Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Conny3 am 03 Nov 07, 16:13
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Hallo,
eben im Radio gehört: Beim Schneekopfkugelsammeln im Thüringer Wald muß es einen Unfall mit einem Toten (59 jähriger) gegeben haben (bei Oberhof).Zwei weitere Sammler hätten sich retten können. Näheres wurde noch nicht gemeldet. Man prüfe nun, ob dort zum Sammeln eine Genehmigung vorgelegen hatte.
Der Conny
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hallo, auch im radio vernommen, es passiert viel, um unser so harmloses hobby mit immer mehr beschränkungen zu verbinden. auch hier darf man sich nicht wundern, wenn die verbote zunehmen. denkt an die opfer und die familien.
jürgen lange
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http://www.mdr.de/mdr-info/news/176109.html#6
Ganz unten stehts...
Gruß
Thomas
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Tödlicher Unfall im Thüringer Wald
In der Nähe der Schmücke ist ein Mann beim Sammeln von Mineralien zu Tode gekommen. Nach Informationen der Polizei wurde ein weiterer leicht verletzt, als die Grabe-Stelle offenbar in sich zusammenbrach und die beiden Männer bis zum Oberkörper begrub. Ein dritter konnte die Polizei alarmieren. Die Bergwacht habe eine halbe Stunde gebraucht, die Männer in dem unwegsamen Gebiet zwischen Schmücke und Gehlberg ausfindig zu machen, sagte ein Polizeisprecher MDR 1 RADIO THÜRINGEN. Die Männer hatten so genannte Schneekopf-Kugeln gesucht. Das Gestein ist über 200 Millionen Jahre alt.
aus mdr regional
Der Conny
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http://www.mdr.de/mdr1-radio-thueringen
Mit Originaltonbericht.
Der Conny
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In der Nähe der Schmücke ist ein Mann beim Sammeln von Mineralien zu Tode gekommen. Ein weiterer wurde leicht verletzt. Ein dritter konnte Polizei und Bergwacht alarmieren. Die Helfer waren in dem unwegsamen Gelände nach ca. 20 Minuten an der Unglückstelle. Die drei Männer aus Erfurt hatten nach sogenannten Schneekopfkugeln gegraben. Dafür hatten sie im Wald zwischen Schmücke und Gehlberg eine etwa zwei Meter tiefe Grube gewählt, die durch den Orkan Kyrill entstanden war. Zum Verhängnis wurde ihnen der durch den Regen aufgeweichte Boden. Als der Grubenrand plötzlich zusammen rutschte, wurden zwei Männer von einer Baumwurzel begraben. Für einen 60-jährigen kam jede Hilfe zu spät. Der andere Mann konnte sich selbst befreien. Er wurde mit leichten Verletzungen ambulant behandelt. Schneekopfkugeln sind vulkanischen Ursprungs und sind vor rund 250 Millionen Jahren entstanden.
http://www.mdr.de/mdr1-radio-thueringen/4478984.html#1
<edit> sorry, sollte eigentlich zu connys thread</edit> ::)
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naja, auch wenn es nicht so schön klingt, aber wenn man schon einen schacht tiefer als einen meter (sonst wäre der oberkörper nicht verschüttet) aushebt, ihn nicht abstützt (im bauwesen übrigens vorgeschrieben) und sich dann wundert, wenn er kollabiert, dann muß man einfach sagen "selber schuld". ist wie fallschirmspringen ohne fallschirm. der erddruck ist da zu heftig.
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Wenn man gerade im Loch kniet, um den Boden zu untersuchen, reicht wahrscheinlich auch schon 1m Tiefe. Wobei es nach der Beschreibung auch ein Nachrutschen des oberhalb des Loches liegenden Hangs sein könnte, auch da reicht bei instabilem Material ein kleines Loch. Aber wer bei der Arbeit nicht denkt, kriegt eben früher oder später unangenehme Probleme...
Günter
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Na ja, also- es sind aber auch schon viele Menschen durch die Folgen des Denkens umgekommen. Da halte ich mich hier mit Wertungen sehr zurück. Wer die Gefahr völlig los sein will, kann sich ja gleich einsargen lassen.
