Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Kerloc am 16 Sep 07, 12:55

Titel: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Kerloc am 16 Sep 07, 12:55
Hali Hallo,

ich habe mal wieder in einigen alten Kisten gekramt und habe dabei diesen MM gefunden. Aber ich bekomm einfach nicht raus was es ist. Könnt ihr mir helfen ?



Danke
Kerloc
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Psaronius am 16 Sep 07, 13:07
Um was dazu sagen zu können, müßte man die Sache auch erkennen...
Tut mir leid, sehe nur etwas Braunes, verschwommenes.... Eine Kruste, oder was ?
Hast Du wenigstens den Fundort ?
Eigentlich sind solche Funde ohne jegliche Angaben wertlos, und jede "Vielleicht-Bestimmung" problematisch. - Zumal Du da ja auch kaum was mit chemischer Analyse machen kannst, da MM immer zuwenig Material bieten.
Gruß
Psaronius ( Habe übrigens jahrelang im Erzgebirge gewohnt und dort gesammelt...)
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: uwe am 16 Sep 07, 14:35
Sieht aus wie eine Calzitkruste, könnte aus dem Auer/Schlemaer Revier stammen.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Kerloc am 16 Sep 07, 15:44
Da das Fundstück so alt ist kann ich den Fundort auch nur ansatzweise benennen. Ich denke der Fundort ist die Grube Sauberg in Ehrenfriedersdorf.

Leider bekomme ich das Bild nicht wirklich gut hin:



Danke schon mal für die Antworten
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Psaronius am 16 Sep 07, 16:48
Hallo,
finde es ganz schön mutig, nach dem Foto die Sache zu bestimmen !
Mir fallen da gleich einige  Sachen ein, die so ähnlich aussehen könnten...
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Kerloc am 16 Sep 07, 19:01
@Psaronius

dann kannst du sie doch mal bitte nennen
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Psaronius am 16 Sep 07, 20:42
Hallo,
habe schon einige Male solche Ferndiagnosen nach Fotos kritisiert, - und werde daher mich dazu auch nicht äußern. Finde solche Sache immer etwas unwissenschaftlich.
Was nützt ein MM, von dem der genaue Fundort nicht bekannt ist, geschweige noch weitere Infos existieren.
Halte Sammlungen mit solchen Stücken einfach für unseriös.
Klingt bestimmt etwas zu hart, ist aber meine Auffassung.
Gruß
Psaronius

PS: Auch ich finde in meiner Sammlung (unter einigen Tausend Exponaten) immer mal wieder Stücke,
die ich nicht beschriftet habe, weil ich dachte, dass ich mir alles merken kann... Die Stücke wandern dann aber immer in die "Ferner-liefen-Kiste" und werden aussortiert, - wenn auch mit weinendem Auge !
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Kerloc am 17 Sep 07, 16:15
@Psaronius
nein da muss ich dir zustimmen. Es stimmt, Sammlungen mit Stücken von denen genauere Fakten nicht bekannt sind, sind nicht sonderlich gut.

Mich interressiert nur was das sein kann. Du musst dich ja nicht dazu äußern und deine kritischen Äußerungen sind ja auch nicht ganz unangebracht.

Ich habe noch mal etwas gesucht und habe einige weitere MM (Fluorit, Kassiterit) aus der Grube Sauberg in Ehrenfriedersdorf gefunden. Ich bin mir ziemlich sicher das das Stück von dort stammt.
Ich selber habe eine Vermutung die ich hier mal zur Diskussion stellen möchte.

Könnte es sich hier um beigen Aluminit handeln?

MFG Kerloc
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Lapislazuli am 17 Sep 07, 20:45
Hallo Psaronius!

Ich habe es langsam satt, hier im Forum immer wieder auf deine Pöbeleien zu stoßen! Anscheinend bist du unverbesserlich. Ich rate dir, dich aus dem Forum zu verabschieden. Bin mir ziemlich sicher, dass das kein großer Schaden wäre und wir hätten hier wieder unseren Frieden!

