Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: sabine am 28 Apr 07, 21:29

Titel: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 28 Apr 07, 21:29
hallo ihr sammler! :)

klar habe ich mir schon das lexikon und diverse threads angesehen; aber einige fragen blieben leider unbeantwortet. vielleicht kann mir aber doch noch jemand weiterhelfen...

ok, also alphastrahlung wird schon durch ein blatt papier abgehalten. aber uran zerfaellt doch auf seinem weg zum blei in insgesamt 6 betastrahler - manche mit sehr kurzer halbwertszeit. also - gegen die alphastrahler, darunter auch das radon, kann man sich mit einem abgedichteten schaukasten schuetzen. nuetzt aber doch alles nix, eben wegen der beta-strahler?

hier in threads stand, dass man das zeug nicht essen oder den staub einatmen sollte. das koennte z.b. lungenkrebs geben. ok, macht sinn.
bei wikipedia wiederum steht, dass "bereits wenige mikrogramm eines alphastrahlers mit kurzer halbwertszeit" fuer einen menschen toedlich sind. ok, die halbwertszeit von uran ist nicht gerade kurz - die der anderen isotope aber schon.

also... was wuerde - nur rein theoretisch - passieren, wenn man:
- faustgrosse z.b. uranocircit / autunit / uraninit stufen fein zerreiben wuerde, in eine spritze aufziehen und einem lebewesen injiziert?
- die selbe menge essen wuerde?
- die selbe menge tief inhalieren wuerde?

wuerde man dann nicht strahlenkrank werden und in kuerzester zeit sterben, und nicht erst jahre spaeter an krebs?

bitte denkt nichts falsches von mir - mich interessiert das nur, weil alles so kontrovers klingt... (lungen)krebs definitiv, strahlenkrank nehme ich an (siehe letzter absatz), aber im super-vorsichtigen deutschland trotzdem legal? passt nicht so ganz zusammen...

ausserdem habe ich hier informationen ueber die radioaktivitaet der einzelnen stufen eingesehen: http://www.webmineral.com/data/
und mich gefragt, wieviel denn nun wirklich real zu erwarten ist. dort ist immer die rede von "Weight of pure <stufenname> in grams (gm) and Calculated Diameter of a Sphere with a Density of..." und dazu dann wieviel Bq und mSv zu erwarten sind.
hat jemand vielleicht einen geigerzaehler und kann mir dazu etwas sagen? am besten mit foto (wieviel kristallstruktur), groessen- und gewichtangabe und dann dazu wieviel Bq und mSv diese stufe abgibt. ich kann mir echt nicht vorstellen wieviel nun die kristalle bei z.b. einer 4 gramm schweren stufe wiegen sollen...


vielen lieben dank schonmal im vorraus! :D

- sabine
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Erik am 28 Apr 07, 22:25
Hallo,

Zitat
(...) mich interessiert das nur, weil alles so kontrovers klingt (...)
Das ist gar nicht so kontrovers wie es im ersten Moment erscheint:
Alphastrahlung  außerhalb des Körpers ist relativ ungefährlich, da die Haut , bzw die oberen toten Hautschichten als Schutzschild fungieren und die Teilchen nicht zu den lebenden Zellen vordringen können um diese zu schädigen. Gelangt das Zeug aber - auf welchem Weg auch immer - in den Körper, fehlt die schützende Hautschicht.

Und ja, ich nehme an, durch eine Aufnahme einer größeren (=relativ?) Menge des Stoffes durch Injektion, Inhalation oä dürfte es wahrscheinlich sein, vor Krebs an der Strahlenkrankheit zu erkranken. Strahlenkrank wird man durch die Anreicherung in einem begrenzten Raum (zB in der Lunge oä), da so das umgebende Gewebe viel intensiver geschädigt wird...beste Voraussetzungen also ;)

Gruß, Erik
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Stefan am 28 Apr 07, 22:55
Ich denke in jedem Fall würdest Du mögliche Strahlenfolgen erleiden.

Inwieweit beim Essen das Mineral noch toxisch wirkt, im Blut zu anderen Reaktionen neigt, muss wohl eher ein Arzt beantworten. Eingeatmet und in der Lunge festgesetzt, wird es beim empfindlichen Lungengewebe sehr wahrscheinlich zu Strahlenschäden führen.

Warum interessiert Dich so genau wie die Minerale auf den Körper wirken, welche Menge was verursacht? Ich denke die Aussagen dass es zu Schäden führen kann, sollten in diesem Rahmen ausreichend sein. Bei sachgemäßer Handhabung/Aufbewahrung dürften keine Schäden zu erwarten sein.

Wenn Du mehr dazu wissen willst, müsstest Du wohl in ein Medizinforum ausweichen.

Gruß Stefan
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 29 Apr 07, 00:06
danke fuer eure antworten! ;)

@ Erik

ja, das mit der alphastrahlung und gefaehrlichkeit innerhalb des koerpers bzw. relativer ungefaehrlichkeit ausserhalb des koerpers macht ja sinn - ich bezog das kontrovers auch auf die gesetzeslage, sorry wenn ich mich da etwas unklar ausgedrueckt habe. so a la "warum sind schusswaffen, bestimmte messer, ja bald sogar computerspiele illegal bzw. man bekommt sie nur unter bestimmten auflagen, wenn man toedliche radioaktivitaet einfach so erwerben kann?"

@ Stefan

warum ich das wissen will? weil es mich interessiert... wenn dir das etwas bringt: ich wurde zu meiner schulzeit als "asperger" (hochfunktioneller autismus) diagnostiziert. sachen, die mich nicht interessieren, kann ich mir nicht merken... aber meine spezialgebiete - zu denen ab und zu unterkategorien dazukommen, wie nun mineralien - da muss ich alles wissen und gerate in einen regelrechten wissensrausch, der bis ins kleinste detail und verkettung verschiedener umstaende geht. ist uebrigens auch bei eher ungefaehrlichen sachen wie z.b. elektronik so. aber, was red ich mir den mund fusselig... meistens fuehrt soetwas sowieso zu unverstaendnis oder gar unterstellungen, leider. :-\
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: berthold am 29 Apr 07, 09:02
Hallo,

also so ganz verstehe ich die Frage nicht. Fakt ist doch, dass man nicht alle gefährlichen oder giftigen Dinge/Stoffe verbieten kann. Eben auch nicht alles radioaktive. Nicht die Stoffe sind das Böse sondern kranke Hirne machen Böses damit oder daraus. Das kann man nicht verhindern. Beispielsweise ist es leicht möglich aus Diesel und einem bestimmten Dünger Sprengstoff herzustellen, beispielsweise ist es kein Kunststück an hochwirksame Giftstoffe (Knollenblätterpilz, Medikamente, ...) heranzukommen. Auch dort wo starke gesetzliche Einschränkungen bestehen (z.B. Waffenbesitz, Drogen) hat die Vergangenheit leidvoll gezeigt dass sich das nicht 100%ig kontrollieren lässt.

Und radioaktive Mineralien in diesem Zusammenhang? Nein, mir ist in kein einziger Fall bekannt wo z.B. von Dir geschilderte Verfahren radioaktive Mineralien kriminell eingesetzt worden wären. Politischen Handlungasbedarf gibt es hier ganz sicher nicht.

Gruß
Berthold
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: aca am 29 Apr 07, 10:27
Hallo,


hier in threads stand, dass man das zeug nicht essen oder den staub einatmen sollte. das koennte z.b. lungenkrebs geben. ok, macht sinn.
bei wikipedia wiederum steht, dass "bereits wenige mikrogramm eines alphastrahlers mit kurzer halbwertszeit" fuer einen menschen toedlich sind. ok, die halbwertszeit von uran ist nicht gerade kurz - die der anderen isotope aber schon.

also... was wuerde - nur rein theoretisch - passieren, wenn man:
- faustgrosse z.b. uranocircit / autunit / uraninit stufen fein zerreiben wuerde, in eine spritze aufziehen und einem lebewesen injiziert?
- die selbe menge essen wuerde?
- die selbe menge tief inhalieren wuerde?

In Gramm-Mengen von natürlichen radioaktiven Mineralien sind keine Mikrogramm-Mengen von kurzlebigen Isotopen drin.
Das Uran z.B. zerfällt sehr gemütlich und die kurzlebigen Isotope sehr schnell, also sammelt sich nie eine grössere Menge der kurzlebigen Isotope an - der langsamste bestimmt das Tempo.

Was würde theoretisch passieren? Nehmen wir mal an, die Uran-Verbindung wären in eine wasserlösliche Form gebracht worden. Bei der Aufnahme grösserer Mengen Uranverbindungen (schon im hundertstel- bis zehntel-Gramm-Bereich) steht die Schwermetallvergiftung klar im Vordergrund.
Solche Fälle werden durch Gabe von Komplexbildnern behandelt, welche die Metall-Ionen binden - mit entsprechenden Nebenwirkungen, versteht sich. Bei einer so grossen Menge dürfte das aber auch nicht mehr helfen. Ich erinnere mich dunkel an einen Fall aus einem Toxikologie-Buch, bei dem ein Arbeiter sich Uranhexafluorid über den Arm gegossen hatte, das war's dann.

Wenn man die Mineralien unbehandelt verspeist - schwer zu sagen, ich weiss nicht, wieviel des Urans bei den diversen Mineralien durch die Magensäure in Lösung geht. Die Injektion und Inhalation solcher Mengen körperfremden Materials dürfte sowieso - ganz unabhägig davon, was man sich da einverleibt - böse enden, selbst Gips oder Mehl "wirkt" dann noch. Mehl hätte aber den Vorteil, dass die Lunge dann nicht so "durchhängt", ein faustgrosses Stück Pechblende dürfte so ca. 5kg wiegen, wenn mir der makabere Scherz erlaubt ist.

Als Mordinstrument sind diese Mittel denkbar dämlich, weil sie nämlich 1. ohne entsprechende technische Ausrüstung nur mit Gefährdung der eigenen Person zu preparieren sind und 2. ziemlich deutliche Spuren hinterlassen (es knattert - nur die Dumpfdödel vom Geheimdienst glauben wohl, dass für sie weder menschliche noch physikalische Gesetze gelten). Der Vorteil der "Unsichtbarkeit" ist nur bei hochangereichertem Material gegeben, von Mineralien braucht man zu grosse Mengen, als dass man sie "unauffällig unterschieben" könnte.

Das Verbot des Besitzes der geringradioaktiven Mineralien aus gesundheitspolitischen Erwägungen ist unverhältnismässig, solange es Zigaretten, Pökelsalz und Geräuchertes gibt (und letzteres ist in unserer Kultur einfach zu sehr verwurzelt, als dass man es abschaffen wollte). Das Umweltgift, das hinsichtlich des volkswirtschaftlichen/gesundheitlichen Schadens alle anderen bei weitem in den Schatten stellt: Zigarettenrauch. 