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hallo,
ja sehr traurig.
natürlich ist immer ein risiko bei unserem hobby.aber so sollte keiner enden !!!!
mein beileid an die sammelfreune und familie.
wird wohl auch das aus für diese fundstelle sein !!
gruß bernd gutschera
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Hallo,
Ja mit Wertungen wie "selber Schuld" oder " unangenehme Probleme" sollte man sich lieber zurückhalten. Immerhin ist ein Mensch gestorben der noch dazu unserem Hobby gefröhnt hat.
Nachdenken über Risiko und Ergebnis ist sicher angebrachter. Wenn ich bedenke das ich oft allein unterwegs bin und was ich in diesem Jahr so in einigen Steinbrüchen angestellt habe.............
Gruß
Jürgen
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@Geologe,
tut mir leid aber für Unfälle mit derartigem Ausgang oder Aussagen wie "Wenn ich bedenke das ich oft allein unterwegs bin und was ich in diesem Jahr so in einigen Steinbrüchen angestellt habe............." fehlt mir jegliches Verständnis. Ich kann da nur soviel sagen: völlig dumm und unüberlegt gehandelt. Ein 60-jähriger sollte schon etwas mehr Grips und weniger Mineralienbesessenheit im Kopf haben. Gerade durch solche Aktionen gestaltet sich das Sammeln für uns alle immer schwieriger!
Bergmeister
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kein Hobby ohne Gefahren. Selbst beim Briefmarkensammeln kann sich der Sammler beim Einschlafen mit der Pinzette das Auge ausstechen. Aber unser Hobby hat einen entscheidenten Unterschied zu manch anderem: wir sind immer im öffentlichen Raum. Insofern: einerseits wird man in nächster Zeit als sammler selbst etwas vorsichtiger sein und andererseits wird man uns Sammlern wieder mal Raubrittertum und Vabanque-Spiel vorwerfen. Traurig, aber nicht neu.
Micha
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Hallo,
ja nach aussagen anderer war es mit 2 Metern nicht getan . Aber man muss sich sicher selber eingestehen hätte ich vorsichtiger gehandelt ? Jeder kennt die Situation ein gutes Stück nach dem anderen, da ist die Vorsicht leicht vergessen.
Leider wird das sicher das aus, für eine der besten Thüringer Fundstellen sein.
Mfg.Frank
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und gerade da hört an sich das verständnis und mitleid irgendwie auf. man nehme den verkehr. wer hat da groß mitleid mit dem raser, der viel zu schnell in einen ort gerast ist, dabei passanten übersehen, erfaßt hat und danach in den graben flog?
das ist ebenso unvernüftig wie einen ungesicherten schacht auszuheben, nur geht es schneller.
solche aktionen führen zur gefährung anderer, verursachen sammelverbit und rufschädigung usw. mag zwar tragisch sein, aber bischen mehr verstand und das wäre nicht passiert.
ein loch tiefer als 1 m muß einfach abgestützt werden, da der erddruck es im falle des falles unmöglich macht zu atmen. daher der 1 m, denn bis 1m sind an sich nur beine und unterkörper betroffen. allein wenn man bedenkt wie viele bauarbeiter es in folge des erddruckes jährlich erwischt...
das erinnert mich z.b. auch an das thema mit dem unfall im schacht, wo ein sammler auf dem rücken liegen an der klüftung der decke herumgemeißelt hat. das ist auch so eine aktion ohne verstand. genauso wie an ne steilstehenden, stark geklüfteten steinbruchwand evtl. mit überhang zu kloppen. wird zwar ein großteil schon mal gemacht haben, aber hoffentlich im bewußtsein, daß es schwachsinn ist.
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hallo caliastos
auch wenn es alles schwachsinn war was die gemacht haben es handelt sich um einen mensch.
und wenn du hier nicht anonym wärst würdest du auch nicht so schreiben.
das gehört sich einfach nicht !!
gruß bernd
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Ob annonym (was nicht wirklich zurifft) oder nicht spielt diesbezüglich keine Rolle. Mit "Annonymität" hat das rein garnichts zu tun.
