Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => erledigte Bestimmungen / completed determinations => Thema gestartet von: berthold am 11 Dec 06, 13:57
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Hallo zusammen,
durch Tausch habe ich ein kleines Stüfchen vom Marienschacht im Wölsendorfer Revier bekommen. Da sitzen klare-weiße, linealartige Kriställchen bis 3 mm drauf. Begleitend tritt violetter Fluorit, Bleiglanz, Zinkblende und vermutlich Cerussit auf. Die uralte Beschriftung eines Vorbesitzers sagt "Aragonit". Ich glaube das nicht. Sowohl Aragonit wie Hemimorphit sollen in Wölsendorf vorgekommen sein, aber als absolute Raritäten.
Gruß
Berthold
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Hallo,
die sehen für mich wie Gipskristalle aus. Wie schauts denn mit der Härte aus??
Gruß
peter paul
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Endflächen könnten auch für Coelestin sprechen. Schwierig Genaueres zu sagen.
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Hallo,
vielen Dank für die Antworten.
@TT-PP: Härte kann ich nicht bestimmen, dafür sind die Kriställchen zu filigran/dünn.
Gips möchte ich ausschließen. Einmal weil die Kristallform nun wirklich nicht passt, andererseits, weil ich an einem Kriställchen einen "Biegeversuch" gemacht habe: Kick-gebrochen.
Coelestin ist aus Wölsendorf nicht bekannt - was aber nichts sagen muss.
Aragonit aus dem Revier soll fluoreszieren, das machen diese Kriställchen nicht.
Gruß
Berthold
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Hallo,
waere es nicht moeglich mit dem - kick-abgebrochenen Kristaellchen (falls noch auffindbar) einen Saeuretest unter dem Bino (Objekttraeger mit Vertiefung) zu machen ?
Cerussit und Aragonit werden zwar beide beim Zusatz von Salzsauere schaeumen, aber nur Cerussit wird bei RT schwer wasserloesliches Blei(II)chlorid ausfaellen (beim Eintrocknen sollten sich lange Kristallnadeln bilden). Hemimorphit wird sich vermutlich zersetzen (bin mir nicht sicher), aber keinesfalls schaeumen.
Ich weiss, leichter gesagt als getan ...
Viel Glueck
Axinit
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Noch ein kleiner Nachschlag,
hatte den Coelestin voellig vergessen. Dieser schaeumt natuerlich wie Gips auch nicht, sollte aber durch seine charakterische Flammenfaerbung (auch dazu reicht das kick-abgebrochene Kristaellchen) verraten.
Mehr faellt mir im Augenblick auch nicht ein - sonst bleibt nur noch die instrumentelle Analytik wie SEM mit Mikrosonde.
GA
Axinit
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Hallo,
nee, das winzig Kristallbruchstück ist unauffindbar weggeflogen :'( und - ähh - weitere xx möchte ich nicht abbrechen, am Ende weiß ich dann möglicherweise was es war, habe aber nichts mehr :P
Habe aber nochmal ein Foto gemacht, möglicherweise hilft's ja weiter. Scheinbar sieht jeder Kristall an den Endflächen anders aus.
Gruß
Berthold
Nachtrag: Ähnlichkeit unverkennbar: http://www.theimage.com/mineral/hemimorphite/5.htm (http://www.theimage.com/mineral/hemimorphite/5.htm)
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Schaut eher nach Hemimorphit aus.
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Hallo,
vielen Dank. Ich denke es ist wirklich Hemimorphit. Zwischenzeitlich habe ich mir die (Erst-) Beschreibung für Hemimorphit von Wölsendorf (auch aus eben dieser Grube Marienschacht) bei Strunz (Zur Mineralogie und Geologie der Oberpfalz, VFMG-Sonderband 26, 1975) angesehen. Da sind sogar zwei Kristallzeichnungen dabei (siehe unten), die flächenreiche Form passt, ebenso die angegebene Paragenese.
