Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: -M- am 23 Oct 07, 01:56
-
Hallo,
hätte da mal, ´ne Frage :
Bin bei Recherchen zum Thema - Pyknit ( im Sinne von Topas-Varietät ), von Altenberg über offensichtlich stark umstrittene
Entstehungs - thesen "gestolpert", und frage mich nun also, was eigentlich die zur Zeit am weitesten akzeptierte oder mglw.
sogar mittlerweile "bewiesene" Meinung in Fachkreisen dazu ist.
Außerdem fiel mir auf, daß nirgends die kräftig - dkl.-roten - gelben Exemplare erwähnt werden ... sind diese vielleicht gar nicht
als Pyknit zu bezeichnen - oder nur teilweise... ( gibt es Mischkristallbldg. Topas-Feldspat ? ) - die stark Richtungs- und "Stellen-"
abhängige Härte wäre vielleicht ein Indiez dafür ... ( gibt es Analysen ? )
Hinweise zu guter Literatur zu dem Thema sind sehr willkommen ... Gruß -M-
-
Hallo,
ein Literaturhinweis:
Bergbau in Sachsen Band 9, "Bergbaumonographie Altenberg", Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (http://www.umwelt.sachsen.de/de/wu/umwelt/lfug/lfug-internet/veroeffentlichungen_2312.html)
Ich habe diese Veröffentlichung da - müsste bestimmt etwas drin stehen - ich schaue mal nach.
Glück Auf!
Uwe
-
Hallo,
Mischkristallbildung Topas-Feldspat geht nicht. Sowohl vom Kristallsystem als auch von der chemischen Zusammensetzung her sind beide Mineralien zu unterschiedlich. Es handelt sich vielmehr um eine Reaktion von Kalifeldspat mit pneumatolytischen Fluiden, insbesondere HF. Dabei wird Fluor zugeführt und Kalium abgeführt. Das Kalium wird meist in neu gebildete Glimmer (Zinnwaldit, Muskovit, Protolithionit) eingebaut, die den Topas begleiten. Solche "Topasierung" findest du in vielen Zinnlagerstätten Sachsens. Am einrucksvollsten sind in dem Zusammenhang die Pseudomorphosen von Topas, Quarz und Muskovit bzw. Quarz und Muskovit aus dem Quarzporphyr im Schneckensteingebiet (Muldenberg). Hier ist die äußere Form noch voll erhalten. Im Gegensatz zu den Altenberger Pegmatiten, bei denen die Fluide das gesamte Gestein umgewandelt haben.
Glück Auf!
Smoeller
-
@ Smoeller -
Hallo,
so weit - so gut, aber wie sieht es jetzt mit den dunkelrot-gelben Varianten aus, sind dir diese bekannt, und
wie sind die einzuordnen ? Mir scheint, die sind nicht nur von der Farbe, sondern evtl. auch von der xx-Ausbldg.
her ( nach oben bzw. unten hin stark verjüngt , und ohne, bzw. nur gelegentlich-, in größeren Abständen auftretende
Durchbrechung von Glimmer - Schichten ) nicht identisch, aber andererseits doch ähnlich genug, ( vom Ge-
samterscheinungsbild sowie der dickstengl. xx-Ausbld., sowie der Verw. mit Glimmer und Quarz ) um sie zumindest
in enger Beziehung sehen zu müssen. Wird also vielleicht eine Vorphase oder eine durch geringfügig andere Be-
dingungen - unvollständige Umwandlung selben Ursprungs sein ... ? ( die xx sind m.M.n. eher K-Feldspat als Topas
oder eben irgendwie beides, aber daß geht ja nicht - also dann K-Feldspat )
Wäre schöne, wenn du mir ein bischen mehr Licht ins Dunkle schicken könntest - Gruß -M-
-
@ Uwe E -
Hallo, und danke für den Tip - ich werde mal selber nachschauen.
Gruß -M-
-
Hallo,
Die dunkelrote Farbe st meist nur als Rinde ausgebildet. Zumindest bei meinen Stücken. Ist aber insgesamt Topas. Kalifeldspat tritt in dem Gestein nicht mehr in Erscheinung.
