Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Sachsen => Thema gestartet von: Lausitz am 27 Jun 07, 20:21
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Hallo liebe Sammlergemeinde
Wer kann zu diesem verst. Farn etwas sagen
Fundort Kieswerk von Ottendorf-Okrilla
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Dazu kann ich nur soviel sagen: :o
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Hallo Bernd,
nach unserem heutigen Telefonat bin ich nun auch "drin" ! Zu dem Fund: Sieht toll aus, aber was es ist ?
Muss man sich mal mit der entsprechenden Optik anschauen... Sieht aus wie ein Stamm mit Blattabgängen
(Farnwedelstiele ?). Hast Du das Stück bei Dir ?
Ansonsten werde ich auch mal einiges einscannen und hier reinstellen.
Bis bald,
Hartwig
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Hallo
Ist zwar schon Jahre her, aber ich bin nun mal wieder über dies Stück gestolpert. Dies Stück (oder ein Abschnitt davon) wurde vor einigen Jahren in Chemnitz zum Hornsteintreffen gezeigt und von Dr.R.Rößler als ?Dicksoniaceae zugehörig bestimmt.
Die Familien Dicksoniaceae und Cyatheaceae gehören zur Ordnung Cyatheales, wo auch die heutigen Baumfarne zugeordnet werden.
Fossil gehören zu diesen Familien weitere Vertreter, die auch der Sammler hier in den Elbeläufen bzw. in angrenzenden polnischen und tschechischen Flußsedimende finden kann.
Zum einen die Protopteris - Funde, davon wurden 2 ja im MA schon abgebildet und dann noch aus der Literatur Rhizodendron oppoliense, der neben dem Originalfund bei der polnischen Stadt Opole auch mit 2 weiteren Ex. in Sachsen gefunden wurde (R.DABER 96)
Nahe Prag noch Oncopteris, hier aber in Sandsteinerhaltung.
Anbei mal ain Querschnitt eines rezenten Baumfarn aus Bali. Werner
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Anmerkung: weitere Fotos unter
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,12577.msg138007.html#msg138007
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,12577.msg137990.html#msg137990
und zum Protopteris:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,2220.msg275661.html#msg275661
bzw. https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/FossilData?fossil=Protopteris
und noch eine Frage an Werner:
du schreibst, dass 2 Protopteris-Funde im MA abgebildet sind - welcher (und wo) ist der zweite, außer dem von Lausitz?
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Hier ist noch ein Exemplar zu sehen. https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,14604.30.html
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hallo Bernd,
besten Dank !
den hatte ich völlig vergessen ! ::)
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Hallo,
hier ebenfalls ein Farn aus Ottendorf-Okrilla, der gewisse Ähnlichkeit zu dem gezeigten Stück hat.
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Wedelstielabgänge
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ich find, das hat schon mehr als "gewisse Ähnlichkeit ", m.E. eine recht starke Ähnlichkeit.
Toller Fund, gratuliere!
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Auch eine Dickisoniaceae zum Vergleich : Conantiopteris sp. (12 cm) allerdings aus einer Kiesgrube in Polen, Kreide
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Hallo
Die Gattung Conantiopteris wurde an Hand von Funden aus Kalifornien aufgestellt. Vergleiche mit europäischen Funden wurden meines Wissens nicht gemacht. Leider habe ich von der Erstbeschreibung nur ein Abstrakt. Soll aber auch charakteristische Blattbasen haben. Nun weis ich nicht, ob das polnische Ex. exakt wissenschaftlich untersucht worden ist (Dünnschliffe etc.) oder eben nur eine "Bestimmung" von - ohne Frage - kundigen Sammlern. Ich habe Bilder von einem polnischen Ex. gesehen (dieselbe Ex.?), welches einen dicken Luftwurzelmantel hatte, somit konnte man die entscheidenden Blattbasen überhaupt nicht sehen! Macht es überhaupt Sinn mitteleuropäische Funde amerikanischen Gattungen zuzuordnen??? Besser wäre es gewesen Vergleiche mit dem ebenfalls verkieselten Kreidefarn Rhizodendron oppoliense GÖPPERT 1865 aus Oberschlesien anzustellen. Von diesem Farn gibt es lt. DABER (1996) vier wissenschaftlich bearbeitete Funde, wobei Dünnschliffe und Scheiben sowohl in Hildesheim und ? Berlin bzw. Wroclaw liegen. Ein kleiner Abschnitt in einer Privatsammlung, den ich mal eingesehen habe. Das Dilemma ist eben, das es eine Bearbeitung der silifizierten Protopterisfunde nicht gibt (nur Sandsteinausgüsse), es müssten soviel wie möglich Funde untersucht werden - Dünnschliffe von den Mittelstelen, die Wedelansätze usw. Nur so würde Klarheit in diese interessante Gruppe von Baumfarnen kommen! Aber welcher Wissenschaftler nimmt sich dieses Themas an und welche Privatsammler sind bereit ihre Einzelstücke untersuchen zu lassen! Werner aus der Lausitz
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Hallo
An die Originalbeschreibungen von Conantiopteris und Rhizodendron komme ich soll schnell nicht heran. Aber in dem DERNBACH - Buch: Geheimnisse versteinerter Pflanzen (grüner Einband) bin ich auf einen interessanten Hinweis gestoßen. Ich denke einige Kieselholzsammler im MA werden dieses Buch kennen. Im darin enthaltenen Artikel - Heutige Baumfarne und ihre fossilen Verwandten von W.D.TIDWELL: Schaut man sich nur die Abb. bzw. Skizzen an könnte man neben Con. auch noch Cibotium u.a. an die Stücke schreiben. Aber wie sagte mir am Anfang meiner Sammelei ein alter Paläobotaniker mal: Nicht nur die Bilder anschauen, sondern auch die Beschreibungen genau lesen! TIDWELL vergleicht Protopteris mit den rezenten Baumfarnen und gibt zum Inneren des Mark " medulläre Bündel" an. Diese sind sowohl auf den Querschnitten beider Ottendorf - Okrilla Exemplare bzw. dem pol. Ex. als Punkte klar erkennbar. Beim Hennersdorfer Stück sind sie sogar als Stränge sichtbar, da dort das Mark in der Mitte aufgebrochen ist. (eigene Untersuchung). Für Conantiopteris gibt er an: Zitat ... Medulläre oder kortikale Bündel nicht vorhanden. Dies wäre meiner Ansicht nach, ein wichtiger Punkt dieses Stück nicht als Conantiopteris zugehörig zu bezeichnen. Werner aus der Lausitz