Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Klinoklas am 11 Mar 07, 12:50
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Hallo an die Spezialisten
#Mineral 1
Sehr kleine feine Haare zu Büscheln gruppiert. Selbst bei 110 x Vergrößerung kaum einzelne Haare erkennbar. Zu finden an verschiedenen Stellen der Stufe. Kommt mit Auripigment und Hutchinsonit vor. Quiruvilca, La Libertad Dept., Peru
Vielleicht hat ja jemand ebenfalls eine Stufe von Hutchinsonit aus dieser Mine und geht mit auf Spurensuche.
#Mineral2
Diese grünen gebogenen Stengel sitzen in Spalten auf einem Stück Lava. Begleitet wird es von schwarzen bunt schillernden Krusten (Covellin) und einem farblosen Mineral, das perfekte flache Kristalle bildet. Die beiden letzteren Minerale sind auf dem Foto nicht zu sehen und dienen nur dem Ausschlussverfahren.
Leider ist die Qualität der Fotos nicht so gut. Ich hoffe es reicht aus.
MfG
René
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Hallo,
zum 2. Stück: Das grüne dürfte ein Klinopyroxen (Mischkristall Augit-Diopsid) sein, wohl Augit, das farblose ist wohl Tridymit oder Sanidin. Tippe dann eher auf Tridymit. Sind die farblosen xx sechsseitig? Dann ist es Tridymit.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo smoeller
Danke für deine Antwort.
Das Klinopyrochlor wäre was ich nicht geschrieben habe 0,8 bis 1cm groß (?!)
Die farblosen Kristalle auf der Rückseite sind nicht sechseitig. Sie sind Kristallklar, durchsichtig und länglich.
Gruß
René
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1: Ein Calcium-Arsenat? Ohne XRD sicher keine Bestimmung möglich.
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Hallo,
Augite auf Klüften vulkanischer Gesteine können durchaus solche Längen erreichen, auch wenn sie normalerweise kleiner sind. Das farblose könnte dann Sanidin oder Apatit sein.
Glück Auf!
Smoeller
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1: Ein Calcium-Arsenat? Ohne XRD sicher keine Bestimmung möglich.
Das mit dem Calcium Arsenat kann schon stimmen. Wie geschrieben ist es leider schon fast gemein klein.
Vielleicht habe ich ja ein neues Mineral entdeckt ;-)
Nee aber kann ja sein das jemand auch eine Hutchinsonitstufe mit Auripigment aus dieser Mine hat und bereits weiß was es ist.
Diese 3 Minerale scheinen wohl häufiger in einer Paragenese aufztreten.
@smoeller.
Ich denke es ist Sanidin. Ich habe mir mal ein paar Fotos angesehen und das sieht sehr überzeugend aus.
Dann ist das Rätsel ja schon gelöst. Klinopyrochlor mit Sanidin.
Vielen Dank für die Hilfe.
Gruß
René
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Hallo,
Das mit dem Calciumarsenat halte ich auch für gut möglich. Könnte aber vielleicht auch irgendein Verwitterungsprodukt des in Quiruvilca oft anzutreffenden Pyrits sein? Wobei, der starke Glanz, nun ja. Man weiß es nicht. Hutchinsonit und Auripigment treten anscheindend wirklich oft zusammen auf. Jedenfalls war dies glaub ich auch in Wiesloch so und auch in Lengenbach kommen beide Minerale vor, dort aber wohl nicht in unmittelbarer Vergesellschaftung. Zum zweiten Bild: hier hat sich mal wieder ne kleine Verwirrung eingschlichen: aus dem Klinopyroxen ist ein Klinopyrochlor geworden. Letzteres Mineral gibt´s aber nicht ;). Es sei denn ich hab da was verpasst ;D. Nee, im Ernst, ist KlinoPYROXEN!
Glückauf
Andreas
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Hallo Andreas
Du hast natürlich recht mit dem Klinopyroxen. Keine Ahnung wie es dazu kam ;-)
Ich habe jetzt mal die Liste mit allen bisher bekannten Mineralien aus dieser Mine
durchgesehen. Es entspricht leider kein Mineral meinem Exemplar.
