Mineralienatlas - Fossilienatlas

Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Restliche Bundesländer => Thema gestartet von: gnoisi am 17 Aug 07, 14:19

Titel: versteinertes Holz Friedland und Wolgast / Mecklenburg
Beitrag von: gnoisi am 17 Aug 07, 14:19
Hier mal eine Besonderheit aus der Tongrube Friedland bei Neubrandenburg/Mecklenburg. Es handelt sich um einen Brocken versteinertes Holz in Phosphoriterhaltung (etwas pyritisiert). Das Holz ist völlig von Fraßgängen durchzogen. Der Brocken ist etwa 20 cm lang, ca. 2-3kg schwer. Die etwa 8 bis 10 mm starken Fraßgänge im dunklen Holz sind hellbraun ausgefüllt. Der Fund stammt von 1988. Die Tongrube war ansonsten für Funde von pyritisierten Phosphoritkonkretionen bekannt. Heute gibt es meines Wissens leider keine Fundmöglichkeiten mehr.
gnoisi
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: gnoisi am 17 Aug 07, 14:20
und hier noch die Fraßgänge.
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 19 Aug 07, 21:41
Hallo,
habe auch einige tertiäre Hölzer aus Friedland.
Bei einer Exkursion haben wir mal einen kompletten Stamm auf der Sohle gefunden , - über zwei Meter lang ! Leider total zerfallen, dass nur Bruchstücke geborgen werden konnten, die sich dann dank Markasit relativ schnell zersetzten...
Habe davon noch irgendwo Fotos...
Gruß
Hartwig
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: gnoisi am 20 Aug 07, 09:39
Hallo Hartwig,
bei dem Stück oben ist zum Glück nur eine kleine Ecke Markasit. Dieser ist ein wenig ausgeblüht und ich konnte ihn so ganz gut entfernen. Der Pyrit ist sehr stabil. Stell doch bitte mal Fotos ein, auch von dem kompl. Stamm, den Du erwähntest. Das würde mich sehr interessieren.
Grüße v. gnoisi
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 21 Aug 07, 01:05
Hallo,
hab schnell mal mein Bildarchiv durchstöbert, aber als Papierbilder nur zwei Aufnahmen gefunden.
Habe damals alles analog fotografiert und das meiste in meinem Archiv nur als Negative,
die ich momentan nicht einscannen kann.
Schicke Dir also erst mal zwei Fotos von kleinerem "Friedland-Holz":
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 21 Aug 07, 01:06
So, eines der Stücke, das überlebte:
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 21 Aug 07, 01:08
Ein weiteres Stück, das nicht dem Markasit zum Opfer fiel:
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 21 Aug 07, 01:10
Als PS:
Habe übrigens in Friedland auch einige Phosphoritkonkretionen gefunden, in denen kleinere Holzfragmente enthalten sind.
Und, - kennst Du die kreidezeitlichen Hölzer aus der Umgebung von Wolgast ?
Auch ein interessantes Material...
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: gnoisi am 21 Aug 07, 09:46
Hallo Hartwig,
die Stücke lassen die Holzstruktur ja noch richtig erkennen. Schade, dass der große Brocken zerfallen ist.

Ich kenne die Hölzer von Wolgast, bin allerdings davon ausgegangen, dass sie zum Jura (Dogger) zu stellen sind. Ich habe dort in einer sehr harten Sandsteinknolle einen schönen Holz-Ast mit Bohrgängen gefunden (Foto kann ich einstellen). Ansonsten fanden sich diverse Ammoniten in den Knollen.

Grüße v. gnoisi
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 22 Aug 07, 10:38
Hallo,
bei den lokalmoränenartig angehäuften Hölzern westlich von Wolgast handelt es sich um Material aus der oberen Unterkreide (Apt). Auch meine Stücke weisen meist  Spuren, wohl von Teredo, auf.
Übrigens habe ich in einer Konkretion dort sogar einen kleinen kompletten Querschnitt gefunden, der Jahresringe aufweist, und von dem ich einen Anschliff angeferigt habe.