Wenn ein Sammler bei einer Tour von einem Steinschlag erwischt wird ist dastragisch. Hat er diesen aber durch sein unvernüftiges Handeln selber ausgelöst bzw. andere dann noch mitgefärdet, dann hört der Spaß und das mitleid rigoros auf.
Genauso wie bei Rasern. Mag zwar tragisch für alle sein, aber wenn man einfach jegliche vorsicht fallen läßt, dann braucht es einfach kein Mitleid. Den damit müßte man auch Mitleid für Selbstmordattentäter zeigen. Gehört sich genausowenig.
Wenn was passiert, weils passiert ist es tragisch, wenn es herbeigeführt wurde Eigenverschulden.
Ich kenn/kannte jetzt schon paar Leute, die sich gegen einen Baum gefahren haben. Doch es ist einfach ein Unterschied ob das am Rasen und fehlenden Gurt dazu kam, oder weil jemand geschnitten oder abgedrängt wurde. Da unterscheidet man einfach.
Ich hab' schon oft Erklärungen unterschreiben dürfen, die mögliche Unfälle als Eigenverschulden deklarieren. Und wenn man sich das ansieht haben die auch Recht. Wenn man eben was macht, was absoluter Wahnsinn ist, dann ist man selber schuld wenn was passiert. Und da unterscheidet keiner ob Kratzer ob Schlimmeres.
Und aus genau dem Grund bevorzuge ich es so wenig wie möglich preiszugeben. Da muß man sich nicht persönlich für seine Meinung angreifen lassen. Und wenn ich mir manche Theman im Forum so durchlese, dann kommt mir das doch einfach schon viel zu oft vor.
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hallo
Man sollte mit gewissen Äußerungen vorsichtig sein!
Als ich den Führerschein ein halbes Jahr hatte,baute ich einen kleinen Unfall.
In meiner Klicke hatte jeder schon eine Beule gefahren,nur einer nicht.Dieser
machte uns große Vorwürfe:"könnt Ihr nicht aufpassen?kann mir nicht passieren
u.s.w."48 Stunden später fährt er beim überholen im Gegenverkehr.
Darum sagt nie "Ich passe auf,kann mich nie Passieren."Das sind die 1.bei denen was
geschieht,aber" die anderen sind schuld"
Mein Mitgefühl an der Familie
Erich Lowis
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Hallo,
ist bekannt, ob Forumsmitglieder bei diesem tragischen Unfall dabei waren?
Übrigens meine Meinung zu der Sache: Derjenige, der noch nie unvorsichtig oder fahrlässig gehandelt hat, der werfe den ersten Stein. Ihr wisst schon, was ich meine.
Glück Auf
Ralf
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Ich habe nie behauptet, dass ich fehlerfrei bin. Wenn ich allerdings Fehler mache, dann stehe ich auch dazu. Bisher habe ich meine Fehler überlebt und hoffe, dass das auch noch einige Zeit so weiter geht. Aber egal welche Folgen _meine_ Fehler haben, es sind eben meine Fehler, die ich hätte vermeiden können. Fehler, die man sich nicht eingesteht, wird man immer wieder machen und irgendwann ist eben das letzte Mal...
Günter
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das wäre aber ein leeres feld ohne einen stein.
das ganze ist übrigens so zu verstehen, daß wenn was aus eben dieser fahrlässigkeit etwas passiert, man sich nicht wundern muß wenn nicht jeder sagt "armer Kerl, wie konnte das passieren", sondern auch äußerungen kommen, die klarstellen, daß mit mehr vorsicht sowas nicht unbedingt hätte passieren müssen.
und daß es auch geren die sind, die sich für unverwundbar halten, denen sowas passiert ist reine ironie. murphy's law wohl. sagte ja: man unterscheide zwischen eigen und fremdverschuldet.
man kann ja mal fehler machen und wenn die blöd ausgehen, naja, [entfernt]. aber wenn der ehler schon grobe fahrlässigkeit ist, dann fragt man sich was die person dabei dachte, außer "nichts".
