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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: uwe am 25 Nov 07, 17:03

Titel: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 25 Nov 07, 17:03
Bei diesem sammlerunfreundlichen Wetter sichte ich seit einiger Zeit einige bisher zur Seite gelegte Stücke. Beim Aufschlagen eines mit Stinkspat durchadertem Stückes Gneis waren auf der Spaltfläche kleine blaugrüne und grüne Aggregate zu sehen. Da es auf Grund von Größe und Ausbildung her  MM-Stüfchen werden könnte brüte ich nun, um was es sich handeln könnte. Die Täfelchen sehen wie Devillin oder Serpierit aus. Beide Minerale stehen nicht auf der Liste der Marienberger Minerale. Hat da jemand Erfahrung ?

Weiterhin waren winzige Kriställchen zu finden, die einen würfligen Eindruck hervorrufen. Ich bin aber nicht sicher, ob es wirklich Würfel sind, oder ob es Aggregate sind, die wie Würfel aussehen. Pharmakosidertit wäre nicht ganz unmöglich, da in der Paragenese Arsenopyrit nicht selten ist.

Beide Minerale kommen wie gesagt in Minidrusen des schwarzvioletten Fluorits (vermutlich mit Uraninit) vor. Chalkopyrit gehört auch zur Paragenese. Einige winzig Krusten sehen von der Farbe her wie Skolodowski bzw. Cuproskoldowskit aus - soweit möchte ich aber mit meinen Vernutungen nicht gehen. Auf jedem Fall ist aber Radioaktivität vorhanden. Gibt es da einen Zusammenhang mit der Bildung von Serpierit oder Devillin ?

Die Bilder sind etwa 30-fach vergrößert.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: minuwe am 25 Nov 07, 18:30
Hallo Uwe,

oberes Bild: Denke auch, Brochantit (kommt vor) oder ein anders Cu- Sulfat.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: smoeller am 25 Nov 07, 20:12
Hallo,

Das erste: Cu-Hydroxysulfat wie Devillin oder Serpierit. Devillin ist am Wahrscheinlichsten, kommt von der Kristallform und vom Glanz hin.

Das zweite ist schwer zu bestimmen: Könnte Pharmakosiderit, Segnitit, aber auch ein sekundäres U-Mineral sein. Würde mal mit der UV-Leuchte prüfen, ob es fluoresziert. Könnte Heinrichit oder Novacekit sein. Genaue Bestimmung wohl ohne Analyse unmöglich.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: -M- am 25 Nov 07, 22:29
Hallo Uwe,
kannst du vielleicht die Form der tafeligen xx auf Bld.1. nochmal etwas genauer beschreiben ( Umriß ) ?Oder wäre evtl. ein etwas schärferes Bild mgl. ( daß man sich über derartig "impressionistische" Fotos noch nicht  mokiert hat, muß wohl mit einer gehörigen Portion Respekt dem Alter gegenüber zusammenhängen - im Übrigen meinst du mit 30-facher Vergrößerung sicher nicht die Bilder sondern die Einstellung am Bino ) Respekt vor dem Alter hab ich übrigens durchaus auch, aber  an der Wahrheit ändert das nun mal auch nichts ... ist nicht ! böse gemeint -vielleicht kannst du es ja als kleine Motivation verstehen.
Gruß-M-
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: -M- am 26 Nov 07, 03:47
-  mir scheint, daß die xx auf Bld.1. längl.-rechteckige Umrisse haben - das könnte mglw. für Tirolit sprechen, der ja rein chem. genauso
denkbar wäre, wie die angesprochen Cu-hydroxysulfate -  zumal die typ. Ausbildung von Devillin xx eher sechseitig,&i.d.R. gestreift ist.,
Brochantit - kommt zwar auch in tafeligen xx vor, ist aber i.d.R. nadelig, außerdem wäre der Farbton nicht unbedingt der typischste.
Nachdem wir ja an früherer Stelle schon mal festgestellt haben, daß Zn-Min. in Marienberg, wie eigentlich fast überall im Erzgebirge,
durchaus vorhanden sind, aber auf der Abraham nicht gerade zur typ. Parag. zählen, würde ich Serpierit auch eher für unwahrscheinlich halten.
Gruß-M-
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: smoeller am 26 Nov 07, 09:24
Hallo,

