Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Lapislazuli am 22 Sep 07, 10:43

Titel: Wieder was zum Bestimmen
Beitrag von: Lapislazuli am 22 Sep 07, 10:43
Hallo, habe wieder etwas zum Bestimmen. Ich war vor zwei Wochen in der Nähe von Füssen. Dort wird gerade das letzte Autobahnteilstück von ca. 12 km Länge zum "Grenztunnel Österreich" bei Füssen gebaut. Dort finden desweben große Materialumlangerungen im hügeligen Gelände statt. An einer Stelle haben sie einen gigantischen Steinwall aufgeschüttet, der sicher ungefährt einen halben Kilometer oder mehr lang ist und an einigen Stellen bestimmt 8 - 10 m hoch ist (im Nachhinen geschätzte Werte).
Auf diesem Wall habe ich das Stück gefunden. Es ist ca. 18 cm lang und 12 cm breit. Es hat mehrere schwarze, matt glänzende Schichten. An der Bruchkante glänzt das Schwarz richtig. Die dickste Schicht ist ca. 1 cm breit. Die Härte dürfte zischen 2,5 und 4 liegen (Fingernagel nein, Kupfermünze ja). Die schwarze Schicht ist auch nicht Säurelöslich. Das Untergestein zeigt aber schon leichte Reaktion. Kann es Steinkohle sein?

Titel: Re: Wieder was zum Bestimmen
Beitrag von: prehnit100 am 22 Sep 07, 13:38
schaut nach Limonit (Brauner Glaskopf) aus
Titel: Re: Wieder was zum Bestimmen
Beitrag von: uwe am 22 Sep 07, 14:48
Ich habe mal ein ähnliches Mineral in Hohenelbe (Vrchlabi) gefunden. Wurde damals als Anthraxolit bezeichnet.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Wieder was zum Bestimmen
Beitrag von: M. Stark am 24 Sep 07, 13:14
Hallo!

Sieht für mich nach Gagat aus.

Gruß,

Markus
Titel: Re: Wieder was zum Bestimmen
Beitrag von: trommeln am 24 Sep 07, 14:18
Gagat hat ein sehr tiefes spez. Gewicht. Das könnte man ev. nachmessen.
Titel: Re: Wieder was zum Bestimmen
Beitrag von: caliastos am 26 Sep 07, 17:15
wenn da noch kleine "abfallstücke" über sind --> mal eine zeit lang ins feuer legen und schauen ob nachher was über bleibt. in füssen und umgebung findet sich schon das eine oder andere kohleflöz. sieht schon sehr nach kohle aus.
Titel: Re: Wieder was zum Bestimmen
Beitrag von: Lapislazuli am 26 Sep 07, 20:05
Hallo,

ich habe ein kleines Böckchen mal mit einer Zange in die Flamme eines Feuerzeuges gehalten. Das Zeug ist dann langsam verbrannt (hat sogar ganz kurz selber weitergebrannt). Stinkt auch enorm beim verbrennen nach Rauch. Sollte wohl wirklich Kohle sein.
 
War in den letzten Tagen nochmals bei der Baustelle. Habe noch ein Stück mitgebracht, welches ohne Kohle ist, dafür aber eine ziemlich wellige Strucktur hat. Die Wellen haben einen Höhenunterschied von ungefähr 1 cm. Das Gestein ist das Gleiche wie bei der Kohle (hat anscheinend einen ganz leichten Glimmeranteil). Zum Gestein selbst wird sich wohl schlecht etwas sagen lassen. Aber hat jemand eine Idee, wie solche Formationen entsehen? Das Stück hat die Maße 17 cm * 15 cm.

Glück auf

Edgar
Titel: Re: Wieder was zum Bestimmen
Beitrag von: caliastos am 27 Sep 07, 16:50
naja, das muster auf dem stück sind solmarken (flute-casts). in füssen und umgebung sind molassegesteine aufgeschlossen. vorwiegend sandsteine in denen auch öfters glimmerlagen vorkommen. entstanden sind die durch ablagerung von abtragungsschutt der alpen, welcher sedimentiert wurde oder turbiditisch in tiefere beckenzonen schwappten.
wenn nun der sand am boden zum ruhen kommt, ist er noch relativ lose. nun strömt wasser über das lose sediment und wirbelt es auf. dabei entstehen im strömungsschatten sowas wie trichter, die nach einer seite abfallen. das sind deine komischen struckturen, aus denen man die strömungsrichtung ermitteln kann (immer entgegengesetzt wie man auf den ersten blick meint, also von tief nach flach). diese trichter werden nachher wieder mit neiem sediment verfüllt und bleiben so erhalten.
gibt noch viele solcher solmarken.
Titel: Re: Wieder was zum Bestimmen
Beitrag von: Lapislazuli am 27 Sep 07, 18:15
Hallo,

Danke für die ausführlichen Erklärungen.

Glück auf

Edgar