Noch was anderes, - hab gestern mit meinem alten Kumpel Jens Urban gequatscht und irgendwie haben wir festgestellt, dass wir mal wieder einen gemeinsamen Bekannten hatten...
Er erwähnte dann auch nebenbei, dass Du wohl in Hettstedt Material von ihm erworben hättest, was er eigentlich auch mir anbieten wollte... So klein ist wieder einmal die Welt !
Also, "Glück auf !" -
Hartwig
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: gnoisi am 22 Aug 07, 13:44
ja, die Welt ist ein Dorf :-)

Ich habe von ihm allerdings nur 1 Stück erworben (Cordaites  mit Doppelkern). Er hatte aber ansonsten noch anderes, sehr interessantes Material. Das ging weg wie warme Semmeln.

Die Hölzer von Wolgast sind also Kreide, wieder was dazu gelernt!

Viele Grüße, gnoisi
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 22 Aug 07, 13:47
Hallo,
hoffe immer noch auf ein Treffen im September.
Besonders interessieren mich natürlich die Kreidefunde aus Böhmen.
Hast Du da Fotos ?
Gruß
Hartwig
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: gnoisi am 24 Aug 07, 10:02
Hallo Hartwig,

inzwischen hast Du ja die Fotos aus Böhmen bekommen.

Mich würden auch die Kreide-Hölzer aus Wolgast interessieren. Wir sollten dazu evt. ein neues Thema eröffnen?
Einige Fotos könnte ich beisteuern. Und die Ammonitenfreude würden sich sicher auch über entsprechende Bilder freuen.
Wie wäre es mal mit einer Exkursion ins das Gebiet? Ich war das letzte mal vor rund 10 Jahren dort (in der Grube).

Vile Grüße. gnoisi
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 24 Aug 07, 18:55
Hallo,
Dein Vorschlag...Weiß nicht ob das so von allgemeinem Interesse ist.
War vor zwei Jahren das letzte Mal dort. Die Situation vor Ort war noch recht deprimierender als ich dachte: Kies wurde schon seit längerem nicht mehr abgebaut und überall lagen Berge mit Bauschutt.
Ich müßte mal wieder vorbeischauen und Dir dann die aktuelle Situation mitteilen.
Mal sehen, wenn ich Zeit habe.
Falls es sich dort wieder lohnen sollte, können wir ja gemeinsam mal eine Exkursion dorthin starten.
Gruß
Hartwig 
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 24 Aug 07, 19:00
Einige ältere Funde von Hohendorf bei Wolgast:

(http://img251.imageshack.us/img251/6561/kreide0147af2.jpg)
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: gnoisi am 27 Aug 07, 11:38
Hier auch noch mal ein versteinertes Holz aus Wolgast mit rund 5 mm starken Bohrgängen.
Das Stück ist rund 18 cm lang. Gefunden 1993.
gnoisi
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 27 Aug 07, 17:49
Hallo,
ein schönes, typisches Stück für diese Fundstelle !
Und so ist aus der Friedländer langsam eine Wolgaster Rubrik geworden...
Bis demnächst,
Gruß
Psaronius
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: greiffoss am 29 Aug 07, 15:30
Hallo Hartwig,
habe eben einen Beitrag von dir über Hohendorf/Wolgast gelesen. Die Kiesgrube, von Mökow Berg kommend, vor Wolgast rechts, habe ich schon besucht. Versteinertes Holz habe ich nicht bemerkt oder noch nicht darauf geachtet. Oder meinst du noch eine andere Grube, rechts näher an Wolgast?
Gruß
greiffoss
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 29 Aug 07, 16:21
Hallo Erhart,
weiß jetzt nicht, wo der Mökower Berg liegt...
IWenn man von der Kreuzung 109/111 aus Richtung Züssow die F 111 in Richtung Wolgast fährt, befindet sich rechts der Straße eine Grube. Ich kenne sie bloß unter den Bezeichnung "Hohendorfer Grube". Der gleichnamige Ort liegt wohl etwas entfernter links der Straße. Näher an diesem Aufschluß liegt übrigens der Ort Pritzier. Allerdings habe ich bei meinem letzten Besuch auch kaum noch Holz gefunden. Zeitweise war diese Fundstelle von Sammlern, selbst aus der Berliner Region, intensiv besammelt worden. Durch den kaum noch praktizierten Abbau, werden kaum neue Sache aufgeschlossen.
Aber, vielleicht können wir uns doch mal dort zum gemeinsamen Sammeln treffen, auch wenn ich ahne, dass dort mittlerweile alles mit Bauschutt zugeschüttet ist.
Mehr auf der "privaten Leitung" direkt...
Gruß
Hartwig
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: smoeller am 29 Aug 07, 17:35
Hallo,