@-M-: Devillin kristallisiert häufiger in solchen nahezu rechteckigen Tafeln. Habe Dutzende Stufen von der Grube Clara mit sehr ähnlicher Ausbildung, die allesamt Devillin sind. Ein weiteres Mineral wäre noch der Parnauit, der durchaus ähnliche Kristalle bildet, aber eher grün (wie Malachit) ist.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: minuwe am 26 Nov 07, 09:53
@ smoeller: Könnte ich meine Stücke von dort, die so aussehen, da bedenkenlos mit Devillin beschriften? Bin da immer zögerlich, denn es ist dann "für alle Zeiten Devillin". Hatte erst an Brochantit gedacht, da es für mich eher strahlig aussieht.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: smoeller am 26 Nov 07, 10:41
Hallo,

Es ist immer sehr schwer, diese Mineralien zu bestimmen, gerade vom Foto her. Es gibt meines Erachtens gute Hinweise darauf, dass hier tatsächlich ein Devillin vorliegt (Glanz, Paragenese, Spaltbarkeit, Kristallform). Dennoch sind Minerale wie Orthoserpierit, Serpierit, Langit, Posnjakit, Wroewolfeit, Parnauit, Tirolit, Richelsdorftit, Cornubit nicht definitiv auszuschließen. Eine genaue Zuordnung solcher Sekundärminerale ohne Analytik ist nur in den seltensten Fällen möglich, zumal von der Grube Vater Abraham auch noch viel zu wenig Untersuchungen existieren.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: minuwe am 26 Nov 07, 12:51
Na, da sind gleich einige Alternativen  :). Devillin beschreibt Literatur als dunkelsmaragdgrün. Erscheint auf dem Bild ja heller (?). Serpierit gar als Himmelblau. Langit ist dunkelblau. Posnjakit- könnte passen. http://www.mineralienatlas.de/showpict.php?pict=1117546046.Posnjakit.jpg (http://www.mineralienatlas.de/showpict.php?pict=1117546046.Posnjakit.jpg). Parnauit im Lex.: http://www.mineralienatlas.de/showpict.php?pict=1164027219.Parnauit_SW.jpg (http://www.mineralienatlas.de/showpict.php?pict=1164027219.Parnauit_SW.jpg) kommt von Farbe, Glanz u. Form hin. Könnte mir auch Konichalcit, Agardit, Lavendulan, Tirolit vorstellen, weiß nicht, ab Test auf Arsen möglich? Arthurit kommt immerhin mit Pharmakosiderit vor.

Warum nicht Cuprosklodowskit. Hellgrün, Anwesentheit von Uran und Kupfer gegeben. Uwe, weiß nicht, ob da die rhombische Form erkennbar ist.

 ??? Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: smoeller am 26 Nov 07, 13:34
Hallo

@Minuwe: Devillin und dunkelgrün? Die Devilline von der Clara sind hellblau, genau wie auf dem Bild.

Bei dem gelbgrünen dürfte wohl, wenn es U-Mineral ist, wohl am ehesten Heinrichit oder Novacekit vorliegen. Die Farbe kommt sicher durch geringe Cu-Gehalte zustande. Die reinen U-Glimmer wären gelb.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: minuwe am 26 Nov 07, 13:54
Zitat
Devillin und dunkelgrün? Die Devilline von der Clara sind hellblau

Ja, aber die Literatur (Rößler 5/80) kann fehlerhaft sein. Allerdings sehen die anderen Devillin- Bilder bei mir hellgrün mit sehr leichtem Blaustich aus. Ist ja auch etwas bildschirmabhängig.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: -M- am 26 Nov 07, 16:09
@ Sebastian - Hallo,
Zitat: "...Devillin kristallisiert häufiger in solchen nahezu rechteckigen Tafeln..."
- was meinst du mit "...nahezu..." ? ( sind es also eigentlich doch sechseitige xx - die nur auf den ersten Blick reckteckig wirken ? )
Zitat: "... Parnauit, der durchaus ähnliche Kristalle bildet, aber eher grün (wie Malachit) ist...."
- nun, das ist doch aber hier nicht der Fall 
Zitat: "...dass hier tatsächlich ein Devillin vorliegt (Glanz, Paragenese, Spaltbarkeit, Kristallform)..."
- mit Verlaub, aber wo kannst du denn auf dem Bld. die Spaltbarkeit  erkennen ? Glanz und Parag. sprechen nicht nur für Devillin - m.M.n.