Vielleicht ist es wirklich ein für diese Fundstelle neues Mineral.
MfG
René
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Für alle Interessierten,
das Rätsel um den weißen Ball neben Orpiment aus der Quiruvilca Mine ist gelöst.
Es handelt sich um Pikropharmakolith. Ähnliches Material kam auch aus China. (Shimen Mine)
Zu dem anderen Stück aus Pompeji nochmal ein paar aussagekräftigere Fotos.
Gruß
René
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Hallo,
also nach dem neuen Bild würde ich Klinopyroxene auf jeden Fall ausschließen.
Das sieht mir mehr nach was Sekundärem aus - ist ja eher ne Kruste - mglw.
handelt es sich dabei um eine (Umhüllungs-) PSM nach irgendwelchen nadeligen xx ?
Gruß -M-
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Hallo M,
danke für die Antwort.
Könnte es sich bei dem blauen auf dem zweiten Bild um Covellin handeln?
Auf den grünen Stengeln sind auch noch winzige kleine hellblaue Kristalle aufgewachsen.
Ist vielleicht ein Schlackestück aus einer Schmelzhütte in Pompeji ;)
Ich habe leider keinen Plan. An für sich ein schönes Stück!
Hier ist noch eine Gesamtaufnahme.
Gruß
René
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Weiß nicht, kann man nicht so gut erkennen, aber ob´s Covellin ist, kannst du evtl. mit dem
berüchtigten Öl-tropfen-test prüfen ( Farbwechsel ).
So rein äußerlich fielen mir zu dem grünlichen Min. zwei Sachen ein, die evtl. passen könnten,
nämlich Bayldonit und Liskeardit ... ob die allerdings zum Fundort passen, weiß ich im Moment
nicht so recht. ( hab jetzt leider keine Zeit mehr mal nachzuschauen ) aber Covellin würde
dazu mglw. gar nicht so schlecht passen. (zu Bayldonit )
Gruß -M-
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Hallo,
Die beiden Minerale Bayldonit und Liskeardit kommen beide dort nicht vor.
Kupfermineralien aber schon und für Covellin ist der Vesuv sogar Typlokalität ;)
Gruß
René
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Hallo René,
wie ist das nun, mit dem vermuteten Covellin - kann man davon ausgehen, daß es welcher ist ?
Allein vom Bild her würde ich mich da nicht festlegen wollen ( angelaufener Sphalerit könnte z.B.
ganz ähnlich aussehen ), aber der Öl-test und evtl. ne Härteprüfung würden da schon Gewißheit
geben.
Was das grünliche Mineral angeht, wäre es nicht schlecht zu wissen, ob du evtl. Indizien für
oder gegen meine Vermutung, daß es sich dabei um eine Perimorphose handeln könnte, finden
kannst. ( sind die nadeligen xx äußerlich eher uneben oder gibt es daran auch gut ausgebildete
echte Flächen ? , und wie sieht so ein gebrochener x im Querschnitt aus ... )
Denke mal, wenn man sich diesbezüglich festlegen könnte, wäre man der Sache schon ein
gutes Stück näher.
Ob die Stufe eher vulkanisch oder anthropogen ist, würd ich mich nicht trauen zu entscheiden
edit: ich meine, ich hab keine Ahnung ( könnte mir beides gut vorstellen )
Gruß -M-
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Hallo M
ich schau mal was ich so an Informationen rauskriegen kann und melde mich dann wieder.
Gruß
René
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Hallo,
das blaue Material hat nicht auf den Öltest reagiert.
Ich habe auf der Stufe oktaedrische Kristalle gefunden. Könnte sich auch um Magnetit mit Anlauffarben handeln.
Nur wie teste ich den Magnetismus bei solch kleinen Kristallen?
Zu dem grünen. Es handelt sich wie ich an geköpften Stengeln sehen konnte im inneren
um farblose (hexagonale?) Kristalle welche mit einer dicken grünen Schicht umkrustet sind.
Das betrifft alle Stengel. Wenn sie nicht beschätigt sind laufen sie Spitz zu.
Auf den grünen Stengeln sitzen winzige hellblaue Aggregate die leicht an Aurichalcit erinnern.