Gruß
Amir
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 29 Apr 07, 13:55
@ Berthold

naja, gewisse gefahrenstoffe - wie z.b. diesel - lassen sich nicht verbieten, da sie dringend gebraucht werden. genau so ist es bei medikamenten - obwohl es da auch immer schwieriger wird, denn immer mehr medikamente die berauschend oder gefaehrlich sind, sind verschreibungspflichtig (beispiel: ephedrakraut. aus diesem konnte man sich frueher einen extrem wachmachenden tee herstellen, denn das kraut gabs einfach so in der apotheke - nun ist es verschreibungspflichtig).
aber mineralien braucht man als privatperson ja ebenso wenig dringend wie gewaltverherrlichende computerspiele... deswegen wuerde mich auch ein verbot nicht wundern. naja, aber dafuer muesste es wohl auch erstmal einen oder mehrere vorfaelle geben, bei denen man die schuld auf mineralien schiebt - eben so wie bei den computerspielen auch. ;)

@ Amir

vielen dank, das beantwortet meine frage zum groessten teil! 8)
wenn eine faustgrosse stufe pechblende 5 kg wiegt, dann duerfte inhalation oder injektion tatsaechlich so gut wie unmoeglich sein, das ist wohl wahr...
also sind amalgam-plomben und quecksilberthermometer (stichwort schwermetallvergiftung) wohl mindestens so gefaehrlich wie radioaktive mineralien. hmm, ok.
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: thannator am 29 Apr 07, 14:06
aber mineralien braucht man als privatperson ja ebenso wenig dringend wie gewaltverherrlichende computerspiele... deswegen wuerde mich auch ein verbot nicht wundern. naja, aber dafuer muesste es wohl auch erstmal einen oder mehrere vorfaelle geben, bei denen man die schuld auf mineralien schiebt - eben so wie bei den computerspielen auch. ;)

Ich denke das ist etwas übertrieben ... wie soll man bitte Mineralien verbieten???
Mineralien mit Computerspielen vergleichen? Ich glaube nicht dass das funktionieren wird.

Vor allem ist der Begriff "Mineralien" sehr weitläufig ... "Mineralien" zu verbieten hieße dass niemand mehr Calcit im Haus haben darf, genauso wenig wie Quarz, denn beides sind Mineralien ...  ;)
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 29 Apr 07, 14:32
@ thannator

jetzt wird's aber so langsam haarspalterei. :P

klar, dass ich damit radioaktive mineralien meine. ;)
und auch klar, dass man steinbrueche etc. nicht einfach wegverbieten kann. den handel mit radioaktiven mineralien aber schon... theoretisch.

Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: smoeller am 29 Apr 07, 15:02
Hallo,

Das ist alles sehr schwierig. So enthält Granit, den wir als Baumaterial, Gleisschotter usw. nutzen, ja, auf dem wir sogar eventuell unser Essen anrichten (Granit-Arbeitsplatten) 4,8 g/t Uran, Thorium und 40K.

Die Strahlung, die von einer Granit-Arbeitsplatte ausgeht, von dem Radon mal ganz zu schweigen, ist bei weitem höher als die, die von 20 oder 30 MM-Stüfchen mit Uranmineralen im mm-Bereich ausgeht. Nur wenige horten ja gleich ganze Sammlungen von Uranpechblende zuhause.

Die Frage, ob man Uranminerale verbieten sollte: Man kann sicher den Handel einschränken (ebay!!), aber die Frage des Sammelns kann so einfach nicht beantwortet werden. Sicher, Uranminerale sind nicht ungefährlich (das aber sind die meisten Minerale nicht, nimmt man einmal Quarzstaub, Schwermetalle, Gifte wie Arsenminerale u.ä) und sollten nicht in die Hände unbedarfter Sammler und Kinder geraten.

Eventuell wäre eher ein Sachkundenachweis (wie er unter anderem bei der Haltung von Giftschlangen Pflicht ist) der richtigere Weg. Aber wer soll das schon kontrollieren. Das Ordnungsamt kann ja nicht überall mit Geigerzählern rumlaufen. Wer zudem seine strahlenden Lieblinge richtig hält, dem kommt keiner bei. Nur wer Pechblende oder große Autunit-Stufen offen und ohne Schutz in der Wohnung liegen hat. Aber der ist eh selber Schuld.

Das Sammeln von Uranerzen kann keiner wirklich unterbinden, es sei denn, hinter jedem Baum stünde jemand mit Geigerzähler.

Meine persönliche Meinung: Jeder muss selber wissen, was er sammelt, solange er seine Umwelt nicht gefährdet. Uranminerale gehören halt zum Mineralreich dazu. Dabei sammle ich kleine und kleinste Proben und versuche, möglichst kleine Anzahlen der selteneren Arten zu sammeln. Größere Proben müssen nicht sein. Die Stüfchen befinden sich in Plexiglasdöschen.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: thannator am 29 Apr 07, 15:53
klar, dass ich damit radioaktive mineralien meine. ;)
und auch klar, dass man steinbrueche etc. nicht einfach wegverbieten kann. den handel mit radioaktiven mineralien aber schon... theoretisch.

So würde ich dem eher zustimmen, allerdings immer noch nicht ...
Wie Smoeller sagt sollte es jedem selbst überlassen sein ... Den Handel zu verbieten - schön und gut, aber auch nicht wirklich realisierbar. Wer überwacht dann jede Börse und jedes private Treffen zweier Mineraliensammler? ... Ich glaube des funktioniert vorne und hinten nicht ...

Mit der Haarspalterei - hättest halt geschrieben dass'd radioaktive Mineralien meinst  ;)
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: dorian am 29 Apr 07, 18:39
Hallo,  :)
Meiner Meinung nach ist der beste Mittel gegen so etwas einfach Information.
Wenn jemand Uranmineralien sammeln will, ist es kein Problem. Er muss sich nur davor ein bisschen Informieren
(so wie sabine es gerade macht).
ciao :-*
Dorian
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: oro am 29 Apr 07, 19:14
Ich würde meinen daß ein normal denkender Mensch und Sammler genügend Respekt vor radioaktiven Mineralien hat. Ich sammle sie wie jedes ander Mineral weil sie eben auch in meiner Heimat vorkommen und somit zu meiner Regionalsammlung passen.

Ich finde es eher problematisch bei Mineralien wo man eben NICHT so genau über die Gefährlichkeit Bescheid weiss. Persönlich habe ich vor einem dottergelbem Greenockitüberzug (der zu jeder guten Zinkblende dazugehört  ;D) wesentlich mehr Respekt als vor einem Autunit.
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: smoeller am 30 Apr 07, 09:47
Hallo,

@Oro: Vorm Greenockit brauchst du kaum Respekt zu haben, es sind eher Cd-Sulfate, -Carbonate oder ähnliches, die aber selten sind (Otavit u.ä.), oder der Sphalerit selbst, die gefährliches Cd freisetzen. Cadmiumsulfid ist hingegen kaum löslich und daher recht harmlos. Wir essen ja auch den Greenockit nicht Grammweise.

Der Regionalsammler ist ja auch weit weniger gefährdet, da er in der Regel nur kleine Belegstücke aufnimmt, als derjenige, der sich große und schwere Schaustufen in seine Vitrine stellt.

Meine Autunite aus Bergen lagere ich in der Garage, da sie mir im Haus zu gefährlich sind. hier ist es aber weit weniger die Strahlung des kompakten Minerals, die mir gefährlich erscheint, als der Staub, der durch die perfekte Spaltbarkeit entsteht.

Jeder Sammler muss sich darüber im Klaren sein, ob er solche Minerale sammelt oder nicht. Es gibt auch eine Reihe Bergleute in Sachsen und Thüringen, die 50 Jahre im Uranbergbau gearbeitet haben und heute noch leben!!

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Hg am 30 Apr 07, 09:59
Cadmiumsulfid ist hingegen kaum löslich und daher recht harmlos. Wir essen ja auch den Greenockit nicht Grammweise.

nur mal so nebenbei als Info. Das Löslichkeitsprodukt von CdS ist so klein, dass man das löffelweise schlucken könnte, ohne dass man etwas befürchten müsste  ;)
Das gleiche gilt übrigends auch für As-Sulfide.
Gruß
Andreas
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: aca am 30 Apr 07, 11:11
Hallo,
nur mal so nebenbei als Info. Das Löslichkeitsprodukt von CdS ist so klein, dass man das löffelweise schlucken könnte, ohne dass man etwas befürchten müsste  ;)
Das gleiche gilt übrigends auch für As-Sulfide.

Was ist denn das Löslichkeitsprodukt von CdS bei pH 1-2?
Ich kenn die Analyse-Reihen aus dem Jander-Blasius leider nicht auswendig und hab ihn gerade nicht hier, habe also google bemüht. Nach meinem Verständnis fällt CdS in der H2S-Gruppe als letztes in schwach saurer Lösung (ca. pH 3-5) aus.
Auf die orale Einnahme sollte man also lieber verzichten. Es sei denn, man hat sich vorher 1 Liter Schnaps genehmigt (hemmt die HCl-Produktion im Magen).
In unserem Verdauungsapparat schwirren viele seltsame organische Verbindungen rum, bei denen man nie so genau weiss, wie sehr sie sich zu dem einem oder anderen Metall-Ion hingezogen fühlen.

As und seine Verbindungen sind gerne mal karzinogen und da Arsensulfide nicht besonders stabil sind, weiss man auch nicht wirklich, was für Verbindungen sich in so einer Stufe verstecken. 
CdS steht im Verdacht, karzinogen zu sein.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Nix für ungut, ich habe ja auch ein bißchen Torbernit zu Hause.

Gruß
Amir

Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Hg am 30 Apr 07, 15:31
Hallo Amir,
das führt alles zu weit vom ursprünglichen Thema weg. Schreib Dir dazu ne PM  ;)
Gruß
Andreas
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 30 Apr 07, 17:01
hui, hier ist ja was los - danke fuer eure zahlreichen antworten! ;)

Ich finde es eher problematisch bei Mineralien wo man eben NICHT so genau über die Gefährlichkeit Bescheid weiss.

das ist auch noch so eine sache - meistens steht uranmineral oder uran-(init)(-orcircit) etc. dabei, aber ich habe auch schon ein paar angebote gesehen, bei denen das nicht so ist... bei ebay z.b. um nicht gleich rausgeworfen zu werden wegen (laut agb verbotenen) handel mit radioaktiven stoffen. bei einigen stehen dann hinweise dabei (nicht essen, in dosen aufbewahren, etc.), aber auch nicht immer... wenn man also "einfach mal so" (als nicht-sammler bzw. mineralien-kundiger mensch) eine stufe kauft weil mein ein fluoreszierendes stueck sucht, dann kann man sich schon mal ohne es zu wissen ein radioaktives mineral nach hause holen... schliesslich gibt es ja auch genug nicht-radioaktive mineralien die trotzdem fluoreszieren... und leuchtschrift... und uv-bilder und deko... ich kann mir schon vorstellen, dass nicht jeder daran denkt zu ueberpruefen, ob das mineral radioaktiv ist. ich meine, ich habe mir als kind auch einfach eine amethystdruse auf einem markt gekauft ohne zu wissen was das fuer ein mineral ist... einfach weil's schoen aussah (gut, die war ungefaehrlich, aber keine ahnung was da noch so rumlag - ich kannte mich ja kein bisschen aus).
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: smoeller am 30 Apr 07, 17:16
Hallo,

Apropos Leuchtzifferuhren: Insbesondere ältere Modelle sreahlen tüchtig, da Radium als Leuchtmaterial verwendet wurde. Meist ist die Strahlung dann höher als die eines MM-Stüfchens mit Uranmineralien.

