere und kleine Stufen) . Also brauchte er auch sehr, sehr
viel Salzsäure um die Kristalle frei zu legen. Flugs in die Apotheke marschiert und einen großen Kanister mit Salzsäure geordert.
Der Apotheker hat daraufhin gleich die Polizei rufen lassen weil er vermutete das der Sammelkollege sein Frau
umgebracht hat und nun die Leiche auflösen möchte ........................
Grüße Anatas
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Hallo,
dafür nimmt man keine Salzsäure, das sollte der Apotheker eigentlich wissen.
Dafür nimmt man besser ...uups... 8)
MfG
Frank
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Moin nochmals,
ich hatte bislang keine Probleme mit Rückständen bei der Verwendung "nicht-reiner" Salzsäure, muss aber hinzufügen, dass ich das Zeugs nie konzentriert (33-36%ig) einsetze, sondern mit demineralisiertem Wasser strecke (das bekomme ich kostenfrei) und nicht mit Leitungswasser.
MM-Bär
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Ob Leitungswasser oder demineralisiertem Wasser dürfte egal sein. In technischer Salzsäure schwimmt noch soviel anderes herum, dass die paar Ionen nicht mehr ins Gewicht fallen.
Das mit den gelben Rückständen verstehe ich allerdings nicht. Eventuell Eisen vom Gefäss oder gar vom zu ätzenden Stück!
Gruss
Klaus
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hi,
die erklärung mit den gelben rückständen habe ich irgendwo mal gelesen - aber schlag mich tot - ich weiß nicht mehr wo :'(
nichts desto trotz: wenn ich die reine salzsäure nehme - natürlich verdünnt ! - habe ich das problem nicht :D
@KOstMineral: nimmst du metallbehälter zum aussäuern ????
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;) unddenkt immer dran : Erst das Wasser dann die Säure-sonst passiert das Ungeheure !!! ;)
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@KOstMineral: nimmst du metallbehälter zum aussäuern ????
Bin zwar nicht der Angesprochene ...
Ich verwende die alten stabilen Fotoschalen (Foto-Laborbedarf) meines Vaters, in denen er mit Entwickler und Fixierer herumgepanscht hat. Die Teile sind unverwüstlich und chemisch neutral.
MM-Bär
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doch mal wieder etwas dazu gelernt :D
ich verwende normalerweise ein glasgefäß und wenn es mal etwas größer sein muß einen kunststoffeimer (mit leicht aufgelegtem Deckel)
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@prehnit100
@KOstMineral: nimmst du metallbehälter zum aussäuern ?
Natürlich nicht. War eigentlich eine Frage an dich! Könnte ja sein, dass deine Kunststoffeimer einen Henkel aus Metall haben könnten.
Zudem säure ich höchst selten. Grössere Menge hatte ich vor über 15 Jahre. Damals waren es verkieselte Korallen aus Nattheim.
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Hallo allerseits,
@Prehnit100: die haesslichen, gelben Ausbluehungen sind im Normalfall nichts anderes als Eisen(III)chlorid, das durch Einwirkung von Salzsaeure/Luftsauerstoff auf diverse, in der Mineralprobe natuerlich vorhandene Eisenverbindungen (z. B. "Limonit") entsteht. Bei poroesen Mineralstufen kann dies beim Waessern bzw. beim nachfolgenden Trocknen zu einem grossen Problem werden, falls das gelbe Eisenchlorid durch Kapillarkraefte an die Oberflaeche gelangt und diese dann mit leuchtend gelben Flecken verziert.
Entfernen lassen sich die gelben Flecken bzw. Ausbluehungen mittels der altbekannten Methoden (Dithionit, Behandlen mit Wein - oder Zitronensaeure etc) - bei sehr poroesen Stuecken klappt dies aber auch nicht immer.
GA
Axinit
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Hi
Ich würde sagen,wenn sich gelbe Rückstände bilden
das es auch daran liegen kann das du deine Stufen oder XX nicht gut genug
gewässert hast und oder etwas ältere Salzsäure verwendest.
Unter wässern verstehe ich: vor der Bahandlung durch Salzsäure ca 1-5 Stunden(manchmal auch einen Tag) in Wasser einlegen
und danach besser ein paar Tagen (kommt immer auf die Stufe an)
Solche gelben Rückstände können sich auch erst nach einer gewissen Zeit bilden,
wenn man nach der Prozetur nicht genügend gewässert hatt.
Das lange wässern ist auch deshalb wichtig um aus allen Rizzen und Kanten
diese Reste zu entfernen da sich sonst oft nur diese bereiche sehr Gelb verferben können.
Ich nehme zum auswässern immer warmes Wasser.
