Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: amayi am 09 Sep 04, 09:08
-
Hallo miteinander
Bin eben von einer wunderschönen Reise aus der Wüste Gobi zurück. Dabei habe ich "Röhrchen" mitgebracht, die ich aber nicht einordnen kann. Sie lagen frei in der Kies/Sand- Ebene herum. Im ganzen etwa 20 Stück. Zwischen 2 und 8 cm lange Bruchstücke.
Sie sind in ca. 3 Schichten aufgebaut. Innen meist glatt, dunkel. Mittlere Schicht kalkfarben. Aeussere Schicht unregelmässig, aber glatt. Die Röhren klingen hell, wenn sie aneinandergeschlagen werden.
Innendurchmesser ca. 0.5 - 0.8 cm. Aussendurchmesser 1 - 1.8 cm. Sie sind nicht perfekt kreisrund.
Wer weiss was das ist? Ist es tierischen (Bakterien) Ursprungs oder vielleicht durch Blitzeinschlag?
Bin Euch für eine Antwort sehr dankbar
Amayi ???
[gelöscht durch Administrator]
-
Hallo Amayi,
bis ich das mit den Schichten und der glatten Oberfläche las, hätte ich gesagt es handelt sich sicher um Fulgurite - also Blitztröhren...
So aber denke ich, daß es eventuell auch versinterte Grabungsgänge oä sein könnten ???
Aus welchem Material sind die Röhren denn aufgebaut? Sind das verbackene Sandkörner?
Gruß, Erik
-
Schwierig zu sagen. Innen würde ich eher auf Kalk tippen. Aussen auf mit Kalk "verbackenem" Sand. Die Oberfläche fühlt sich glatt an. (Kann auch von Wind-/Sanderosion sein.) Im Umkreis waren auch gewöhnlich Steine glatt und mit Wüstenlack überzogen.
:-\
-
versinterte Fulgurite.....denke ich mal.
-
Ich bin sogar stark davon überzeugt, dass es sich um versinterte Fulgurite (Mineral= Lechatellierit) handelt und schließe mich dem Sauerländer damit an! .. an Grabungsgänge in dieser Form glaube ich nicht..sorry Erik..
Gruß Peter
-
Hallo,
Nee Peter, mußt Dich nicht entschuldigen...war ja nur ne Idee! ;)
Aber den Vorschlag mit den versinterten Fulguriten finde ich gut! Schließe mich an!
Gruß, Erik
-
Hallo Erik,
ja, ich habe selbst auch so ein ähnliches Teil bei mir zu Hause..daher die ca. 95%ige Sicherheit... ;)
..eine Pseudomorphosenbildung von 'gesintertem Quarz oder Chalcedon nach Fulgurit (Lechatellierit)' wäre natürlich auch mal was anderes..aber ob man das so bezeichnen kann? Eigentlich doch, würde ich mal ganz dreist sagen.. :D..aber mit ein paar Fragezeichen..(?)..denn dann müsste man diese Pseudomorphosenbildung jetzt ganz genau erklären können und das kann ich nun in diesem Falle wieder nicht..oder nur mehr spekulieren..
..etwas anderes .. @amayi .. sorry, wenn ich das frage aber bist Du nun Weiblein oder Männlein?..kann anhand Deines Namens leider nicht Dein Geschlecht zuordnen.. ::) :o ;D :D..ansonsten schon mal willkommen - auch von mir.. :)
Gruß Peter
-
???
Hallo amayi,
vor ein paar Tagen habe ich meinen Fulgurit fotografiert und hier reingestellt. Schau mal rein und vergleiche.
Zur Hypothese: Versinterter Fulgurit
Wie muß ich mir das vorstellen? Ist da der Blitz in einen Stalaktit eingefahren, dessen Kern aus Sandstein bestand?
Doch wohl eher unwahrscheinlich, oder?
Ich tendiere eher daran zu glauben, daß es sich z. Bsp um eine alte aus Eisen bestehende Wasserleitung handeln könnte, wo das Eisen irgendwann komplett verwittert ist und am Schluß nur noch die Sinterablagerungen als Hülle übrig blieb.
Also ich würde jedenfalls den Kern mal auf Quarz untersuchen und schätze, da kommt nichts Positives heraus.
Gruß
thothie
-
Wie muß ich mir das vorstellen? Ist da der Blitz in einen Stalaktit eingefahren, dessen Kern aus Sandstein bestand?
Doch wohl eher unwahrscheinlich, oder?
..anders herum würde ein Schuh draus .. erst ist der Fulgurit entstanden, danach ist dann möglicherweise die Versinterung durch noch mir unbekannte Faktoren erfolgt..und hat den Hohlraum ausgefüllt..
..ist aber, wie gesagt, auch nur ein Hypothese von mir..
-
:D
Ja stimmt, so könnte es sein- aber mitten in der Wüste?
