Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: lostviking84 am 21 May 07, 13:16

Titel: Radioaktivität
Beitrag von: lostviking84 am 21 May 07, 13:16
Hallo!

Habe gelesen das Minerale wie Fluorit und Baryt radioaktiv sein können...Wie bedenklich ist es diese im Schlafzimmer zu lagern?

Mfg
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: Krizu am 21 May 07, 13:25
Hallo,

wo gelesen?

BTW: Milch ist auch radioaktiv über C14 und K40!

MfG

Frank
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: berthold am 21 May 07, 13:30
Hallo,

Baryt und Fluorit sind nicht radioaktiv. Aber: Manchmal kommen radioaktive Mineralien zusammen mit Baryt und Fluorit vor (z.B. Uranglimmer oder sogar Pechblende). Dann wird es natürlich im Schlafzimmer bedenklich wobei es auch auf die Mengen usw. ankommt.

Grundsätzlich möchte ich vom Schlafzimmer als Aufbeahrungsort von Mineralien abraten.

Gruß
Berthold
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: raritätenjäger am 21 May 07, 13:44
Hallo,

Es gibt auch Radonbaryte (Hokutolith), die bestimmt auch ein bissel was an Strahlung abgeben. Allgemein wird vor dunklen Baryten immer gewarnt. Vom Fundpunkt Ronneburg in Thüringen beispielweise sind einige Exemplar bekannt, die gewaltige Mengen an Strahlung abgeben (feinverteilte Pechblende im Baryt).

Glückauf
Andreas
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: thannator am 21 May 07, 13:46
Ich habe ca. 200 Fluorit-Stufen im Zimmer und lebe ...
Solange nicht arg viele Uran-Radon-u.a.-Verbindungen auf der Stufe sind - unbedenklich (Baryt und Fluorit ansich also). Und das ist ja normalerweise bei nur sehr wenigen Fundorten der Fall, dass solche Stufen "radioaktiv verseucht" sind  ;)

Seb
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: gsiberger am 21 May 07, 15:04
Hallo!

Dass Fluorit radioaktiv ist hab ich auch schon mal irgendwo gelesen! Aber noch eine andere Frage, wodurch bekommt Fluorit seine grüne Farbe und warum verliert er sie wenn man ihn kocht??

Mfg gsiberger =)
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: TT-PP am 21 May 07, 15:12
Hallo,

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralienportrait/Fluorit

Ich finde, da steht bereits alles wichtige zur Farbe dabei ;)

Gruß
peter paul
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: berthold am 21 May 07, 16:33
Hallo,

Zitat
Aber noch eine andere Frage, wodurch bekommt Fluorit seine grüne Farbe und warum verliert er sie wenn man ihn kocht?

Also: Kolloides Calcium (umstritten), Fe2+ plus (Mn,Cr,Ni oder Cu), Sm2+, Sm3+ dürften die häufigsten Ursachen für die grüne Farbe sein. Und wenn ich mir dabei einen Mechanismus aussuchen soll, der bei Temperatur (leicht) verblasst, dann würde ich auf Sm2+ assoziierte F-Zentren tippen.

Gruß
Berthold
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: smoeller am 21 May 07, 16:34
Hallo,

@gsiberger: Dürfte durch den Einbau von Europium-Ionen (Eu3+) in das Gitter anstelle von Ca2+ bzw. aufgrund der dadurch vorhandenen positiven Ladung im Gitter passieren. Dies führt zu Farbzentren. Trifft nun ein Lichtquant auf das Farbzentrum, so wird dadurch ein Elektron in einen instabilen angeregten Zustand gehoben. Es fällt zurück. Die Energiedifferenz wischen angeregtem und Grundzustand wird als Licht abgegeben (emittiert). Dabei wird bei Eu3+ in Fluorit halt grünes Licht emittiert.

Erhitzung kann zur Zerstörung solcher Farbzentren führen, ebenso energiereiche elektromagnetische Strahlung, oft reicht des UV-Anteil des Sonnenlichtes aus.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: berthold am 21 May 07, 16:54
Hallo Smoller,

auch einverstanden, aber wie kommst Du auf Europium? Ich dachte: Zweiwertiges Eu  gelb, dreiwertiges rötlich (mit schmalen Banden).

Gruß
Berthold
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: smoeller am 21 May 07, 20:56
Hallo Berthold,

Werde den Artikel in der Mineralien-Welt noch einmal raussuchen. Meinte mich zu erinnern, dass es Eu war. Sm ist natürlich auch möglich, da will ich mich nicht streiten.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: Krizu am 22 May 07, 08:50
Hallo,

in meinen Augen gehen hier einige Begriffe durcheinander:
Farbzentren: Instrinsische Defekte.
F-Zentrum: ein quasifreies Elektron auf einer Anionen-Leerstelle.
Wenn jetzt elektronische Übergange von Seltenen Erden diskutiert werden, sind das keine Farbzentren, sondern eine Störstelle mit färbenden Ionen

MfG

Frank
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: berthold am 22 May 07, 16:41
Hallo Frank,

ich meinte schon F-Zentren:

Zitat
dann würde ich auf Sm2+ assoziierte F-Zentren tippen

anderseits: F-Zentrum steht doch für Farbzentrum ? Oder anders gefragt: Ein Elektron auf einer Anionen-Fehlstelle ist kein Farbzentrum ? Also ich kenne F-Zentrum und Farbzentrum nun synonym (siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Farbzentrum)

Gruß
Berthold
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: Krizu am 22 May 07, 16:56
Hallo,

ich kenne F-Zentrum als das Zentrum, das sich mit einem H-Zentrum vernichtet. Wenn ich dran denke, sende ich Dir die Seite aus dem Moore oder Kittel.

