Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: thothie am 25 Aug 04, 13:54
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Wem fällt hierzu was ein?
Fund von Bastenberg 2004
Mineralparagenese: Limonit, Cerussit
Farbe: himmelblau
Strich: weißbläulich
Säuretest: leicht löslich in HCL ohne Gasentwicklung
Transparenz:opak
Härte:?
Kristallform:monoklin?
[gelöscht durch Administrator]
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wenns in hcl löslich ist wirds wohl kein sulfat sein.... vielleicht ist es ja leicht wasserlöslich? Sieht on der Farbe ein bisserl nach Kupfersulfat aus.
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Hallo,
Sieht aus wie Serpierit oder Aurichalcit, obwohl die Farbe eigentlich zu hell ist. Vielleicht könnte es Caledonit sein? Der enthält Carbonat und Sulfat, und ist deswegen leicht löslich (?) glaube ich. Der Farbe und Pb-Paragenese passen dann auch...
Auf jeden Fall ein schöner Fund!
Gruß Robin
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Hallo,
Sieht aus wie Serpierit oder Aurichalcit, obwohl die Farbe eigentlich zu hell ist. Vielleicht könnte es Caledonit sein? Der enthält Carbonat und Sulfat, und ist deswegen leicht löslich (?) glaube ich. Der Farbe und Pb-Paragenese passen dann auch...
Auf jeden Fall ein schöner Fund!
Gruß Robin
;D ;D
Hi Robin,
ja- das habe ich auch schon spekuliert, mir kam nur der Glanz und die opake Erscheinung etwas suspekt vor.
Stell noch mal 2 Bilder rein
[gelöscht durch Administrator]
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:P
PS. Also eher Serpierit, als Caledonit- da leicht Gasentwicklung in Säure bei Caledonit
Gratulieren zu dem Fund kann man übrigens Charly, dem Trüffelschwein
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Wie sieht es denn mit einer Pseudomorphose von Chrysokoll nach Cerussit-XX aus?.. ;)..auch wenn nur die Farbe von Caledonit zu dem Mineral passen würde..
..Serpierit halte ich jedenfalls für ausgeschlossen .. obwohl..was kann man schon wirklich ausschließen?
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Neuling. Nee.
Mineralogie-Student mit zwei Jahren anorganischer Chemie und 2 Jahren Geochemie und mir ist neu, das sich Sulfate von HCl beeidrucken lassen. Habs auch eben gleich mal ausprobiert und kann nichts sagen, dass sich da irgendwas getan hätte.
Baryt: unlöslich in HCl
Coelestin: unlöslich in HCl
Anhydrit/Gips: unlöslich in HCl
Thenardit: wasserlöslich
Mirabilit: wasserlöslich
Kieserit: wasserlöslich, unlöslich in HCl
Epsomit: wasserlöslich
Alunit: unslöslich in HCl
usw. usw. keine Löslichkeit in HCl - kann eigentlich auch gar nicht sein, weil H2SO4 nunmal die stärkere Säure ist.
Aber 'Löslichkeit in HCl' ohne Gasentwicklung klingt für mich eher nach Lösung in Wasser.
Sollte Caledonit nicht grün sein oder zumindest einen grünlichen Strich haben? Serpierit habe ich zwar noch nie gesehen, aber es ist im allgemeinen die Rede von kleinen himmelblauen Linealförmigen Kristallen - insofern wäre das zumindest eine Möglichkeit. Das viele Kristallwasser in der Formel würde auch eine gute Löslichkeit in Wasser bedingen.
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Sulfate, die sich nicht in Wasser lösen lassen, lassen sich auch nicht in Salzsäure lösen, da bin ich mir ganz sicher, da HCl nämlich die leichter flüchtige Säure ist.
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Hi Gregor,
schön, dass Du auch mal wieder hier im Forum bist.. ;D :D
Gruß Peter
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Sulfate, die sich nicht in Wasser lösen lassen, lassen sich auch nicht in Salzsäure lösen, da bin ich mir ganz sicher, da HCl nämlich die leichter flüchtige Säure ist.
??? öhm, das hat doch auch niemand angezweifelt ;)
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Servus alle,
und was ist mit Anglesit??? Der ist sehr wohl löslich in HCl.
Servus + Glück auf
wolfi
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Hallo,
also ich denke auch, das läßt sich nicht so pauschal sagen...mir fallen da auf Anhieb beispielsweise Connelit, Cyanotrichit, Spangolith, Botryogen etc ein...alle in HCL, aber nicht in Wasser löslich...
Gruß, Erik
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:D :D :D
An alle, die mir bei der Bestimmung behilflich waren: Vielen Dank!
Allerdings habe ich gehofft, daß bei der Fülle an bekannten Daten eine genauere Eingrenzung möglich wäre.
Ich habe den Eindruck, daß das Gegenteil der Fall ist, so Sachen wie Anglesit und Chrysokoll kann ich jedenfalls völlig ausschließen, Connelit auch- passt nicht von der Kristallform, ebenso Caledonit wegen der Farbe.
