Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Oberrheinstreuner am 15 Oct 07, 15:25
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Ich habe am Wochenend zwei schön gezeichnete Rheinkiesel gefunden.Fundstelle am Rhein bei Waldshut, unterhalb
der Aare Einmündung.Weiß jemand ,ob es in der Schweiz Fundstellen gibt und ev. wo!
Viele Grüße vom Oberrhein
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problem bei geröllen im fluß ist: der herkunftsort kann viel weiter entfernt sein als man denkt.
was die stücke zeigen sind an sich anschnittseffekte einer sedimentären ablagerung (festoon bedding wenn ich mich recht entsinne). das dumme: die können sehr lokal oder weit verbreitet auftreten. an sich in jedem Sediment mit etwas bewegung während der bildungszeit. das dumme jedoch ist, daß man das muster nicht so ohne weiteres als das erkennt. in der wand sieht das alles anders aus.
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hallo,
was für gestein ist es ? sandstein ? kalk ? usw ......
mich erinnern deine steine an hier so einiges http://www.sbg.at/fungus/seite5.htm
gruß bernd
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...was die stücke zeigen sind an sich anschnittseffekte einer sedimentären ablagerung (festoon bedding wenn ich mich recht entsinne)
hmm...wie kann es sein daß sich sedimentäre Schichten schneiden? Das funktioniert selbst bei festoon bedding & Kreuzschichtung nicht!
Gruß, Erik
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Hallo Oberrheinstreuner
ich hab ja viele Kiesgruben und Flüsse des Schweizer Mittellandes abgesucht... sowas nur einmal als ganz klein gefunden... werde nun auch hingehen und danach suchen... Allerdings haben wir an der Aare bis jetzt am wenigsten gesucht.. scheint also wirklich aus der Aare zu stammen und weniger vom Rhein.
Toller Fund..
Gruss
J+U
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also wie das nun entsteht weiß ich leider auch nicht so recht. aber es gibt da in den sedimenten noch so einige strukturen deren bildung bisher keiner erklären konnte. ob diese dazuzählt weiß ich nicht. liesegang'sche ringe werden teilweise auch mit feldschwankungen (magnetisch bis elektrisch) erklärt. hab da jetzt schon 3 thesen mal gehört. evtl lösungsprozesse oder feldeffekte konnten auch hier mitspielen. aber was genau...???
@ Bernd:
die stücke auf der genannten Website sind aber vorwiegend nur organismen entstanden. also muschel und schneckenschalen, korallen, algen, schwämme und co. das auf den bild eher weniger.
zudem gibt es diese formen im kalk, im sandstein und an sich in jedem anderem sediment.
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hallo, also keine fossilien ?
man müsste noch wissen um was für gesteine es sich bei den bildern handelt.
gruß bernd
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naja, erklärt mal die überschneidung mittels einer fossilen schale. das geht ja noch schlechter als bei schichten.
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Hallo Bernd,
ich glaube eine Art von Sandstein,wenn man ihn in Kalkreiniger legt,,löst er sich auf und es bleibt nur Sand übrig.
Ist mir bei einem passiert,er reagiert auch stark auf Salzsäure.
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nee, Schalen sind das auf keinen Fall; ich dachte an eine Art Klüftung..
@Oberrheinstreuner, kannst Du evtl mal eine Nahaufnahme eines Ausschnittes machen? Am besten von zwei Seiten
Gruß, Erik
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Hallo,
Irgendwie sehen die Ellipsen zu regelmäßig angeordnet aus für eine natürliche Bildung. Ein reines Sediment kann man wohl ausschließen. Selbst Kreuzschichtung oder irgendwelche Strömungseffekte können kein derart intersektierendes Muster hinbekommen. Vor allem zerstört ja jeder nachfolgende Sedimenttransport die Spuren des vorhergehenden. Kenne keinen natürlichen Vorgang, der so was hier schafft. Und Fossilien erkenne ich beim besten Willen hier keine. Zudem wachsen die auch nicht so ineinander.
Obwohl: Impaktmetamorphose? Blöder Gedanke, kenne keine derartige Regelmäßigkeit und Struktur in Impaktgesteinen.
