Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Exkursionsmaterial (Werkzeug etc.) / Field trip material (Tools etc.) => Thema gestartet von: Gammaray am 14 Nov 07, 14:17

Titel: Lupentest
Beitrag von: Gammaray am 14 Nov 07, 14:17
Ich hab mir die Mühe gemacht und mal 4 verschiedene auf dem Markt erhältliche Klemm- bzw. Einschlaglupen verglichen:

1. Sogenannte Elefantelupe (Einschlaglupe) mit 50mm Linsendurchmesser und 10-facher Vergrößerung. Wird bei Ebay für 7-9 Euros angeboten und die Verpackung ist mit "Made in China" versehen.  Gehäuse aus Plastik, darin 2 Linsen locker mit Plastikringen fixiert.
2. Tripletlupe (Einschlaglupe) mit 21mm Linsendurchmesser und 20facher Vergrößerung. Ganzmetall verchromt, wird in einer kleinen Plastikbox ausgeliefert.
     Linsengruppe (?) mit Schraubring fixiert.  6-7 Euros bei Ebay   
3. Klemmlupe "asif  W. Germany " . 30mm Linsendurchmesser, 7-fache Vergößerung. Plastikgehäuse, Linse mit Kunststoffring eingeschraubt. Erbstück von               meinem Vater.
4. Klemmlupe "Schweizer West Germany" . Linsendurchmesser 25mm, 10-fache Vergrößerung. Plastikgehäuse,  Linse mit Kunststoffring eingeschraubt.
Gekauft in einem bekanntem Elektronikmarkt der mit C anfängt. 13,50 Euros.

Fazit: Farbsäume, Verzerrungen und Spiegelungen bei der  Elefantenlupe, Vergrößerung höchstens 5fach im Vergleich zur 10-fach Schweizer.
Die Triplet  bildet ordentlich ab, klares Bild, ingesamt etwas flauer als die asif und die Schweizer. Vergößerung höchstens 10-fach im Vergleich zur 10fachen Schweizer. Billiglupen sind also in Bezug ihrer Vergößerungsleistung "Mogelpackungen" . Beide deutsche Klemmlupen zeichnen klar ,sehr scharf  und Farbtreu.

Vergleichsbilder: Als "Fotomodell" diente eine MM-Stufe Zeunerit xx auf Quarz xx aus Cinovec/ Tschechische Republik. Durchmesser des Quarzkristalls ca. 5mm.  Die Bilder wurden mit einer Fuji Finepix A310 mit 3,1 Megaipxeln direkt durch die Lupen aufgenommen. Zur Aufhellung wurde der Blitz zugeschaltet.


Glück Auf!
Gammaray

Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: bernad am 04 Dec 07, 14:43
hallo

nicht schlecht, dass jemand mal einen vergleich anstellt!

nur damit ich mich hier gleich mal vorstelle: Markus Bernad Fa. SCHWEIZER Optik hersteller der getesteten lupen...

noch ein kleiner hinweis: wenn es bereits so ist, dass die verglichenen lupen 7x und 10x von uns sehr gut abgeschnitten haben dann würde mich mal interresieren wie es dann mit folgender lupe ist: http://www.tech-line.biz/index.php?id=115

dies ist unsere neuste uhrmacherlupe und diese ist aplanatisch denn die getesteten uhrmacherlupen von uns waren nur bikonvex sprich nur einlinsig.

der grund wesshalb die triplet etwas flau rüberkommt könnte z.b. im verwendeten rohglas liegen. wie mann auf den bildern schön sieht scheint die linse etwas grün d.h. es wurde kein rohglas der fa. schott verwendet welches in unserer fertigung üblich ist und (zum glück) in china einfach zu teuer ist....

nur mal so am rande.

falls weitere fragen da sind einfach stellen.

mfg

A.Schweizer GmbH
Hans-Boeckler-Strasse 7
D-91301 Forchheim / Germany

Markus Bernad
Commercial Manager

Phone: +49 9191 7210-51
Fax: +49 9191 7210-88
mailto:m.bernad@schweizer-optik.de
http://www.schweizer-optik.de



Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Krizu am 04 Dec 07, 15:12
Hallo,

zum Farbschlag:
Die Klemmlupen im Bild haben im Zentrum eine Helligkeit von rund 240, also fast überbelichtet. Da lässt das Farbempfinden nach. Die Einschlaglupen haben eine deutliche Färbung, das ist klar sichtbar. Nur ob die Klemmlupen den Farbstich nicht haben, kann auf dem Bild nicht erkannt werden.

Da hilft eigentlich nur ein Vergleich am Objekt oder Messtechnik an der Ulbrichtkugel.