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Natürlich hat da jemand Fehler gemacht.Scheinbar sogar schon ewig lange.(Immerhin ist der tote 60 Jahre alt gewesen)Ging immer gut.
Aber wer weiß wie viele andere Sammler davon wussten das da ohne Abstützen gearbeitet wurde.Und warum hat man da nicht schon mal einer den Mund aufgemacht?Zu sagen das sie nicht richtig arbeiten?
Ich finde ,da wurden auch schon Fehler gemacht.Hinterher kann jeder gut reden:"Alles selber Schuld".
Ein Tragischer Unfall ist es alle mal.
Mitleid sollte man für die Hinterblieben haben.Den die können nichts für diese Fehler.Aber wenn man nun auf die Fehler des Verstorbenen herumreitet ,tut man den Hinterbliebenen im Moment keinen Gefallen damit.
Meine Meinung!
Gruß
Donat
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ok, dann Frage:
Stützt ihr ab? Und mit was und wie?
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Ich schließ mich dem donat da voll an. Schlimm genug was da passiert ist. Da sollte jeder mal in sich gehen und sich fragen;mach ich keine fehler? ist ja immer alles gut gegangen bisher
Mein mitgefühl gilt den angehörigen die das liebste was sie hatten verloren haben.
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Hallo,
für mich ist erst mal zweitrangig ob unvorsichtig oder fahrlässig gehandelt wurde. Ich möchte hiermit meine Anteilnahme an Freunde und Verwandte aussprechen.
Ich denke bei unserem Hobby kann man nicht jede Eventualität durchrechnen und einplanen. Bestimmte Geschehnisse können jeden jederzeit treffen. Wissen wir wie viele Menschen z.B. damals im Altbergbau umgekommen sind?
Oder was ist wenn irgendwann einer von uns von nem fanatischen Förster übern Haufen geschossen wird? Heißt es dann auch der Sammler war Schuld, weil er unvorsichtiger weise gerade dort war?
Liegt es an uns jetzt noch nachzusagen das es fahrlässig war? Ich würde gaaaanz vorsichtig damit sein über sowas zu urteilen.
Der Mann ist tot und wird niemanden mehr etwas zu den Umständen sagen können.
In diesem Sinne
Glück Auf
The Rock
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Hallo,
dem kann ich beipflichten. Uns steht es in diesem Fall nicht zu, darüber zu urteilen, alles was wir wissen, stammt aus ein paar Presseartikeln. Schlimm, dass solche Sachen passieren.
Gruß Daniel
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ok, dann Frage:
Stützt ihr ab? Und mit was und wie?
Hallo
Erst mal mein Mitgefühl an Bekannt und Verwante
Genau so sehe ich es auch. Ich schleppe bestimmt auch nicht unmengen an Material in den Wald. Solche Fehler passieren, werden auch weiterhin passieren. Wenn ich in den Bruch fahre, benutze ich die Strasse. Ob ich im Bruch ankomme? Weiß ich nicht... Mit mir benutzen viele die Straße... Alle Fehlerfrei? Sicherlich nicht.
Eine kleine Geschichte von der B1: Da sind zwei Führerschein-Neulinge unterwegs, Fahren so vor sich hin. Auf derGegenfahrbahn ein LKW. Es regnet. Der Lkw gerät auf den Seitenstreifen. Er schlingert, der Anhänger gerät auf die Gegenfahrbahn. Die Führerschein-Neulinge? - Keine Chance auszuweichen... Links und rechts sind Leitplanken. Beide Tot. Wirklich passiert!
Wen es trifft haben wir nicht zu bestimmen. Das macht jemand anders...
MfG
Christopher
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@ trommeln:
Ich grabe nicht so tief dass das nötig werden würde. Ich habe noch nie tiefer als 50cm in einer Halde gegraben und ich habe schon so manche anstehende Felswand in Ruhe gelassen, weil mir das Material zu instabil aussah.