Auf Börsen halte ich es tatsächlich für etwas problematisch. Es wird nicht immer dran geschrieben, dass dieses Mineral gesundheitsgefährdend ist. Ich weiss noch: Im Jahre 1993, mein erster Börsenbesuch in Hamburg. Damals konnte man Autunit und Chrysotilasbest einfach so erwerben. Ich hätte als Kind (damals war ich 13) vermutlich einfach die Stufen kaufen können. Einen Autunit hatte ich sogar schon in der Hand, da das Etikett drunter lag und vom Stück verdeckt wurde. Kein Hinweis auf die adioaktivität des Stückes. Da ich jedoch damals schon genau Bescheid wusste, ist das Stück natürlich beim Händler geblieben, genau wie der Asbest.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: joachimotto am 30 Apr 07, 22:06
Naja nebenbei, 1985 war ich mit der Familie in Südnorwegen.  Da ich mich da auch schon für Steine interressierte waren wir auch in einem wirklich tollen Steinbruch zum Mineralien suchen (Evje). Nun, ich war 13, hatte keine Ahnung, meine Eltern auch nicht. Und es gab viele radioaktive Mineralien dort. Ich habe erst kürzlich in dem alten Material etwas Uraninit darin gefunden. Nimand von uns hatte gewusst das es da Uran gibt. Wir Kinder hatten nach Pyrit und Bergkristall gebuddelt, und Fluorit weil der so schön lila war. Das unter den vielen Steinen auch etwas Uran ist habe ich erst 20 Jahre später erfahren.
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: oro am 01 May 07, 07:59
Greenockit: Ich dachte auch ich hätte schöne Handstufen mit Greenockit gefunden. Lill Halde in Pribram, etwa 1990. Nun, letztes Jahr untersuchte es ein Freund und siehe da -es war kein Greenockit sondern m-Tyuyamunit.
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Markus J am 04 May 07, 06:27
Radon ist ein geruchs- und farbloses Edelgas.
Unter Aussendung von zwei Protonen und zwei Neutronen, dem so genannten radioaktiven Alpha-Zerfall, bildet sich Radon als Folgeprodukt von festem Radium. Das Mutternuklid dieser natürlichen Zerfallsreihe ist das Element Uran. Nach einer Halbwertszeit von 3,8 Tagen zerfällt Radon in sein Folgelement Polonium, ebenfalls unter der Aussendung von Alpha-Teilchen. Der Zerfallsreihe folgend bilden sich nacheinander Radium=> Radon=> Polonium=> Blei=> Wismut=> Polonium=> stabiles Blei.
Die für den Menschen bedeutsame Radon-Strahlenproblematik wird durch den Prozess der Bildung des Radon aus festem Radium bedingt. Prinzipiell erfolgt der Zerfall innerhalb der festen Gesteinmatrix. Allerdings wirkt durch die Aussendung des Alpha-Teilchens eine Rückstoßenergie auf das Radonatom. Dadurch kann dieses aus dem festen Gesteinsverband gedrängt werden und in das Porensystem eindringen. Dem Prinzip der Diffusion folgend breitet sich das Edelgas aus. Konvektionsströme innerhalb des Porensystems befördern es an die Atmosphärengrenzfläche.
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 04 May 07, 08:46
Radon ist ein geruchs- und farbloses Edelgas.
Unter Aussendung von zwei Protonen und zwei Neutronen, dem so genannten radioaktiven Alpha-Zerfall, bildet sich Radon als Folgeprodukt von festem Radium.

Sage lieber eines He-Kerns, die vier Teilchen hängen zusammen.

Zitat
Allerdings wirkt durch die Aussendung des Alpha-Teilchens eine Rückstoßenergie auf das Radonatom.
Man müsste mal den Impuls durchrechnen, das Radonatom ist immerhin 55x schwerer. Das ist Extremer als ein Sportwagen gegen einen stehenden Laster (1t vs. 40t) !

Zitat
Dem Prinzip der Diffusion folgend breitet sich das Edelgas aus. Konvektionsströme innerhalb des Porensystems befördern es an die Atmosphärengrenzfläche.

Der erste Teil ist korrekt, aber eine Konvektion (= durch Wärmeunterschiede angetriebene Strömung) in einem Porensystem (Durchmesser wesentlich kleiner als die Längen)?
Da würde ich das ganze auch auf Diffusionen oder Strömungen schieben.

MfG

Frank
(BTW: Mein 1000. Beitrag  8) )


 
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 04 May 07, 12:35
sagt mal, mit welchen messmethoden kann man eigentlich feststellen, welche radioaktiven elemente gerade praesent sind?

welches messgeraet kann zwischen alpha, beta und gammastrahlung differenzieren?

kann ich also davon ausgehen, dass alles, was ich an einem mineral ausserhalb eines versiegelten (!) plastikkaestchens messe, beta-strahler sind? die alphastrahler sollten ja noch nicht mal papier durchdringen koennen. gammastrahler gibt es in der zerfallreise uran 238 -> blei 206 ja nicht.

dankeschoen! ;)


Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 04 May 07, 12:40
Hallo,

eigentlich sollte  - fast immer - bei einem Kernzerfall Gamma-Strahlung frei werden. Damit regt sich der entstandene Kern ab.

Tja, die Messtechnik. So für den Hausgebrauch fällt mir da nichts sichers, insbesondere mit Element/Isotop-Bestimmung, ein.

MfG

Frank
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Hg am 04 May 07, 12:50
Hallo,
Zitat
gammastrahler gibt es in der zerfallreise uran 238 -> blei 206 ja nicht.

oh doch; in der Zerfallsreihe sind, wie schon krizu sagte, jede Menge Gamma-Strahler drin. Siehe auch hier:
http://www.mineralienatlas.de/showpict.php?pict=1151310764.Gammaspektrum.jpg
Und für den Hausgebrauch ist mir auch nichts bekannt. Mit einem Geiger-Müller kann man nur Alpha und Beta nachweisen, aber keine Energie der Teilchen bestimmen (Unterscheidung geht vielleicht gerade noch so).
So ein Gamma-Spektrometer kostet eine Kleinigkeit von ca. 20.000 € und braucht etwa einmal pro Woche ne frische Ladung flüssigen Stickstoff zum Kühlen  :P
Also das Zeug gut eindosen und nicht unterm Kopfkissen aufbewahren.
Gruß
Andreas
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 04 May 07, 12:54
@ Frank

hmmm... dann muesste ich die mineralien ja in einem riesigen betonblock aufbewahren? ???

was gibt es denn fuer den nicht-hausgebrauch zur bestimmung der elemente und isotope? stichwort reicht (sowas wie "elektronenmikroskop", das ist ja auch nicht fuer den hausgebrauch geeignet), dann kann ich googlen. ;)


@ Andreas

naja, ich wollte mir soetwas auch nicht fuer zuhause anschaffen... sondern nur mal nachlesen wie soetwas genau funktioniert. :)

aber das, was aussen an einem versiegelten kaestchen messbar ist, das sind dann definitiv KEINE alphastrahler, oder?

Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Hg am 04 May 07, 13:00
Hi,
dann schau mal im Lexikon unter Gammaspektrometrie oder Geiger-Müller-Zählrohr nach. Da müsste alles einigermaßen verständlich beschrieben sein  ;)
Alpha-Strahlung dürfte nicht durch die Plexiglasabdeckung der Dosen kommen.
Für den Hausgebrauch gibt es keine Möglichkeiten der Element- oder sogar Isotopenbestimmung. Da wäre eine Methode der Wahl die ICP-MS. Aber auch nichts für's Wohnzimmer  ;)
Gruß
Andreas
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 04 May 07, 13:23
Wenn schon ICP mit MS dann aber im Sektorfeld 8) und nciht als Quad  ;)

@Sabine:
Alphaspektroskopie
Betaspektroskopie
Gammaspektroskopie
Also immer Messtechniken, die die Energie der Strahlung messen.

Das Massenspektrometer (MS) bestimmt die Mase der Atome/Cluster/Moleküle in einem Gas, bei der ICP wird das Gas über eine Plasmazerstäubung erzeugt.

BTW:
REM mit EDX oder besser WDX geht auch. Bei hochaktiven synth. Präparaten soll man nicht einmal den Elektronenstrahl brauchen  ;D

MfG

Frank
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 04 May 07, 13:29
vielen dank euch allen - da hab ich ja heute abend ordentlich was zu lesen. :D
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 04 May 07, 21:13
guten abend. :)

nochmal eine frage: werden gegenstaende, die sich ganz in der naehe eines kistchens mit radioaktiven mineralien befinden (also z.b. die holzschachtel drumherum) oder auch andere mineralien in der naehe nicht mit der zeit radioaktiv kontaminiert?

danke!
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: smoeller am 05 May 07, 00:22
Hallo,

Rein theoretisch ist dies tatsächlich denkbar. Aber bei den Mengen, die du wohl haben könntest und der Zerfallsrate des Urans ist es eher so gut wie ausgeschlossen, später radioaktiven Müll zu bekommen.

Das Hauptproblem ist folgendes: Radon zerfällt unter Bildung fester Tochterprodukte, insbesondere Polonium, die ebenso radioaktiv sind. Ausgasendes Radon bildet also metallische Zerfallsprodukte, die sich dann irgendwo niederschlagen, auch am Döschen.

Gefährlich wurde dies aber im Falle von Uranbergleuten, die ständig mit der schlechten Stollenluft größere Radonmengen einatmen. Das schwere Gas kommt zum Teil nicht wieder aus der Lunge heraus und zerfällt nach 2 Tagen zur Hälfte in andere Alphastrahler (Polonium), die als Metall in der Lunge bleiben und dort erhebliche Schäden verursachen. Man nennt dies Schneeberger Krankheit, eine Form von Lungenkrebs.

In gut durchlüfteten Räumen ist aber die Akkumulation von Radon äußerst gering.

