Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Psaronius am 18 Nov 07, 12:59
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Hallo,
in der Literatur finde ich immer wieder Angaben darüber, dass früher in Norddeutschland Fasercalcit zu Schmuck verarbeitet wurde. Habe leider noch nie ein Foto oder Original von dieser "Ostsee-Jade" in verarbeiteter Form gesehen...
Kann da jemand Hinweise oder Literaturtipps geben....?
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Hallo Psaronius,
habe vor einiger Zeit (um die Jahrtausendwende) mal Fasercalcite untersucht. Es wurde auch ein kurzer Bericht veröffentlicht . MENDE, R. (1995): Anmerkungen zum Faserkalk - Geschiebekunde aktuell 11/4 .
Ich denke bei Herrn Mende gibt es mehr Informationen.
Seine damalige Adresse:
Rudolf Mende
Ernst Moritz Arndt-Straße 22
24223 Raisdorf über Kiel
MfG und GA
Günter Blaß
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Hallo Günter,
danke für die Information. Werde mal bersuchen, ob ich Kontakt bekomme.
Ansonsten fand ich es immer irgendwie komisch, dass in etlichen Publikationen Fasercalcit als Rohmaterial ("Ostsee-Jade") erwähnt wird, ich aber nirgendwo ein Produkt, nicht mal ein Foto von solchem, zu sehen bekam...
Das hat mich neugierig gemacht.
Grüße
Psaronius
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Hallo Psaronius,
vielleicht gibt es auch Informationen bei der Schriftleitung Geschiebekunde Aktuell (Mitteilungen der Gesellschaft für Geschiebekunde e.V. )
c/o Archiv für Geschiebekunde am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum der Universität Hamburg, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg
Damals (1995) PD Dr. R. Schallreuter
Gruß Günter
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Hallo,
Bilder von Fasercalcit findest Du hier: http://www.google.com/images?q=faserkalk, bzw. auf der Seite www.kristallin.de direkt.
Glückauf
Andreas
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Hallo,
versteht mich nicht falsch, - Bilder von Fasercalcit kenne ich zur Genüge, habe diese Calcit-Variante auch mehrfach in meiner Sammlung und habe selbst schon darüber publiziert.
Was mich konkret interessiert, sind Fotos, wo Fasercalcit zu Schmuck verarbeitet ist.
Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass in der Literatur immer erwähnt wird, dass früher dieser Stein in einigen Regionen Norddeutschland zu Schmuck verarbeitet wurde, keiner aber so ein Schmuckstück kennt.
Mir geht es da auch um regionalgeschichtlich-kulturhistorische Aspekte. Es müßte doch in irgendeinem Museum, einer Heimatstube, einer Privatsammlung da noch was existieren, oder nicht ?
Gruß
Psaronius
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Mir geht es ähnlich - ich kenne auch nur das Zitat, habe aber weder als Bild oder einem Museum derartige Schmucksteine gesehen. Vielleicht ja ein klassischer Fall moderner Legendenbildung: Einer verzapft den Unsinn und dann schreibt einer brav vom anderen ab, die Belegstellen werden immer mehr...
Ich kenne nur den schriftlichen "Beleg" im Buch von Frank Rudolph, Strandsteine, WachholzVerlag:"Er ist als Schmuckstein von friesischen Frauen getragen worden".
außerdem:
Rudolf Mende in "Geschiebekunde aktuell" 11/95: "Schon unsere Vorfaren haben den Faserkalk unter der Bezeichnung "Holsteiner Bernstein" zu Schmuck verabeitet und auch heute fertigen manche Sammler daraus sehenswerte Objekte".
Vielleicht weiß einer von beiden näheres? Über den Frank Rudolph habe ich mal auf ner Sammlerpage gelesen, das er ganz hilfreich sein soll.
Gruß Ronny
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Hallo,
im Naturerlebniszentrum Maasholm wurde auch darüber berichtet, ich weiss aber nich, ob die auch nur abgeschrieben haben.
http://www.naturerlebniszentrum.de/ (http://www.naturerlebniszentrum.de/) In der Geschiebe- oder der Frühgeschichte-Abteilung.