Es sieht irgendwie wie Dekosteine, bunt angesprüht in der Fabrik, aus.
Glück Auf!
Smoeller
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Vieleicht in einer Säure gelegen? und Bewegungen fanden statt...Wasser stieg und fiel
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Abgerollte Keramikteile, z. B. Steinzeug oder Schmuckbeton, d. h. Feinsand in eingefärbtem Zement gebunden und entsprechend modelliert, sind ab und zu an Flüssen zu finden, welche durchaus solche oder ähnliche Muster haben können.
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
vergleichbare Stücke sind auch weiter östlich im Voralpenland zu finden; in dem kleinen, aber sehr informativen Heftchen "Kieselsteine im Alpenvorland" sind sie als "Flysch-Kalk" beschrieben. Eine genauere stratigraphische Einordnung wird nicht gegeben. Die interessanten Zeichnungen sind angeblich auf Klüftungen mit eingedrungenen eisen- und manganhaltigen Lösungen zurückzuführen. (Vgl. auch Katalog der Münchner Mineralientage 1996 "Kaiser - König - Kieselstein").
Da die Gesteine des alpinen Flysch auch im Westen (Schweiz) vorkommen, ist das Vorkommen vergleichbarer Funde nicht wirklich überraschend. Allerdings habe ich bisher noch nie so schön gezeichnete Exemplare gefunden.
Gruß,
Holger
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Ähnliche Stücke kann man auch in den Kiesgruben um Köln ( Rheinschotter ) finden. Ich tippe eher auf ein Art Sandstein, weiß es aber auch nicht.
Ralf
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Hallo Oberrheinstreuner,
wäre überraschend, wenn dies bezgl. Regelmäßigkeit der Zeichnungen natürliche Bildungen sind. Wäre es nicht zu interessant, ein Stück mal längs aufzutrennen? ;D :o :D
Glück Auf
Uwe
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Hallo Uwe,
habe ich mit ähnlichen Stücken getan, gibt nicht viel her; die Färbung ist auf den Bereich der Verwitterungsrinde beschränkt.
Gruß,
Holger
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Servus,
also mir sieht das alles zu regelmäßig aus, um natürlichen Ursprungs zu sein!
Servus + Glück auf
Wolfi
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Zu regelmäßig? Dann sind also alle Kristalle in perfekter Form künstlich und die Navajuner Pyrite wurden von fleißigen Spaniern in der Fundstelle plaziert. Und bei Kofferfalten hat eine Riesenhorde mal eine Pause auf dem Felsenthron genommen.
Natürliche Formen können viel perfekter sein als man glaubt.
Im Flysch gibt es zahlreiche ulkige Formen. Generell gibt es sehr skuriele Gebilde unter den Gesteinen.
Regelmäßigkeit ist kein Kennzeichen von anthropogenem Einfluß.
Aufsägen macht keinen Sinn, denn zum einen würde das Schnittbild ganz anders aussehen, und zum anderen muß es nicht unbedingt sichtbar sein.
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Servus Caliastos,
sorry, ich kann keine Kristalle erkennen...
Mir ist diese Streifung einfach zu parallel, zu perfekt ???
Lass mich gern eines besseren belehren!
Servus + Glück auf
Wolfi
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Hallo Wolfi,
auch in einem Uruguay-Achat entdeckst Du keine Kristalle, dafür eine perfekte parallele Bänderung...
Gruß,
Holger
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Hallo,
wenn ich mich richtig erinnere, habe ich einen ganz ähnlichen Stein wie den rechts auf dem Foto (also ganz braun, ohne grau). Er ist allerdings ganz klein (ca. walnussgroß), und ich habe ihn als Kind gefunden, als vor unserem Haus die Straße neu gemacht wurde. Da wir hier überall Rheinkiesel haben (Hochrhein), könnte das schon hinkommen. Besonders schön sieht er aus, wenn er nass ist!
Ich werde ihn mal suchen und ein Foto machen - irgendwo im Keller habe ich noch mein Mineralien-Schatzkästchen von früher! :)
LG Anka
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also das mit den kristallen war ja ironisch gemeint.
an sich besteht jedes gestein aus kristallen. die frage ist immer nur: woher stammen sie.
