Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Latrodectus am 18 Jun 07, 11:08
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Hallo,
ich habe folgende Frage: Ich habe vor einiger Zeit ein Mineral mit einem alten Sammlunsetiket der Bergakademie Freiberg erworben. Es handelt sich um ein Uranmineral aus Joachimsthal/Böhmen.
Beschriftet ist es mit "Kupferuranit u. Chalcolith". Gehe ich richtig in der Annahme das Kupferuranit die alte Bezeichnung von Torbernit ist? Dann aber dürfte das Mineral doch keine Fluoreszenz zeigen, oder? Mein Mineral fluoresziert aber unter einer Schwarzlichtlampe.
Kann es sein daß das Mineral falsch bestimmt bzw. beschriftet wurde?
Danke für Eure Hilfe, Gruß Peter
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Hallo Peter
Ja es ist Torbernit also zumindest die alte Bezeichnung davon.
In unserem Lexikon steht bei Lumineszenz Keine; Cu = UV-Killer (bis in kurz und langwelligem UV-Licht schwach gelb)
Gruß
René
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Hallo,
Stimme Klinoklas voll zu. Könnte sich aber höchstens noch bei Kupferuranit um Zeunerit handeln, der vom Torbernit optisch kaum zu unterscheiden ist. Aber auch Zeunerit fluoresziert nicht. Würde da gleich eher an Heinrichit denken. Leicht Cu-haltiger Heinrichit ist grün, fluoresziert aber noch intensiv. Habe solches Material von Wittichen. Sieht wie Zeunerit aus.
Glück Auf!
Smoeller
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Zur Geschichte von dem Namen Chalcolith bzw. Torbernit siehe hier:
http://tw.strahlen.org/typloc/torbernit.html (http://tw.strahlen.org/typloc/torbernit.html)
Glück Auf
der Stollentroll
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Hallo,
Gehe ich richtig in der Annahme das Kupferuranit die alte Bezeichnung von Torbernit ist? Dann aber dürfte das Mineral doch keine Fluoreszenz zeigen, oder? Mein Mineral fluoresziert aber unter einer Schwarzlichtlampe.
Kann es sein daß das Mineral falsch bestimmt bzw. beschriftet wurde?
Richtig, "Kupferuranit" ist eine alte Bezeichnung für Torbernit. Und auch richtig, Torbernit fluoresziert nicht. Aber: Relativ häufig kommen Epitaxien von Torbernit mit Autunit und Torbernit mit Uranocircit vor - und die fluoreszieren dann schon. Einfach mal das Stück unter dem Bino mit UV-Licht ansehen, häufig klärt sich dann die Frage der "fluoreszierenden Torbernite" auf.
Gruß
Berthold
PS: Siehe dazu auch meinen Aufsatz: WEBER, B., (2007) Epitaxie und Metaphasen von Autunit, Torbernit und Uranocircit aus Wölsendorf, Hagendorf und Bergen, Der Aufschluss 58: (Jan./Feb. 2007), S. 7-12
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Hallo,
ich bin gerade bei der Suche auf dieses Thema gestoßen und greife es nochmal auf.
Ich habe heute in unserem "Mineralienfundus" ein MM-Döschen gefunden, beschriftet mit "Torbernit Menzenschwand, unter UV-licht grün".
Ich habe mal versucht, ein paar Bilder zu machen, allerdings mit meiner kleinen Digicam, ohne Stativ und mit normaler Zimmerbeleuchtung, daher qualitativ ziemlich mies (zudem ist das Stück auch nur ca. 1,5x2 cm groß). Aber vielleicht könnt Ihr mir ja trotzdem was dazu sagen.
Die ersten beiden ohne Blitz aufgenommenen Bilder zeigen in etwa die Originalfarbe, das ist also alles ziemlich dunkel. Die anderen Bilder wurden mit Blitz aufgenommen (außer die unter UV-Licht).
Bilder (http://www.spookey.de/mineralien.html)
Relativ häufig kommen Epitaxien von Torbernit mit Autunit und Torbernit mit Uranocircit vor - und die fluoreszieren dann schon. Einfach mal das Stück unter dem Bino mit UV-Licht ansehen, häufig klärt sich dann die Frage der "fluoreszierenden Torbernite" auf.
Wie würde man das denn erkennen, also wie sieht das dann aus?
Danke, Anne
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Denke da an Meta- Zeunerit, welcher grün fluoresziert. Da der ganze Kristall zu fluoreszieren scheint, denke ich nicht an Verwachsung. Eine Verwachsung Torbernit/ Autunit (Heteroepitaxie) zeigt sich unter dem Bino so, dass der Autunitbereich fluoresziert, der Torbernitbereich nicht.
Auf dem Bild könnte man aber auch durchaus einen dunklen Bereich am Kristall (bläulich) erkennen. Du müsstest also schauen, ob die Kristalle aus fluoreszierenden und nicht fluoreszierenden Bereichen bestehen.
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
@Anka: Schönes Stück. Ist ein Mischkristall Torbernit-Zeunerit.
Glück Auf!
Smoeller
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@ smoeller
Verstehe ich jetzt nicht, weder Torbernit noch Zeunerit fluoreszieren, wie kommt es zur Fluoreszenz bei den Mischkristallen?
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
Verstehe ich dann auch nicht. Ist jedenfalls typischer Torbernit, in keinem Fall ist es Heinrichit oder Uranocircit. Vielleicht ist aber trotzdem noch Heinrichit dabei.
