Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Conny3 am 15 Feb 07, 19:57
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Hallo Andreas,Moni,....
kennt ihr die Geschichte mit den Zirkonen aus Schweden oder Norwegen, die so um 1983/1984 (?) mal in der Nähe von Berlin in großen Kristallen an einem Bahndamm gefunden wurden ? Damals hat man sogar den Fundort genau bestimmen können, da diese Kristalle wohl im 3. Reich zu Versuchszwecken dort irgendwie mal hingekommen sein mussten. Mehr weiß ich auch nicht darüber. Wir hatten in unserer Fachgruppe früher einen Berliner, der uns das einmal erzählte und wohl auch so ein Stück in seiner Sammlung hatte. Vielleicht kennt auch jemand anders von den ehem. DDR Sammlern diese Geschichte oder besitzt sogar ein Stück davon. Damals muß der ganze Bahndamm danach umgegraben worden sein. Wo aber genau das war, weiß ich aber nicht mehr.
Gruß Conny
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Nein, die Story kannte ich noch nicht! Kann aber ein anderes Possenspiel zum Besten geben: und zwar, wie der Baryt nach Rüdersdorf gekommen ist. Die Geschichte trug sich noch zu DDR-Zeiten zu, als ein langjähriger Rüdersdorf-Sammler einmal mit erstaunlich schweren Stufen zu ein paar andren Experten kam. Nach kurzem Gerätsel war klar, dass es sich um Baryt handeln musste. Aber der passte nun paragenetisch überhaupt nicht! Sahen auch so komisch aus, die Stücke. Nun ging´s an´s Rekonstruieren der Fundumstände. Dabei kam heraus, dass die Stücke exakt am Standort des Maschinenparks gefunden wurden. Wenn man nun noch wusste, dass die großen schweren russischen Kettenbagger als Gegengewicht große Blöcke von Schwerspatbeton trugen, konnte man eins und eins zusammenzählen...
Glückauf
Andreas
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Das mit dem Zirkonen stimmt. Ich habe zu tiefster DDR-Zeit mal ein Stück von einem Berliner Sammler erhalten. Es handelt sich um die Erzdeponie einer Wehrmachts(?)-Versuchsanstalt bei Oranienburg. Man hatt dieses Material aus dem besetzten Norwegen geholt und wollte wohl auch Nukelartechnoligie entwickeln. Letzteres ist aber nur so eine Vermutung von mir.
Glück Auf
Uwe
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Es handelt sich um die Erzdeponie einer Wehrmachts(?)-Versuchsanstalt bei Oranienburg.
Die Auer-Werke vielleicht? Die haben auch viel Monazitsand aus Brasilien importiert um das Thorium zu extrahieren, bei den Bombenangriffen hat sich dann das ganze über ein großes Areal verteilt.
Hier gibt es einen kleinen Artikel dazu: http://www.pnn.de/Pubs/potsdam/pageviewer.asp?TextID=2484
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Ja stimmt, ich erinnere mich. Es war bei Oranienburg. Es muß damals herrliche Kristalle gegeben dort haben. Nahe einem Stellwerkhäuschen.
@ Uwe, kannst Du Dein Stück mal fotografisch reinstellen?
Gruß Conny
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Zu dem Thema Auerwerke gibt es in dem sehr empfehlenswerten Buch "Urangeheimnisse. Das Erzgebirge im Brennpunkt der Weltpolitik 1933-1960" von Rainer Karlsch und Zbynek Zeman einen Artikel im ersten Kapitel, indem die Entwicklung vor 1945 beschrieben wird.
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Es gab dort in der Tat eine Menge schönes und interessantes Material: Zirkon, Titanit, Pyrochlor, Melanit, Melinophan (Meliphanit), Leucophan u.a. Die Zirkon-Kristalle waren meist so um 3 - 4 mm groß, gelegentlich auch bis fast 1 cm.
Das Gestein stammte von der Insel Stokö im Langesundfjord, Norwegen.
Vielleicht schaffe ich es, in den nächsten Tagen mal ein paar Fotos von dem Material zu machen.
Glück Auf,
der Stollentroll
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Hier mal drei Fotos von dem Material von dem Lagerplatz der Auerwerke in Oranienburg. Die Funde stammen alle von 1980.
1. Zirkon in Nephelinsyenit, Größe des Zirkonkristalls 9 mm.
2. Zirkon, Größe 12 mm.
3. Melanit in Nephelinsyenit, Größe des Kristalls 8 mm.
Bei dem Melanit soll es sich um einen Yttrium-haltigen Andradit handeln, mir liegen aber keine Analysendaten dazu vor.
Glück Auf
der Stollentroll
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Sind schöne Stücke!
Wer weiß denn noch wie es damals 1980 zu dieser Entdeckung kam? Hatte da jemand die Mineralien zufällig entdeckt oder in alten Unterlagen recherchiert? Das war ja zu DDR Zeiten gar nicht so einfach.
Ich habe gehört, dass ein Bahnwärterhäuschen /oder Stellwerk da in der Nähe gestanden hatte. Es muß wohl daraufhin abgerissen worden sein ?
Gruß Conny
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Es muss eine zufällige Entdeckung gewesen sein, da zuerst vermutet wurde, dass es sich um Geschiebe, und dann um Schiffsballast handelt (in der Nähe der Fundstelle ist ein Kanal). Auf die Auerwerke kam man erst später.
An das Stellwerk kann ich mich nicht mehr erinnern, aber Bahngleise waren nicht weit.
Hier noch ein Pyrochlor (dunkelbraun) mit Zirkon (hellbraun) und Fluorit (violett) von dort. Bildbreite 5 mm.
Glück Auf
der Stollentroll