Glück Auf!
Smoeller
-
Hallo,
also, daß es Topas ist - wird wohl stimmen, - nur Rinden - sind es allerdings sicher nicht , und daß diese (zumindest)
Farbvarietät ( nennen wir es mal zonar dkl.rot - dkl.gelb, im Gegensatz zu den häufiger auftretenden -, typ. hell-glb. )
Nirgends erwähnt wird, finde ich trotzdem ärgerlich - zumal sie sich dtl. von den haupts. vorkommenden, typ. hellgelben-
( auch mit stellenweise rötlichen Tönen ) - allerorts abgebildeten und beschriebenen unterscheidet und gerade dadurch
- meiner Meinung nach - auch optisch attraktiver wirkt.
Als Beispiel habe ich nur mal ein einzelnes x-Bruchstk. fotografiert, bei dem man vielleicht ganz gut sehen kann, daß es
sich eben nicht nur um Rinden oder dergleichen handelt.
Gruß-M-
(http://)
-
Hallo -M-.
obwohl ich einige Sachen aus der Altenberger Region habe, - auch Pyknit, kenne ich solchen rotbraunen Pyknit (?) gar nicht ! Hab den dort auch nicht gesehen. Höchst interessant. Hast Du da was zum Abgeben für meine Erzgebirgssammlung ?
Gruß
Psaronius
-
Hallo,
in der Tat- höchst interessant. Wenn ich mir das Bild so betrachte (bes. Ausschnitt unten) habe ich aber den Eindruck, dass die rötlichbraune Schicht sich tatsächlich zwischen den "Stengeln" befindet. Lässt sich ein Bild von der Stirnseite (von links)der Kristalle machen, auf denen die Durchfärbung deutlich erkennbar ist?
Glück Auf
Uwe
-
Hallo,
Meine Stücke sind auch so gefärbt. Ist aber in der Tat nur ein dünner Überzug auf den ansonsten gelben Stengeln. Dürfte Hämatit bzw. ein durch Hämatit imprägniertes Schichtsilikat (Illit??) sein.
Glück Auf!
Smoeller
-
@ Psaronius - hab leider selber nur einen einzigen Brocken in der Art gefunden - und dummerweise nicht mal vollständig mit genommen - aber falls mir das Glück noch mal zu Teil werden sollte ... gern.
@ Uwe & Sebastian - sind in der Tat keine bzw. nur teilweise Krusten - auf / zwischen den xx - mit einem Querschnitts-bild ist das so ne
Sache ... aber auf den folgenden Bildern, kann man denk ich gut sehen, daß es wirklich eine Imprägnierung ist,
da die rötlichen Einschlüsse ( übrigens z.T. selbst mit 90 facher Vergrößerung nicht als solche zu erkennen ) in der
Regel ( oft - aber nicht immer an sichtbare Risse gebunden ) quer - und nicht längs der Stengel orientiert sind, und
somit reines Durchscheinen von dünnen Zwischenlagen ausgeschlossen werden kann. Außerdem ist selbst
hinter echten xx-flächen einzelner xx - eine wie schon gesagt teilweise sehr gleichmäßige Rot-tönung nicht selten.
Gibt es eigentlich auch bei den klass. Pyknit - Stk. - echte Seitenflächen ? Kennt jemand Bilder wo diese zu
erkennen sind ? Und sind diese Flächen Topas - eigen oder ... es gibt ja auch strahlige Feldspat-Ausbldg. ... ?
Was die Identifizierung der Einschlüsse angeht, denkt man natürlich erstmal an Hämatit, sieht auch oft danach
aus, aber teilweise gibt es scheinbar freie Anhäufungen davon - und die lassen mich etwas zweifeln ... dazu
vielleicht später mehr ( mit überholten Bino ) Gruß-M-
(http://)
-
(http://)
-
(http://)
-
(http://)
-
Hallo,
Ist eindeutig Hämatit. Der sitzt auf Rissen in dem ansonsten gelben Mineral. Danke für die neuen Bilder, da kann man das dann eindeutig erkennen.
Glück Auf!