Günter
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@ donat
Ganz richtig. Da kann ich auch nur (nochmal) zustimmen.
@ Lausitz
Jeder macht Fehler. Nobody is Perfect. Und man kann nur versuchen für sich die beste Entscheidung zu treffen. Es liegt nicht bei uns über "Fehler" eines anderen zu entscheiden. Das machen klügere Köpfe. Deshalb find ich den Gedanken mal in sich zu gehen gut.
Glück Auf
The Rock
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Ich grabe nicht so tief dass das nötig werden würde. Ich habe noch nie tiefer als 50cm in einer Halde gegraben und ich habe schon so manche anstehende Felswand in Ruhe gelassen, weil mir das Material zu instabil aussah.
die richtige einstellung würde ich mal meinen. wenn dabei was passiert, dann hatte man wirklich pech.
und zur sache fehler:
bin auch schon öfter mal in den bergen (ohne zu sammeln, was mir einfach nicht möglich ist) auf 30cm felsgräten mit steilwand auf der einen und 60m abgrund auf der anderen seite entlanggelaufen, über spalten von 1m mit 100m tiefe gesprungen, an instabile steilwände/hänge gegangen, bei gelb+ über ampeln usw. usw.
wenn man sich gedanken macht eine hirnrissige sache nach der anderen. zwar kalkulierbares risiko, aber verständnis dafür, wenn dabei was passieren sollte würde ich dennoch nicht verlangen, eben weil es genau betrachtet total bescheuert ist. und wenn einem einer dabei noch folgen muß, dann sicher auch nicht. da lasse ich mich auch gerne als indiskret oder sonstwas bezeichnen, denn immerhin weiß ich, daß das nicht ungefährlich ist und ich da ganz leicht selber gegensteuern kann, sofern ich das mache, was halt nicht unbedingt immer der fall ist. inzwischen halte ich mich mit solchen sachen inzwischen zurück.
arm dran sind nur verwandte und bekannte.
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hier dauerts bestimmt auch nicht mehr lange bis was passiert.
in steinhardt ,gang im hang an der sandgrube so ca. 4m in den berg gegraben im sand ............... ???
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Boah... ist das Foto aktuell?
Ich meine, dazu wäre hier im Forum schon mal was gekommen.
Da darf man sich nicht wundern wenn eine Sammeltour ein letales Ende findet. An der Stelle hab ich auch schon mal gebuddelt, da wars aber noch alles oberflächlich und gut zugänglich, ungefähr im Juni 2004. Es gab schöne Muscheln, die aus Baryt-XX zusammengesetzt waren. Sozusagen Schnittstelle Mineralogie/Paläontologie. Aber das alles ist es nicht wert, sein Leben in Gefahr zu bringen!
Gruß Kilo
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jups, das foto ist älter, aber als wir vor 2 wochen dort waren, konnte man sehen das dort aktiv gergaben wurde !!
gruß bernd
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Hallo
zu diesem traurigen Thema sind noch zwei Zeitungsartikel erschienen:
Tödliche Schatzsuche am Schneekopf
GEHLBERG. Um 12.05 Uhr wurden am Sonnabend die Gehlberger Bergwacht und Feuerwehr alarmiert. In einer Höhle an der Güldenen Brücke seien zwei Personen verschüttet worden. Doch der Unglücksort war keinesfalls eine Höhle, wie es sie in der Nähe der Güldenen Brücke tatsächlich gibt, sondern eine mehrere Meter tiefe Grube unterhalb des Schneekopfes, die zwei Männer aus Erfurt und einer aus Holzhausen auf der Suche nach den berühmten Schneekopfkugeln gegraben hatten.Trotz der nicht exakten Ortsangabe brauchen Bergwacht und Feuerwehr nur gut 20 Minuten bis zum Unglücksort. Das Areal ist bekannt als Grabungsfeld für Mineraliensammler beziehungsweise -händler. Zudem bleibt den Rettern eine größere Suchaktion erspart. Sie treffen, so erzählt Hans Lehrke, Bürgermeister und stellvertretender Chef der Bergwacht, später, schnell auf den Mann, der den Hilferuf abgesetzt hat.
