Mineralienatlas - Fossilienatlas

Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: Klinoklas am 19 Mar 07, 16:13

Titel: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen / Kunststoff
Beitrag von: Klinoklas am 19 Mar 07, 16:13
Und wieder ein Stück mit dem ich nichts so recht anfangen kann.
Ich habe es selbst in den Birresborner Eishöhlen gesammelt.

Dort wurde früher Basalt zwecks Mühlsteinherstellung abgebaut.

Ist es soetwas wie Vulkanisches Glas? Es trat dort eher sporadisch auf.
Nur an manchen Stellen war recht viel davon zufinden.

Gruß
René
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: raritätenjäger am 19 Mar 07, 16:43
Hallo,

Das sieht fast ein bissel aus wie Aragonit-Kobaltsinter. Nur vom Glanz her macht es einen anderen Eindruck. Gib doch einfach mal nen Tropfen Salzsäure oder sowas drauf (25%iger Haushaltsessig könnte auch schon genügen). Wenn´s sprudelt ist es auf jeden Fall Calcit- oder Aragonitsinter.

Glückauf
Andreas
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: Klinoklas am 19 Mar 07, 16:48
Bitte keinen Säuretest, das ist mein einziges Stück ;-)
Ich hab sowas auch nicht im Haus.

Gruß
René
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: Conny3 am 19 Mar 07, 16:54
Hallo,

könnte das nicht auch etwas Künstliches sein? Sieht mir fast so aus wie "zerschmolzener Kunststoff"?
Der Tropfen an der Seite sieht auch irgendwie eigenartig aus. Kommt man in diese Höhlen ohne Probleme rein?

Gruß Conny
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: raritätenjäger am 19 Mar 07, 16:55
Du wirst doch noch Essig im Hause haben???  ;D. Außerdem kannst Du das ja als einzelnen Tropfen auf der Rückseite irgendwo draufträufeln. Säuretest heißt ja nicht, das Du das Stück komplett in nen Eimer konzentrierte Salzsäure wirfst, zusiehst, wie es sich in Wohlgefallen auflöst und dann sagen kannst: ja, war wohl calcit gewesen ;D. Härtetest kommt bei solchen Geschichten auch immer gut...

Das scheint aber wirklich Plaste-Elaste zu sein ;D
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: Klinoklas am 19 Mar 07, 16:58
Hallo Conny

Ja die Birresborner Eishöhlen sind frei zugänglich.
Du hast recht es sieht aus wie geschmolzen.

Ich habe soetwas mal im Vulkanischen Museum in Daun gesehen.
Die Form an sich gibt es schon. In der Vitrine war es Vulkanisches Glas.
Daher auch meine Vermutung. Die waren im Museum  auch blau und gelb.

Ich habe dieses Stück aus der Decke gelöst.
Wie gesagt es befand sich an vielen Stellen der Höhle in kleineren Mengen.

Gruß
René
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: raritätenjäger am 19 Mar 07, 17:01
Also schon mal kein Kunststoff... Vulkanisches Glas wird wohl stimmen.
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: Klinoklas am 19 Mar 07, 17:09
Ich habe mir das Stück mal genau unter dem Mikroskop angeshen und schließe Plastik aus.
Das blaue sitzt nicht nur auf sondern auch unter der Matrix. Auch in der Matrix. Das habe ich gesehen als ein
Stückchen davon abgebröselt ist. Die Oberfläche ist sehr glatt, wachsig und hat an manchen Stellen Löcher.

Vergleichbar mit Obsidian.

Ich ärgere mich jetzt nicht mehr mitgenommen zu haben.

Gruß
René
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: gsiberger am 19 Mar 07, 17:15
Hallo!

Könnte es nicht auch blaue Eisenblüte sein? In Vorarlberg findet man sowas in Bartholomäberg, habe aber noch nie welche gesehen. Das Ding in weiß wäre sicher Aragonitsinter, also Eisenblüte. Könnte leicht sein dass dein Stück Aragonit ist.

Mfg gsiberger =)
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: heli am 19 Mar 07, 17:27
Hallo,

warum machst du nicht den schon mehrfach angesprochenen Säuretest? Das Stück sieht nicht so aus, wie wenn dies nicht ohne weiteres möglich wäre ohne Beeinträchtigung der Stufe.

Heli
 
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: Klinoklas am 19 Mar 07, 18:07
Ich habe es jetzt mal mit Essig probiert.
Es gab keine Reaktion.

Gruß
René
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: gsiberger am 19 Mar 07, 18:11
Hast du Zitronensäure im Haus? Probier es mal damit aus, wenn es reagiert wäre es sicher Aragonit.

Mfg gsiberger =)
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: montanpark am 19 Mar 07, 18:18
moin
.. halt doch mal ein feuerzeug an die seite ..
ich hab so den verdacht dass das zeug schmilzt.
Es ist definitiv keine schmelzrinde wie die in den museen in daun und gerolstein zu sehenden.

Ich glaube an ein kunstprodukt (hartwachs, kunststoff etc.) ..

Grüße
Roger

Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: giantcrystal am 19 Mar 07, 18:31
Für mich sieht das auch ziemlich künstlich aus...vielleicht von unseren Paintball - Freunden, die schiessen doch mit allerlei Farbigem durch die Gegend. Und sich in einer Höhle zu beschiessen, ist doch so cool...

Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: Klinoklas am 19 Mar 07, 18:32
Hallo Roger

Oje und wie es schmilzt. So ein Reinfall.
Ich habs wirklich für etwas mineralisches gehalten. Ich bin eine Pfeife.

Tut mir jetzt leid für alle Beteiligten aber nun habe ich die Gewissheit und
kann es getrost entsorgen.

Paintball oder brennende Fackel? Das ist hier die Frage.
Egal was es war sie haben uns alle auf Trab gehalten ;-)

Gruß
René
Titel: Re: Unbekanntes blau aus den Birresborner Eishöhlen
Beitrag von: spotts am 20 Mar 07, 07:56
Hallo zusammen,

noch kurz zu den Eishöhlen: leider kommt es häufig vor dass irgendwelche Besucher mit Fackeln in die Höhlen laufen. Das hat leider die Folge das die Luftschichtung in der Höhle verändert wird und der Kälteeffekt verschwindet. Zudem sitzen im Winter oft Fledermäuse in der Höhle, die dann auch angesengt werden können.
Bitte besucht die Höhlen nur mit Elektrolicht.
Es gibt übrigens noch weitere Höhlen bei Hohenfels-Essingen und bei Gerolstein, in denen wurden Mühlsteine hergestellt. Dort finden sich auch Mineralienneubildungen an den Decken.

Aus der Eifel

Spotts