Keine Sorge also, solltest du nicht gerade einen Bleisarg um ein 20 kg Stück Pechblende haben.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 05 May 07, 00:32
hallo Smoeller,

naja, das ist ja nicht nur das radon... ausserhalb des kaestchens ist strahlung messbar, die betastrahler kommen wohl ja durch das bisschen plastik durch. gleich das zweite element der zerfallsreihe ist ja ein betastrahler... und das zerfaellt dann ausserhalb des behaeltnisses weiter.

ok, das z.b. radon in unserer luft zerfaellt ja auch so vor sich hin, insofern...
kann man da irgendwelche angaben machen, d.h. wieviel uSv oder wohl eher mSv - ausserhalb des kaestchens gemessen - ueber welchen zeitraum zu einer messbaren (groesseren) kontamination fuehren wuerden? oder sind 10 kilo pechblende auf jeden fall noch ok (scherz). ;D


ps: danke, mit "schneeberger krankheit" hab ich jetzt noch einen interessanten begriff zum googeln. ;)
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: smoeller am 05 May 07, 00:40
Hallo,

Meines Erachtens ist es halt das Radon, was Probleme machen wird. Denn Radon zerfällt halt weiter.

Beta-Strahlung als solches besteht aus nahezu masselosen (10-32 g) Teilchen (Elektronen/Positronen), die nicht weiter zerfallen, aber von der Materie absorbiert werden. Das Mutterisotop (Uran-235 z.B.) bleibt hingegen an Ort und Stelle und sorgt nicht für Kontamination.

Das größte Problem indessen sind sicher die Uranblüten und- Glimmer, bei denen nach und nach durch abfallende Körnchen des Minerals der ganze Kasten kontaminiert wird.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 05 May 07, 00:52
ach so... ich dachte, dass die betastrahler ebenfalls noch weiter zerfallen. hmm, da hatte ich wohl was falsch verstanden.

insofern muesste es bei einem wirklich versiegelten kasten ja zu keiner weiteren kontamination kommen, da das radon ja nicht entweichen und auch die betastrahlung zu keiner weiteren kontamination fuehren kann.

danke fuer die info!
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Hg am 05 May 07, 01:07
Hallo,
die Kontamination durch Radioaktivität wird hauptsächlich durch Teilchen (Stäube) des Minerals verursacht, das eingedost ist. Durch Radon verursachte Radioaktivität ist meines Erachtens "Erbsenzählerei". Man braucht schon eine mörderaktive Stufe, um durch Radon-Töchter verursachte Kontaminationen zu messen. Die Krankheiten, die smöller beschreibt wurden durch etwas größere Mengen an U-Erze verursacht (hauptsächlich im Bergbau).
Beta-Strahlung besteht ja bekannterweiße aus Elektronen (bzw. Positronen). Die haben keine allzugroße Reichweite und gelangen kaum durch die Plexiglasdosen bzw. ein wenig Abstand von der eingedosten Dose genügt völlig aus.
Beta-Strahler zerfallen zwar, aber die daraus entstanden Nuklide bleiben weiterhin innerhalb der (hoffentlich gut) verschlossenen Mineraliendose.

@smöller
Zitat
Das Mutterisotop (Uran-235 z.B.) bleibt hingegen an Ort und Stelle und sorgt nicht für Kontamination.
schau mal nach, zu wieviel % U-235 in natürlichem Material vorkommt  :-\
und berechne mal die Masse Po-210, die aus der Zerfallsreihe von U-238, die aus einer Stufe von wenigen Gramm U-Mineral bestehend, entsteht ;)

Gruß
Andreas
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 05 May 07, 01:13
ich hoffe meine dauernden fragen nerven nicht

@Hg

also ist das, was ausserhalb des kaestchens und auch noch in 20 cm abstand gemessen werden kann, doch eher die gammastrahlung die ein paar posts weiter oben von dir beschrieben wurde und nicht etwa betastrahlung?

aber... du hast doch geschrieben

Zitat
Mit einem Geiger-Müller kann man nur Alpha und Beta nachweisen

irgendwie versteh ich das nicht... ???
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Hg am 05 May 07, 16:13
Hallo,
naja, das mit der Abschirmung der Betas durch die Plexiglasdose ist eben nur relativ. Ein gewisser Teil geht da schon durch. Wenn man richtig abschirmen möchte, müsste man mit Blei o.ä. herangehen. Aber mit dem nötigen Abstand ist das alles halb so kritisch (Abstandsgesetz A~1/r²).
Mit einem Geiger-Müller-Zähler kann man keine Gamma-Strahlung (oder nur sehr schwierig) nachweisen, da die Wechselwirkung der Strahlung mit dem Zählgas einfach sehr gering ist und dadurch kaum die kaskadenförmige Ionisation im Zählgas ausgelöst werden kann.
Gruß
Andreas
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: MichaelP am 05 May 07, 17:57
Hallo zusammen,
letzte Woche habe ich im Vogtland Uranmineralien gesucht und gefunden, und da ich irgendwie ein ungutes Gefühl dabei hatte, habe ich mir ein Strahlenmeßgerät gekauft und gerade folgenden Versuch durchgeführt.
Das Gerät hat drei Meßmodi: 1. Gamma-, 2. Beta- und Gamma-, sowie 3. Alpha-, Beta- und Gammastrahlung
Geprüft wurde die Strahlung eines ca. 7x3x1 mm großen Stückes Uranocircit.
Gemessen wurden die Pulse im Zeitraum von 1 Minute.

1. Messung ohne Mineral
Gamma: 28
Beta und Gamma: 31
Alpha, Beta und Gamma: 31

2. Messung mit Mineral im Abstand von 2 cm
Gamma: 29
Beta und Gamma: 141
Alpha, Beta und Gamma: 167

3. Messung mit Mineral in Plastikdose, Abstand 2 cm
Gamma: 30
Beta und Gamma: 74
Alpha, Beta und Gamma: 85

4. wie 3., jedoch Abstand 10 cm
Alpha, Beta und Gamma: 28

Mein Fazit (als Laie):
keine gefährliche Gammastrahlung
Halbierung der Alpha- und Betastrahlung durch Verpackung in Plastikdose
ab ca. 10 cm (bei Lagerung in Plastikdose) keine erhöhte Strahlung feststellbar

Wie auch immer, ich werde die Stücke fotografieren und dann in den Keller bringen.

Viele Grüße

Michael
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 05 May 07, 18:49
hmmm, also ich habe ein dosimeter mit geiger-mueller-zaehlrohr.

dieser kann sowohl die aequivalenzdosis (in uSv und uRem) sowie "gramma radiation energy" (in MeV) messen.

angezeigt wird aber immer nur die aequivalenzdosis, einzeln einstellen kann man da leider nichts.
ich gehe davon aus, dass mit diesem geraet also immer kombiniert alpha- beta- und gammastrahlung zu messen sind?
(ist ein radex rd1503)

Michael, was hast du denn genau fuer ein messgeraet, wenn ich fragen darf?
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: MichaelP am 05 May 07, 20:39
Hallo Sabine,
es ist ein Gamma-Scout von der gleichnamigen Firma.
Viele Grüße
Michael
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 05 May 07, 22:06
ahh ja, das ding hab ich bei conrad gesehen glaube ich... fuer fast 300 euro. :o

tolles ding, aber eben... der preis. die USB version ist suuuper, das waer fuer 300 euro echt was... aber nein, die kostet ja gleich 500 euro. :-\
naja, ist ja auch der ferrari unter den strahlungsmessgeraeten. ;D

darf ich fragen wieviel uSv/h bei dem kleinen stueck uranocircit angegeben werden?
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: smoeller am 05 May 07, 22:39
Hallo Hg,

Wollte damit lediglich die Bedenken von Sabine zerstreuen. Ich weiss sehr wohl, dass die Mengen an Polonium äußerst gering sind und man deshalb kaum damit rechnen muss, damit die Kästen zu kontaminieren.



Uranocircit ist halt deswegen gefährlich, weil er beim bewegen staubt und man bald radioaktiven Staub in der Kiste hat.

Meine Meinung: Solange man nur kleine Proben sammelt, sollte man ausschließlich wegen dem Staub aufpassen, der lungengängig ist (Kästen gut abdichten), nur bei größeren Stufen mit höherem U-Gehalt, insbesondere Pechblende ist auch auf den Strahlenschutz (Bleikammer, Abstand usw.) zu achten.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 05 May 07, 23:05
hallo,

nur noch mal zum verstaendnis...
ich hab keine uebertriebene angst oder sonstwas vor radioaktiven mineralien... dafuer ist es eh schon zu spaet, habe ein paar kleine stufen zuhause (und dort auch nicht in einen keller verbannt). sie sind gut verpackt und in einem gewissen abstand ist die strahlung genau so hoch wie auch z.b. in der kueche, insofern ist wohl alles tutti.

ich wuerde nur gern mehr wissen, das ist alles.

also so wie ich das verstanden habe:

- gibt es messgeraete, die sowohl alpha- beta- und gammastrahlung messen - wie der gamma-scout von Michael.
- ausserdem gibt es messgeraete, die scheinbar nur gammastrahlung messen? wie mein radex rd1503
- und es gibt messgeraete, die beta- und gammastrahlung messen.
- es gibt messgeraete, die ausserdem die pulse anzeigen koennen, siehe gamma-scout - aber messen muss doch jedes messgeraet diese um auf die aequivalenzdosis zu kommen, oder? nur eine anzeige in Bq gibt es bei diesen nicht?

- es entsteht (fast?! lt. frank) immer gamma-strahlung wenn ein atomkern zerfaellt, ganz egal ob alpha- oder betazerfall.
- ausserdem entsteht - je nach element -  heliumkerne (alphazerfall) elektronen (betazerfall).
- uran 238 zerfaellt also in mehrere alpha- oder beta- strahlende elemente, die jedoch (fast) immer auch zusaetzlich noch gammastrahlung aussenden.

- mein messgeraet, das scheinbar nur gammastrahlung messen kann, zeigt also weit weniger an als ein messgeraet, das alpha- beta- und gammastrahler messen kann (vergleiche Michael's messungen).
oder... was sagt uns dieses manual.... http://illy.homelinux.net/tmp/mineralien/manual.gif

sorry, irgendwie ist das nicht einfach fuer jemanden, der sich noch nie vorher mit der materie beschaeftigt hat... :-[
oder ik bin doof, kann ooch sein. :P
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: MichaelP am 05 May 07, 23:12
in 2 cm Entfernung gibt das kleine Stück Uranocircit bis zu 1,70 MikroSv/h ab.
Die normalen Werte (ohne Uranmineral) liegen bei mir so zwischen 0,15 und 0,30.
Das schwankt ständig.