Smoeller
-
Dem schliesse ich mich an. Ich habe mal in der Sammlung gewühlt. Auch wenn dort die dünnen Hämatitschichten nicht so stark auftreten, daß sie den Topas rot erscheinen lassen, kann man hinter abgeplatzten Stengeln eine dünne verbleibende Hämatitschicht erkennen. Auch die Fotos sehen so aus, als daß sich dort wohl in alle Risse und Spalten erdiger Hämatit eingelagert hätte.
-
Hallo, also - erst hieß es : ... auf -/ zwischen den Stengeln ... mittlerweile : ... auf Rissen in den Stengeln ...
beides hatte ich ja auch schon geschrieben, allerdings hatte ich auch geschrieben : ... z.T. auch
ohne an erkennb. Risse gebundene -, gleichmäß. ( d.h. nicht als Riss-füllung zu erkenn. ) Imprägnierung ...
die scheinbar nahtlos ins Gelbe übergeht ... naja - man glaubt halt nur was man sieht .
Wie auch immer - eigentlich wollte ich ja nur darauf hinweisen, das die Farbangabe für Pyknit an allen
mir bekannten Stellen - mit hellgelb - nicht vollständig ist. ( m.m.n.-diesbezügl.- egal, ob diese nun mit Fremd-atomen
im Gitter, oder durch phys.Beimeng. entstand - immerhin scheint nach der Imprägn. noch eine mehr oder
weniger vollständige Verheilung erfolgt zu sein )
Gruß-M-
-
Hallo M,
es gab in der Lagerstätte Partien, die reichlich rötlichen Pyknit enthielten. Diese Partien waren in besonders kluftdurchzogenen Bereichen vorhanden. Ein Freund von mir, der im Rahmen eines Bergbaupraktikums in Altenberg tätig war, hat reichlich Material davon mitgebracht. Es stimmt, das in der Literatur selten die Rede von rötlichem Pyknit ist. Es wird eigentlich immer gelbliche Farbe erwähnt.
Grüße v. gnoisi
-
@ gnoisi - hallo,
"...es gab in der Lagerstätte Partien, die reichlich rötlichen Pyknit enthielten...." - davon ging ich aus
"...Diese Partien waren in besonders kluftdurchzogenen Bereichen vorhanden...." - aha
"....Es stimmt, das in der Literatur selten die Rede von rötlichem Pyknit ist. -
Es wird eigentlich immer gelbliche Farbe erwähnt. ..." - eben, drum
Dank & Gruß -M-
-
Hallo -M-,
auf dem Bild "l.2." sieht es schon so aus, als liegt eine Durchfärbung vor, während das erste Bild mehr nach Rissfüllung aussieht. Es kann ja durchaus beides vorhanden sein. Kannte diese "Varietät" noch nicht und das macht mich nun neugierig (habe auch nur den Gelben):
Frage: Gibt es noch Fundmöglichkeiten an dem bekannten Fundort oder wo anders, einmal für den allseits bekannten gelben Pyknit, aber
besonders für diese roten Aggregate?
Glück Auf
Uwe
-
Hallo Uwe,
wie ich schon sagte: oft sind es erkennb. Rissfüllungen, aber an einigen Stellen eben auch fein verteilte Imprägnierungen,
die nahtlos ins Gelbe übergehen ...
Die Fundaussichten für Pyknit jeglicher Ausbildung im Altenberg - Zinnwald - Gebiet, würde ich nicht gerade als umwerfend
bezeichnen, zumal es ja auch kaum noch / bzw. eigentlich noch nie wirklich viele lohnende Halden dort gab - was mit der
Abbaustrategie zusammenhängt. Aber mit etwas Geduld und dem nötigen Glück, sowie der Bereitschaft auch auf schein-
bar sinnlosen Wegen selbiges zu suchen, bzw. falls mal wieder irgendwo an den richtigen Stellen gebuddelt wird ....
mit anderen Worten : irgendwo wird schon noch was rumliegen - da bin ich mir sicher - aber wo ?!
Außerdem muß ich zugeben, daß ich auch schon seit einigen Jahren nicht mehr dort war - nicht zu letzt - wegen der geringen
Fundaussichten ... traurig aber wahr - Gruß-M-