Kenne den Fundort auch nur unter der Bezeichnung Pritzier. Waren 2001 mal auf der Exkursion von der TU Freiberg da. Ein Student fand damals ein Stück Holz, ich hatte einen Brachiopoden aus dem Ordovizium/Silur gefunden.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 01 Sep 07, 18:47
Hallo,
habe eine Rundfahrt heute u.a. auch dazu genutzt, um der hier erwähnten Friedländer Tongrube einen Besuch abzustatten. Aktuelle Fotos im Anschluss.
Die gegenwärtige Situation:
Durch den geringen und oft unterbrochenen Tonabbau ist der größte Teil der Grube zugewachsen,
Die unterste Sohle ist teilweise schon ein Gewässer oder so feucht, dass man sie nicht mehr betreten kann.
Überall  Verbotsschilder und nur in einem kleinen Bereich steht der frische Ton noch an. Doch auch dort schon überall Wasser, dass man wohl nur mit entsprechender Technik das Terrain passieren kann.
Irgendwie sieht es auch so aus, als wenn der Tonabbau eingestellt wird...
Ich selbst habe die Sache vom Grubenrand betrachtet, ein Betreten scheint lebensgefährlich zu sein, -
zumal man nie weiß, ob man die feuchte Tonpampe betreten kann, ohne darin total zu versinken...
Kann einen Besuch kaum empfehlen...
Gruß
Psaronius
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 01 Sep 07, 18:48
Einige Bilder dazu:
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 01 Sep 07, 18:55
Und noch eins:

(http://img401.imageshack.us/img401/2156/friedland035on2.jpg)
- Im Prinzip ist überall Sand oder Vegetation, und wo Ton zu sehen ist, da steht auch Wasser....
Vielleicht ändert sich die Situation etwas, wenn eine zeitlang extreme Trockenheit herrscht,
aber in die Grube ergießen sich etliche Rinnsale, da ist es nie richtig trocken !
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 01 Sep 07, 18:59
PS: Noch was Positives. - Nordlich von Friedland sind momentan Erdarbeiten im Gange, Man erschließt dort eine weitere Tonscholle. Sollte es für den Ton Abnehmer geben, wird das wohl ein neuer Tagebau, der eventuell auch wieder Fundchancen bietet...Also optimistisch bleiben
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 06 Sep 07, 18:38
Hallo,
habe gerade beim Kramen im Keller in einer meiner Steinkisten, den Rest des großen Stammes aus der Friedländer Grube gefunden. Da er schon damals beim Entdecken auf der Grubensohle sehr verdächtig aussah, hatte ich ihn in ein luftdicht verschlossenes Plastgefäß deponiert. Ohne Erfolg, dank Markasit ist er "aufgeblüht" und in kleine Stückchen zerfallen. Eigentlich ist kaum noch etwas übrig. Dafür haben wir jetzt etliche winzige Sekundärmineralien...
Gruß
Psaronius
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 06 Sep 07, 18:40
Ein Foto der jämmerlichen Reste:

Trotzdem sollten wir die Fundstelle, der wir interessante Fossilien und Mineralien verdanken, einmal im Lexikon würdigen ... !
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: gnoisi am 07 Sep 07, 10:06
Hallo Hartwig,
es sind leider wirklich nur noch jämmerliche Reste.
Was die Fundstellenseite betrifft, das können wir ja auch gemeinsam in Angriff nehmen. Wir steuern beide was dazu bei (Fotos, Text). Ist nicht weiter schwierig. Ich habe letztens auch 2 Seiten erstellt.
Grüße v. gnoisi
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 07 Sep 07, 10:18
Hallo,
"Glück auf !". Habe gerade gesehen, dass Du im Netz bist. Dein Vorschlag ist gut.
Bin seit Tagen beim Wühlen in meinem "Mineralien-und Steinekeller" und finde immer wieder fast vergessenes...Habe auch noch eine ganze Kiste mit Phosphoritkonkretionen entdeckt.
Muss die mal alle unter dem Mikroskop anschauen, vielleicht auch einige trennen und schleifen, bloß wann ? Über Friedland war übrigens im letzten Heft der "Neubrandenburger geologischen Beiträge" einiges Interessantes... Ansonsten bin ich am Wochenende in Lubmin und vielleicht laufe ich da auch mal den Strand ab, obwohl da meist nur Sand zu finden ist.
So, das ganz kurz,
ein schönes Wochenende für Dicjh,
Gruß
Hartwig
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: gnoisi am 07 Sep 07, 11:05
Hallo,
hast Du denn die "Neubrandenburger geol. Beiträge"? Würde mich auch interessieren. Das bereden wir am besten bei unserem Treffen.
Grüße v. gnoisi
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 07 Sep 07, 11:15
@gnoisi
Ja, die Hefte habe ich. Falls Du sie nicht kennst:
Sind Publikationen des dortigen geologischen Vereins, der auch regelmäßig Kolloquien durchführt und jetzt  eng mit dem hiesigen GEO-Park Mecklenburgische Eiszeitlandschaft zusammenarbeitet (Teils wohl auch Personalunion). Die Hefte erscheinen einmal im Jahr und enthalten Arbeiten zu ganz unterschiedlichen Themen.
Das dazu,
Gruß
Psaronius
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Goldi85 am 07 Sep 07, 18:39
Hallo,

über diese Tongrube stand auch mal was im Lapis. Also wenns jemand sucht... ;D

Gruß  Daniel
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 08 Sep 07, 19:39
Hallo,
kennen den Lapis-Artikel, - aber der in dem Neubrandenburger ist besser. Ausführlicher und detailierter, u.a. von Wissenschaftlern der Greifswalder Uni geschrieben...
Gruß
Psaronius
Titel: Re: versteinertes Holz Friedland/Mecklenburg
Beitrag von: Psaronius am 08 Sep 07, 19:46
Noch was anderes. War gestern und heute in Lubmin und habe dort auch nach Steinen am Ufer Ausschau gehalten. Leider ist dort streckenweise nur reiner Sandstrand. Ideal zum Baden, aber nicht zum Fossiliensammeln !
Hab zwei kleinere Bernsteine gefunden (Kaum erwähnenswert.).
Was ich aber erzählen wollte: Hab einen dortigen älteren Sammler kennengelernt, der seit zig Jahren Fossilien an der Küste sucht. Hat mittlerweile eine ganz ansehnliche Sammlung. Leider vieles falsch bestimmt und leider war er auch recht uneinsichtig, als ich einige seiner Fehlbeschriftungen berichtigen wollte... Interessant war aber eine Phosphoritkonkretion mit fossilem Holz ( Eine komplette Astgabel !).
Das Stück war identisch mit dem Material aus der Grube bei Wolgast (Kreide), für den Fundort Lubmin aber eine Seltenheit !
Das bloß als Nachbemerkung...
Gruß
Psaronius