Wie gefährlich das alles wirklich ist, mag ich nicht beurteilen.
Bei mir um die Ecke ist eine alte Bleimine. Vor den Halden stehen große Schilder, die auf die Gesundheitsgefahr hinweisen.
An den Halden des Uranbergbaus im Vogtland standen keine Schilder.
Direkt neben der Halde Bergen-Streuberg ist ein Cafe mit einem Kinderspielplatz.
Würde das alles genehmigt, wenn es so gefährlich wäre ?
Ich weiß es nicht.
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 06 May 07, 19:03
hallo,

nur noch mal zum verstaendnis...
ich hab keine uebertriebene angst oder sonstwas vor radioaktiven mineralien... dafuer ist es eh schon zu spaet, habe ein paar kleine stufen zuhause (und dort auch nicht in einen keller verbannt). sie sind gut verpackt und in einem gewissen abstand ist die strahlung genau so hoch wie auch z.b. in der kueche, insofern ist wohl alles tutti.

Dann nimm mal eine GRanitarbeitsplatte oder eine Tüte Milch ;-)

Zitat
- es gibt messgeraete, die ausserdem die pulse anzeigen koennen, siehe gamma-scout - aber messen muss doch jedes messgeraet diese um auf die aequivalenzdosis zu kommen, oder? nur eine anzeige in Bq gibt es bei diesen nicht?
Dafür musst du die Art der Strahlung, teilweise die Energie und die Aktivität wissen. Als oschon recht viel.

Zitat
- es entsteht (fast?! lt. frank) immer gamma-strahlung wenn ein atomkern zerfaellt, ganz egal ob alpha- oder betazerfall.
Vergiss nciht den K-Einfang, die spontane Spaltung und die anderen Spielarten...

Zitat
- ausserdem entsteht - je nach element -  heliumkerne (alphazerfall) elektronen (betazerfall).
Nein, je nach Isotop! Also ein Element kann über verschiedene Arten zerfallen, oder stabil ein!

Zitat
- uran 238 zerfaellt also in mehrere alpha- oder beta- strahlende elemente, die jedoch (fast) immer auch zusaetzlich noch gammastrahlung aussenden.

Nein, U238 hat einen Zerfallsweg, der aber eine Zerfallsreihe ist. Es gibt  prinzipiell vier Zerfallsreihen.
Zerfallsreihen sind bei Wikipedia, vielleicht auch im LExikon, gut erklärt.

MfG

Frank
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 06 May 07, 20:55
hallo Frank, danke fuer deine antwort!

Zitat
- es gibt messgeraete, die ausserdem die pulse anzeigen koennen, siehe gamma-scout - aber messen muss doch jedes messgeraet diese um auf die aequivalenzdosis zu kommen, oder? nur eine anzeige in Bq gibt es bei diesen nicht?
Zitat
Dafür musst du die Art der Strahlung, teilweise die Energie und die Aktivität wissen. Als oschon recht viel.

hmmm. wie funktioniert das dann bei meinem geraet? das kann angeblich (laut handbuch) nur gamma-strahlung und energie (elektronenvolt) messen. komisch...

Zitat
- ausserdem entsteht - je nach element -  heliumkerne (alphazerfall) elektronen (betazerfall).
Zitat
Nein, je nach Isotop! Also ein Element kann über verschiedene Arten zerfallen, oder stabil ein!

achso, also element == ausgangsstoff, sozusagen, und isotop == zwischenstufe, zerfallsprodukt? d.h. uran 238 == element, waehrend z.b.  polonium 218 oder blei 206 == isotop?


Zitat
- uran 238 zerfaellt also in mehrere alpha- oder beta- strahlende elemente, die jedoch (fast) immer auch zusaetzlich noch gammastrahlung aussenden.
Zitat
Nein, U238 hat einen Zerfallsweg, der aber eine Zerfallsreihe ist. Es gibt  prinzipiell vier Zerfallsreihen.
Zerfallsreihen sind bei Wikipedia, vielleicht auch im LExikon, gut erklärt.

hmm, ich habe diese gefunden:

http://www.atral.com/U238.gif

das ist dann wohl nicht der einzige weg? aeh... okay... ???

Wegen Copyright Bild entfernt!!
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 07 May 07, 07:44
hallo Frank, danke fuer deine antwort!

Zitat
- es gibt messgeraete, die ausserdem die pulse anzeigen koennen, siehe gamma-scout - aber messen muss doch jedes messgeraet diese um auf die aequivalenzdosis zu kommen, oder? nur eine anzeige in Bq gibt es bei diesen nicht?
Zitat
Dafür musst du die Art der Strahlung, teilweise die Energie und die Aktivität wissen. Als oschon recht viel.

hmmm. wie funktioniert das dann bei meinem geraet? das kann angeblich (laut handbuch) nur gamma-strahlung und energie (elektronenvolt) messen. komisch...

Wenn du nur Gammas hast, ist der umrechnungsfaktor relativ einfach =1.
Zitat

Zitat
- ausserdem entsteht - je nach element -  heliumkerne (alphazerfall) elektronen (betazerfall).
Zitat
Nein, je nach Isotop! Also ein Element kann über verschiedene Arten zerfallen, oder stabil ein!

achso, also element == ausgangsstoff, sozusagen, und isotop == zwischenstufe, zerfallsprodukt? d.h. uran 238 == element, waehrend z.b.  polonium 218 oder blei 206 == isotop?

Nein, ein Element bezeichnet den nicht zerlegbaren Stoff, das Element halt, charakterisiert über die Anzahl der Protonen im Kern. Ein Element kann aber verschiedene Anzahlen an Neutronen im Kern haben, z.B. das Wasserstoff kann als H mit erinem Proton, als Deuterium  mit einem Proton und einem Neutron und als Tritium ein Proton und zeri Neutronen auftreten. ein Kern mit zwei Protonen und einem Neutron ist dann He.

Zitat


Zitat
- uran 238 zerfaellt also in mehrere alpha- oder beta- strahlende elemente, die jedoch (fast) immer auch zusaetzlich noch gammastrahlung aussenden.
Zitat
Nein, U238 hat einen Zerfallsweg, der aber eine Zerfallsreihe ist. Es gibt  prinzipiell vier Zerfallsreihen.
Zerfallsreihen sind bei Wikipedia, vielleicht auch im LExikon, gut erklärt.

hmm, ich habe diese gefunden:

Wegen Copyright Bild entfernt!!

http://www.atral.com/U238.gif

das ist dann wohl nicht der einzige weg? aeh... okay... ???

http://de.wikipedia.org/wiki/Zerfallsreihe
hth

Frank
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 08 May 07, 12:57

http://de.wikipedia.org/wiki/Zerfallsreihe
hth


glaub schon, danke ;)

seid ihr eigentlich alle physiker oder so? ;D
ich kann mich nicht daran erinnern soetwas in der schule gelernt zu haben. periodensystem und so, ja. aber ohne groessere details...
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Hg am 08 May 07, 13:22
seid ihr eigentlich alle physiker oder so? ;D
ich kann mich nicht daran erinnern soetwas in der schule gelernt zu haben. periodensystem und so, ja. aber ohne groessere details...

Hi,
nö, kein Physiker (sondern Radiochemiker  8))
Das Ganze geht, wenn man tiefer in das Gebiet Radiaktivität einsteigen möchte, auch schnell über das Schulwissen hinaus.
Gruß
Andreas
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 03 Jun 07, 01:02
hallo,

habe folgendes gefunden - eine sehr gute ergaenzung zu den antworten hier, wie ich finde:

Zitat
Eine externe Strahlenbelastung liegt vor, wenn ein Mensch sich in der Nähe eines radioaktiven Stoffes aufhält und die radioaktive Strahlung von außen auf ihn einwirkt. Da a-Strahlung leicht abgeschirmt werden kann und deshalb selbst in Luft nur eine Reichweite von einigen Zentimetern hat, spielt die externe Strahlenbelastung durch Uran-238 nur eine untergeordnete Rolle. Dies ist anders bei b- und g-Strahlern, da b- und vor allem g-Strahlung eine erheblich größere Reichweite hat. So ist z.B. bei gleicher Bodenaktivität einer Quelle (angegeben in Becquerel pro Quadratmeter, Bq/m2) und gleicher Einwirkungszeit die externe Strahlenbelastung durch Uran-238 etwa 1.000 mal kleiner als die durch den b- und g-Strahler Cäsium-137, der in großer Menge durch den Tschernobyl-Unfall freigesetzt wurde.

[...]

Als erste Faustregel kann man festhalten, dass die Dosisfaktoren für strahlenbiologisch bedeutsame a-Strahler wie Uran-238, Uran-235, Plutonium-239, Radium-226 oder Thorium-232 alle in der gleichen Größenordnung liegen. Insofern ist also eine bestimmte Aktivitätsmenge Uran-238 ähnlich gesundheitsschädigend wie eine gleiche Aktivitätsmenge Plutonium-239. Dass Plutonium-239 dennoch vielfach als „besonders gefährlich“ oder gar als „giftigster Stoff“ beschrieben wird, hat seine Ursache in der spezifischen Aktivität. Die ist für Plutonium-239 etwa 180.000 mal größer als für Uran-238 (siehe Tabelle), was vor allem an der mit 24.000 Jahren etwa 185.000 mal kürzeren Halbwertszeit gegenüber der des Uran-238 liegt. In einer bestimmten Masse Plutonium-239 finden demnach etwa 180.000-mal mehr radioaktive Zerfälle pro Sekunde statt, als in einer gleich großen Masse Uran-238.

Es reicht daher bereits das Einatmen der winzigen Masse von rund 40 Nanogramm (40 ng, 40 Milliardstel Gramm) Plutonium-239 aus, um den nach der Strahlenschutzverordnung für beruflich Strahlenexponierte zugelassenen Grenzwert der Jahres-Aktivitätszufuhr für Inhalation von 100 Becquerel zu erreichen. Die chemische Toxizität einer so kleinen Schwermetallmenge ist vernachlässigbar. Nicht jedoch die durch die 100 Becquerel Plutonium-239 verursachte Strahlendosis. Sie beträgt immerhin ca. 15 mSv (15 Millisievert; 15 Tausendstel Sievert). Das ist mehr als das 6-fache der natürlichen jährlichen Strahlendosis, die in Deutschland bei etwa 2,3 mSv liegt.

Für 100 Becquerel Uran-238 müssten immerhin schon 8 Milligramm (8mg, 8 tausendstel Gramm) eingeatmet werden und für 600 Becquerel, dem Grenzwert der Jahres-Aktivitätszufuhr für Inhalation für Uran-238 eine Menge von ca. 48 Milligramm. Dies sind Mengen, bei denen neben der dadurch verursachten Strahlendosis von ca. 20 mSv auch die chemische Toxizität von Uran als Schwermetall bereits eine bedeutsame Rolle spielt.