@Isarkiesel
wobei auch hier kleine kristalle den achat und die bänderung aufbauen
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Könnten das nicht magnetische Feldlinien sein,die sich durch eisenhaltige Partikel ausgerichtet haben?
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Servus,
in dieser Perspektive sieht er wieder mehr nach Natur aus. Sollten das kleine Quarzgängchen sein, die da einen Kalkstein durchziehen? Sieht aus, als ob der Quarz aufgrund seiner größeren Härte aus dem Kalkstein ein bisschen hervorsteht.
Servus + Glück auf
Wolfi
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Hier noch eine Macroaufnahme.
Frage:Kann man durch irgend einen einfachen Test feststellen,ob es eisenhaltig ist?
Grüße vom Oberrhein
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Hi,
wenn das nennenswert eisenhaltig wäre, hätten diese Gängchen eine rötlich, bräunliche oder schwarze Färbung. So sieht das sehr nach einer Reihe von (konjugierten?) Scherflächen aus, die durch Quarz oä mineralisiert wurden. Daher - wie Wolfi schon sagte - diese etwas erhabene Stellung der Gängchen. Teilweise lässt sich auch erkennen, daß an den "Klüften" ein Versatz stattgefunden hat - aber abgeschnitten werden diese Strukturen nirgends. Daher kommt für mich keine Schichtung in Frage...
Gruß, Erik
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Hallo Oberrheinstreuner,
Eisen ist das vierthäufigste Element der Erdkruste: daher ist fast sicher, dass das Gestein eisenhaltig ist... ;D
Gruß,
Holger
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Also ich denk immer noch, dass das Teil in einer Flüssigkeit gelegen ist und sich immer mal leicht bewegt hat.. und die Linien sind dann Farbveränderungen...
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also daß die färbung nach der abrollung kommt kann man ausschlißen.
und in ner flüssigkeit, naja, was erwartest du von einem sediment? da is immer wasser beteiligt.
by the way, ich kenne grade paar leute die auch auf crossbedding tipppen.
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Hallo Oberrheinstreuner,
habe solche Kiesel in der Schweiz bei Basel in einer Kiesgrube gefunden und auch 2-3 mit genommen, habe die noch nicht gefunde um fotos zu machen, wenn ich die finde mache ich das noch,aber die sehen genau so aus, in dieser Kiesgrube waren diese Kiesel oft zu sehen
gruß
Tibor
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so, jetzt hab ich's aber und schluß mit dem rätselraten. kommt davon wenn man einspurig denkt.
hab's wieder: also einig sollte man sich ja inzwischen sein, daß es sich um flysch-gesteine (also aus dem rhenodanubischen flysch meine ich damit) handelt. da das so glatt geworden ist also wohl ein ehemaliger kalkschlamm. und nach bischen stöbern in den eigenen unterlagen (naja, es reicht schon mal einen stein umzudrehen der genauso aussieht und ihn auch nochmal anzuschauen, lol)
Fe/Mn-Qxid- und Hydroxidausfällungen, die i.d.r. kluftgebunden sind
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SUPER und Danke,
Viele Grüße vom Oberrhein
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also doch fossiel ?
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Wir sind heute losgezogen auch solche Steine zu suchen.. haben einen in der Kiesgrube zwischen Station Siggenthal und Würenlingen gefunden (übrigens in der Nähe noch einen schönen Feuerstein..)
Wir werden den "Flysch" trommeln und euch dann wieder berichten.
@Oberrheinstreuner: An der Aaremündung hat es gar keine Kiesel!!! Wo warst du denn genau?
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ne, nix fossil. Fe und Mn sind nicht zwingend biogene bildungen.
mikrofossile sind natürlich immer drinnen (beinah in jedem sediment). natürlich gibt es im flysch auch fossilspuren.
die eisen und manganfällung sind da ebensowenig fossil wie quarzgänge im granit. selbst die Fe/Mn-Dendriten z.b. im solnhofener plattenkalk sind nicht fossil.