Grüße TauernGold
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alsden, fasse ich nochmals zusammen:
stufe gut wässern bevor sie in die säure kommt (mache ich normalerweise 2-3 tage lang) - dann in die salzsäure legen (reinheitsgrad ist nicht so relevant, sie sollte aber nicht 'alt' sein ?) - danach erneut wässern (mache ich normalerweise auch mehrere tage, in kaltem wasser, wasser mehrfach wechseln, kleinere stücke lasse ich auch noch mal ins ultraschall). falls sich doch gelbe ausblühungen/ablagerungen zeigen erneut wässern und mit natriumdithionit 'neutralisieren' (kenne ich um eisenoxyde zu entfernen, wenn oxalsäure wegen karbonatgehalt der stufe nicht sinnvoll ist).
falls ich alles korrekt verstanden habe - währe das nicht als beitrag fürs lexikon geeignet ?
wer hat noch verbesserungen oder anmerkungen ?
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Hallo,
hab gerade mit Begeisterung diesem Beitrag gelesen! (nein - ich will niemanden auflösen!)
Es geht um ein paar Quarz-Stufen, die ich im Gabbro- Steinbruch gefunden habe. Ich habe zum ersten Mal diese gelben Rükstände nach dem HCl-Bad an all den Stufen beobachtet und habe mich schon gefragt, wie die entstanden sind. Kann es an Pyrit liegen?
Wo kann man denn dieses Natriumdithionit bekommen? Auch in der Apotheke?
MfG
Christopher
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Hallo Christopher,
wenn du Na-dithionit u.a. haben möchtest, dann kannst Du auch mich fragen wg. Bezugsquellen.
Ich kann auch vieles für dich bestellen, ohne Gewinn für mich- logisch.
Dazu gibt es dann auch das Sicherheitsdatenblatt!
Allerdings kenne ich auch nicht alles, vielleicht gibt es auch andere-günstigere Quellen.
Bis bald
Kay
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Hallo Christopher,
am Pyrit liegt es vermutlich nicht, eher an dessen Oxidationsprodukten. Pyrit (bruchfrisch) sollte sich in Salzsaeure (Konz.: 25 - 28 %; Raumtemperatur) nicht aufloesen.
Alle Chemikalien, die zur Herstellung einer gepufferten Natriumdithionit-Lsg. benoetigt werden, gibt es bei Mikon http://www.mikon-online.com/catalog/default.php?cPath=3&language=de&sort=3a&page=3&osCsid=5c1b112a95297a6e2d6721fd6653e7fc (zu, wie ich finde, recht akzeptablen Preisen).
GA
Axinit
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Hallo,
dann will ich auch mal noch meinen Senf dazugeben. ;)
Ich habe schon seit Jahren keine Salzsäure mehr benutzt. Wenn ich Calcit entfernen will, nehme ich immer Ameisensäure. Damit kann ich zwar nicht so schnell aussäuern wie mit HCl, aber in der Regel kommt es mir auf ein paar Stunden oder Tage eh nicht an. Interessanterweise scheint sie aber nur zu ätzen, wenn man sie ordentlich mit Wasser verdünnt (bin kein Chemiker, hab mir das sagen lassen und benutze sie seither nur mit 1 Teil Säure auf 10 Teile Wasser). Dadurch ist mein 10 l Kanister selbst nach 15 Jahren noch nicht leer.
Der meiner Meinung nach große Vorteil: Ameisensäure löst wirklich nur Calcit auf. So ziemlich alles andere bleibt "am Leben". Damit ergibt sich auch nicht das Problem der gelben Flecken oder die ein oder andere unangenehme Überraschung (z. B. Greenockit x in Calcit aus Kreimbach vor Jahren in HCl gelegt und leider zu spät gemerkt, dass es nach faulen Eiern stinkt. Nach einiger Recherche dann irgendwo gelesen, dass Greenockit in HCl löslich ist... :'( ).
Habe damit schöne Freisener Mordenite aus Calcit gelöst, diverse Sulfide usw, immer ohne Probleme. Kann's wirklich nur empfehlen.
Grüße
Hartmut
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Hallo Hartmut,
Ameisensäure löst mit Sicherheit Calcit ganz gut weg, aber für andere Mineralien (irgendwelche derbe Erze) ist die Säure einfach zu schwach.
Die Verdünnung der Säure mit Wasser führt zum Freisetzen der H+-Ionen (konz. Ameisen oder Essigsäure liegen als 100 %ige Säre nicht dissoziiert vor)
Grüße
Andreas
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Hallo Leute
Themen über Säuren und deren Verwendung hatten wir hier ja schon etliche.
Da jetzt wieder Na-Dithionit angesprochen wurde, muss ich meinen Senf einfach dazu tun.
Natriumdithionit ist ein Mistzeug! Es genügen wenige Tropfen Wasser oder nur ne feuchte Schaufel und das Zeug kann anfangen zu brennen. Aber leider nicht sofort, sondern irgendwann später. Wenn ihr Pech habt, geht das mitten in der Nacht los. Und dann.....gute Nacht.