-
Tja, dann bleibt nur eine Erklärung und die steht dann hier.. :o :o ::) :P.... ;D ;D
http://www.ufo-nachrichten.com/startseite/alogie4.htm
'Mysteriöse Röhrenfunde in der Wüste Gobi'... ;) ;D
also ich glaube jedenfalls an kein außerirdisches Relikt, selbst wenn ein cleverer - ja fast genialer Schweizer Geschäftsmann Herr Däniken da anderer Meinung wäre.. ;D
vielleicht sind's ja auch 'kleinere Exemplare' von versteinerten Sandwürmern a la 'Dune der Wüstenplanet', die nach Genmanipulation durch Außerirdische mutiert sind und später durch den Wüstensand silifiziert bzw. konserviert wurden.. :D ;)
Gruß Peter, der sich demnächst eine fliegende Untertasse baut..Hauptsache meine Tasse Kaffee passt dann noch darauf.. ;)
-
Hallo,
@Peter, was hast Du denn da ausgekramt :o ;D
Lustige Seite, muß ich mir merken...falls mir mal langweilig ist... ::)
Viel Glück mit Deiner Untertasse ;D
Zum Thema: Die Versinterung würde halt die Schichten erklären, deswegen tendiere ich auch dazu...und die Wüste war ja nicht immer Wüste ;)
Eine Wasserleitung würde in der Wüste sicher auch nicht vollständig oxidieren!
Gruß, Erik
-
richtig .. :)..und danke, Erik.. ;D
..viele Wüsten waren ja vorher Ozeane voller Leben...so gibt es Wüsten wie in Peru, wo man ja ganze Walskelette ausgebuddelt und damals auch eines auf der Münchner Messe als große Attraktion ausgestellt hat.. :)
Gruß Peter
-
habe da ne andere idee:
es gibt auch so genannte grabgänge von krabben, die eine so ähnliche struktur besitzen. diese kann man auch frei finden, nicht nur im gestein. gehören zur gruppe der ophiomorpha.
(http://stubotics.onza.net/geoalbum/ophiomorpha.jpg)
hier ein sehr gutes pdf-dokument. da kann man das auch besser ekennen, was ich meine ;D
http://www.deldot.net/static/projects/archaeology/pollack/pollack_41-46.pdf
marco
-
Hallo marco,
das wäre mal was ganz Neues.. :)..wenn das mit den Krabben-Grabungsgängen zuträfe..
.. also am besten wäre es doch ein solches Teil mal an einer Uni, bei einem Landesamt für Bodenforschung oder bei einem anderen Institut genauer zu analysieren..ein Foto reicht da eben zur Bestimmung oft nicht aus..
Gruß Peter
-
hi peter,
hast du dir mal das pdf angesehen?
marco
-
Hallo mkannenberg..
ja, habe ich..ist ja alles in Englisch und etwas mühsam zu übersetzen aber trotzdem danke.
Gruß Peter
-
ups, naja, ich kann dir schon behilflich sein. falls du bestimme passagen brauchst. aber in erster linie ging es mir ja auch um die bilder 8)
marco
-
nee, mein Englisch ist schon gut genug.. ;)..aber die Fotos sind ja auch aussagekräftig..danke.
Peter
-
:D Hallo miteinander
Ich staune und freue mich total über Eure vielen Antworten. Bin einige Zeit nicht mehr im Forum gewesen. Habe Mineralienatlas.de auch eher zufällig gefunden, weil ich im Internet rumgesucht habe, wer mir was über die Röhrchen sagen könnte. Super Seite übrigens. :-* Sehr informativ. Habe mich vorher kaum mit Mineralien befasst, einfach nur schöne Steine aufgelesen. :-\
Habe auf Eurer Seite auch herausgefunden, dass ich in der Gobi noch ein Stück Glasopal (Hyalit) aufgelesen habe. :)
Bin übrigens eine Sie.
Zu den Röhrchen noch: Es war so etwa 40 Stücke die da rumlagen, also mehr als ein Meter "Rohr". Verschiedene Innendurchmesser. Also mein erster Gedanke war ehrlich gesagt: sieht aus wie die "Häuser" von Röhrenaalen. (... oder wie die heissen, Kenn ich nur aus dem Fernsehen).
Die Röhren sind durchgehend hohl. Eine Reisegefährtin hat sie als Halskette aufgefädelt. :o Mit den Krabbengängen passt das wohl nichts so ganz.
Danke auf jeden Fall. Ich werde sie mal beim Naturkundemuseum vorbeibringen.
:-X
-
Hallo miteinander,
habe mit Interesse die verschiedenen Beiträge zu diesem Thema gelesen und möchte (da Biologe) auch meinen Senf dazu geben.
