Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Sonstige Fossil-Themen / Other fossil themes => Präparation, Werkzeuge, Gerätschaften => Thema gestartet von: Juveci am 14 Mar 07, 11:22
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Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei ein Ichthyosaurierskelett aus dem Posidonienschiefer / Lias apha II zu präparieren.
Alle Plattenteile wurden möglichst sorgfältig wieder zusammengesetzt. Der Saurier ist somit zu 75 % vollständig auf ca. 2 Meter Plattenlänge.
Lediglich der Schwanzanschnitt fehlt auf ca. 50 cm. Der Skelettverbund ist noch recht gut vorhanden.
Mein Problem ist vorallem die schonende Entfernung der im Schädelbereich stärker angelagerten Calzitverkrustungen. Ein zu starkes mechanisches Schaben beschädigt die Knochensubstanz hier einfach zu leicht.
Hat jemand gute Erfahrungen mit chemischer Hilfe in Form von zB.,getränkten Kompressenauflagen
mit Essigessenz, Ameisensäure oder anderen Chemicalien zur parziellen Anwendung gemacht ?
Welche Techniken, Mischungen zur Fehlstellenergänzung habt Ihr für Knochen, bzw. Schieferplatten ?
Nebenbei habe ich auch noch einen Fisch im Posidonienschiefer zum Präparieren liegen.
Falls darüber jemand sachdienliche Hinweise zur Schuppenfreilegung hätte, wäre ich auch sehr erfreut.
Besten Dank schon mal für Eure Anregungen und Tips !
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Hi Juveci,
wenn du hier bei uns nicht schlauer wirst, dann versuch es dochmal bei den Steinkernen unter http://www.steinkern.de/forum/ .
Gruß
Norbert
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Hallo Juveci,
"Lias apha II " (gemeint ist sicherlich Alpha2) ist nicht ganz korrekt.
Der Posidonienschiefer wird als Lias Epsilon bezeichnet.
Alpha 2 ist Hettangium und ist viel älter. Da wirst Du höchstens einzelne Knochen finden.
Mit Chemie kannst Du da (im Schiefer) nichts machen.
Das geht nur mechanisch (Stichel) oder mit Sandstrahler (für den Feinschliff).
Schau mal rein unter: http://www.steinkern.de/forum/viewtopic.php?t=1723
oder:
http://www.steinkern.de/forum/viewtopic.php?t=1676
Da wird eine Präparation gezeigt.
Gruss Thomas
Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei ein Ichthyosaurierskelett aus dem Posidonienschiefer / Lias apha II zu präparieren.
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Besten Dank für die Steinkern-Berichte !
Gruß, Juveci
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Hallo,
In keinem Falle Essigessenz. Hätte mir fast ein Knochenfragment von Nothosaurus von Helgoland damit zerstört. Phosphorit/Apatit wird durch Essigessenz rissig und spröde und zudem weiß. Würde Zitronensäure (Entkalker aus dem Supermarkt) eher empfehlen, damit bekommst du Calcit weg.
Glück Auf!
Smoeller
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Essigessenz und irgendweche Kalkreiniger bringen dich net weiter...hab ich alles schon ausprobiert auf Posidonienschiefer.Es blubbert nur kurz...löst aber kaum was auf.ales was passiert ist das das eigentliche Fossil angegriffen und spröde wird..und es läuft an...Ich hab selbst viele Ichtyofunde aus dem Posidonienschiefer präpariert,allerdings aus Mangel an Stichel und Strahler, mit nem ganz profanen Dremel....das hat bestens funktioniert!
Alerdings brauchste da viel Fingerspitzengefühl, und solltest daher vorher an irgendwelchen weniger kostbaren Fundstücken...zb Bruchstücken...Abfallstücken und dergleichen ,erstmal bissl üben.
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Hallo,
wenn die Knochen im Verband sind und auch so bleiben sollen, geht ohne wahnsinnigen Aufwand chemisch nix. Mechanische Präparation ist angesagt. Druckluftstichel fürs Vorpräparieren (wenn man einen guten hat auch fürs Feine), empfindliche, weichere Teile schaben mit abgerundeten Schabern, was auch sehr gut geht ist Strahlen mit Eisenpulver, was aber für Laien ein ziemlicher Geräteaufwand ist.
Gruß
Profipräp
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Grüß Dich Profipräp,
besten Dank erstmal für deinen Beitrag.
Am besten hat sich bisher ein vorgeschaltetes, mechanisches heranarbeiten an die Knochensubstanz erwiesen. Zum Glück ist Posidonienschiefer zum mechanischen Schaben ja recht weich und gut zu bearbeiten.
Der Restbelag an Calzit und Schiefer im Milimeterbereich läßt sich dann parziell ( Zone mit Wachs oder Knetmasse, Kitt begrenzen).mit Hilfe von 6 - 10 % iger Ameisensäure recht gut an, bzw. auflösen. Dabei ist die Überwachung optisch recht gut möglich und auch feinere Strukturen werden gut herausgearbeitet. Der zwischengeschaltete, unbedingt notwendige Waschvorgang zeigt nach Ätzintervallen von ca. 2 Stunden erste Tiefenwirkungen.bei ca.0,5 mm.
Bei beginnender Auslaugung der Knochen ist allerdings sofort mit Schutzlack zu isolieren und erst dann vorsichtig weiter zu arbeiten,.
Sicherlich eine langwierigere Arbeit wie mit dem Sandstrahler. Aber sowas steht mir leider noch nicht zur Verfügung. Das bisherige Ergebnis kann sich jedenfall ganz gut sehen lassen.
Wie allerdings die durch den Ätzabtrag inzwischen erhabenen und farblich heller gewordenen Klebenähte wieder gut kaschiert werden können weiss ich noch nicht so recht. Werde mal an einem Probestück mit färb- und mischbarem Holzkitt und mit Sciefermehl, bzw. Knochenmehl gemischtem Holzleim einen Versuch starten.
Beste Grüße von Juveci
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Nur als kurzer Nachtrag.
Inzwischen hat sich als beste und auch billigste Variante das anmischen von Holzleim mit Knochen-, bzw. Schiefermehl erwiesen. In eine Einwegspritze umgefüllt läst sich der Kleber zielgenau und sparsam im so ziemlich jeden Riss oder Fehlstelle einbringen. Nach etwa 6-8 Stunden ist dann eine Überarbeitung ohne Probleme möglich. Holzkitt kann da farblich einfach nicht mithalten.
Juveci