Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: uwe am 14 Oct 07, 11:22
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Ich habe mal ohne bestimmtes Ziel ein Stück von der Halde Abraham in Lauta mit einer kleinen Erzader (vermtl. Cobaltit) in verdünnte Salzsäuree gelegt. Beim anschließenden Untersuchen habe ich zu meiner Überrrachung wenigee, kleine orange XX entdeckt, welche im Calzit verborgen waren. Die XX sind meiner Meinung nach trigonal. Könnte es sich um Jarosit handeln. Jarosit ist vom Abraham nicht beschrieben, aber zur Zeit wird ja vom Abraham viel neues entdeckt. Die XX sind nicht glänzend, waren aber auch dem Einfluß der Säure ausgesetzt.
Was isst Eure Meinung. Die Vergrößerung auf dem Bild ist etwa 30-fach.
Gruß
Uwe
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hallo Uwe,
kenn' mich mit dem Fundort überhaupt nicht aus, aber so auf den ersten Blick würde ich sagen: Sphalerit?
Gruß Robin
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also sphalerit gibts da laut minmax nich ;)
es könnte flourit sein oder vll sogar Kaatialait aber das ist wohl sehr selten
gruß
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Hallo,
Dürfte Sphalerit sein. Kenne sehr ähnliche Ausbildungen aus dem Erzgebirge, habe solche schon in Freiberg und Antonsthal gefunden. Sphalerit ist ein seltenes Mineral in der Bi-Co-Ni-Formation, daher dürfte es einfach bislang der Beschreibung entgangen sein. Natürlich wäre auch Pyrostilpnit oder Xanthokon nicht unmöglich, aber wegen der Form der xx eher unwahrscheinlich.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo Uwe !
Der zu erahnenden xx-Ausbildung nach, würd ich auch eher auf trigonal als kubisch schließen - und du hast sie dir ja sicher auch unterm
Bino besser ansehen können ... insofern würde ich Sphalerit eher bezweifeln, zumal Sphalerit - ob nun mit glatten Fac. oder nicht
auch an Bruchstellen etc. einen relativ typischen Glanz aufweisen müßte. ( ihn aufgrund der bisherigen Nicht-erwähnung auszuschließen,
ist natürlich gelinde gesagt Unfug )
Jarosit wiederum scheint mir zwar von der xx-Ausbildung her mgl., ist allerdings (meiner Meinung nach ) eher unwarhscheinlich, daß es von Calzit umschlossen ist .... außerdem ist Jarosit auf jeden Fall in HCl löslich.
Monokline Rotgültige sind vielleicht eine Idee ( wegen pseudo-rhomb. Zwill.bildung ) - allerdings fehlen mir dafür weitere Indizien - abgesehen von der Farbe vielleicht ...
Bessere Vorschläge hab ich Moment zwar nicht, aber vielleicht fällt mir ja demnächst noch etwas dazu ein ( hab selber einige hübsche
"Noch-Rätsel" von der Abraham - deren nähere Beschreibung ich demnächst mal zur Diskussion stellen werde )
mfg - M -
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Hallo,
@ -M-: Bei der Qualität der Kristalle auf dem Foto würde ich die Unterscheidung trigonal/kubisch nicht wagen wollen. Letztendlich sind die Abweichungen in der äußeren morphologischen Gestalt mancher trigonalen Minerale wie beispielsweise Beudantit meist derart gering von kubischen und (im strukturellen Sinne) pseudokubischen Mineralen, dass man da optisch selbst bei perfekten xx in vielen Fällen keine eindeutige Unterscheidung machen kann. Verzerrte, flächenreiche und noch dazu oberflächlich angegriffene Sphalerite sind meist alles andere als modellartige Beispiele für kubische Kristalle.
So bald die Ausbildung von der bekannten abweicht (im Falle des Sphalerits meist braune bis braunschwarze Tetraeder) und es sich um ein von der Fundstelle noch nicht beschriebenes Mineral handelt, ist sicher eine Analyse angeraten.
Jarosit würde ich auch ausschliessen wollen.
@Andres: Fluorit passt von der Form her absolut nicht. Kaatialait ist extrem selten, weiis bis graubraun und bildet nur Krusten oder winzigste xx im Mikrometerbereich. Hatte mal einen aus Joachimsthal.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo
Mich interessiert's ebenfalls was es ist.
Ich setze mal auf Xanthokon.
grüße
volker
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Ich tippe auf die Zinkblende , da auf der Abraham Halde nicht nur Material von den Bi Co Ni Gängen liegt sondern evtl .auch Material vom Bauer Mgg. und dieser gehörte der kb.Formation an (kiesig-blendig=Zinkblende).
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Danke für Eure Hinweise.
Nach Studium Eurer Beiträge und nochmaliger intensiver Betrachtung dere Angelegenheit unter dem Bino tendiere ich nun mehr und mehr auch zu Sphalerit. In den meisten Fällen gilt: Im Zweifel das "gewöhnlichere" Mineral.
Was mich bisher zweifeln lies, war der Umstand, daß die Kristalloberfläche angegriffen ist, was auf eine Löslichkeit des Minerals in Salzsäure hinweisen würde (ich hatte natürlich sehr verdünnte Salzsäure benutzt). Außerdem kommt als Paragenese Siderit und Paraymplesit vor (letzteres in einer sehr winzigen nadligen Kruste). Also Eisen ist genug da. Außerdem fehlt jede Spur vom Greenockit.
Ich habe eine andere Kleinstufe mit Sphalerit vom Abraham (eindeutig von Dr. Witzke bestimmt), auf welcher die Kristalle zwar eine sehr vergleichbare Form aufweisen, aber stark glänzend und wesentlich dunkler sind. Außerdem sind auf diesem Stüfchen überall Anflüge von Greenockit.
Ein Silbermineral schließe ich aus. Rote, orange und gelbe Silberminerale erkennt man auf jeden Fall am "Feuer" der Farbe.
Vorerst werde ich die Stücke noch nicht entsorgen. Vielleicht wird in Jahresfrist mal etwas vo den neuen Funden des Abraham veröffentlicht.
Gruß
Uwe