Meine Meinung

Frank
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: jürgen lange am 09 Dec 07, 16:55
Hallo Leute, neben der Qualität der Optik ist auch mal die "Achse" zu betrachten. Ich meine damit das Ding, welches  die Konstruktion Deckel und Linse drehbar zusamenhält. Häufig sind das genietete Röhrchen - aber auch Schrauben mit Muttern gibt es. Ich habe schon mehrfach erlebt, dass die Röhrchen ihren Niet verlieren oder auch die Schraube ihre Mutter. Wer mitbekommt, dass die Konstruktion nicht mehr hält, sollte sich schnellstens eine neue Schraube mit Mutter gönnen. Bei der Mutter lohnt sich dann auch die Kontermutter oder auch Verlöten oder Verkleben der ersten Mutter. Es gibt auch selbstsichernde Muttern, mir ist allerdings nicht klar, ob es die auch in diesem Durchmesserbereich gibt.

Ich habe unterwegs schon einige Lupen verloren, was dann sehr ärgerlich ist.  Jedes Mal wegen Achsbruch. Diesen Achsbruch habe ich auch schon bei Hochpreisprodukten erlebt aus westeuropäischer Fertigung. Beim Chinaschrott sowieso.

Herzliches Glück Auf zum 2. Advent Jürgen Lange/de
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: guefz am 09 Dec 07, 17:55
Hallo,

die Lupen in den großen Schweizer Taschenmessern sind auch nicht schlecht. Ich benutze so eine schon seit Jahren und habe bisher keine Probleme damit. Habe das Teil vor einiger Zeit mal mit einer Einschlaglupe von Eschenbach verglichen, die ein anderer Sammler benutzt hat, und dabei keinen Unterschied festgestellt. Mit sowas hat man dann aber auch eine ganze Reihe anderer praktischer Werkzeuge dabei...

bis denn

Günter
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Gammaray am 17 Dec 07, 15:28
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei der Herrn Bernard von der A. Schweizer GmbH in Forchheim bedanken, der es mir  ermöglichte verschiedene Lupen direkt vor Ort zu testen und mich ein gutes Stück in der "Lupenfotografie" vorangebracht hat. 

Gammaray
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Krizu am 17 Dec 07, 16:46
Jauw, lass mal sehen  8)

Frank
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Gammaray am 18 Dec 07, 20:05
Hallo Frank,

leider bliebt bei der sehr großen Auswahl (Musterkoffer) nicht die Zeit in Ruhe Bilder zu machen. Auch ist meine kleine Digicam mit ihrer geringen Auflösung in Ausschnittsvergrößerungen noch nicht "das Gelbe vom Ei" bezüglich Makrofotografie. Was die Lupen angeht, mein persönlicher Favorit war eine LED Handleuchtlupe 'Tech-Line'  mit Aplanat-Linsen und  15facher Vergrößerung. Leider auch eines der teuersten Modelle der Fa. Schweizer. Für den Feldgebrauch empfehlenswert: Die Uhrmacherlupe mit 10facher Vergrößerung und Aplanat-Linsen. Vorteil der Aplanat-Linsen: ein scharfes, verzerrungsfreies Bild bis zum Rand. Bilder liefer ich nach sobald mir das Christkind die 15fach LED-Lupe gebracht hat (und vielleicht auch eine neue Digicam).Versprochen!

Glück Auf!
Jürgen   
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Gammaray am 05 Jan 08, 15:22
So, die neue Digicam ist vorgestern eingetroffen, eine Fuji F40 fd mit 8,3 Megapixeln. Meine 10fach-Uhrmachelupe "ASIF" passt wie angegossen aufs ausgefahrene Objektiv der F40. Nach einigem Probieren, was die Ausleuchtung der Stufen angeht, kamen heute die ersten brauchbaren Bilder zustande:

- Boltwoodit xx auf Quarz xx, Rössing Mine Namibia,  Stufenbreite ca. 10mm
- Uranophan xx mit Malachit xx, Musonoi Mine, D.R. Kongo;  Bildbreite ca. 7 mm
- Rosettenförmiger Urancircit, Streuberg, Bergen, Vogtland; Größe der Rosetten ca. 7mm


Gruß
Jürgen
 


Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: guefz am 05 Jan 08, 16:09
Hallo,

scharfe Bilder entstehen ja mit dieser Methode offensichtlich, aber an Weißabgleich/Farbkorrektur entweder direkt an der Kamera oder später in der Bildbearbeitung ist noch Arbeit erforderlich. Die Bilder haben alle einen deutlichen Gelbstich.

auf das die nächsten Bilder immer nur noch besser werden

Günter
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Gammaray am 05 Jan 08, 16:56
Hallo Günther,

die Beleuchtung habe ich mit einer Halogen-Stehlampe improvisiert. Da ich die Kamera erst seit vorgestern besitze, bin ich noch am experimentieren was die Einstellungen (Weißabgleich etc. ) angeht. Den Gelbstich habe ich schon versucht im Bildbearbeitungsprogramm zu reduzieren.