Es ist natürlich unstrittig, daß man ohne entsprechende Analyse-verfahren, jedenfalls in solchen Fällen - selten 100% Aussagen treffen kann, ich denke aber auch, daß man -  wenn man sich nur etwas Mühe  gibt, und  Wesentliches von Unwesentlichen , bzw. Relevantes
von Irrelevantem ( in Hinsicht auf Indiziensuche + Ausschlußverfahren ) trennt, durchaus zu objektiv  nachvollziehbaren, faktischen
Ergebnissen kommen kann. ( und wenn dies wie in diesem Falle evtl. erstmal nur faktisch zu begründende Ausschlüße sind, mit denen
man die Zielgruppe eingrenzt )

Abgesehen davon, bin ich an solchen Fällen von der Abraham immer sehr interessiert, da  ja darüber - wie schon erwähnt - bisher leider
viel zu wenig berichtet wird. ( und das obwohl ja mittlerweile sicherlich schon genug Leute da  waren, und ihre "Keller" gefüllt  haben )
Deshalb noch mal Dank an Uwe für das Thema , allerdings erneut mit der Bitte, doch mal etwas bessere Fotos hier einzustellen..

Gruß-M-
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 26 Nov 07, 17:29
Klar hätte ich auch gern bessere Bilder, aber ein Bino mit entsprechender Spiegelreflexkamera ist mir zu teuer. Für das Geld tanke ich lieber und fahre zu den Fundpunkten ;). Meine Digitalkamera klemme ich an ein Okular meines Binos. Das bringt manchmal ganz brauchbare Bilder. Leider kann man den Kameras das "Mitdenken" nicht verbieten. Irgend eine unwesentliche Stelle an der Stufe findet die Kamera immer, welche dann sehr scharf abgebildet wird.

Ic h gebe dem -M- aber Recht, daß man durch langes Nachdenken meist auch ohne spezielle Analyse zu einem brauchbaren Ergebnis kommt.

Die Kristalltäfelchen sind rechteckig, teils auch leicht gebogen. Leider ist sowohl devillin als auch Serpierit monoklin, wobei ich Serpierit eher als nadlige Kristalle kenne. Den Glanz würde ich als perlmutterartig beschreiben. Auf den betreffenden Stücken fluoresziert überhaupt nichts, ist auch nicht verwunderlich bei dem wahrscheinlichen Cu-Anteil.

Unabhängig davon werde ich mal abwarten, ob es mal eine Veröffentlichung der Neufunde vom Abraham gibt. Immerhin ist es zur Zeit die höffigste Fundstelle im Erzgebirge. Wichtig ist ohnehin die Dokumentation des Fundortes. Welches Mineral es ist, läßt sich auch in 100 Jahren noch feststellen.

Danke für die Tips und Beste Grüße
Uwe



Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: smoeller am 26 Nov 07, 18:22
Hallo,

@-M-: Die Grundform ist rechteckig, das "nahezu" bezog sich auf die monokline Symmetrie.

Der Perlglanz deutet auf Devillin/Serpierit/Orthoserpierit hin.

Bei dem 2. scheidet dann Heinrichit aus. Könnte Novecekit sein, der fluoresziert sehr schwach bräunlichgelb bis gar nicht, je nach Fremdatomen im Gitter. Kann aber auch was anderes sein.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 26 Nov 07, 21:21
Halte das Mineral auf dem 1. Bild auch am ehesten für Devillin.
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: berthold am 26 Nov 07, 22:01
Hallo,

ich denke auch Devillin. Und wie sich die Diskussionen manchmal gleichen  ;D: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,12559.0.html (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,12559.0.html)

Gruß
Berthold
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: minuwe am 27 Nov 07, 00:09
Nee- an Devillin glaube ich immer weniger, seit ich einige gute Bilder gesehen habe, z. B. von Berthold:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=12559.0;attach=47930;image (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=12559.0;attach=47930;image). Dieser ja nachgewiesene Devillin ist wirklich hellblau, mit leichtem Grünstich und eindeutig rechteckig. Wärend die Aggregate von Uwe grün wie Alian sind.

@ Uwe- auf deinem Bild ist die Kristallgruppe dicht oberhalb der Mitte doch nicht rechtwinklig, eher strahlig. Alles andere ist unscharf. Ist denn dein anderer Devillin von Schwatz im Lexikon  nachgewiesen? Manchmal hat sich was im Kopf verankert, und es ist dann nicht leicht, davon abzurücken. Wieso sind eigentlich einige der von mir angeführten Minerale auszuschließen, könnte doch auch ein Arsenat sein, oder? Würde gerne eigene Bilder mit reinwerfen, habe aber auch das Problem mit der Schärfe  :-\ .

