Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: JaykopX am 16 Sep 07, 19:26
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Hallo liebe User,
ich habe hier folgenden Stein gefunden und weis absolut nicht aus welchem Material er besteht. Mich interssieren alle Eigenschaften die der Stein hat, vorallem aber ob er Radiokativ oder irgendwie anderweitig toxisch sein könnte(will meine Gesundheit ja nicht belasten). Wäre schön wenn ich hier ein paar Antworten bekommen könnte .
Hier grob ein paar Eigenschaften die ich selber ausgemacht habe:
- Magnetisch
- Schwarz bzw. stark silber glänzend
- relativ schwer
http://www.bilder-space.de/thumb/IYzfIaoq0pzz6xM.JPG
Eine direkte Einordnung wie der Stein heisst wäre natürlich großartig :)
Ich hoffe die Bildqualität gut genug. Danke schonmal im vorraus
Gruß
JaykopX
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Hallo,
wenn er magnetisch ist und nach dem, was man an Kristallflächen erkennen kann und auch der Farbe des frischen Bruchs, sollte das Pyrrhotin sein, es können aber noch andere Sulfide dabei sein, ist so nicht so ganz zu erkennen. Pyrrhotin ist eine Eisen-Schwefel Verbindung und stellt bei normaler Handhabung keine Gefahr dar.
Günter
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Danke für die schnelle Antwort.
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Der von dir beobachtete Magnetismus schränkt die Auswahl doch stark ein. Ein anderer Kandidat dafür wäre Magnetit, aber der ist normalerweise dunkel und eben nicht hell glänzend.
Günter
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Hallo Jaykopx,
in der Tat kommen als magnetische Mineralien praktisch nur Pyrrhotin und Magnetit in Frage. Pyrrhotin ist bronzebraun metallisch glänzend, Magnetit stahlgrau metallisch. Magnetit kristallisiert u.a. in Oktaedern, und vor allem auf dem linken oberen Bild meine ich abgestumpfte Oktaederflächen zu erkennen. Pyrrhotin kristallisiert häufig in sechsseitigen Tafeln. Die Frage ist also: bronzebraun und tafelig oder stahlgrau und (abgestumpft) oktaedrisch?
Gruß
Grauwacke
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Hallo,
einige Schlacken aus dem Hochofen können auch wunderbar magnetisch und kristallin sein!
Also ohne Fundort waere ich da vorsichtig!
MfG
Frank
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Hallo,
muss Krizu Recht geben. Was ich bei einigen "fliegenden Mineralienhändlern" auf Wochenmärkten schon in der Hand hatte... Einiges davon war synthetischen Ursprungs und so mancher Schlackenrest ist als solcher kaum erkennbar.
Habe sogar schon mal Glasschlacke als Opal angeboten bekommen !
Gruß
Psaronius
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Danke, danke.
Ich habe mal nach Magnetit gegoogelt und die Beschreibungen scheinen gut auf meinen Stein zu passen. Wie bereits gesagt, hat mich primär die Gefährlichkeit des Steins interessiert, aber wenn man bei magnetischen Mineralien so was ausschließen kann, dann ist's gut. Nochmals Danke.
Gruß
JaykopX
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Hallo,
aber Magnetit und silber-glänzend? Das Zeug ist schwarz wie die Nacht!
MfG
Frank
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Hallo,
die schwarze Farbe ist offenbar nur an der Oberfläche präsent (Oxidschicht); die Bruchflächen glänzen metallisch - das könnte irgendein kristallisiertes ferromagnetisches Metall sein (Eisen, Kobalt, Nickel - Gadolinium können wir wohl ausschließen), oder auch eine Legierung mit entsprechend hohen Gehalten der jeweiligen Metalle. Auf jeden Fall ist es künstlich, wage ich zu behaupten.
Gruß,
Holger
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Hallo,
ich könnte mich zwar irren aber für mich sieht das auch nach synthetischen Ursprungs aus.
Gruß: Daniel
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Magnetit schließe ich aufgrund der li. oben sichtbaren Kristallform aus. Es müssten Oktaeder oder Rhombendodekaeder, auch Abweichungen, jedenfalls Achtflächner sein.
Wie ist die Dichte und wie ist die Härte? Welche Farbe hat der Strich?
Glück Auf
Uwe
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Zur Härte kann ich nur sagen, dass es mit massiven Stahl vergleichbar ist.
Möglichkeiten die Dichte genauer zu bestimmen habe ich leider nicht.