MfG
Frank
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Hallo,
Es gab auf einigen Museumsfesten am Institut für Geowissenschaften der Uni Kiel geschliffene Stücke zu sehen. Organisiert waren die Stände von der Geo AG Kiel, der auch der Dr. F. Rudolph angehört.
Kontakt zur Geo AG unter:
http://www.geo-ag-kiel.de/
Glück Auf!
Smoeller
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@smoeller
Ist ja schon mal ein erster Hinweis ! Hoffe nicht, dass das nur neue Anschliffe sind, sondern wirklich historische Stücke...
Gruß
Psaronius
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Hallo,
@Psaronius: Waren in dem Falle wohl neuere Stücke. Würde aber mal den Frank Rudolph kontaktieren. Er betreibt eine Fachbuchhandlung zum Thema Geologie und dürfte am ehesten Bescheid wissen über Literatur und gegebenenfalls ältere Funde. Adresse und Mail findest du in dem Link.
Glück Auf!
Smoeller
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Danke Sebastian.
Frank Rudolphs Buchhandel kenne ich, bin dort selbst Kunde.
In Sachen Fasercalcit: Auch ich habe schon das Material angeschliffen. Mich interessiert aber, was und wie man daraus Schmucksachen hergestellt hat... Waren das bloß Einzelstücke, oder gabe es einige Handwerker (?) die das professionell gemacht haben ?
Bin bei meinen Recherchen bisher leider nicht weitergekommen.
Gruß
Psaronius
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Ich hab mich mal umgesehen...
http://www.galeria.pl/maska100.jpg
Könnte das Bild hinkommen?
Habe unter Lublinit gesucht....
Und unter Lublinie das gefunden:
http://www.lublin.lasy.gov.pl/att/Aktualnosci/eprasa/Gazeta__Wyborcza__w_Lublinie_2007_06_30.jpg
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Hallo Trommlerin,
weiß nicht, wie Du auf diese Sachen gekommen bist...
Habe aber nichts mit Fasercalcit zu tun.
Gruß
Psaronius
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Hallo,
komme noch mal auf die Schmuckstücke aus Fasercalcit zurück.
Habe Herrn R. Mende kontaktiert.
Hier seine Reaktion zu dem Thema:
Zitat:
Habe dieser Tage in der Weltgeschichte rumtelefoniert, speziell mit Leuten, die auf dem Sektor Ur- und Frühgeschichte arbeiten. Ergebnis: Jeder hat die Glocken läuten hören, aber keiner weiß, wo sie hängen. Soll heißen, jeder weiß dass unsere Altvorderen angeblich Faserkalk zu Schmuckstücken veratrbeitet haben, aber keiner weiß wo diese Informationen herkommen und kennt schon gar kein Belegstück.
Möglicherweise wird es auch kaum welche geben, weil Calcit in dieser Form relativ schnell verwittert. Solche angewitterten Stücke finden sich immer wieder in den Kiesgruben bzw. auf dem Acker. Das bearbeitete Material hatte also vermutlich kaum eine Chance als Grabbeigabe o. ä. überleifert zu werden.
MfG und GA sowie schönen Feiertagen und einen guten Rutsch
Günter BVlaß
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Habe mal irgendwo gelesen, dass sich sogenannter "Alabaster" in vielen Fällen bei Untersuchungen als Calcitvarietät heraus gestellt hat. Und das auch oft bei Stücken, die aus früheren Zeiten stammen.
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Hallo Günter,
Deine Infos decken sich fast mit meinen Erkenntnissen...
Andererseits bin ich nicht davon überzeugt, dass selbst Fasercalcit als Grabbeigabe die Zeiten überdauert...Unter günstigen Bedingungen hat das ja sogar bei Holz und textilem Material funktioniert.
Außerdem fand ich Hinweise, dass selbst in nachmittelalterlicher Zeit Fasercalcit noch als Schmuckstein Verwendung fand. Mir ist es bloß unerklärlich, dass man dafür keine Belege findet, - zumal man Schmuck ja auch nicht unbedingt so schnell ausmustert.
Gruß
Psaronius