Gruß
Jürgen


   
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Gammaray am 05 Jan 08, 17:19
Besser?
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: guefz am 05 Jan 08, 19:26
Ist so sicher besser, ich habe es mit dem Uranophan-Bild auch mal probiert, geht wohl nicht so einfach noch besser. Das Histogramm zu dem Bild sieht auch ein wenig seltsam aus (mehrere Spitzen). Ist wohl besser, wenn man an den Kameraeinstellungen noch etwas spielt und die Kamera besser auf die Lichtquelle abstimmt.

Günter
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: thannator am 05 Jan 08, 21:02
An den Lupen liegt's zumindest nicht - ist nur eine Frage der Lichtquelle (woher ich's weiß - ich mach' ja seit längerem das selbe).

Seb
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: -M- am 05 Jan 08, 23:04
Hallo Jürgen,
also ich finde die zweite Serie ist schon ziemlich annehmbar.
Die Ausleuchtung ist sicherlich noch nicht optimal, aber der
krasse Gelbstich ist schon mal weg. Falls du an der Kamera
einen autom. Weißabgleich eingestellt hast, würde ich dir
empfehlen, mal einen manuellen zu machen ( keine Ahnung,
ob deine Kamera das anbietet, aber ich nehme es mal an )
die Wahl der Lichtquelle ist dann erstmal nicht das Allerwichtigste.
Was die Ausleuchtung angeht, versuch´s doch mal mit zweien
( ident. ) anstatt nur einer Lampe.

Gruß -M-

Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Gammaray am 06 Jan 08, 10:42
Die zweite Bildserie habe ich nochmals in einem anderen Bildbearbeitungsprogramm überarbeitet. Leider steht mir zur Ausleuchtung im Moment nur eine Halogen-Stehleuchte zur Verfügung. Mal sehen ob ich kleinere Halogenleuchten auftreibe.

Gruß
Jürgen
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Gammaray am 07 Jan 08, 15:13
Hier noch zwei Bilder, ausgeleuchtet mit  der Halogen-Stehlampe und manuellem Weißabgleich, 10fach Uhrmacherlupe "Schweizer":
Kleinstufe mit blasenförmiger Pechblende, Stufenbreite 20 mm, Pribram, Tschechische Republik. Detailfoto Bildbreite ca 9 mm.



Gruß
Jürgen
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: guefz am 07 Jan 08, 19:55
Hallo,

sieht schon sehr viel besser aus. Der Hintergrund reflektiert noch ein wenig zu stark, wodurch das Histogramm bei den hellen Tönen extrem hohe Werte hat. Damit verlierst du einiges an Spielraum zur Feinbearbeitung. Grundsätzlich gilt: was einmal zu hell ist, kann man nicht mehr sinnvoll korrigieren, wogegen in zu dunklen Bildern immer noch alle Informationen enthalten sind. Ich würde zum einen den Hintergrund etwas dunkler wählen und zum anderen versuchen mit diffusem Licht zu arbeiten, so dass die Reflektionen nicht so stark in Richtung Kamera gehen.

viel Spass beim weiteren experimentieren

Günter
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Krizu am 08 Jan 08, 09:38
Hallo Jürgen,

kasst Du bitte einmal ein Blatt Millimeterpapier oder ähnliches knipsen?
Dabei sieht man Abbildungsfehler und Schärfrebereiche sehr deutlich.

MfG

Frank
Titel: Re: Lupentest
Beitrag von: Gammaray am 10 Jan 08, 15:05
Vorgestern konnte ich eine LED-Lampe mit flexiblem Schwanenhals erwerben, die eigentlich als Inspektionsleuchte für schwer zugängliche Stellen gedacht ist.
Bestückt ist das ganze mit 3 gebündelten sehr hellen LEDs. Sicher noch nicht optimal, aber schon um einiges besser als die zweckentfremdete Halogenleuchte.

1.Bild: Detailaufnahme einer 2-Euromünze mit 7fach-"asif"-Uhrmacherlupe.
2.Bild: Uranocircit xx, Streuberg-Steinbruch, Bergen. Bildbreite ca. 20mm, fotografiert ebenfalls mit der 7fach-"asif".

Gruß
Jürgen