Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: uwe am 18 Jun 07, 19:54
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Bekanntlicherweise entsteht Proustit als hydrothermale Bildung in Erzgängen als Begleiter von Arsen, Skudderutit usw. Nun fand ich aber heute auf der Halde Abraham bei Lauta ein Stück Gneis mit einer kleinen offenen Ader von Fluorit und Quarz. Auf der Ader hatte sich aus dem berüchtigten Haldensinter und Haldensand einen Kruste gebildet, die beim Ankratzen winzige Proustitkriställchen freigab. Nach vorsichtigen Absäuern konnte die obere Schicht des Sinters gelöst werden und man sah, daß in der Schicht zahlreiche Proustitkristalle vorhanden waren. Die Proustitkristalle waren vor allem auf gitterförmigen Bildungen angsiedelt. Auf der Matrix selbst, die übrigens keine Spur von Arsen oder Sulfid enthielt, war kein Proustit aufgewachsen. Die Kristalle fanden sich ausschließlich in der brösligen, mit Hldensand durchsetzten Schicht.
Wer hat schon eine solche Erfahrung gemacht bzw. wer hat eine Idee, was sich da so zersetzt haben könnte. Einige Bilder hänge ich an.
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Nun das zweite Bild. Sorry, ich vergaß meinen Beitrag zu unterschreiben.
Glück Auf
Uwe
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zweites Bild
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drittes Bild
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Hallo,
Würde Cuprit hier nicht unbedingt ausschließen wollen. Cuprit in der Varietät des Chalkotrichits bildet solche Verwachsungen und kann von Farbe und Glanz her mit Proustit verwechselt werden.
VOn sekundärem Proustit habe ich noch nichts gehört.
Glück Auf!
Smoeller
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Sind es denn wirklich richtige Kristalle, und auch wirklich Proustit? Ich habe auf einer Stufe vom Schindlerschacht, Schneeberg kräftig rote, transparente und glasige Krusten als Sekundärbildung neben Kobaltkoritnigitkügelchen und Erythrin. Diese Krusten wurden bereits einmal analysiert, und stellte sich als röntgenamorphes Arsenat mit wechselnden gehalten an Cobalt, Eisen, Calcium und wenig Magnesium heraus. Also leider kein Mineral. Vielleicht liegt hier etwas ähnliches vor. Von Proustit als Haldenbildung habe ich auch noch nichts gehört.
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Der Hinweis auf Cuprit ist nicht von der Hand zu weisen. Kupferminerale sind in der Schüttung, wo ich das Stück gefunen habe wahrscheinlich, während die Schüttung mit den Silbermineralen an einer andren Stelle der Halde ist. Ich werde mal diesen Hinweis weiter verfolgen. Cuprit bzw. Chalkotrichit währe mir lieber als Proustit.
Glück
Auf Uwe
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Also ein Sammlerkollege hat mal eine etwa 1000 Jahre alte Münze in der Nähe des Klosters Riechenberg bei Goslar gefunden. Diese war teilweise mit roten Kristallen besetzt, die von mehreren Mineralienkundigen als Proustit identifiziert wurden.
Ob die sich auch geirrt haben kann ich nicht sagen, aber ich habe die Kristalle unter dem Binokular gesehen, und die sahen extrem nach Proustit aus.
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Die besagte Stufe lag jetzt drei Tage auf meinem Schreibtisch. Dabei sind die Kriställchen relativ stark nachgedunkelt. Nun tendiere ich wieder mehr zu Proustit. Werde übers Wochenende mal einen Test auf Kupfer machen.
Arsenhaltige Sickerwässer sind ja auf Erzgebirgischen Halden nicht selten. Kann es nicht doch sein, daß bei bestimmten pH-Werten Argentit mit diesen Wässern in Lösung geht und sich an anderer Stelle gemeinsam mit den Arsenionen als Proustit abscheidet ?
??? ??? ???
Glück Auf
Uwe
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Ich denke die Idee ist gar nicht so abwägig.
Ich kenne ähnliches aus UT Funden wo Proustit mit reichlich "Sand"vermengt war.Soll bedeuten ,das sich Kluftletten mit kleinen roten Kristallen angereichert hatten.
Nun weiß ich nur nicht, ob diese sich sekundär gebildet haben oder einfach durch tektonische Bewegungen in die Lettenzonen geraten sind.
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Also, Kupferionen sind definitiv nicht mit im Spiel. Der Kupfernachweis war negativ. Es ist also doch Proustit auf irgend einem zerstezten Mineral.
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
also Sekundärbildungen von Proustit auf halden sind meiner Meinung nach nicht möglich, Proustit bildet sich ausschließlich hydrothermal! Ich habe derartiges Material auch schon auf Halden gefunden. Es handelt sich um ehemals größere Proustitaggregate die beim Verstürzen auf die Halde kaputt gegangen sind und später durch die typischen Sekundärbildungen verbacken wurden.
Gruß Jürgen