Als zweite Faustregel gilt, dass für die hier diskutierten a-Strahler die Dosisfaktoren für Inhalation etwa 100 mal größer sind als die für Ingestion. Die genannten Isotope werden für den Menschen also dann besonders gefährlich, wenn sie eingeatmet werden.



(viel ausfuehlichere) quelle: http://www.physik.uni-oldenburg.de/Docs/puma/radio/Uran_Munition.html



fazit: einatmen oder essen sollte man das zeug wohl wirklich nicht -  wenn eine stufe z.b. 50 gramm schwer ist und etwa 5 gramm autunit enthaelt (kann man ja grob berechnen), dann enthaelt das mineral insgesamt knapp 2.5 gramm uran (denn autunit == ~ 48 % uran).

hoert sich ja extrem viel an (wenn 8 mg schon schaedlich sind...) - deswegen: korregiert mich, wenn ich da einen denkfehler gemacht habe. ;)
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 03 Jun 07, 02:10
noch ne frage... habe folgendes gelesen:

Zitat
Das Spektrum der Röntgenstrahlung beginnt unterhalb der extremen UV-Strahlung bei einer Wellenlänge von 1nm (weiche Röntgenstrahlung) und reicht bis zu ca 5pm hinab (harte Röntgenstrahlung). Die Energiebereiche der Gamma- und Röntgenstrahlung überschneiden sich dabei in einem weiten Bereich.

Zitat
Deutschland nimmt beim Röntgen einen Spitzenplatz ein: etwa 1,3 Röntgenaufnahmen pro Jahr und etwa 2 mSv pro Einwohner und Jahr.

d.h. eine roentgenaufnahme == 1.5 mSv.
eine roentgenaufnahme dauert ein paar sekunden... sagen wir mal 10s.

wenn man nun ein fettes stueck pechblende hat, das 100 uSv an gammastrahlung aussendet, koennte man dann also in (15x10 = 150s) unter drei minuten unter verwendung einer photoplatte ein roentgenbild seiner hand erstellen, wie damals conrad roentgen? ;D

edit: ah moment... denkfehler. das sind ja uSv/h, nicht uSv... d.h. selbige frage wie oben, nur, dass man die photoplatte 15 std. belichten muesste (oder halt eben mehr als 100 uSv/h braucht)?
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: berthold am 03 Jun 07, 19:43
Hallo,

ja, bei meinen Autoradiografien mit Pechbelnde von Wölsendorf hatte ich nach "Belichtungszeiten" von zwei bis 6 Tagen vernünftige Resultate. Es kommt aber auch auf die Art der Filme (wer hat schon Kernspurplatten) und die Entwicklung an.

Gruß
Berthold   
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 03 Jun 07, 19:56
hallo Berthold,

danke fuer deine antwort!

wo bekommt man denn eventuell solche kernspurplatten her, bzw. was passiert, wenn man ganz normale roentgenfilme benutzt? funktionert das eventuell nicht, da die belichtungszeit "kurz und kraeftig" sein muss und nicht etwa "schwach und lang" (etwa so wie beim stanzen von metall)?

ausserdem muss man jegliches material dann doch irgendwie fixieren, oder? ansonsten wird das bild ja langsam durch die natuerliche hintergrundstrahlung weiter belichtet...?
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: berthold am 03 Jun 07, 20:20
Hallo,

eine Bezugsquelle für Kernspurplatten (gab es von verschiedenen Herstellern, Kodak, Agfa...) kann ich Dir leider im Moment nicht sagen. Ich hatte Repro-Filme verwendet, das ging recht gut. Die Probleme bei selbstgemachten Autoradiografienen:

1.) Das Stück sollte angeschliffen sein  :P damit es eben auf dem Film liegt und die radioaktiven Mineralien sich schaf abzeichnen. Tja, und das ist nicht so einfach selbst zu machen, man möchte ja nicht mit radiaktiven Schleifpartikeln verstrahlt werden...

2) Bei langen Belichtungszeiten kann z.B. begleitender Fluorit über Radiolumineszenz (nicht mit Radiophotolumineszenz verwechseln!) den Film belichten.

3) Es sind oft mehrere Versuche notwendig bis man zu richtigen Belichtungszeit kommt.

Die natürliche Hintergrundstrahlung ist kein Problem (weil viel zu gering), sonst wäre althergebrachte Fotografie ja gar nicht möglich  ;)

Gruß
Berthold
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 03 Jun 07, 20:33
Zitat
1.) Das Stück sollte angeschliffen sein  :P damit es eben auf dem Film liegt und die radioaktiven Mineralien sich schaf abzeichnen. Tja, und das ist nicht so einfach selbst zu machen, man möchte ja nicht mit radiaktiven Schleifpartikeln verstrahlt werden...

hmm, naja, eigentlich wollte ich damit auch etwas anderes durchleuchten... genauer gesagt wuerde ich wohl nach einem toten vieh (vogel, maus, etc. - gibts hier in der grossstadt dauernd irgendwo) suchen und das durchleuchten wollen. geht sowas?

Zitat
2) Bei langen Belichtungszeiten kann z.B. begleitender Fluorit über Radiolumineszenz (nicht mit Radiophotolumineszenz verwechseln!) den Film belichten.

ah ja, da habe ich gestern schon was im lexikon drueber gelesen - danke fuer den tipp! :)

Zitat
3) Es sind oft mehrere Versuche notwendig bis man zu richtigen Belichtungszeit kommt.

Die natürliche Hintergrundstrahlung ist kein Problem (weil viel zu gering), sonst wäre althergebrachte Fotografie ja gar nicht möglich  ;)

ok - danke nochmal! :)
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 04 Jun 07, 10:26
Hallo,

zur Durchstrahlung:
Die Parameter beim Arzst sind:
Röntgenstrahlung, 80keV, gehärtet, Belichtungszeit geschätzt 0.1s . 10s hält keiner ruhig ;-)

Pechblende:
Alphastrahler! etwas Gamma mit hoher Energie. Aber nichts wirklich eingewickelte Fotoplatten schwärzend.

Ich habe einmal von Bestrahlungsaufnahmen gehört. Dabei hat ein Mitarbeiter eines Werkstoffprüflabors die Strahlenquelle für die Rohre missbraucht. die dinger sind aber kein Vergleich zu den natürlichen Strahlern. Da wird auch schon mal 10m weit abgesperrt.

MfG

Frank
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: berthold am 04 Jun 07, 11:36
Hallo,

Zitat
hmm, naja, eigentlich wollte ich damit auch etwas anderes durchleuchten... genauer gesagt wuerde ich wohl nach einem toten vieh (vogel, maus, etc. - gibts hier in der grossstadt dauernd irgendwo) suchen und das durchleuchten wollen. geht sowas?

Geht nicht. Selbst wenn das Problem mit der alpha-Reichweite nicht wäre - ähh - das Vieh würde bei der langen Belichtungszeit verwesen. :P

Gruß
Berthold

@Frank "eingewickelte Fotoplatten" ? nein, die Probe kommt direkt auf die Schichtseite von Platte/Film.
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 04 Jun 07, 12:17
Die Parameter beim Arzst sind:
Röntgenstrahlung, 80keV, gehärtet, Belichtungszeit geschätzt 0.1s . 10s hält keiner ruhig ;-)

thx for info!

Zitat
Pechblende:
Alphastrahler! etwas Gamma mit hoher Energie. Aber nichts wirklich eingewickelte Fotoplatten schwärzend.

naja, ueber 80 uSv/h an reiner gammastrahlung habe ich schon gemessen... gut, ist wahrscheinlich zu wenig fuer sowas. ???

Zitat
Ich habe einmal von Bestrahlungsaufnahmen gehört. Dabei hat ein Mitarbeiter eines Werkstoffprüflabors die Strahlenquelle für die Rohre missbraucht. die dinger sind aber kein Vergleich zu den natürlichen Strahlern. Da wird auch schon mal 10m weit abgesperrt.

hmmm, wie haben die entdecker das denn damals gemacht? "Bereits im Februar 1896 experimentierte Henri Becquerel, inspiriert durch Röntgen, mit lumineszenten Materialien und stieß dabei aus Zufall auf die durchdringende Wirkung einer neuen Art von Strahlung." - damit hat er dann aber wohl noch keine aufnahmen gemacht? die ersten aufnahmen sind also bereits mit einem roentgenstrahler entstanden?






Zitat
hmm, naja, eigentlich wollte ich damit auch etwas anderes durchleuchten... genauer gesagt wuerde ich wohl nach einem toten vieh (vogel, maus, etc. - gibts hier in der grossstadt dauernd irgendwo) suchen und das durchleuchten wollen. geht sowas?

Geht nicht. Selbst wenn das Problem mit der alpha-Reichweite nicht wäre - ähh - das Vieh würde bei der langen Belichtungszeit verwesen. :P

schade :(
naja, ich dachte auch an nur ein paar tage (siehe berechnung oben), nicht monate. ;)
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 04 Jun 07, 12:41

Zitat
Ich habe einmal von Bestrahlungsaufnahmen gehört. Dabei hat ein Mitarbeiter eines Werkstoffprüflabors die Strahlenquelle für die Rohre missbraucht. die dinger sind aber kein Vergleich zu den natürlichen Strahlern. Da wird auch schon mal 10m weit abgesperrt.

hmmm, wie haben die entdecker das denn damals gemacht? "Bereits im Februar 1896 experimentierte Henri Becquerel, inspiriert durch Röntgen, mit lumineszenten Materialien und stieß dabei aus Zufall auf die durchdringende Wirkung einer neuen Art von Strahlung." - damit hat er dann aber wohl noch keine aufnahmen gemacht? die ersten aufnahmen sind also bereits mit einem roentgenstrahler entstanden?


Wenn ich mich recht erinnere, legte der Herr Becquerel eine Stufe Pechblende auf einen eingewickelten Film. Da verblieb die Stufe eine ganze Zeit.

Ansonsten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Becquerelscher_Versuch

hth

Frank
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: smoeller am 04 Jun 07, 13:44
Hallo,

Es war durchaus schon bekannt, dass radioaktive und auch Röntgenstrahlung einen Film schwärzt. Die erste Röntgenaufnahme war die Hand von Herrn Röntgen. 1895 oder 98 wenn ich mich nicht irre Die ersten Röntgenaufnahmen von Kristallen (Röntgenbeugung) entstanden 1912 von Max von Laue.  Der Unterschied ist, dass man in der Medizin harte Röntgenstrahlung (Molybdän, Wolfram, Rhodium) nimmt und kurz belichtet (hält Schäden klein), für Kristalle aber oft weiche Strahlung (Kupfer K-alpha), die Messungen aber über Stunden laufen lässt. So etwas würde bei biologischem Gewebe zu starken Verbrennungen führen und später womöglich Krebs verursachen. Der Effekt wäre dem einer 1-wöchigen Dauerbestrahlung im Solarium ebenürtig.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 04 Jun 07, 14:34
@Frank "eingewickelte Fotoplatten" ? nein, die Probe kommt direkt auf die Schichtseite von Platte/Film.