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na schaun wir mal ;)
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Hallo Trommeln,
es hat eine Kiesinsel im Rhein unterhalb des Wehr's vom Leibstadt,ist nur von der schweiz. Seite bei niedrig Wasser und im Sommer erreichbar.Schaut am Besten bei Google Earth nach der Zufahrt.
VieleGrüße
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Ah.. na ja.. das war gestern anders...
So, nach 24 Stunden Grobschleifgang schaut der Stein nun nur noch so aus.. es ist also meine Theorie erhärtet, dass es nur eine Verfärbung war.... Der Stein wird wohl leicht geschaukelt haben im Wasserstand.. und da er soooo schnell eintrocknet,, heisst das, dass er sehr saugfähig ist... also ist die Verfärbung vom umgebenden Wasser... und das Resultat von wohl nur wenigen Tagen.. Monaten.. höchstens...
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ähm, ne, das außen sind schlicht und einfach verwitterungserscheinungen gewesen. sieht man bei achat sehr schön. was angewittert gur gebändert und schön sichtbar war wird nach dem schliff zu einer grauen maus.
die strukturen sind jedoch noch immer deutlich sichtbar, auch wenn die verfärbungen nicht mehr so deutlich sind. schneide das stück mal durch und du wirst weiter linien und bogenmuster sehen.
wären das wassererscheinungen, dann wäre die jetzt alle weg. wobei wasser nur sehr selten für irgendwelche strukturen verantwortlich ist. meist ist das komplexer. und in wenigen tagen entsteht an steinen keine verfärbung. ausnahme sind eisenreiche erze, die sofort rosten oder andere empfindliche stücke.
flyschgesteine sind zudem häufig sandsteine unterschiedlicher körnung. zudem sind die dadurch bedingten porenhohlräume noch nicht vollkommen verkittet. als folge zieht wasser sehr schnell in den stein ein.
aber dennoch kann man so nicht ableiten, daß die färbung vom wasser stammt.
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Hier nochmal ein vergleichbares Stück aus den Isarschottern... ist also nicht auf das westliche Alpenvorland beschränkt.
Gruß,
Holger
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wobei das wohl eher ne breccie is
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wobei das wohl eher ne breccie is
Wo siehst Du denn da bitte irgendwelche eckigen Bruchstücke in einer Matrix?
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kantige, große bruchstücke und der zwischenraum verheilt,
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Kann man den mal durchschneiden? wäre spannend...
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@ caliastos: Aber die Bruchstücke sind nicht sedimentär abgelagert, sondern in situ verheilt. Nicht jedes geklüftete Gestein ist eine Brekzie.
@ trommeln: Leider nein, denn der Brocken liegt heil und gesund in den Tiefen der Isar... ;D
Gruß,
Holger
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seit wann ist eine breccie rein sedimentär? da würde allein schon die bunte breccie keine breccie mehr sein. tektonische breckzien wäre dann auch was ganz anderes.
die mir bekannte definition ist: ein gestein, welches aus lauter eckigen bruchstücken besteht, die später wieder verkittt wurden und bei denen die kantige form noch sichtbar ist.
aber an einem geröll an sich ist das eh etwas bescheiden zu unterscheiden, da das gesamtgefügebild fehlt.
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Was ich davon verstehe ist, dass der dargestellte Sein ein "gequältes Gestein" ist...
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Also... den Stein den ich oben vorgestellt hatte, war ca. 10-12 cm gross.
Eigentlich wollte ich ihn durchschneiden, aber finde ihn nun nicht mehr... dafür hatte ich gestern im Feinschliff einen anderen Stein... oder eben? war es der gleiche? Jedenfalls ist der jetzige Stein gleicher Farbe, aber massiv kleiner, ca. 4 cm - seltsam...
Nun, da er im Feinschliff war, ist er durch sämliche Schliffe durch und da er nicht glänzt, hat er sicher viel Material verloren (weil er weich ist). Jedenfalls - hier sind wieder genau diese Zeichnungen zu sehen!
Nun bin auch ich überzeugt, dass die Zeichnungen voll durch den Stein durchgehen...
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noch einer... nach 5 Tagen in der Trommel.. ist sogar leicht auf Glanz gekommen...