Und was meinst du mit "Welche Farbe hat der Strich?". Insgesamt hat der Stein eine matte Grau/Schwarze "Hülle" und an einer Seite ist er Silber/Weiß glänzend.
Gruß
JaykopX
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Hallo,
Stahl kann sehr unterschiedlich hart sein, als Vergleich zu ungenau.
Also: Magnetit hat die Härte 5,5 - 6 (Moos- Härteskala). Wenn es Magnetit ist, lässt sich mit einer Kante des Stückes Fensterglas ritzen (Stück Fensterglas oder Konservenglas verwenden). Das Stück selbst wird wiederum von einem Cuttermesser (mit den abbrechbaren Klingen, kein Küchenmessser) geritzt. Wenn dem so ist --> Härte zwischen 5,5 und 6.
Die Dichte zu bestimmen ist bei so einem Brocken einfach. Magnetit hat Dichte von 4,9 bis 5,2 g pro cm³. Also Masse geteilt durch Volumen.
Bestimmen des Volumen:
Ein Gefäß mit Messskala nehmen, Wasser genau bis zu einem Skalenstrich einfüllen, Mineralbrocken reinlegen. (Wasser muss den Brocken voll überdecken), ablesen. Das Verdrängungsvolumen zwischen erster (nur Wasser) und zweiter (Wasser plus Mineral) Marke entspricht dem Volumen des Minerals.
Bestimmen der Masse:
Brocken auf möglichst genauer Waage wiegen.
Nun wie oben erwähnt die gemessene Masse durch das gemessene Volumen teilen, ergibt die Dichte des Minerals.
Die Strichfarbe erkennt man, wenn man das Mineral auf einem Stück unglasiertem Hartporzellen reibt (Pulverspur). Dazu dient einfach ein Scherben oder eine alte Schmelzsicherung oder ähnliches. Magnetit hat eine braune bis grauschwarze Strichfarbe (auch einfach "Strich" genannt).
Zum Betrachten der Ritzspuren und des Striches kann man eine Lupe verwenden. Strich bei Tageslicht betrachten.
Allgemeine Infos siehe hier http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/H%E4rte (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/H%E4rte)
und hier http://www.mineralienatlas.de/phpwiki/index.php/Dichte (http://www.mineralienatlas.de/phpwiki/index.php/Dichte) .
Viel Spaß und
Glück Auf
Uwe
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@minuwe
Super, hast Du klasse erklärt !
Bin nur immer geschockt, dass es Mineraliensammler gibt,, die das nicht wissen.
Eigentlich sind das die einfachsten Grundkenntnisse, die man für dieses Hobby benötigt.
Dazu steht fast in jedem Buch zum Mineraliensammeln etwas und was die "Dichte" ist, lernt man bereits in der Schule. Hoffe nicht, dass Du jetzt noch Masse und Volumen erklären mußt !
Gruß
Psaronius
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Hehe,
@minuwe
mit "Ich kann die Dichte nicht bestimmen" meinte ich das ich die Messgeräte (feinauflösende Waage und feinauflösenden Messbecher) einfach nicht habe. Der Messbecher den ich verwenden können würde, hätte eine Unterteilung von 250ml, wobei ich natürlich noch kleinere Unterteilungen machen könnte, aber eine Waage fehlt mir immernoch ;). Trotzdem vielen Dank für die Anleitung.
@Psaronius
Ich bin kein Mineraliensammler. Es ist Zufall, dass ich in den Besitz des Steines gekommen bin. Dennoch habe ich Interesse daran, etwas darüber zu erfahren^^.
Bin im 7ten Semester des Physikstudiums, sollte also wissen was Masse, Volumen, Dichte und deren Zusammenhang zueinander sind ;).
Jetzt wo ich weis was ein Strich ist, muss ich noch was zu ritzen finden. Dankschön auch an die Anderen :)
Gruß
JaykopX
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aber eine Waage fehlt mir immernoch
Du hast keine Waage zu hause? Das is ja mal ein ding ;)
Gruß
Kerloc
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Hallo JaykopX,
verstehe ich, wegen einem Teil 'nen Messbecher kaufen..., steht dann rum, kenne ich. Nix an der Stätte des Studiums vorhanden? Bezgl. Volumen- du kannst auch einfach ein Lineal in einen Topf halten. Nun, einem Physiker traue ich mir nicht, die Formel dafür herzuschreiben :D
Wägen kannst du doch auch irgendwo in 'nem Ladengeschäft, oder? Bei dem großen Brocken kommt es nicht sooo genau drauf an.
Glück Auf
Uwe