Ich habe im selben Bereich auch Langit und Posnjakit gefunden, neben Hydrozinkit und der in der Paragenese beschriebene Cerussit entpuppte sich als Quarz.
Daher sag ich jetzt enfach mal Serpierit.
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Servus alle,
ich hab ein sehr ähnliches Mineral von Serifos, Griechenland. Eine Probe davon ist derzeit beim Analysieren.
Bei meiner Stufe handelt es sich allerdings um Pseudomorphosen von Malachit-Kristallen, da teilweise der Malachit noch erhalten ist. Ich versuch mal, am Wochenende ein Bild davon einzustellen. Könnte das nicht auch so was sein?
Servus + Glück auf
Wolfi
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Hallo Thomas,
Ich denke jetzt auch Serpierit ist am wahrscheinlichsten. Caledonit scheidet ja aus wegen der fehlende Gasentwicklung, Paragenese (kein Pb) und Größe der xx (die sind bei Caledonit normal eher winzig). Aurichalcit würde auch Gasentwicklung geben.
Aber du hast recht, die opake Erscheinung ist ungewöhnlich für Serpierit. Vielleicht liegt ja eine Pseudomorphose vor, wie bereits vermutet durch Peter und Wolfi. Dabei ist dann die Kristallform von Serpierit behalten.
Gruß Robin
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Pseudomorphose von Chrysokoll nach Serpierit wäre auch möglich aber reiner Serpierit ist immer himmelblau und ich habe noch nie einen Himmel gesehen der in diesem Blau gefärbt sein soll.
Außerdem habe ich genauso ein Foto schon in einer der Lapis-Ausgaben gesehen (in welcher, weiß ich nicht mehr) und da stand Pseudomorphose von Chrysokoll nach irgendwas..sieht jedenfalls genauso aus - samt Färbung ..das spräche auch dafür..
..und ..
und Chrysokoll kann ich jedenfalls völlig ausschließen, Connelit auch- passt nicht von der Kristallform, ebenso Caledonit wegen der Farbe.
..das Gegenteil ist der Fall..Du kannst auch nicht direkt ein monoklines Mineral von einem orthrhombischen Mineral so ohne weiteres auseinanderhalten und Caledonit zeigt eben gerade dieses Blau - Serpierit aber eben nicht!
..aber..auch egal..glaubt was Ihr wollt! :)..für mich ist das fast eindeutig eine Pseudomorphose von Chrysokoll nach einem strahligen Mineral, das vermutlich orthorhombisch ist!
..Deine Härteangabe von 3-4 oder weniger passt übrigens auch auf alle von mir benannten Minerale - insbesondere auf Chrysokoll! Und ob der Strich mehr grünlichweiß oder bläulichweiß ist..das ist Auslegungssache!
Sei doch froh über diesen Bestimmungsvorschlag.. :)... schließlich hättest Du dann etwas ganz Besonderes..sofern tatsächlich zutreffend..aber Fotobestimmung kann immer nur ohne Gewähr sein... :)
Gruß Peter
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:D
Hallo Leutchen,
schon einleuchtend Eure Hypothesen!- Insbesondere Pseudomorphose n. Malachit/Serpierit
Doch eine Sache muß unbedingt noch geklärt werden!
Farbe :himmelblau -Habe ich überhaupt angegeben, da sie auf dem Foto nicht rüberkommt. Die Nikon macht mir da nen Grünstich rein
Chrysokoll habe ich auch ausgeschlossen, da beim Säuretest keine Gelbidung sichtbar war und sich das Mineral ruck zuck zersetzte.
Wenn wir jetzt bei der Hypothese: Pseudomrphose.... bleiben, fällt mir da Linarit/Posnjakit ein, die habe ich genau von diesem Fundpunkt- Sie haben original die gleiche Farbe und ein identisches Säureverhalten.
Also Linarit/Posnjakit pseudomorph nach Malachit?
Mir ist nur nichts darüber bekannt, ob die auch Pseudomorphosen bilden.
Malachit gibt es auch dort und bildet ähnliche garbenförmige Aggregateneben Cerussit.
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:P :P :P
Fehlerteufel ;D ;D ;D
Gemeint ist Langit, nicht Linarit!
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Sieht mir eindeutig nach Pseudomorphose aus.
Uwe Kolitsch
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:D
Also Pseudomorphose!
Aber was und wonach?
Die Beschreibungen über die Lösungseigenschaften von Sulfaten, haben mich dazu bewogen die Stufe dahingehend noch mal genauer zu untersuchen.
Auf der Unterseite befindet sich übrigens die gleiche Substanz, allerdings als amorpher Belag mit sporadischen monoklinen Einzelkristallen.
Hier die Ergebnisse:
Das Mineral ist schnell löslich in verdünnter HCl, Ammoniak und kaltem Wasser.