Gruß
Berthold
(der jetzt Aragonit durchstreicht und Hemimorphit draufschreibt)
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Hallo,
Denke auch, dass es Hemimorphit ist.
Wenn Doppelender dabei sind, wird es eindeutig. Die xx zeigen dann nämlich an einem Ende die rechte und am anderen Ende die linke Form aus der Kristallzeichnung. Man nennt das Hemimorphie (Namensgebung des Minerals). Das wird durch rhombische Disphenoide als Endflächen bewirkt.
Ist aber leider nur sehr selten an natürlichen xx zu beobachten, da die meist an einem Ende angewachsen sind.
Glück Auf!
Smoeller
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Hi Berthold,
Auch ich wurde Hemimorphite sagen, sehr ahnliche Hemimorphite kenne Ich von Peyrebrune, Frankreich (Ich glaube davon steht ein Bild von Jean-Marc in Mindat).
Gruss
Harjo
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Hallo Berthold,
mich machen die trapezförmigen Flächen auf den oberen Bild jeweils auf der hinteren Seite der Endflächen etwas stutzig. Sind diese Flächen wirklich nur auf einer Seite? Ist vielleicht auf der Basisfläche eine gerade Zwillingsnaht erkennbar?
Wenn das so ist halte ich die Kristalle wirklich für Aragonit.
Gruß Josef 84,55
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Hallo Josef,
mir ist zwar nicht ganz klar welche Flächen Du meinst, aber inzwischen bin ich 100% bei Hemimorphit. Grund: Ein winziger, flach aufgewachsener doppelendiger Kristall zeigt eindeutig Hemimorphie. Leider ist mir da kein vernünftiges Foto gelungen, sonst hätte ich es hier reingestellt.
Gruß
Berthold
PS: Aragonit aus dem Wölsendorfer Revier fehlt mir immer noch.
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Hallo Berthold,
ich meine die gelb markierten (121) Flächen.
Ich habe im Sommer von der Vogelhalt im Leogang Revier ähnlich Linealförmige Zwillinge gefunden. Loismin hat im Lexikon auf der Vogelhalt-Seite einen solches Aragonitfoto reingestellt, bei dem man aber die Zwillinge nicht sieht.
Wie sieht es mit Spaltflächen aus? Aragonit hätte eine wenn auch schwache Spaltbarkeit nach {001}, diese könnte man an dem abgebrochenen X erkennen.
Das mit der Hemimorphie ist mir klar, könnte bei dem einen Kristall aber Zufall sein vor allem weil Du ja schreibst, dass jede Kopffläche anders aussieht. Übrigens sind diese Aragonit-Zwillinge auch hemimorph, aber nicht nach der Längsachse(es seiden sie durchdringen sich, dann haben sie längs in der Mitte eine Einschnürung).
Ich wollte eigentlich schon früher schreiben, hatte aber technische Probleme, u.a. mit dem Virus dem man kaufen kann ;-).
Gruß Josef
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Hallo Berthold,
ich muss mich korrigieren. Aragonit hat doch keine Spaltbarkeit nach {001}. Die Bruchflächen der Kristalle von der Vogelhalt, die ich vorschnell für Spaltflächen hielt, sind nur uneben. Die Kristalle zeigen einen etwas anderen Habitus und nicht nur eine sondern mindestens zwei Zwillingsnähte (Lamelle) was den nach einer Prismenfläche tafeligen Habitus erklären kann. Um einen ähnlichen Habitus mit einer Zwillingsfläche könnte es sich auch bei Deinen Kristallen handeln.
Vielleicht leide ich auch an einer Art Zwillings-Paranoia. :o
Würde mich halt interessieren ob es vielleicht doch welche sind.
Das büschelige Aggregat und die ausgeprägte Längsstreifung sprechen für Hemimorphit.
Gruß Josef
Kristallzeichnung Aragonit von der Vogelhalt