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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: scheidewasser am 15 Dec 06, 09:40
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Hallo Leute,
nochmals Danke für die Stellungnahmen zu meiner ersten Frage.
Hier hätte ich nochmals ein ähnliches Problem. (Zur Weihnachtszeit scheinen die Exotika wie Pilze aus dem Boden zu spriessen).
Gibt es gediegen Aluminium in dieser Form bzw. kann evtl. sogar jemand etwas über den Fund sagen ?
http://cgi.ebay.com/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&ih=014&sspagename=STRK%3AMEWA%3AIT&viewitem=&item=330062783521&rd=1&rd=1 (http://cgi.ebay.com/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&ih=014&sspagename=STRK%3AMEWA%3AIT&viewitem=&item=330062783521&rd=1&rd=1)
Gediegen Aluminium, kristallisiert. Das Material stammt aus einer Halde im Mannsfelder Land. Dort hatte es einen Haldenbrand gegeben, in dem Aluminium genügend lange und bei geeigneter Temperatur geschmolzen und dann sehr langsam ausgekühlt ist. Dadurch haben sich Kristalle gebildet. Diese können künstlich nicht erzeugt werden, sondern entstehen nur unter diesen sehr seltenen Bedingungen. Bisher ist kein anderer Fundpunkt bekannt. Sie sind damit unter antropogenen Einfluß entstanden, sollten dennoch in keiner Sammlung fehlen.
Viele Grüße
scheidewasser
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Hallo Scheidewasser,
es faellt mir ein wenig schwer zu glauben, dass gediegenes Aluminium bei einem Haldenbrand entsteht, aber wie wir alle wissen: Nichts ist unmoeglich !
Tatsaechlich scheint elementares Al in der Natur vorzukommen; vgl. http://www.mindat.org/min-107.html .
Ich bin skeptisch ...
Axinit
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Hallo
das von der IMA anerkannte Mineral Aluminium kommt in der Natur ausnahmslos in allerwinzigsten Körnchen, bzw. in Mikrokristallen vor. Die bis max. 1 mm großen Körner sind manchmal plattig oder lamellenförmig. Ausgebildete Kristalle (Würfel) sind nur mikroskopisch sichtbar.
Es sind sehr wenige bis 1 cm große körnige, abgerundete Nuggets bekannt, die jedoch Zuammenwachsungen von Blei und Aluminium sind (Aserbeidschan).
Aluminium - ausnahmslos in der oben bekannten Form - kommt in Al-reichen Gesteinen, in hydrothermalen Sn-W-Lagerstätten und ihren Verwitterungszonnen, selten in Gabbro und Dolerit , zusammen mit Gold, Wismut, Graphit, Moissanit in Skarnen und in vulkanischer Asche vor. Fundstellen für natürliches Aluminium sind in Aserbeidschan, China, Italien, Russland (Jakutien, Taymyr, im Ural und am Vulkan Tolbachik (Typ-Lokalität).
Die Prozesse, die zur Bildung des echten (natürlichen) Aluminiums führen, sind bekannt und beschrieben. Eine Neubildung (bzw. Entstehung durch anthropogene Einflüsse, bzw. Haldenbrand) ist unwahrscheinlich. Eine Kristallisation aus der abgekühlten Schmelze bedingt , dass schon natürliches Aluminium vorhanden gewesen sein muss (bevor es geschmolzen wurde). Woher soll dieses Aluminium in dieser Menge gekommen sein ? Aus dem Buntsandstein, dem Zechstein (resp. Kupferschiefer), aus den Evaporiten ?
Kristalle, bzw. Stufen wie die in ebay angebotene, sind - wenn es überhaupt Aluminium ist - definitiv künstlich erzeugt und wären, sollte es solche natürlichen Stufen geben, eine wissenschaftliche Sensation. Eine solche, fast streichholzgroße (3,5-4 cm) Stufe, wäre sie echt, würde jede wissenschaftliche Einrichtung für mehrere tausend Dollar kaufen. Aber nicht bei ebay.
Ich würde den Anbieter, da er solch definitiven Aussagen zu seiner angebotenen Stufe macht, einfach fragen, woher er seine Information hat, bzw. wie er zu diesen Aussagen steht. Auch die Frage zu einer Analyse wäre angebracht.
gruß
collector
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Altes Aluminiumblech in der Halde oder auch ein paar DDR - Pfennigstücke ---> Haldenbrand mit hohen Temperaturen ---> Aufschmelzung und Umkristallisation ---> Aluminiumkristalle
So einfach kann das sein ::)
Ist dann aber leider kein natürliches Produkt...
Glück Auf
Thomas
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Hallo,
ich kann mir auch nur sehr schwer vorstellen, dass Al in der Natur in so großen Mengen vorkommt. Das Element zeigt gegenüber Sauerstoff eine so hohe Affinität.
Das müsste sich doch bei einem Brand auch in Al2O3 umwandeln, oder?
Gruß
Andreas
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Man kann bei einem Haldenbrand Bedingungen von stark reduzierend bis stark oxidierend haben, da können sich schon eine Reihe exotischer Substanzen bilden. Es sind ja auch von brennenden Steinkohlenhalden diverse Elemente als Neubildungen bekannt (bisher aber kein Aluminium).
Die Brände auf Halden im Mansfelder Gebiet stehen üblicherweise in Zusammenhang mit abgekippter Schlacke (Verhüttung, aber auch Heizkessel). Eine spontane Selbstentzündung wie von Steinkohlen- und Allaunschieferhalden bekannt, ist für Mansfelder Halden wohl nicht sicher belegt.
