Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: wolfi am 30 Apr 07, 09:08
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Servus alle,
wie kann man rein nach optischen Gesichtspunkten Chalcedon von Hyalit unterscheiden? Ich hab am Wochenende in einem Brocken pegmatitischen Quarz einige Drusen mit kleinen Quarz xx gefunden, die alle von einem nierigen Mineral, wasserklar bis milchig-trüb überzogen sind. Wäre es im Serpentinit, z.B. von Wurlitz, wäre es sicher Chalcedon. Wäre es im Basalt, wärs sicher Hyalit. Nun ist das in Quarz aus einem Pegmatit. Ich bitte also um Tipps/Anhaltspunkte! Danke schon mal!
Servus + Glück auf
Wolfi
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wie ist es mit der fluoreszenz zur unterscheidung?
Was ich als Hyalit habe leuchtet immer unter UV - bin mir aber nicht sicher ob es sich hierbei um eineindeutiges unterscheidungsmerkmal handelt ;-)
glück auf
udo
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Hallo,
Vielleicht mal Foto reinstellen. Ansonsten stimme ich Prehnit100 voll zu. Hyalith aus Pegmatiten enthält öfters geringe Urangehalte, so dass er im UV-Licht gelbgrün leuchtet. Eine sichere Bestimmung ist aber nur mit Pulverdiffraktometrie möglich. Versuche es gegebenenfalls noch über die Härte. Benutze dazu eine Mineralspitze der Härte 6,5 und eine der Härte 7. Die Härte von Chalcedon ist etwa bei 7, die von Opal liegt drunter. Wenn du das Mineral mit 6,5 und 7 ritzen kannst, ist es Opal. Kannst du das Mineral hingegen sogar mit Fluorit ritzen, so ist es ein Tonmineral (Meta-Halloysit??). Mir sind alle drei Minerale aus Pegmatiten bekannt.
Glück Auf!
Smoeller
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Guten Abend,
ich hätte eine Frage zum Hyalit. Im Englischen gibt es die Bezeichnung "Opal-AN" bzw. "Opal-AN".
Das A steht für amorph und das N für etwas, das ich nicht ganz verstehe. Bei mindat heißt es "the subscript "N" is to imply its structure is network-like similar to silica glass rather than composed of separate gel spheres". Wie lässt sich das übersetzen?
LG Philip
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Hallo,
sinngemäß:
die Struktur ist netzartig wie bei Quarzglas und nicht aus einzelnen Gel-Kugeln zusammengesetzt
hth
Günter
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Hallo,
Was ich als Hyalit habe leuchtet immer unter UV - bin mir aber nicht sicher ob es sich hierbei um eineindeutiges unterscheidungsmerkmal handelt ;-)
Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt.Anbei Hyalith auf Orthoklas,Erongo Mts.,Namibia.
Woher die starke Fluoreszenz?
Der Geigerzähler zeigt nichts an.
Gruß
Norbert
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Hallo,
Hyalith vom Kaiserstuhl zeigt auch diese Fluoreszenz. Opale von dort enthalten weniger als 0,25 % U2O3. Vermutlich zu wenig, um den Geigerzähler deutlich ausschlagen zu lassen.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
Habe vor 2 Tagen einen glasklaren Hyalith aus Valec,Tschechien aufgetrieben.
Er ist ebenfalls fluoreszent und hat keine messbare Radioaktivität.
Den Hyalith auf Orthoklas,Erongo habe ich von Dr.Ch.David,Marburg.
Habe sie wegen unseres threads um zusätzliche Infos zu der Stufe gebeten.
Die Antwort kam heute.Ich zitiere:
"Fluoreszenz kann nicht zur Unterscheidung von Chalcedon und Hyalit
herangezogen werden, ganz einfach weil nicht jeder Hyalit fluoresziert. So
zeigen z.B. die Hyalite auf den Topas-Stufen von Tepetate oder jene auf den
Spessartin-Stufen von Tongbei keine Fluoreszenz. Auch nicht jeder Hyalit aus
dem Erongo zeigt Fluoreszenz.
Im klassischen Sinne ist Chalcedon schon kryptokristalliner Quarz, gibt also
bei röntgenographischer Analyse schon Reflexe, während dies Opal und Hyalit
nicht tun. Chemisch enthält Opal gleichfalls wie Hyalit OH, das dem
Chalcedon fehlt.
Uran-Minerale treten zwar im Erongo auf, allerdings nur sporadisch, würde
ich also als Ursache für die Fluoreszenz des Hyalits nicht anführen.
Vielleicht spielt der Wassergehalt eine wichtige Rolle, hat aber wohl noch
keiner untersucht. Mit den Pegmatiten haben die Hyalite in Namibia
eigentlich nichts zu tun. Sind alles ganz junge Produkte aus der
Verwitterung der Granite und Vulkanite."
Die ursprüngliche Frage nach der visuellen Unterscheidung zwischen Chalcedon und Hyalith bleibt offen.
Fluoreszenz ist kein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal.
Vielleicht finde ich noch etwas über die Ursachen der Fluoreszenz.
Gruß
Norbert
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wie kann man rein nach optischen Gesichtspunkten Chalcedon von Hyalit unterscheiden?
Der rein optische Gesichtspunkt heisst: Brechungsindex.
Das wäre eindeutig.
Für dessen Bestimmung ist das menschliche Auge aber ungeeignet.
Eine rein visuelle Unterscheidung der diversen Opal-Typen und Chalcedon ist deshalb nicht immer möglich.
OH fehlt im Chalcedon nicht, es ist nur viel weniger drin, ebenso wie wesentlich weniger Wasser drin ist.
Nicht jeder Opal ist amorph wie Hyalit (Opal-AN) oder z.B. Edelopal (Opal-AG), es gibt röntgenographische
Reflexe bei Opal-CT und Opal-C, die wesentlich aus Cristobalit und Tridymit bestehen.
Amir
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Laut Sterling Gleason reichen wenige ppm U um fluoreszenz zu aktivieren.
Frohes Neues
Milo
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Hi,
@Milo!
Mich irritiert nur,daß die Fluoreszenz des oben gezeigten Hyalith stärker ist,als z.B. bei Boltwoodit,
der eine deutlich messbare Strahlung aufweist.
Uran-Beimengungen können für mich damit nicht die alleinige Ursache sein.
Norbert
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Weiter nach S. Gleason kann fluoreszenz unterdrückt werden durch Thorium oder manche Seltene Erden. SEE eventuell nachweisbar durch Kurz-UV ohne Filter.
Aber U-Silicate fluoreszieren nicht oder nur schwach.
Milo
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Hi,
... kann fluoreszenz unterdrückt werden durch Thorium oder manche Seltene Erden.
Dafür würde schon Kupfer genügen.
Norbert
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Unterscheidung zwischen Hyalit und Chalcedon ist auch mit starke NaOH Lösung möglich: Hyalit ist löslich, Chalcedon nicht (mindestens nicht mit blosem Auge merkbar).