Edgar
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Psaronius am 17 Sep 07, 22:44
@Lapislazuli

Hallo,
da ist aber einer schnell eingeschnappt und pöbelt.
Ich habe nur meine Meinung gesagt, und die vertrete ich auch.
Wenn Dir dass nicht paßt, Deine Sache.
Aber ich weiß auch nicht, wo das Problem ist. Als Mineralien- und Fossiliensammler bin ich über vierzig Jahre aktiv, und habe während dieser Zeit sehr viel von anderen Sammlern, befreundeten Wissenschaftlern und auch aus der Literatur gelernt. U. a. ist für mich wichtig, dass ich jeden Fund erst einmal dokumentiere, d.h. die Situation am Fundort festhalte und soviele Infos wie möglich gewinne, die später das Bestimmen erleichtern. Das Bestimmen selbst ist nicht immer leicht,, aber eine interessante Sache, und wenn man nicht weiterkommt, suche ich Hilfe bei anderen. Jeder meiner Funde wird dann mit allen Infos katalogisiert und ist damit auch für spätere, auch wissenschaftliche Studien verwerttbar....
Gut, man muss nicht solche Ansprüche an seine Sammelei stellen, aber alle meine Sammlerfreunde arbeiten so, und betreiben das Hobby ernsthaft und nicht bloß, um einen Berg Steine anzuhäufen, von den man vielleicht nicht einmal weiß, woher die Steine stammen.
Wenn Du die Sache nicht so ernst nimmst, ist das Dein Problem, aber verlange nicht, dass ich keine Kritik äußern darf.
Übrigens steht in jedem besseren Buch über das Sammeln von Mineralien oder Fossilien nichts anderes... 
Ich will damit nicht ausschließen, dass man über einzelne, schwer bestimmbare Funde diskutieren sollte, -
wir machen das ständig unter Sammlerfreunden, aber ich möchte einfach, dass man das Sammeln ernsthafter, auch etwas wissenschaftlicher betreibt, - unsere Steine haben das verdient...!
Trotz alledem,
freundlichst
Psaronius
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Lapislazuli am 17 Sep 07, 23:20
Hallo psaronius,

du sollltest dir vielleicht erst einmal angewöhnen, nicht andauernd eine Provokation nach der anderen zu schreiben. Mich bringt das leicht in Rage. Ich habe genug Stress im Berufsleben, da brauche ich nicht so etwas auch noch in der Freizeit, weil einer meint, er müsste seine Einstellung allen anderen aufzwingen. Ich bin weder Professor, noch Lehrer oder Chemiker und werde auch nicht eine Studiearbeit darüber schreiben und andere in diesem Forum auch nicht. Ich betreibe das als Hobby. Wenn einer meint, er müsste nun auch jede Kleinigkeit bis zur Kristallstruktur etc. wissen, dann kann er das auch gerne. Aber wie gesagt: Es ist nicht gut, wenn man anderen seine eigene Einstellung aufzwingen will. Dann ignoriert man eben bestimmte Bestimmungsgesuche und lässt die Anderen in Ruhe, wenn einem das nicht passt.

Und wieso soll man etwas wegwerfen, wenn man nicht weis, woher es kommt? Es kann trotz alledem ein interessantes oder ausergewöhnliches Exponat sein, an dem man sieht, was die Natur alles hervor bringen kann. Und so ist es dann für den ein oder anderen eben doch sammelwürdig. Mann kann nicht alles pauschal über einen Kamm kämmen.   

Das Forum ist für alle da, nicht nur für die Profis!