Kenne ich anders, um dass Licht rauszuhalten!

MfG

Frank
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: berthold am 04 Jun 07, 15:03
Hallo,

@Frank
Zitat
Kenne ich anders, um dass Licht rauszuhalten!
nein, besser in einer Dunkelkammer/Box auf die Film-Schichtseite. Das verkürzt die Belichtungszeiten um einen erheblichen Faktor. Von Pechblende geht ja viel alpha-Strahlung aus. Und die alpha-Teilchen schwärzen den Film vorzüglich, allerdings haben die nur eine geringe Reichweite und lassen sich schon mit einem Blatt Papier abschirmen... 

Gruß
Berthold
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 04 Jun 07, 16:00
Zitat
Der Unterschied ist, dass man in der Medizin harte Röntgenstrahlung (Molybdän, Wolfram, Rhodium) nimmt und kurz belichtet (hält Schäden klein), für Kristalle aber oft weiche Strahlung (Kupfer K-alpha), die Messungen aber über Stunden laufen lässt. So etwas würde bei biologischem Gewebe zu starken Verbrennungen führen und später womöglich Krebs verursachen. Der Effekt wäre dem einer 1-wöchigen Dauerbestrahlung im Solarium ebenürtig.

naja, das waere bei einem bereits toten tier ja egal - meine hand kann und will ich sicher nicht so lange bestrahlen. :P

hmmm... probieren geht ueber studieren, so wie es aussieht; vielen dank an alle fuer die hilfreichen tipps! 8)
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: berthold am 04 Jun 07, 16:42
Hallo,

Zitat
hmmm... probieren geht ueber studieren, so wie es aussieht; vielen dank an alle fuer die hilfreichen tipps!

 :D ja, gerne geschehen, wobei ich immer noch behaupte, dass es nicht geht und nicht gehen kann.

Es gibt ja auch noch so kleine Problemchen, wie z.B. den Umstand dass die alpha-Strahlung von Pechblende in Luft nur maximal wenige cm Reichweite hat. Und für einen  Schattenwurf müsste die Strahlung ja weitgehend parallel sein, was eine große Entfernung von Strahlungsquelle zu Film oder/und eine punktförmige Quelle erfordert. Und nebenbei, die Strahlung ist um Größenordnungen zu schwach um den toten Igel zu verbrennen.

Gruß
Berthold
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 04 Jun 07, 16:55
Ach Berthold,

sei nicth so ein Pessimist!
Alte Uranbrennstäbe gibt es in jedem KKW in Mengen! Jetzt fehlt nur noch die notwendige Eisensäge um das ganze aufzusägen. Die Säure zum Auflösen gibt es in der Apotheke. Die Trenngänge sollte - wenn wir unseren Politerkn trauen - es im I-Net geben; neben der Bombenbauanleitung.
Somit hast du doch den Punktstrahler im Eigenbau! Oder Du fragst den Nachbarn nach seiner Co60-Kanone.

SCNR

Frank  8)

Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 04 Jun 07, 17:00
Es gibt ja auch noch so kleine Problemchen, wie z.B. den Umstand dass die alpha-Strahlung von Pechblende in Luft nur maximal wenige cm Reichweite hat. Und für einen  Schattenwurf müsste die Strahlung ja weitgehend parallel sein, was eine große Entfernung von Strahlungsquelle zu Film oder/und eine punktförmige Quelle erfordert. Und nebenbei, die Strahlung ist um Größenordnungen zu schwach um den toten Igel zu verbrennen.

hmmm, "in der luft"? und was waere (theoretisch, ich glaube das waere mir zu kompliziert), wenn man die platten in einem vakuum bestrahlen wuerde? oder in einem raum voller helium (das passt doch ganz gut, oder eben genau nicht? den alphateilchen == helium...)


@Frank
ah ja, alles klar - aber ich hatte nicht vor zum nachfolger des "nuclear boyscout" zu werden. ;)
aber wenn du lust hast, dann kannst du ja deine ergebnisse zu dem von dir genannten versuch hier posten... wenn du noch kannst. ;D
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: berthold am 04 Jun 07, 21:01
Hallo,

Zitat
hmmm, "in der luft"? und was waere (theoretisch, ich glaube das waere mir zu kompliziert), wenn man die platten in einem vakuum bestrahlen wuerde?

bleibt dabei, geht nicht. Sagen wir die Strahlung reicht um in 1mm Entfernung den Film in 5 Tagen zu schwärzen (optimistische Annahme für Pechblende). Rechnen wir für Vakuum: 2 mm 25 Tage, bei 4 mm schon rund zwei Jahre.  :'(

Also, wie Frank schon schreibt ich bin Pessimist  ;) mit Pechblende geht es nunmal nicht.

Gruß
Berthold
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 04 Jun 07, 21:05
hmm, na jut. waer ja auch zu schoen gewesen. ::) :)
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 05 Jun 07, 09:15

hmmm, "in der luft"? und was waere (theoretisch, ich glaube das waere mir zu kompliziert), wenn man die platten in einem vakuum bestrahlen wuerde? oder in einem raum voller helium (das passt doch ganz gut, oder eben genau nicht? den alphateilchen == helium...)


@Frank
ah ja, alles klar - aber ich hatte nicht vor zum nachfolger des "nuclear boyscout" zu werden. ;)
aber wenn du lust hast, dann kannst du ja deine ergebnisse zu dem von dir genannten versuch hier posten... wenn du noch kannst. ;D

Hallo,

Nimm Wasserstoff, ist billiger!

Aber im Ernst:
Ein Bekannter erzählte einmal von einer Probe im REM. Wunderbare EDX-Spektren, optimale Linienbreite etc.  Viele exotische  ;D Elemente... Nur war der Elektronenstrahl noch nicht an!  Die Aktivität des Strahlers reichte aus um die Röntgenstrahlen zu erzeugen. Dann habe ich ein Stück Pechblende in "mein" REM gebracht. Nichts und gar nichts. Ausser das der Rückstreudetektor hin und wieder mal einen "Flash" hatte, vermutlich wenn ein Alpha ihn getroffen hat.
Also vergiss das tote Tier!

Grob gesagt, bremst die Masse im Strahl. Bei Alphas reicht ein Blatt. Ein Blatt ist 0,1mm dick bei 120g/m2. Jetzt kannst Du "mg/cm"  Weglänge ausrechenen und mit Fleisch Dichte=1,0xg/cm3 im Vergleich sehen. Aber Alphas machen Strahlenschäden der Haut! also wieder nur 0,1mm Reichweite. Die Schwärzung der filmplatten ist aber genau deshalb so gut. Die Energie wird auf weniger als 1mm in der Platte abgeladen. Die aktive Filmdicke ist auch in der Größenordnung. Die Gammas würden auf einigen cm bis m die Energie verteilen. Genau deshalb sind Aplastrahler in der Lunge so schädlich. Die einigen 100 Zellen in der Umgebung kriegen alles ab!

MfG

Frank
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 05 Jun 07, 15:40
Aber im Ernst:
Ein Bekannter erzählte einmal von einer Probe im REM. Wunderbare EDX-Spektren, optimale Linienbreite etc.  Viele exotische  ;D Elemente... Nur war der Elektronenstrahl noch nicht an!  Die Aktivität des Strahlers reichte aus um die Röntgenstrahlen zu erzeugen. Dann habe ich ein Stück Pechblende in "mein" REM gebracht. Nichts und gar nichts. Ausser das der Rückstreudetektor hin und wieder mal einen "Flash" hatte, vermutlich wenn ein Alpha ihn getroffen hat.
Also vergiss das tote Tier!

Grob gesagt, bremst die Masse im Strahl. Bei Alphas reicht ein Blatt. Ein Blatt ist 0,1mm dick bei 120g/m2. Jetzt kannst Du "mg/cm"  Weglänge ausrechenen und mit Fleisch Dichte=1,0xg/cm3 im Vergleich sehen. Aber Alphas machen Strahlenschäden der Haut! also wieder nur 0,1mm Reichweite. Die Schwärzung der filmplatten ist aber genau deshalb so gut. Die Energie wird auf weniger als 1mm in der Platte abgeladen. Die aktive Filmdicke ist auch in der Größenordnung. Die Gammas würden auf einigen cm bis m die Energie verteilen. Genau deshalb sind Aplastrahler in der Lunge so schädlich. Die einigen 100 Zellen in der Umgebung kriegen alles ab!

roentgenfluoreszenzanalyse ???
cool, wieder was neues zu lesen. :D

wie gesagt, ich dachte auch eher an gamma, nicht an alpha... siehe oben. wie auch immer, scheinbar wird sowas ja nicht klappen - schade. danke fuer die info! ;)
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: betadecay2000 am 05 Jun 07, 17:14
Zitat
Pechblende:
Alphastrahler! etwas Gamma mit hoher Energie. Aber nichts wirklich eingewickelte Fotoplatten schwärzend

Ich habe mit Pechblende schon Polaroidfilme "belichtet".

Ich lege die Stufe ca. 1 Tag auf die verpackte Filmkassette, anschließend verdecke ich die Linse der Polaroid-Kamera und fotografiere den Film ab, und zeigt sich schöner, weißer Fleck oder je nach Stufe auch ein schönes Muster, je nachdem, wo die Pechblendeeinschlüsse und -adern verlaufen, auf dem ersten Foto, was der Blende am nächsten war ist der Fleck noch recht scharf, wird aber mit jedem weiteren Bild immer difuser und dunkler.

Wenn Polaroid-Film nicht so schweineteuer wären, hätte ich das sicher öfters gemacht, aber ich beabsichtige in den nächsten Tagen weitere Versuche mit Polaroid-Filmkassetten zu machen, die Bilder mit den dazugehörigen Stufen werde ich dann im hier im Forum veröffentlichen.

Glück auf aus dem Münsterland,

Markus

Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 05 Jun 07, 19:59
hallo Markus,

danke fuer den tipp - hoert sich ja sehr interessant an.  8)
leider habe ich selber keine polaroid-kamera, aber vielleicht kann ich ja eine von einem bekannten ausleihen...
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 06 Jun 07, 12:17
Hallo,

das ist der Becerel-Verusch aus Seite 4 ganz unte nder Wiki-Link.

MfG

Frank
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: silbo am 15 Jun 07, 23:32
Hallo Sabine,
ich kann deinen Wissensdurst gut verstehen, bin Lehrerin und habe in meiner jetzigen Klasse auch zwei "Aspis"! Bis ich das geschnallt habe, hat gedauert - Die Eltern der Kinder wussten das nicht.  Wir sind jetzt auf der Suche nach Fachleuten, die testen können und Ahnung davon haben.  Aber ich will hier kein neues Thema aufmachen. Obwohl ich mich gerne mit dir darüber unterhalten würde  -- Erfahrungen !?