MfG

Frank
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: lostviking84 am 29 May 07, 19:06
Was spricht den dann gegen das Schlafzimmer als Aufbewahrungsort für Mineralien?
MfG
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: Krizu am 30 May 07, 14:53
Hallo,

Flourit und Baryt ohen radioaktive Begleiter: Ausser dem Gewicht nichts!

@Berthold, aus dem Kittel:
Farbzentren entstehen durch:
- Fremdionen
- überschüssige Metallionen
- ionisierende Strahlen

Das F-Zentrum als ein Farbzentrum ist ein Elektron auf einer Anionen-Leerstelle.

hth

Frank
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: Hg am 30 May 07, 15:19
Was spricht den dann gegen das Schlafzimmer als Aufbewahrungsort für Mineralien?
MfG

öhm, nichts. Meine komplette Sammlung ist auch in meinem Schlafzimmer. Einen extra Raum für die Sammlung habe ich nicht.
Gruß
Andreas
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: smoeller am 30 May 07, 15:53
Hallo,

Habe ich auch. Nur die wirklich größeren U-Mineralien wie Autunit stehn in der Garage. Sogar der Uraninit (kleinste Mengen) steht im Schlafzimmer.

Glück auf!
Smoeller
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: berthold am 30 May 07, 16:20
Hallo,

Zitat
Was spricht den dann gegen das Schlafzimmer als Aufbewahrungsort für Mineralien?

wenn von den Sammlungsstücken sicher kein Radon, keine Uranglimmer-Stäube und auch keine Strahlung ausgeht, dann spricht nichts dagegen.

@Frank
Zitat
@Berthold, aus dem Kittel:
Farbzentren entstehen durch:
- Fremdionen
- überschüssige Metallionen
- ionisierende Strahlen

vielen Dank, verstehe ich Dich richtig: Ein F-Zentrum ist eine Art von Farbzentrum? - und es gibt auch andere Arten von Farbzentren?

Auf die Gefahr hin, dass ich kompletten Schwachsinn schreibe: So richtig hilft mir das Kittel-Zitat da nicht weiter denn:

Überschüssige Metallionen: Die haben wir doch z.B. bei einem Fn Zentrum. Wenn z.B. im Fluorit Fluor fehlt (=Anionenfehlstelle/n) haben wir überschüssige Metallionen (Ca eben).

Fremdionen: Da sehe ich zwei Möglichkeiten (ich denke an Metalle/REE): 1.) Die sitzen auf einem regulären Gitterplatz (machen die dann Farbe?) bzw. -und so kenne ich das-  sie stabilisieren ein F-Zentrum (assoziiertes F-Zentrum, macht  Farbe).  2.) Sie sitzen nicht auf regulären Gitterplätzen - dann haben wir überschüssige (Metall-) Ionen im kaputten Gitter - siehe oben.

Ionisierende Strahlen: Naja, klar, das ist die Ursache und was macht die Strahlung im Kristall: F-Zentren ?

Deswegen die Frage: Welche anderen Farbzentren gibt es (abgesehen von F-Zentren) noch, wie sehen diese aus?

Gruß
Berthold
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: Yoscha am 30 May 07, 16:33
Was spricht den dann gegen das Schlafzimmer als Aufbewahrungsort für Mineralien?
MfG
Von gewissen Esoterikern habe ich da schon einige "Argumente" gegen gehört, aber nach denen könnte ich in meinem Arbeitszimmer auch nicht arbeiten, weil die ganzen Steine mich mit "Störstrahlen" und ähnlichem bombardieren würden.

Es sricht eben nur etwas gegen bestimmte Minerale.
Strak radioaktive Minerale sollte man sowieso vorsichtig behandeln, aber wenn man sie richtig abschirmt kann man sie auch im Schlafzimmer aufbewahren.
Wobei das nicht nur für radioaktive Minerale gilt, sondern auch für einige andere, sie potentiell toxische Wirkungen haben könnten.
Wer sich informiert und sachgerecht mit solchen "Problemfällen" umgeht hat nichts zu befürchten.

Außer er glaubt sog. "Parawissenschaftlern", dann s.o.
Titel: Re: Radioaktivität
Beitrag von: Krizu am 30 May 07, 16:37
Hallo Berthold,

ja, es gibt eine Reihe an Farbzentren, aber ich schau lieber nach, bevor ich da was verreisse!
Ich zitiere den Kleber: "...und die Vielfalt der der überhaupt bekannt gewordenen Farbzentren ist in der Festkörperphysik kaum mehr zu überblicken"

MFG

Frank