Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Hg am 28 Dec 06, 13:58
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Hallo,
wie nennte man die Kristallform von dem Fluorit auf dem Bild?
Fundort Laacher See Vulkangebiet, Eifel
Bildautor: Stephan Wolfsried
Grüße
Andreas
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Mit "Kristallform" ist da sowieso nichts - das ist ein Aggregat --> dendritisch
geniales Bild! :o
Gruß, Erik
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Der Fluorit wollte mal ein Würfel werden, oder vielleicht auch ein Oktaeder
War aber zu schnell...
...und wer zu schnell ist, den bestraft das Leben !
oder so ähnlich ;-)
Glück Auf
Thomas
P.S. trotzdem ist und bleibt auch ein dendritischer Fluoritkristall kubisch
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ok, danke
Dendritisch klingt gut :)
Grüße
Andreas
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Ich würde das eher als Skelettkristall bezeichnen!
Carsten
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noch ein Bild
Kristallform ???
Haüyn auch vom Laacher-See-Gebiet
Bildautor: Stephan Wolfsried
Gruß
Andreas
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Hallo zusammen,
für mich schauen die Ausbildungen "Tropfen-Förmig" aus.
Grüsse aus dem Badener Land
und einen "Guten Rutsch" mit viel Erfolg und noch mehr Gesundheit im Jahre 2007
Gerhard Niceus (geni 8))
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Hallo geni,
tropfenförmig klingt ganz gut :)
Mal eine "Zusatzfrage". Wie kommen solche Formen zustande (dendritisch bei dem oberen Bild oder tropfenförmig beim unteren Bild)?
Grüße
Andreas
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Hallo Hg,
dendritisches Kristallwachstum tritt immer bei diffusionslimitiertem Stofftransport auf, d. h. das Wachstum (= Massenzunahme) des Kristall(keim)s wird durch die maximale Geschwindigkeit des Stofftransports in der Lösung bestimmt.
GA
Axinit
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Hallo,
das Kristallwachstum ist, unabhängig von der Art, ein Oberflächenprozeß. Baugruppen - Atome, Moleküle oder Cluster - lagern sich auf dre Oberfläche an, können dann eine zeitlang auf der Oberfläche wandern und sich an eine günstige Stelle (= Wachstumsstufe) setzen oder wieder ablösen. Das Wechselspiel von Adsorption - Anlagerung bzw. Desorption bestimmt das Wachstum/die Auflösung.
Im Allgemeinen gilt:
langsames Wachstum = glatte Flächen
deutliche Übersättigung = atomar rauhe Flächen (z.B. Czochralski-Verfahren) oder die Tropfen
schnelleres Wachstum= Wachstumsfront bricht auf , Hohlformen entstehen (z.B. der Tropfen)
extrem schnelles Wachstum = Dendriten (der Flourit)
MfG
Frank
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Hallo,
ja, Frank hat das schön erklärt, nur eine kleine Ergänzung (ohne dass ich behaupten würde, dass das hier der Fall ist). Durch Lösungsvorgänge können ähnlich Formen entstehen, auch beim Fluorit. Im Einzelfall ist oft schwer zu klären, welche Entstehungsart vorliegt.
Gruß
Berthold
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Hallo,
noch eine Bildungsbedingung sollte man nicht unterschlagen. Bei der Kristallisation entsteht Wärme und die muss abgeführt werden. Erst wenn diese Wärmeabfuhr gestört ist, entstehen Skelettbildungen, so z. B. hochviskosen Bedingungen wie in Gelen und Schmelzen aber auch bei stark gashaltigen Gemischen.
Wenn die Übersättigung und das damit verbundene Kristallwachstum zu hoch ist für die schnelle Wärmeabfuhr im entsprechenen Umfeld, entstehen Skelette.
Gruß Josef 84,55
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Hallo,
dann machen wir es vollständig:
oder wenn die Zufuhr von Mutterlösung oder die Abfuhr von Lösungsmittel nicht ausreicht, entstehen "offene" Strukturen bis zu Dendriten.
MfG
Frank
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Danke für die ausführlichen Erklärungen :)
Diese ganze Festkörperchemie war noch nie meine Stärke :-[
Grüße
Andreas
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Kristallisation ist in der Regel Physik! ;D ;)
Mfg
Frank
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Hallo Frank,
schon klar, aber wir mussten im anorganischen Praktikum auch irgendwelche Kristalle (Festphasenreaktionen) im Ofen bei ~1000 °C zusammenbacken . Bei mir ist da immer nur Murks herausgekommen (falscher Temperaturgradient usw.) :-[
In der Vorlesung hatten wir solche Themen z.B. in der physiklaischen Chemie (Oberflächenchemie) angesprochen ::) .........nicht unbedingt meine Welt :-X
Gruß
Andreas