Der 48-jährige - er soll aus Holzhausen sein - befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls außerhalb der Grube, wollte Essen aus seinem Rucksack holen, als sich plötzlich am Rand des mehr als drei Meter tiefen Lochs Erde und Geröll lösten. Ein 50-Jähriger konnte sich noch mit Hilfe des Dritten herauswühlen, musste nur kurzzeitig im Krankenhaus Ilmenau behandelt werden. Für den anderen Mann in der Grube, einen 60-Jährigen, gab es keine Rettung. Er wurde Opfer bodenlosen Leichtsinns, da sind sich die Männer von Feuerwehr und Bergwacht einig. Das Graben nach Schneekopfkugeln ist verboten.
Gegen 13.30 Uhr verlassen Rettungswagen und Notarzt den Unglücksort. Man wartet auf die Kripo - und die Männer erzählen. Dieses Areal gilt als besonders reich an jenen bei Mineraliensammlern begehrten Gesteinskugeln, in deren Hohlräumen sich Bergkristall, Amethyst oder auch Achat finden - mitunter. Hier versuchen sich seit Jahrzehnten Hobbyschatzgräber. Ein ehemaliger Busfahrer erinnert sich: "Wenn zu DDR-Zeiten Leute mit Rucksack an der nahen Haltestelle ausstiegen, dann wusste man genau, was die vorhatten". Es gibt Dutzende Gruben, sagt einer der Polizisten, teilweise nur mit Reisig abgedeckt und damit gefährlich. Aber so etwas war noch nie passiert, zumindest in den zurückliegenden 40 Jahren nicht, so lange ist Hans Lehrke bei der Bergwacht.
Ringsum liegen buchstäblich haufenweise die Reste der Mineraliensammler. Aufgeschlagene Schneekopfkugeln, deren Inhalt nicht befriedigte und die weggeworfen wurden. Nach Kyrill gab es hier einen Boom. Hunderte Bäume waren umgebrochen, die Wurzelteller gaben Schneekopfkugeln zu Tausenden frei. Doch dadurch wurde auch Erdreich gelockert. Möglicherweise wurde dies in Kombination mit der Feuchtigkeit der letzten Tage den Schürfern zum Verhängnis.
Immer wieder rieselt Erde von den Wänden in das Loch. Die Feuerwehrleute haben Stempel zugeschnitten, ein altes Türblatt als Schalung besorgt, bei der riskanten Bergung des Toten soll das ihr Leben schützen. Gegen 14 Uhr geben die Kriminalbeamten ihr Okay, die Bergung beginnt. Die Stempel wurden eingeschlagen, Seile daran befestigt, die von Feuerwehrleuten gehalten werden. Gut eine Stunde müssen sie ausharren. Auf der anderen Seite liegen gleichfalls Seile bereit, damit soll der Tote aus dem Loch gezogen werden. Doch die Erde hält ihn fest. Mühsam versuchen die Feuerwehrleute den Leichnam freizulegen, beseitigten Geröll, herabgestürzte Felsbrocken - in zwei, schließlich in drei Meter Tiefe.Ein großer Stein hatte die Beine des Toten blockiert. Die Stützen drohen wegzurutschen, ein Riss an der Oberfläche wird größer, obwohl die Männer an den Halteseilen sich mit den Absätzen ihrer Stiefel ins Erdreich stemmen. Erst nach 15 Uhr gibt der Berg den Toten frei. Zwischenzeitlich war nicht nur Geröll aus der Grube geworfen worden, auch Werkzeug der Schürfer - Meißel, ein NVA-Klappspaten. Ein paar Meter daneben, unter einer Plane, der Tote. Die Männer von Feuerwehr und Bergwacht atmen durch. Überhängendes Erdreich wird vorsichtshalber weggeschlagen, poltert in die Grube. Mehr können und wollen sie nicht tun. "Lasst es so als mahnendes Beispiel", sagt Feuerwehrchef Ulf Thermann und nimmt den Helm ab. Es ist Samstag, 15.15 Uhr.Gerd SCHMIDL / 04.11.2007
http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.staedtenews.volltext.php?kennung=on1taLOKStaIlmenau39388&zulieferer=ta&kategorie=LOK&rubrik=Stadt®ion=Ilmenau&auftritt=TA&dbserver=1
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Teil 2:
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Grüße
Jens
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hallo,
bei dem toten handelt es sich um den erfurter sammler herrn sachsenberg .
