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Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Kay am 10 Apr 07, 21:41
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Hallo,
sind jemanden Pseudomorphosen von Pyromorphit nach Bleiglanz bzw.
nach Calcit bekannt?
Danke für Infos.
Bis denne
Kay
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Ersters gibt es recht häufig als Umhüllungspseudomorphosen, d.h. der Pyromorphit zeichnet mit kleinen Kriställchen und krustig die Oberfläche der ehemaligen Bleiglanzwürfel nach, teilweise auch deren Spaltrisse. Sieht allerdings nicht allzu spekatkulär aus.
Zweitere sind mir persönlich unbekannt, aber als Umhüllungspseudomorphosen sicherlich auch denkbar
Glück Auf
Thomas
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Hallo Thomas,
ja, die Ausbildung als Umhüllungpseudomorphose nach Bleiglanz kann bei
meinen Funden sein. Ist aber nur an sehr wenigen Stücken sichtbar.
An zwei Stücken ist eine skalenoederförmige Struktur sehr gut erkennbar (wahrscheinlich vom Calcit)
Diese liegt auch als Perimorphose vor.
Oftmals kann ich noch erdige Limonitreste auf/in den Perimorphosen finden.
Dieser dürfte ja nicht vom oxidierten Bleiglanz stammen, wahrscheinlich von Eisenerzen bzw. Kupfererzen.
(aber kein Malachit oder Azurit gefunden).
Danke für deine Info.
Bis denne
Kay
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Hallo Kay,
ich habe so etwas auch schon mal gefunden, in Thülen.
Der gelbliche Würfel rechts im Bild ist hohl.
Auf dem zweiten Bild sieht man im Vordergrund einen beschädigten Bleiglanzwürfel,
der auch umkrustet ist. Der Bleiglanz ist teilweise stumpfgrau und wohl auch im
Auflösungsprozess.
Gruß
Renate
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Hallo,
sieht aus wie eine Pseudomorphose von Cerussit nach Bleiglanz - hab so ähnliche Sachne schon von der Fürstenzeche Lam Bay. Wald gefunden und aus Kamsdorf .
Gruss FLo
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Hallöchen,
Scheint wirklich Cerussit zu sein. Pyromorphitpseudomorphosen kenne ich aber nicht. Blei-Sekundärmineralien nach Galenit xx gibt es aber neben dem Cerussit noch andere. So sind von Schneeberg/Erzgebirge Wulfenite und von Helgoland ein Vanadinit/Mottramitgemisch nach Bleiglanz-Würfelchen bekannt.
Glückauf
Andreas
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Hallo,
Pseudomorphosen von Pyromorphit nach Galenit sind mir von Schapbach im Schwarzwald bekannt. Habe aber selber leider kein derartiges Stück, so dass sich ein Foto erübrigt. Abgebildet ist eine in dem Lapis-Artikel über Schapbach.
Auf dem Foto dürfte wohl Cerussit ps. n. Galenit vorliegen.
Nicht unerwähnt bleiben soll auch der umgekehrte Fall Galenit ps. n. Pyromorphit (Blaubleierz). Siehe dazu Mineralienportrait Pyromorphit.
Es gibt auch Pseudomorphosen von Mimetesit nach Galenit, so von Triberg (Steinbistunnel) im Schwarzwald. Als Exoten von der Grube Clara seien dann noch Karminit ps. n. Galenit, Bayldonit oder Plumbogummit ps. n. Pyromorphit genannt. Letzteren Fall habe ich in meiner Sammlung.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
Ja, Plumbogummit nach Pyromorphit xx hab ich auch von Oberschulenberg. Dachte immer, das wäre der einzige Fundort in Deutschland dafür. Nun ja, man lernt nie aus...
Glückauf
Andreas
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Hallo,
in der Mineralienweltausgabe Juli-August 2003 ist ein Bericht:
"Interessante Neufunde, Peri- und Pseudomorphosen vom Steinbruch Thülen im Sauerland".
Dort steht, unter anderem, dass diese - aus feinen Nadeln aufgebauten Krusten -
nach einer genaueren Untersuchung als ein Gemisch aus Caracolit und Polysphärit (Ca-Pyromorphit) bestimmt wurden.
Gruß
Renate
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Hallo ,
danke für die interessanten Infos. Vielleicht gibt es noch mehr.
@ Renate
ein schöner Fund aus Thülen. Sind solche Funde dort selten?
In der Mineralienwelt wurde der Pyromorphitfund als Neubeschreibung für Thülen aufgeführt.
Ich werde mal die Pseudomorphosen fotographieren und hier vorstellen.
Bis denne
Kay
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Hallo Kay,
der Fund stammt von 1996. Es war eine Stelle auf der obersten Trasse mit Lehm, Calcit und Bleiglanz.
Bleiglanz hatte ich vorher in diesem Steinbruch noch nie gesehen.
Wir hatten damals an der Stelle auch Pyromorphit gefunden, grüne und sogar gelbe Kristalle!
Mein schönster Fund ist hier im Lexikon verewigt :) Er stammt von 1995 :
http://www.mineralienatlas.de/showpict.php?pict=Pyromorphit-Thuelen2-Renate.jpg
Irgendwann ist die Wand dann dem Abbau zum Opfer gefallen. Danach habe ich in diesem
Steinbruch keine Spur mehr von Bleiglanz oder Pyromorphit gesehen. Ich war aber die letzten Jahre nicht mehr dort.
Viele Grüße
Renate
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Hallo zusammen,
betrifft die Pseudomorphosen vom Steinbruch Thülen, bzw. die Aussage in MW dass es sich um Caracolit/Pyromorphit handelt.
Der Caracolit konnte von mir bei intensiven Untersuchungen nicht bestätigt werden. Es handelt sich hierbei eindeutig um einen Ca-haltigen Pyromorphit (dessen Rötgenpulverdiagramm eine relativ bessere Übereinstimmung mit Caracolit als mit Pyromorphit zeigt. Deshalb wahrscheinlich auch die in MW geäußerte Diagnose). Solche Ca-haltigen Pyromorphit konnte ich inzwischen von einer Vielzahl anderer, auch deutscher Fundstellen nachweisen.
Entweder in MW oder Lapis existiert auch ein Bericht über Ca-haltigen Pyromorphit. Wo genau müßte ich noch heraussuchen.
Hoffe die Information ist für euch interessant.
MfG und GA
Günter Blaß
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Hier als Ergänzung der interessante Beitrag von Gunnar Raade zum Ca-reichen Pyromorphit.
RAADE, G. (2005): Ca-reicher und zonierter Pyromorphit vom Berg Aukas, Namibia - Mineralien-Welt 16/6, Seiten 58-59
GA
Günter Blaß
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Könnten diese weißen Kristallkrusten nicht auch Hydrocerussit sein?