Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Jura / Jurassic => Thema gestartet von: Micha am 30 Dec 06, 11:30
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Hallo, kann uns jemand helfen bei der Bestimmung ?
Fundort: Weißjura, Gegend um Nattheim
Micha
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1391180323.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1391180323.jpg)
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Nummer zwei. Ein Schwamm oder eine Koralle? (Innen übrigens herrlich mit Chalcedon-Kügelchen angefüllt)
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Bei Stück Nummer zwei klemmt ein kleiner Seeigel noch dazwischen. Guckst Du:
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Nummer drei.
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Ein Stück Riffschutt...
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Koralle?
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Hallo Micha,
für's erste:
das erste Teil ist ein Seeigel,
die anderen Stücke Korallen. Beim Riffschutt sind auch noch Reste vom Seeigel dabei.
Gruss
Spotts 8)
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das erste Teil ist ein Seeigel, die anderen Stücke Korallen.
Ich denke das wusste Micha auch selber soweit .... ::) ....... allerdings wollte er den wissenschaftlichen Namen der Teilchen in Erfahrung bringen .... Spezies und sowas .... ;)
Na dann werd ich ma Bücher wälzen ... evtl find ich was
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unter http://www.fossilien.de/seiten/korallen/nattheim.htm (http://www.fossilien.de/seiten/korallen/nattheim.htm) findest du einige korallen.
weiterer link:
http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=5391&edit=0 (http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=5391&edit=0)
marco
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Danke für die (bisherige) Hilfe. Also, dass es sich beim Seeigel um einen Pleciocidaris handelt, denk ich mittlerweile. Aber bei der Koralle Bild 2 und 3 bin ich mir noch nicht schlüssig. Cyathophora isses wohl eher nich, da hab ich typischere Stücke...
Micha
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Hallo Micha!
die anderen Stücke Korallen.
Ist Quatsch, weil auch ein Kalkschwamm mit dabei ist:
1) Plegiocidaris coronata regulärer Seeigel
2) Stylina limbata Koralle
2a) Wahrscheinlich Plegiocidaris propinqua, Bild ist aber zu klein und zu nudetailliert, um den kleinen Seeigel mit Sicherheit zu bestimmen...
3) Eusiphonella madreporata, das ist der Kalkschwamm
4) Riffschutt (das verzweigte Teil im Zentrum ist wahrscheinlich eine Enallhelia-Koralle, aber zu schlecht erhalten um näher zu bestimmen)
5) wahrscheinlich eine Dendrohelia coalescens (ebenfalls zu schlecht erhalten, um bestimmt zu werden. Die Äußere Form spricht aber für die genannte Koralle)
Grüße,
Lothar
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Ich danke wie verrückt. So genau hätt ichs nich gekonnt. Die Stücke stehen alle in unserer Sammlung, jetzt mit Namen.
Also: noch mal Danke ;D!
Micha
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Hallo Micha,
liegt daran, dass ich Geologie und Paläontologie studiere und mich mit der Ecke in meiner Dissertation befasse...
Grüße,
Lothar
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Hallo Micha,
da hst du schöne stücke gefunden,
mich interessieren mehr mineralien,aber meine Frau ist für fosilien
können wir einiges zu Fundort(Nattheim) unter P.M. von dir bekommen
gruß
Daniela und Tibor
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Ist im MOment etwas schwierig, da ich kaum Zeit habe... Spätestens, wenn's veröffntlich ist, kann ich Euch aber eine Kopie der Arbeit senden...
Grüße,
Lothar
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An alle Präparierer,
bei den ausführlichen Berichten wird von einer verdünnten Säure gesprochen.
Wer kann mir helfen und definiert mir das Verfahren etwas deutlicher.
Vorab vielen Dank
Jürgen
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Hallo Jürgen!
Für die Salzsäure-Präparation von verkieselten Fossilien aus Nattheim gibt es kein Standardrezept. Das hängt stark vom Grad der Verkieselung ab. Kurz zusammengefasst ist das Prinzip Folgendes: Die Korallen der Nattheimer Gegend sind durch (noch nicht ganz genau geklärte Prozesse) verkieselt, d. h. das ursprüngliche Kalkskelett ist mehr oder weniger vollständig durch Chalzedonkieselsäure ersetzt und ist, im Gegensatz zum umgebenden Kalkstein, nicht durch verdünnte Säuren löslich. Das macht man sich zu Nutze, indem man Brocken des Korallenkalks in verdünnte Salzsäure legt bzw. hängt und wartet, bis sich der Kalk aufgelöst hat.
Leider ist das ganze recht kompliziert, weil manche Bereiche stark, andere schwach oder kaum verkieselt sind, und man sieht es den Stücken im Gelände nicht unbedingt an. Ein ganz gutes Indiz für starke Verkieselung (und damit ein gutes Präparationsergebnis) sind bläulich gefärbte Korallenreste, hier ist besonders viel Chalzedon vorhanden. Die Konzentration der Salzsäure sollte zwischen 5% und 10% liegen - ist sie zu gering konzentriert, müssen die Brocken zu lange darin liegen, und die Korallen werden auch bei guter Verkieselung angegriffen; ist sie zu hoch konzentriert, löst die Säure auch den Chalzedon sehr rasch auf. Man muss hier ggf. erst mal durch Anätzen in eher starker Verdünnung ausprobieren, was das Stück abkann. Fängt die Koralle an zu bröseln oder bekommt lauter Löcher, war es zu viel Säure. Am besten probiert man mit ein paar unscheinbaren Stücken herum und sammelt Erfahrung, bevor man sich an die vielversprechenden Funde macht, und kontrolliert den Fortschritt in kurzen zeitlichen Abständen. Schöne Stufen kann man übrigens dadurch erzeugen, dass man den Brocken an einer über ein Querholz gebundenen Paketschnur nur teilweise in das Säuregefäss hängt - man erhält dann einen Sockel, der noch das ursprüngliche Gesteinsgefüge zeigt, und auf dem die freigeätzten Korallen dann aufsitzen.
Man muss durchaus mit einigen Litern verdünnter Säure rechnen, und der Vorgang kann Stunden dauern, wobei es Sinn macht, immer wieder frische Säure nachzugeben, damit die Lösung nicht zu dünn wird und die Stücke nicht unnötig lange darin liegen. Nach dem Vorgang unbedingt gut (am besten tagelang) in regelmäßig gewechseltem Wasser wässern. Nur in gut belüfteten Räumen und mit Handschuhen und Schutzbrille arbeiten.
Ein paar mehr Details habe ich hier mal zusammengestellt, das sind so meine Erfahrungen mit der Chemie-Geschichte: http://www.palaeo-online.de/d/praeparation/chemisch.html (http://www.palaeo-online.de/d/praeparation/chemisch.html)
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Hallo triassammler
Danke schön.
hab dir ne´ PN geschickt
Gruß
Jürgen
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in Ergänzung zu den von Marco angeführten, hier noch ein Link:
http://www.nattheimerkorallen.de/