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Hallo,
aus diesem bedauerlichen Unfall können wir alle nur lernen !
Sicher wird kaum ein Sammler, der nach Achat gräbt, eine seitliche Abstützung vornehmen, geschweige
denn, wie soll man so etwas mitschleppen ?
Ich denke das es generell gefährlich ist, tief zu graben, besonders wenn der Boden sehr durchnässt ist.
Also sollte man nur bei trockenem Wetter so ein Vorhaben verwirklichen.
Weiter wird der Einsturz aus meiner Erfahrung nicht plötzlich eingetreten sein, vielmehr muß man die
Seitenwände beobachten und beim ersten Bröckeln sofort raus aus der Grube. Dies wurde sicherlich
mißachtet oder im Eifer nicht wahrgenommen, hilft aber den Hinterbliebenen leider auch nicht mehr.
Gruß
HeikoB
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Hallo Heiko,
da kann ich Dir nicht ganz zustimmen. Voranzeigen kann es geben, muss aber nicht sein. Generell gibt es nur zwei Möglichkeiten bei Löchern über 1 m Tiefe: Schalung einbringen oder wirklich flache Gruben. Beides ist mit viel Aufwand verbunden und wird in der Praxis oft nicht gemacht.
Gruß
Berthold
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"...des mehr als drei Meter tiefen Lochs..." "...Er wurde Opfer bodenlosen Leichtsinns..."
Das sagt ja wohl alles.
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hallo,
ich denke hier wurde sich nun genug ausgelassen !!!
es ist ein mensch verstorben
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Allein über die Tatsache, daß der Tod eines Menschen ausgeschlachtet wird,
kann man nur den Kopf schütteln! Sind wir denn hier bei der Bild- Zeitung?
Gruß, Jörg
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hallo,
auch die beiden anderen sammler kommen nicht ungeschoren davon: kosten der rettungsaktion, strafanzeigen, vielleicht sogar zivilklagen ... ich kann nur sagen: verdammt teure schneekopfkugeln.
lernen wir alle daraus.
haldenschreck
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nur noch eins
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"...des mehr als drei Meter tiefen Lochs..."
Das sagt ja wohl alles.
Nach dem Zeitungsausschnitt von Bernd sind es plötzlich nur 1,5 m. Dafür grub der Sammler statt Schneekopfkugeln "die Köpfe der Begleiter aus" :o :P
Liebe Sammlerkollegen, das Auswerten und Bewerten von Einzelheiten ist hier fehl am Platz. Nur wer dabei war, dem steht ein Urteil eventuell zu! Ich beschränke mich auf Mitgefühl mit den Unbekannten und versuche einfach beim nächsten Schurf oder Bruchbesuch kurz daran zu denken.
Glück Auf
Uwe
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Möchte mich den Ausführungen des Uwe anschliesenund denke es sind genug Berichte im Forum leider auch solche von Leuten die nicht leidenschaftlich Minerale suchen.
Jeder der ehrlich ist wird sich eingestehen schon mal Blödsinn beim sammeln getrieben zu haben,
aber es giebt ja immer wieder so super venünftiege Sammler die jedes Risiko vorhehr berechnen und som it auschliesen. ich denke nur an die zwei Sammlerkollegen die dabei waren und dieses Unglück erlebt haben Sie werden sehr lange brauchen diesen Vorfall zu begreifen und zu verarbeiten.ich denke mal das dieser Vorfall Sie ihr ganzes Leben lang begleiten wird.
Viele Grüsse an alle Anonymus