Da hilft auch kein 5-seitiges Sicherheitsdatenblatt nach EU-Richtlinie. Da hilft ebenfalls keine Betriebsanweisung oder ein Gefahrstoffkataster. Da hilft nur sicherer Umgang mit Gefahrstoffen! Und der will gelernt sein.
Ich werde mich jedenfalls hüten, hier Tips zu geben.
der Sauerländer....
der ständig ca. 6 to H2SO4 98%, 4 to H2SO4 33%, 4 to HCl 33%, 3,5 to NaOH 45% und ne Menge anderer schöner Sachen lagert bis hin zu 100 kg Zyanid. Da sind die 100 kg Na-dithionit nicht der Rede wert. Und das seit vielen Jahren. Aber mein Respekt und meine Sensibilität vor dem Zeugs hat NIE nachgelassen.
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Natriumdithionit ist ein Mistzeug! Es genügen wenige Tropfen Wasser oder nur ne feuchte Schaufel und das Zeug kann anfangen zu brennen. Aber leider nicht sofort, sondern irgendwann später. Wenn ihr Pech habt, geht das mitten in der Nacht los. Und dann.....gute Nacht.
Brennen?? Ehrlich? :o
Gut zu wissen, das Zeug steht bei mir direkt über 'nem Waschbecken. Sollte ich evtl mal umlagern :-X
Gruß, Erik
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Hallo Wilhelm,
ich stimme dir zu, dass ein Sicherheitsdatenblatt kein Ersatz für den richtigen Umgang
mit Chemikalien ersetzt. Dies ist aber die richtige Info wenn man mit Chemikalien richtig umgehen kann.
Ich wußte, dass Na-dithionit brandfördend sein kann. Da hatte ich selbst nur etwas daheim wenn ich es benötigt
habe. Nur geringe Mengen und entsprechend gelagert.
Ich arbeite auch teils mit giftigen bzw. ätzenden Chemikalien...den Respekt verliere ich nie!
Was machst du mit solch riesigen Mengen an Säuren etc.?
Bis denne
Kay
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Hi Kay
Sorry.....aber ein Sicherheitsdatenblatt ist eben nicht die richtige Info.
Ein Sicherheitsdatenblatt sagt...."was ist das für ein Stoff?"
Eine Betriebsanweisung sagt...."was muss ich tun, wenn!" Seit August 1986 ist die Vorschrift!!
Was ich mit den Mengen mache? Oberflächenbearbeitung....Abwasserbehandlung etc. Den ganzen Sermon halt ::) 8)
Und meinen Eimer, mit Säure und Stein drin, stell ich immer brav vor die Absaugung ;)
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Hi Mods
wieso kann ich meinen letzten Beitrag nicht ändern? Ist das zeitlich begrenzt? Meinen Beitrag vorhin über die Portraits kann ich doch auch (noch) ändern :-\
Habe beim Stoff das t vergessen. Sieht blöd aus.
Also.....ich möchte schon, dass ich meine Beiträge zu jeder Zeit ändern kann!!!
Wilhelm
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Hallo Wilhelm,
dann hat das Sicherheitsdatenblatt die falsche Bezeichnung.... es gibt danndie allgemeine und / oder stoffspezifische Betriebsanweisung (oft in die Sicherheitsbelehrung eingebunden). Die genauen Hinweise für den sicheren Umgang und die Entsorgung sollten dann im Sicherheitsdatenblatt stehen (Halt Daten für den sicheren Umgang). Weitere Stoffeigenschaften/ informationen (oft nur seht allgemein gehalten) stehen dann im Technischen Datenblatt.
Vielleicht habe ich mich ja auch geirrt. Lerne gerne dazu.
Dies alles ist (100% ige Zustimmung zu deiner Äußerung) kein Ersatz für den gelernten richtigen Umgang mit
Gefahrstoffen.
Bis denne
Kay
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wieso kann ich meinen letzten Beitrag nicht ändern? Ist das zeitlich begrenzt? Meinen Beitrag vorhin über die Portraits kann ich doch auch (noch) ändern :-\
siehe http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,10821.0.html
habe es Dir geändert.
Gruß, Erik
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die begriffe sicherheitsdatenblatt und betriebsanweisung sind in der GefStVO (Gefahrstoffverordnung) geregelt.
hiernach sind durch den hersteller oder vertreiber sicherheitsdatenblätter für die einzelnen 'stoffe' (nicht inhaltsstoffe) zu erstellen und dem kunden mitzugeben. der kunde hat die pflicht aus den - unter umständen in großer anzahl vorhandenen - sicherheitsdatenblättern betriebsanweisungen zu erstellen und hierbei - wo sinnvoll - sicherheitsdatenblätter auch zusammenzufasssen.
sinn einer betriebsanweisung ist eine schnelle information des anwenders 'im falle eines falles' um im gefahrfall ein stundenlanges nachschlagen der einzelnen sicherheitsdatenblätter zu vermeiden :D
Beispiele wie eine betriebsanweisung aussehen kann gibt es auch von den berufsgenossenschaften - auch allg. zugänglich im netz