Gück auf

Edgar
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Psaronius am 18 Sep 07, 07:40
Hallo Lapislazuli,
reg Dich ab. Du sollst ja sammeln wie du willst, ist mir vollkommen egal, und ich habe auch keine Lust mit Dir weiter darüber zu diskutieren. Schade um die Zeit und meine Nerven, - auch ich habe genügend Stress !
Mir fällt aber spotan das Zitat eines bekannten Schriftstellers ein, der mal sinngemäß sagte, man kann sich an einer Sache um so meht erfreuen, um so mehr man von ihr weiß.
Das bloß als Anregung zum Nachdenken, - und nicht, wie Du vielleicht meinen könntest, als Provokation !
Gruß
Psaronius
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Kerloc am 18 Sep 07, 19:25
Ja, ich denke es ist wirklich genüg "gepöbelt" worden (egal von wem oder wie).
Psaronius, ich wohne in Rostock in MV und bin 16 Jahre alt. Ich kann also nicht einfach raus gehen und auf Suche gehen  :'( . Da ich schon seit meinem 5. Lebensjahr sammle habe ich als kleiner Junge viele Steine aufgehoben die mir einfach gefallen haben. Auf einigen dieser Steine sind wirklich Strukturen zu erkennen. Nun frage ich mich natürlich welches Mineral das ist.

@ Lapislazuli
Ich habe es nicht wirklich als Provokation angesehen. Im Grunde hat er (ich bin zu faul immer Psaronius zu schreiben ^^) ja Recht.
Leider ist er davon ausgegangen das ich dieses Mineral bereits in meine Sammlung aufgenommen habe was noch nicht der Fall ist.

Daher würde ich gerne wieder zum Thema zurück und fragen: Hat jemand eine Ahnung was das ist?

Evtl. beiger Aluminit?
(Wäre eher untypisch für Grube Sauberg oder?)
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Psaronius am 18 Sep 07, 20:31
Hallo Kerloc,
habe gerade festgestellt, dass wir Landsleute sind. D.h., ich wohne auch in Meckpom.
Vielleicht bietet sich da ja mal irgendwann eine Gelegenheit zum Treffen und Fachsimpeln oder gemeinsamen Steinesuchen.
Deine Situation ist mir nicht fremd. Als ich damals als Schüler mit der Sammelei anfing, war ich auch hier im Norden Einzelkämpfer und habe immer die bedauert, die an den "Super-Fundstellen" wohnten. Mittlerweile weiß ich, dass es auch hier  interessante Sachen gibt.
Wenn Du im Forum stöberst, findest Du einige Fotos, - auch von mir, von Funden  aus unserem Bundesland. Wenn Du dazu irgendwelche Fragen hast ruhig melden, - bin der letzte, der da nicht weiterhilft.
- Auch wenn manche diese Hilfe als Pöbelei empfinden.....
Gruß
Psaronius
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Kerloc am 18 Sep 07, 21:02
hab ne PM an dich gesendet
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: smoeller am 28 Sep 07, 12:49
Hallo,

Würde auf den ersten Blick sagen: Gilbertit, eine Muskovit-Varietät. Ist im Bereich des Sauberges sehr häufig gewesen. Aluminit eher nicht. Allerdings ist das Foto sehr unscharf. Ein weiteres in Frage kommendes Mineral ist der Pitticit (ganomatit), der in der Silberpaagenese des Lorenz-Stehenden auftrat. Auch Skorodit oder ein anderes Arsenat will ich nicht ausschließen.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: uwe am 29 Sep 07, 15:41
Vergleiche mal Deine Stufe mit den zwei angehängten Bildern (sind leider auf die schnelle auczh nicht so scharf). E-dorf 1 ist Gilbertit und E-dorf 2 ist Calzit. Ansonsten folge ich dem Tip von Smoeller: Kuglige Krusten sind von erzgebirgischen Fundstellen sehr häufig Skorodit.

Gruß
Uwe
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Kerloc am 29 Sep 07, 18:35
hey danke für die posts!

ich habe noch mehr gefunden - ich werde mal ein bissl HCL drüberträufeln


Danke an alle
Kerloc
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: -M- am 21 Nov 07, 03:53
Hallo,
gehe jede Wette ein, daß das organischer Natur ist ! ( Pilze, Flechten, Algen, oder so was )
Hab ich selber schon x-mal genau so gesehen ( v.a. an Halden-material ).

Die angebliche Ähnlichkeit mit den bisher vorgeschlagenen Mineralien
erscheint mir selbst unter Berücksichtigung der Bildqualität , überhaupt
nicht nachvollziehbar.