Eure Vorschläge wie Fulgurite etc. in Ehren (da kenn ich mich zu wenig aus), ich vermute einen biogenen Ursprung und halte es eher für eine rezentes Produkt von Tieren, zB. von Grabwespen. Solche graben für ihre Larven einen Hohlraum, dessen Wände sie mit einem Sekret verfestigen. In den Hohlraum wird also ein Ei gelegt, es kommt Nahrung hinzu, beispielsweise in Form eines getöteten Beutetiers, anschließend wird die Röhre verschlossen. Die Larve frisst die "beigelegte" Nahrung, gleichzeitig wird die Innenwand des Hohlraums bzw. der Röhre von der Larve sukzessine mit ihrem Kot beschichtet (daher die dunkle Farbe). Die Larve verpuppt sich und nach der Metamorphose bricht das fertige Insekt die Röhre auf.
@ marco: auch deine Version mit den Krabben könnte meiner Meinung passen.
Liebe Grüße aus Wien,
Herbert
-
Guten Tag!
Und wie alt sind diese Gänge dann? Sind die frisch oder auch schon mehrere Millionen Jahre alt?
Gruß
Philip
-
@ Philip, falls deine Frage an mich gerichtet ist und sich auf die Gänge der Grabwespen bezieht:
Da solche Gänge nur oberflächlich angelegt werden, dürften sie kaum Millionen Jahre erhalten bleiben. Die Erosion wird von ihnen schon nach einigen Jahren nicht viel übrig lassen. Dass diese Röhrchen gehäuft vorkommen ist darin begründet, dass die Insekten (es gibt übrigens auch grabende Bienen, Hummeln u.a.) für das Anlegen ihrer Brutröhren nur optimale Plätze aufsuchen. Da solche Stellen nicht zu häufig sind (überhaupt in Wüsten oder wüstenähnlichen Landschaften), werden sie auch von vielen Artgenossen zur gleichen Zeit verwendet.
Herbert
-
Hallo Herbert!
Ja, war an dich gerichtet. Das ist ja höchst interessant. Ich hatte im Garten auch mal Erdhummeln. Hummeln sind eh toll. ;D
Wird der Kot dann so hart, dass es wie Kalk wirkt? Ich nehme an, dass die Gänge nah an der Oberfläche sind wegen der Wärme und damit das Würmchen schnell rausfindet?
Gruß
Philip
-
Hallo Philip!
Na klar soll die Brutstätte nicht zu tief in der Erde sein, das fertige Insekt würde sonst beim Herauswurschteln zu viel Energie verlieren oder - da noch nicht ausgehärtet - sich verletzen oder von unterirdischen Feinden angegriffen.
Die Röhren werden schon recht hart, aber es ist kein kalkartiges Bindemittel sondern etwas auf Proteinbasis, das fast wie Superkleber wirkt (die Drüsen dafür sind unseren Speicheldrüsen vergleichbar).
Aber nur wenige Insektenarten verstärken auf diese Art ihre Bauten; Ameisen zB tun das nicht so, bei ihnen werden die Gänge durch die vielen Beinchen und die glatten Chitinpanzer durchgängig gehalten.
LG,
Herbert
-
Also ich habe jetzt mal über Nacht, inzwischen 14 Stunden, ein Stück der Röhrchen in Essig eingelegt, zwecks Feststellung von Kalk. Es steigen kleine Blasen von der Scherbe auf. Ueber Nacht hat sich ein kleiner Bodensatz von ganz feinem Sand gebildet. Die Scherbe sieht aber noch ziemlich gleich aus.
Die Röhrchen sind hart und klingen hell, wenn man sie gegeneinander schlägt.
Ich habe dort auch tiergemachte Röhrchen gefunden, ähnlich wie sie Köcherfliegenlarven bauen, nur grösser. Diese liessen sich leicht zerdrücken.
??? ??? :-X
-
aber es ist kein kalkartiges Bindemittel sondern etwas auf Proteinbasis
Hallo Herbert,
habe ich das richtig verstanden, dass die Röhren selbst dann aus einer Proteinbasis bestehen sollen? Wie kann man das dann als Chemie-Amateur chemisch nachweisen?
..aber wie kann auch etwas hohl klingen, wenn die Röhren doch ganz offensichtlich mit einer harten Substanz gefüllt sind (laut Foto)..eine aus einem Gel entstandende Substanz wäre doch auch möglich; muss ja kein Kalk sein wie nun durch Test herauskam...
..wenn aber aus einem Gel antstanden, dann sind wir wieder bei einer mineralogischen und nicht biologischen Erklärung gelandet..oder?
Gruß Peter
-
Hi !
Ganz sicher Fulgurite. Habe diese Teile bei meinem Min-Händler um kleines Geld gesehen. Gleiche Form/Farbe/Fundort. Kann man mitlerweile Flat-weise kaufen.
Ducku
-
Das war ja stets mein Anfangsverdacht gewesen.. :D
-
klar,Fulgurite - Blitz fixierter Sand! gruß bernd