Das Material verfärbt sich von himmelblau nach weiß, ohne daß es zu einer Verfärbung
der Lösung kommt.
Die Härte ist vermutlich geringer als 3
Nun halte ich Zink- oder Kupfervitriol für wahrscheinlich.
Bei der Literaturecherche blieben hinsichtlich der sonstigen Eigenschaften nur noch Chalkantit und Ransomit übrig.
Chalkantit färbt die Lösung blau und hat eine trikline Kristallform.
Also Ransomit? ??? :-*
Wer kennt dieses Mineral und kann was über seine Eigenschaften sagen? :-*
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Das Blei-Kupfersulfat Linarit hat auch Härte 2,5; ist monoklin, zeigt blassblauen Strich und zeigt unter verdünnter HCL auch Verfärbung von blau nach weiß. Nur Linarit kommt genauso dunkelazurblau wie Azurit vor. Nur daran würde es scheitern; sonst wäre ich doch wieder bei Linarit als Tipp angekommen..
Das wasserhaltige Kupfer-Eisen-Sulfat Ransomit bildet nur Kristalle (xx) unter 3 mm, zeigt aber dann die himmelblaue Farbe und einen bläulichweißen Strich; ist auch monoklin und zeigt vollkommmene Spaltbarkeit. Sehr selten..
..und hier noch 2 Links dazu ..
http://www.mindat.org/show.php?id=3364
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Ransomit
Ransomit soll ja nur aus dem Hydrosulfatstollen von Plaka, Lavrion und von Bisbee Arizona stammen..
...wäre ja dann ein Erstnachweis für neue Lagerstätte - in diesem Falle für den Bastenberg im Sauerland..
..weshalb möchtest Du keine Röntgenanalyse durchführen lassen? ;)
Gruß Peter
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...so sieht übrigens der Linarit vom Bastenberg aus..
http://www.klinoklas.de/Mineralien/Bildergalerie/Linarit/body_linarit.html
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:D
@ Alle
Erst einmal vielen Dank für die Beiträge
Linarit habe ich zu Hauf dort gefunden
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:)
Oh, es sollte doch weitergehen.
Jedenfalls kann ich Linarit ausschließen (Farbe, keine Löslichkeit in H2O, etc...)
@ Peter Danke für die links
War dort schon- leider sind die Abbildungen nicht zu gebrauchen.
Die Analyseentscheidung werde ich mal Charly, dem Finder überlassen, der kann den Lapis Leserservice nutzen
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Für alle, die hier fleißig mitgerätselt haben:
Meine letzte Hypothese: Chalkonatronit
wurde per EDX-Analyse vom Lapis- Leserservice bestätigt.
Es handelt sich nach Herrn Dr. Weis um eine Pseudomorphose Chalkonatronit nach Anglesit. In den kommenden Monaten wird hierzu ein Artikel des Finders A. Turk (Trüffelschwein) in Lapis erscheinen.
Danke noch mal für Eure Mithilfe.
Thomas
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Hallo Obelix!
Chalkonatronit...sehr interessant und sehr selten...
Herzlichen Glückwunsch an Trüffelschwein!
Gruß
TK
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8) Danke, Danke..
Hömma – ich tanz hier schon den Moonwalk.
Erstmalig seit 20 Jahren wird wieder was vom Bastenberg im LAPIS stehn.
Ich habe Montag noch mit dem Chefredakteur Dr. Weiß telefoniert und den Artikel mit CD zur Post gegeben. Thomas hat alle Fotos beigesteuert und ich denke, das da was Gutes bei rum gekommen ist. Ich denke, die Veröffentlichung erfolgt mit der März/April-Ausgabe.
Die Stufe selbst habe ich in Watte gepackt und in den Tresor eingeschlossen – Chalkonatronit vom Bastenberg ist ja wie´n 6er im Lotto......obwohl...........der wäre mir ehrlcih gesagt doch lieber ;-))
´tschüssken und
trüff, trüff
Trüffelschwein Charly
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Gluckwunsch Charly!!
Grusse
Harjo
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Also ich glaube das es Lavendulan,ist zwar kein Sulfat aber die Kristallform und Farbe sieht nach Lavendulan aus.Lavendulan hat die Härte 2,5 müsste also mit Fingernagel ritzbar sein.
Hoffe ich konnte helfen
Jan-Henrik
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Hi,
Es ist schon als Chalkonatronit bestimmt (analysiert).
Gruß Robin
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Wer verkauft mir bitte ein solches Stück mit Chalkonatronit? ;)..oder eine Pseudomorphose von C. nach Anglesit? Dafür würde ich gerne 'was springen lassen'.. :)..oder Tausch möglich?
Gruß Peter
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Entschuldigung hab ich wohl überlesen das es schon bestimmt ist
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Hallo Jan-Henrik,
ein kleiner Lapsus wird hier im Allgemeinen von fast allen schnell verziehen.. ;D..also keine Bange..ist nicht weiter schlimm.. ;D ;D 8)
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Da bin ich aber Froh ;)