Gruß-M-


@Psaronius - Danke
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Kerloc am 21 Nov 07, 15:33
hi -M- ,
müsste sich dann nicht im Laufe der Zeit etwas verändern? Organisches Material müsste doch austrocknen oder anderweitig zerstört werden oder liege ich da ganz falsch?

Achso bevor ich es vergesse - HCL Probe war negativ - auch da wundert es mich das sich organisches Material halten kann.

Grüßle
Martin
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: stollentroll am 21 Nov 07, 15:56
Ich würde -M- zustimmen, es sieht sehr nach etwas organischem aus. Bei Flechten trocknet nicht viel aus, die sehen auch noch nach Jahrzehnten so aus.
Wieviel prozentig war denn die HCl ?

Glück Auf
der Stollentroll
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: -M- am 21 Nov 07, 16:48
Hallo Kerloc,
 Auch wenn du da grundsätzlich durchaus nicht ganz falsch liegst :
  wie Stollentroll ja gerade auch bemerkte, bei Flechten und ähnlichem, kann man mitunter selbst nach  Jahrzehnten - äußerlich
  keine Unterschiede feststellen - ich meine sogar, daß man rein äußerlich kaum erkennen kann, ob sie überhaupt noch belebt sind,
  oder vielleicht  sogar nur  noch Relilkte darstellen, die allerdings durchaus noch "vital" aussehen.
 
 Sollte ich mich wirklich täuschen, müßtest du allerdings mal ein paar Indizien liefern, die deine Vermutung evtl. bestätigen -
 ich würde dir raten, das "Zeug" mal unter nem Bino - oder wenigstens einer einigermaßen stark vergrößernden Lupe -
 etwas näher zu untersuchen. Vor allem in Hinsicht auf Härte, Bruchverhalten und Tenazität ... und bei der Gelegenheit, nimm
 dann einfach mal eine kleine Bruchmasse davon auf eine Nadelspitze und halt ein Feuerzeug darunter - wird mit aller
 Wahrscheinlichkeit verkohlen.
 Das Testen mit HCl - halte ich bei dem Stand der Untersuchung erstmal noch nicht für übermäßig aussagekräftig.
 
 Neugier ist immer ein guter Lehrer - in so fern - bin ich gespannt auf deine Resultate .  Gruß-M-
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: minuwe am 21 Nov 07, 17:32
Falls nicht organisch, käme vom optischen her auch Baryt in Frage. Der tritt durchaus so auf, ob im Sauberg, weiß ich nicht.

Barytsplitter in der Flamme --> gelbgrüne Flammfarbe.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Kerloc am 21 Nov 07, 19:38
@stollentroll
Die HCL Lsg ist 10 %ig

Also , ich habe mir ne Zirkelspitze genommen und ein bissl gestochert. Überraschend war die Härte die ich so bei 4 bis 5 auf der Härteskala einordnen würde. Was mir dann aber aufgefallen ist ist das wenn ich die Oberfläche durchstoßen habe das Material nachgibt (als wenn man einen Schwamm durchstechen wolle).

Ich stelle einfach mal ne These auf:
Es handelt sich in der Tat um eine Flechte die ausgetrocknet ist und dadurch steinhart geworden ist.

Trotzdem wundert mich das das HCL es nicht weggeätzt hat.

Grüßle
Martin
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: Goldi85 am 21 Nov 07, 19:46
Hallo,

ist schon möglich. HCl ist bei organischen Rückständen alles Andere als ein Wundermittel :-\. Vieles löst sich erst bei höherer Konzentration, höherer Temperatur oder nach längerer Zeit.

Gruß  Daniel
Titel: Re: MM aus dem Erzgebirge
Beitrag von: minuwe am 21 Nov 07, 19:55
Na, Mohs 4- 5 erreicht dürres Pflanzenmaterial aber nicht. Würde, wie -M- schon vorschlug, mal eine Feuerprobe machen, aber nicht in einer Kerze, die rußt so sehr, dass man denken könnte, das Material ist angekohlt. Gasflamme!

Die Spitze sticht durch, weil das Aggregat tatsächlich, wie auf dem Anbruch im Bild erkennbar, eine hohl- blasige, fast schaumartige Struktur hat.

Glück Auf
Uwe