Die Stufe ist wie man auf der Gesamtaufnahme gut sehen kann in zwei Bereiche aufgeteilt.
Die grünen Stengel befindet sich nur an der ockerfarbenen Stelle, die bunten und farblosen Kristalle
nur auf den dunklen. Die farblosen Kristalle sind wasserklar und erinnern von der Kristallform her sehr stark an Sanidin.
Gruß
René
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Es ist magnetisch :D
Eins haben wir dann schonmal ;)
Gruß
René
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Hallo,
Magnetit in Kristallen und etwas, das nach Sanidin aussieht: das wird dann wohl doch vulkanischen Ursprungs sein.
Günter
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Hallo,
also Magnetit steht fest, das ist schon mal gut zu wissen. ( plus Sanidin,in Lava - paßt denke ich sehr gut,
da ja Beide relativ früh auskristallisieren )
Der ockerfarbene Bereich sieht mir insgesamt ziemlich pseudomorphisiert *aus - mglw. würde man im Kern
noch Reste des ursprünglich eingeschlossenen Minerals finden - deshalb würde ich bei den umwachsenen
farblosen,nadeligen xx Quarz und Nephelin eher nicht vermuten, aber da kommt natürlich immer noch
Einiges in Frage, genau wie bei der grünlichen Kruste...
Die bläulichen Aggr. auf der Kruste könnte man zwar evtl. doch wieder als Indiz für was Cu-haltiges nehmen,
-Aurichalcit- z.B., aber beschränken würde ich die Suche darauf nicht...
Was man noch machen könnte, wäre vlt. :
- die grünliche Kruste noch mal genau nach xx (-Ansätzen) absuchen ( vlt. kann man irgendwo erkennen, ob sie
z.B. blättrig oder nadelig / strahlig ist )
- das ockerartige Material noch mal nach evtl. vorhandenen Spuren von anderen Mineralen absuchen bzw.
überhaupt mal überlegen, was das sein könnte ( limonitisch sieht´s mir eigentlich nicht aus )
Nun, mal sehen - dummerweise ist die Min.(dat.)-liste des FO ja doch eher ziemlich "wahnwitzig", vor allem
gibt´s da doch Einiges, was mir so vom Namen her nicht besonders viel sagt ( Vieles schließt sich nat. zum Glück
von selber aus )... bisher hab ich jedenfalls noch keine echte Idee...
Gruß -M-
edit: * besser : alteriert / verwittert
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Ja, ziemlich spannende Angelegengeit.
ich habe mal ein Bild von den hellblauen Nadeln gemacht die auf
den grünen Stengeln sitzen. Das Foto ist nicht gut, dafür möchte ich mich entschuldigen.
Zu meiner Verteidigung, die Aggregate sind wirklich winzig!
Bei dem Magnetit und Sanidin bin ich mir mittlerweile sehr sicher. Stellenweise kann man
die Kristallform gut erkennen.
Das mit dem hexagonal nimm ich wieder zurück. Die Stengel sind kreisrund!
Die grüne Kruste könnte vielleicht Melanterit sein.
Gruß
René
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Melanterit könnte passen, der sieht verwittert oft gelblich-bräunlich aus.
Dann würde ich bei den feinnadeligen xx auch am ehesten von Melanterit
ausgehen. ( könnte ja ne 2.Generation sein )
Falls du ein bißchen was opfern würdest, kannst du ja mal die Löslichkeit
testen ... edit : ( von der Kruste )
Gruß -M-
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Hallo M,
hat sich flott in Wasser aufgelöst. :D
Nachdem ich mir ein paar Bilder von Melanterit angesehen habe und sich die Probe so schnell in Wasser aufgelöst hat
bin ich mir nun ziemlich sicher.
Super, alles gelöst!
Danke für deine Hilfe!
Gruß
René
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Hallo René,
finde auch die Theorie kann man durchaus vertreten halte Melanterit auch für sehr wahrscheinlich.
( ohne exakte Analysen sollte man da nat. auf jeden Fall ein Fragezeichen beifügen )
Schöne Stufe übrigens - hatte ich das schon gesagt (?)
War mir ein Vergnügen,
Gruß -M-