Gruß Silke
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 16 Jun 07, 14:34
hallo Silke,

ich habe ueber http://www.aspies.de/asperger-adressen/ einen psychiater gefunden, der mich diagnostiziert hat. dort sind auch links zu selbsthilfegruppen etc. zu finden.

da das hier nicht ganz zum thema passt: schreibe mir doch bitte eine private mitteilung, falls du mehr wissen moechtest. ;)
Titel: strahlenschaeden an plastikbox
Beitrag von: sabine am 25 Jun 07, 21:45
so, mal wieder was neues von mir zum thema. ;)

ich benutze modellbau-vitrinen fuer meine u.a. uranmineralien. allerdings musste ich jetzt - wo ich mir noch eine weitere vitrine besorgt habe - feststellen, dass die vitrine total "ausgebleicht" ist. ich denke mal, das kommt vom UV-licht? benutze 2 x 15 watt leuchtmittel.
ist das UV licht eigentlich ungesund wenn es durch das ganze zimmer strahlt - d.h. sollte ich lieber lampenschirme anbringen? ???
waere ja schade, ich finde das licht sehr gemuetlich.

ansonsten habe ich mir jetzt auch so einen gamma scout zugelegt (danke fuer den tipp, Michael!)...  naja, gibts den rest diesen monats halt nur noch aldi-pizza. ;D
das ding ist aber sein geld wert...

hier ein paar bilder. habe nur die kleinen mit dem img tag eingebunden, rest verlinkt, da sehr gross:

3x2 cm autunit auf der waage:
http://kram.homelinux.net/tmp/radioactivity/autunit_wiegen.jpg

mit blitz:
(http://kram.homelinux.net/tmp/radioactivity/autunit_blitz.jpg)

...und unter UV-licht:
(http://kram.homelinux.net/tmp/radioactivity/autunit_uv.jpg)

messung mit gamma scout:
http://kram.homelinux.net/tmp/radioactivity/messung_autunit.jpg

dort gerade 125 uSv/h, hat aber einen peak wert von 155 uSv/h.


pulszaehlung im zeitraum einer minute:

nur Y: 2644
B und Y: 10.260
A, B und Y: 12.550

allerdings abstand ca. 3 mm... aehnlich wie auf diesem video, wobei das in >1 cm abstand schon um einiges weniger wird - aber ging nicht anders, ich musste ja noch auf die kamera achten und so, d.h. hier nur knapp ueber 10.000 pulse / min...:
http://kram.homelinux.net/tmp/radioactivity/autunit.wmv
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: betadecay2000 am 29 Jun 07, 10:58
Zitat
ist das UV licht eigentlich ungesund wenn es durch das ganze zimmer strahlt - d.h. sollte ich lieber lampenschirme anbringen?

Es kommt darauf an, ob es sich um langwellige UV oder kurzwelligem UV handelt.

Langwelliges UV (wird auch in Diskotheken gerne verwendet, sog. "Schwarzlicht") ist unbedenklich.

Bei kurzwelligem UV-Licht sieht es etwas anders aus, hier handelt es sich um Strahlung im UV-C-Bereich, UV-C-Strahlen durchdringen zwar nicht die abgestorbene Hornhautschicht (im Gegensatz zu UV-A und UV-B), aber sind für die Augen gefährlich und können diese u.U. schädigen. (daher NIEMALS direkt in ein Kurzwellen-UV-Lampe direkt reingucken!).

Bei guten kurzwellen-UV-Lampen wird i.d.R. ein Filter verwendet, der die anderen Wellenlängen ausblendet (das Licht erscheint wie das bekannte Schwarzlicht bei Langwellen-UV), bei billigen Lampen fehlt der Filter oft, hier erscheint das Licht hellblau, ich könnte mir vorstellen, daß hier auch UV-A und UV-B mit vorhanden sind, die u.U. auch die Hornhaut durchdringen und ggfls. einen Sonnenbrand verursachen können.

UV-C-Lampen werden übrigens auch zur Entkeiumung, z.B. von Wasser eingesetzt, da dieses eine abtötende Wirklung auf Bakterien und Algen hat.


Schöner Autunit übrigens, eine herrliche Stufe!  :D

Glück auf aus dem Münsterland,

Markus



Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: Krizu am 29 Jun 07, 12:29
Zitat
ist das UV licht eigentlich ungesund wenn es durch das ganze zimmer strahlt - d.h. sollte ich lieber lampenschirme anbringen?

Es kommt darauf an, ob es sich um langwellige UV oder kurzwelligem UV handelt.

Langwelliges UV (wird auch in Diskotheken gerne verwendet, sog. "Schwarzlicht") ist unbedenklich.

Bei kurzwelligem UV-Licht sieht es etwas anders aus, hier handelt es sich um Strahlung im UV-C-Bereich, UV-C-Strahlen durchdringen zwar nicht die abgestorbene Hornhautschicht (im Gegensatz zu UV-A und UV-B), aber sind für die Augen gefährlich und können diese u.U. schädigen. (daher NIEMALS direkt in ein Kurzwellen-UV-Lampe direkt reingucken!).

Hallo,

das kann ich in der Form eigentlich nicht stehen lassen. Zitat aus wikipedia.de:"Für die kurzfristige Bräunung der Haut (allerdings auch für Alterung und Faltenbildung) ist das UV-A verantwortlich („nahes UV“, Wellenlänge 320–400 nm), für die langfristige und den Sonnenbrand das UV-B (280–320 nm). Das noch kurzwelligere UV-C lässt die Erdatmosphäre nicht hindurch."

Das Auge reagiert meines Wissens mit Trübung durch Denaturieung von Eiweiss. Aber wer es weiss ist folgender Link:
http://www.bfs.de/uv/uv2 (http://www.bfs.de/uv/uv2)

Ich würde einen Blendschutz anbringen, dann ist auch das Plexiglas geschützt.

MfG

Frank
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 03 Jul 07, 17:06
vielen dank euch beiden fuer die ausfuehrliche antwort auf meine frage! :)

Zitat
Es kommt darauf an, ob es sich um langwellige UV oder kurzwelligem UV handelt.
Langwelliges UV (wird auch in Diskotheken gerne verwendet, sog. "Schwarzlicht") ist unbedenklich.

ich habe eine "Schwarzlicht-Energiesparlampe 15 W/E-27" von Conrad. gut, diese sind also unbedenklich... da bin ich ja beruhigt.

Zitat
Bei kurzwelligem UV-Licht sieht es etwas anders aus, hier handelt es sich um Strahlung im UV-C-Bereich, UV-C-Strahlen durchdringen zwar nicht die abgestorbene Hornhautschicht (im Gegensatz zu UV-A und UV-B), aber sind für die Augen gefährlich und können diese u.U. schädigen. (daher NIEMALS direkt in ein Kurzwellen-UV-Lampe direkt reingucken!).

ok, das werde ich beruecksichtigen, falls ich jemals kurzwellige UV-leuchtmittel betreiben werde. zum glueck scheint das bei uranmineralien ja relativ egal zu sein, die leuchten bei kurz- und langwelle, soweit ich weiss. insofern bleibe ich wohl beim sogenannten "schwarzlicht".


Zitat
Das Auge reagiert meines Wissens mit Trübung durch Denaturieung von Eiweiss. Aber wer es weiss ist folgender Link:
http://www.bfs.de/uv/uv2 (http://www.bfs.de/uv/uv2)

danke fuer den link!

Zitat
Ich würde einen Blendschutz anbringen, dann ist auch das Plexiglas geschützt.

damit meinst du diese "sonnenschutzfolie"?
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: caliastos am 03 Jul 07, 18:01
was mir noch zu dem thema strahlung und messen allgmein einfällt ist folgendes:

es gibt genaugenommen an sich kaum strahlungsfreie substanzen. irgendwo ist immer irgendein strahlendes isotop versteckt.
z.b. strahl im grunde jedes lebenwesen, da tier wie pflanze auch zu einem gewissen anteil radioaktiven kohlenstoff aufnehmen. das verhältnis zwischen 14C und 12C wird daher ja auch zur altersbestimmung verwendet.
auch findet sich in vielen anderen mineralen eine strahlenquelle. ein beispiel wären da K-haltige minerale (feldspat z.b.) zu nennen, die neben unbedenklichen kalium auch mal das radioaktive isotop 40K, welches dann in 40Ar zerfällt (ebenfalls eine altersbestimmungsmethode --> kalium-argon-methode). daraus läßt sich dann anhand der feldspäte prima das alter errechnen. ginge so auf 4,6 mrd jahre, nur leider gibt es dabei halt auch paar knackpunkte. oder man nimmt alternativ mal fission-track zu altersbestimmung. aber auch wieder wie alle ein paar schwächen.

insgesamt strahl da mehr oder weniger alles in begrenzter weise auf der erde. wie schon erwähnt wurde sind granite ja knackige strahler, was zum einen an den feldspäten und glimmer liegt, bzw. zum anderen auf den +/- immer vorhandenem gehalt von uran und co zurückzuführen. pegmatite sind da auch nicht gerade schlecht was strahlung angeht.

so, dachte das fehlt irgendwie noch was das thema radioaktivität und stahlung angeht. macht ja alles einen schönen teil der hintergrundstrahlung aus. es sind halt nicht unbedingt immer die uranminerale die kräftig strahlen. alle drei zerfallsarten sind auch anderswo vertreten.
Titel: Re: fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
Beitrag von: sabine am 02 Sep 07, 20:13
hallo!

habe es nun betadecay2000 gleichgetan und ebenfalls eine autoradiographie mittels polaroid-film angefertigt. die belichtungsdauer betrug 23 stunden; wohl etwas zu lange fuer solch reich besetzte uraninit stufen bzw. habe ich sie etwas zu nah aneinander gelegt. ::)
naja, fuer das naechste mal weiss ich es besser. ;)

die aktivitaet der uraninit-stufen betraegt, direkt am mineral gemessen, um 350 uSv/h an a, b und y strahlung.
die aktivitaet der meta-autunit kristalle betraegt bis zu 150 uSv/h (a, b, y).

(http://kram.homelinux.net/tmp/radioactivity/autoradio_thumb.jpg)
-> http://kram.homelinux.net/tmp/radioactivity/autoradio_klein.jpg

grosses bild (achtung! sehr gross, d.h. >4 mb!) siehe hier:
http://kram.homelinux.net/tmp/radioactivity/autoradio.jpg (http://kram.homelinux.net/tmp/radioactivity/autoradio.jpg)


ps@admin: bekomme die fehlermeldung, dass das upload-verzeichnis voll ist (beim versuch ein 149 kb grosses bild anzuhaengen).