Eine natürliche Entstehung, d.h. aus irgendeinem Gesteinsmaterial, ist für das angebotene Stück definitiv auszuschließen. Die Bezeichnung "Gediegen Aluminium" ist deshalb auch nicht korrekt.
Glück Auf
der Stollentroll
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Man kann bei einem Haldenbrand Bedingungen von stark reduzierend bis stark oxidierend haben, da können sich schon eine Reihe exotischer Substanzen bilden. Es sind ja auch von brennenden Steinkohlenhalden diverse Elemente als Neubildungen bekannt (bisher aber kein Aluminium).
Hallo,
Kohlenstoff usw reicht nicht zur Reduktion von Aluminiumverbindungen aus. Sonst würde auch nicht mit der Elektrolyse Alu gewonnen, sondern im Hochofen.
MfG
Frank
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Hallo Leute,
vielen Dank für Eure Beiträge zu diesem Thema.
Im Großen und Ganzen war das Gesagte auch mein Stand, aber wer kann schon behaupten alles zu wissen. Ich hatte gehofft / gedacht es könnte ja vielleicht doch möglich sein.
In diesem Sinne
Frohe Weihnachten und
Viele Grüße
scheidewasser
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Hat irgendjemand den Anbieter auf den Fehler hingewiesen? Derjenige hat nämlich Gleiches wieder eingestellt....
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Hallo,
ja, habe ich gemacht.
Er wollte mir Stücke davon zusenden und hatte vor es untersuchen zulassen.
Viele Grüße
scheidewasser
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Hallo,
ist es das was heir als gediegen Aluminuim bezeichnet wurde ?
Das Stück hat sehr schöne Kristalle und sitzt auf einer etwas bröseligen Matrix.
Ich weiß nur, dass es 1975 von einem Fernfahrer aus Italien mitgebracht wurde, er hat es dort geschenkt bekommen. Hat jemand ein vergleichbares stück schonmal gesehen ?
In ebay sind eben ähnliche Stücke aus guizhou, china und shangbao, china eingestellt.
Ist es ausgeschlossen, dass es eine "natürliche" Stufe ist ?
Viele Grüße
Julian
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Hallo,
ged. Aluminium kommt in der Natur als große Rarität in kleinsten Flocken vor. (http://ammin.geoscienceworld.org/cgi/content/abstract/94/8-9/1283)
Das gezeigte Stück ist ganz sicher keine "natürliche" Stufe - wie auch alle ebay-Angebote die ich bisher gesehen habe.
Gruß
Berthold
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Huhu
Ich kann zwar nicht mit wissentschaftlichen Fakten dienen,aber im Laufe der Jahre habe ich derartiges nicht gesehen,geschweige denn angekauft.
Eindeutig künstlich,aber interessant,evtl. aus der Twilight zone ;)
LG
Udo
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Hallo,
vor einigen Jahren gabe es mal einen Artikel in der Mineralienwelt zu Mansfelder Schlacken. da war Aluminium aufgeführt, ich meine auch mit Bild. Sah komplett anders aus als das Zeugs obenstehend.
Gruß
Andreas
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Hi,
damit sich das flüssige Al. in der Lichtbogenschmelzwanne an der Oberfläche nicht entzündete,wurde eine sauerstoffdichte Schlackeschicht über das flüssige Al. gelegt.Diese hatte Kontakt zum flüssigen Al.und war weniger warm als die Schmelze,also fast ideal für Kristallwachstum?! oder
Gruß Günter
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hallo ,
sensationeller Fund:
Alu -Nuggets im Hausgarten entdeckt !
und das war folgendermaßen:
in meinem Garten habe ich mal altes Holz von einem Baumschnitt verbrannt,
unter anderem landete auch ein altes dreckiges Vogelhäuschen im Feuer,
welches ein Dach aus ca. 5 mm starkem Alu-Blech hatte.
In der abgekühlten Asche fand ich dann später Aluminium, das in der Hitze geschmolzen war.
Zwei Stücke davon habe ich aufbewahrt., sie sahen interessant aus. Die schwarzen Flecken
auf dem Bild sind Reste von verkohltem Holz.
hallo Julian, anbei ein Bild von meinem "Fund",
das "Fernfahrer-Aluminium" stammt hundert-pro auch aus einer Schmelze.
Die angebliche "Matrix" sind klebengebliebene Reste von auf was auch immer
die Alu-Schmelze gegossen wurde, absichtlich oder unabsichtlich.
Ansonsten ist das gediegene Aluminium im ebay Schwindel.
viele Grüße
Axel
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Das Axel und Co,
danke für Eure Antworten!!
Das es aus einer Schmelze ist halte ich auch für 99.9 % wahrscheinlich, trotzdem wäre der Fundort/Herstellungsort interessant gewesen. Habe mir gedacht das sowas vielleicht mal auf Mineralienbörsen vertreten war, gab`s ja immer mal..
Das Stück macht aber richtig Spaß, weil es so verrückt auskristallisiert ist, handflächengroß und bei ebay mal 7,-€ ist ok. Sonst stehe ich nicht auf künstliches, aber sowas hatte ich noch nie gesehen.
Viele Grüße
Julian
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mit dem Fernfahrer aus Italien hättest Du schon einen Hinweis, muß wohl aus einer italienischen
Alumninium-Gießerei stammen; Aluminium Druckguß wird verwendet in der Automobilindustrie
oder bei der Herstellung von Kochtöpfen usw. usw.