Glück Auf!
Smoeller
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Dachte eben Metazeunerit, der ist aber eigentlich etwas hellgrüner?
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
Metazeunerit fluoresziert auch nicht. Ist auch meist etwas heller. Diese grünen xx von Menzenschwand waren Torbernite.
Glück Auf!
Smoeller
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Ist ein Mischkristall Torbernit-Zeunerit.
wie kann man denn so einfach einen Mischkristall bestimmen ???
Ist jedenfalls typischer Torbernit, in keinem Fall ist es Heinrichit oder Uranocircit. Vielleicht ist aber trotzdem noch Heinrichit dabei.
was denn nun ??? In keinem Fall Heinrichit und dann plötzlich doch ??? Was sind denn das für Aussagen?
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@ smoeller
Metazeunerit fluoresziert auch nicht.
Soweit mir bekannt schon. Ich überlege, wo das gestanden hat. Sehe gerade, hier im Lex z. Bsp. http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Metazeunerit (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Metazeunerit)
Und im Rösler ist angegeben: "...fluoresziert gelbgrün..." ???
Wäre mal interessant, ob auch Arsen in der Matrix steckt.
Es könnte mal jemand, der die Informationen hat, die Fluoreszenz- Liste im Lexikon ergänzen, da fehlt noch einiges.
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
Meine Metazeunerite von Wittichen fluoreszieren nicht. Ist daher echt neu für mich. Kann aber durchaus sein.
Man sieht bei den Menzenschwander Stücken meist kaum primäre Erze, da stark verwittert. Wenn ist es Pyrit/untergeordnet wenig Arsenopyrit mit Uraninit und Hämatit. Arsen tritt nur in mikroskopischen Dimensionen auf.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
vielen Dank für Eure Antworten! Ich werde mir das mal noch bei Gelegenheit unter dem Mikroskop anschauen, aber so wie ich das hier herauslese, habe ich als Laie vermutlich eh keine Möglichkeit, das wirklich zu bestimmen, oder?
Ich habe nun auch noch einen Torbernit (wenn es denn einer ist) aus Frankreich gefunden (Fundort Liouc), der ist zwar von der Farbe her recht ähnlich, die Kristalle sehen aber ganz anders aus (eher dünne Tafeln), und er fluoresziert definitiv nicht. (Foto (http://www.spookey.de/torbernit/t8.jpg))
Könnt Ihr mir evtl. auch noch was hierzu (http://www.spookey.de/torbernit/t9.jpg) sagen? Vermutlich auch was uranhaltiges, oder (Uranocircit?)? Fundort ist Issy-l'Evêque, das würde ja zu Uran passen - sonst steht leider nichts dabei. Leuchtet unter UV-Licht sehr intensiv hellgrün. Die Kristalle sind in natura etwas gelber als auf dem Foto (also eher kein Oliv-Stich) und von der Form her wie runde, sehr dünne Täfelchen.
Vielen Dank, Anne
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Hallo,
ich sage mal: Bild 1 :Torbernit, Bild 2: Metaautunit.
Glück Auf
Uwe
edit: Kann die Bilder etwas korrigiert reinstellen (Farbe/ Schärfe), wenn du willst.
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Hallo Uwe,
mein Monitor daheim ist nicht kalibriert, daher habe ich Farbkorrekturen jetzt mal gelassen. Scharfgezeichnet hatte ich eigentlich schon, mit noch mehr sah es eher verfälscht aus. Sie sind einfach qualitativ nicht so gut.... :P Aber trotzdem danke! :)
Bei den neuen Bildern hatte ich mich auch nicht getraut, die Dosen aufzumachen, da das doch alles ziemlich instabil und bröselig aussah (vor allem Nr. 2).
Einen Metaautunit habe ich auch noch, da sind die Kristalle aber eher eckig? ???
Viele Grüße, Anne
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Die Bilder sind ausreichend ;)
Schuppige Formen sind normal. Ich vermute, dass die Flächen (bei Autunit) 110 und 111 im Verhältnis zu 101 und 011 länger sind als bei den eckigeren Formaten.
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
die Frage der Fluoreszenz von Cu-Uranglimmern (Zeunerit und Torbernit) ist immer noch nicht 100%ig geklärt. In der Literatur finden sich für Zeunerit unterschiedliche Angaben, für Torbernit allgemein, dass er nicht fluoresziert. Hintergrund ist der, dass Cu eigentlich die Fluoreszenz verhindert. Nun hat man aber folgende Beobachtungen gemacht: Reiner synth. Zeunerit fluoresziert nicht. Natürlicher Zeunerit manchmal schon und unterschiedlich stark. Es gibt eine Untersuchung die das auf den Wassergehalt zurückführt, die Dehydration verstärkt die Fluoreszenz. An anderen Stellen wird von Fluoreszenz bei/durch Ca-Gehalt gesprochen, wobei nicht klar ist, ob das Mischkristalle oder Mischanalysen von Verwachsungen sind. Nachdem man oft schon mit der Lupe epitaktische Verwachsung von Uranglimmern sehen kann und zudem z.B. Torbernit und Autunit anderen Gitterbau aufweisen spricht das eher nicht für Mischkristalle.
Ist also nicht so einfach, dass man hier eine Bestimmung nur über die Frage der Fluoreszenz machen könnte.
Gruß
Berthold