Wie könnte denn mal eine ordentliche Mineralliste von Lauta entstehen? Da gibt es doch noch diesen Vollblut- Geologen aus Freiberg, der ab und zu da ist, den werde ich mal fragen.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: -M- am 27 Nov 07, 01:23
´n Abend Minuwe,
- zur Farbe der xx auf Bld.1. - die würde ich schon auch als hellblau mit leicht grünlichem Stich beschreiben
- zur xx - Form, auf Bld.1.       -  ich sehe ( glaube zu sehen ) da wirklich eher rechteckige - längliche Tafeln
Zitat: "...Manchmal hat sich was im Kopf verankert, und es ist dann nicht leicht, davon abzurücken..."
- sehe ich genauso ( weiß zwar nicht so recht wen du meinst, mir geht es dabei v.a. um gewisse Experten )
Zitat: "...Wieso sind eigentlich einige der von mir angeführten Minerale auszuschließen,..."
- meine Meinung zu deinen Vorschlägen:
Konichalcit - hat eine sehr charakt. : apfelgrüne Farbe, und die xx sind : nadelig
Agardit -  die xx sind: nadelig, und SE-Min. wären in der Region doch als ziemlich ungewöhnlich einzustufen
Arthurit - die xx sind ebenfalls: nadelig - prismatisch, die Farbe: apfel- / smaragd-grün
Lavendulan - die Farbe: ist  blau - z.T. mit violettem Stich, die xx sind : nadelig
- soweit jedenfalls die Argumente, die mir dazu ein- / aufgefallen sind ( fast alle von anderen noch vorgeschlagenen
Minerale, würde ich auch ausschließen )
Tirolit - wiederum hatte ich ja auch schon vorgeschlagen, ist ein Arsenat - was durchaus nicht auszuschließen ist -
jedenfalls soweit ich das einschätzen kann.
Devillin - würde ich mittlerweile auch erstmal akzeptieren, Serpierit - allerdings nicht.

Zu der Liste: m.M.n. wäre es nicht zu verachten, wenn einfach mal alle mgl. Funde von dort per Foto und detaillierter
Beschreibung ( viel wichtiger - wenn gekonnt, jedenfalls in Anbetracht dessen, daß die meisten interessanten Sachen
ja doch im Micro-bereich stattfinden, und da gute Bilder zu machen,  nunmal nicht so einfach ist ) hier zur Begutachtung
und groben Zuordnung reingestellt werden.

Gruß-M-
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: stollentroll am 27 Nov 07, 11:53
Die Mineralliste von der Grube Vater Abraham, Marienberg:
Kupfer, Silber, Arsen, Wismut, Chalcosin, Acanthit (Argentit), Naumannit, Chalcopyrit, Argentopyrit, Sternbergit, Nickelin, Pyrrhotin, Millerit, Clausthalit, Covellin, Linneit, Bismuthinit, Pyrit, Cobaltit, Markasit, Safflorit, Rammelsbergit, Pararammelsbergit, Arsenopyrit, Lautit, Skutterudit, Nickel-Skutterudit, Tetraedrit, Proustit, Pyrargyrit, Xanthoconit, Stephanit, Emplektit, Freieslebenit, Polybasit, Auripigment, Chlorargyrit, Fluorit, Cuprit, Hämatit, Arsenolit, Senarmontit, Quarz, Cassiterit, Wolframit (nicht näher bestimmt ob Ferberit oder Hübnerit), Uraninit, Goethit, Calcit, Siderit, Dolomit, Malachit, Bismutit, Azurit, Baryt, Gips, Langit, Pyromorphit, Kaatialait, Guerinit, Skorodit, Kankit, Erythrin, Annabergit, Parasymplesit, Pharmacolit, Torbernit, Uranophan, Turmalin (nicht näher bestimmt).


Hier im Mineralienatlas wird noch Arsenolamprit genannt, das Foto dazu sieht mir aber nach typischen Arsen-Kristallen aus.
Auch Arseniosiderit und Duftit erscheinen mir fragwürdig von dort, gibt es Analysen oder Literatur dazu ?

Analysierten Devillin gibt es übrigens von der Grube Himmelreich im Marienberger Revier.

Glück Auf
der Stollentroll
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: minuwe am 27 Nov 07, 13:26
Muskovit, Biotit, Talk (?) Chlorit, Galenit, Sphalerit- rot (?), Psilomelan (?) Aktinolith, Kaolinit, Lepidokrokit (ev. Hämatit?), Brochantit, Limonit,  Melanterit (?).

Die Frage ist, in wie weit man zwischen den einzelnen Gängen und Haldenmineralien(sekundären) trennen sollte.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 27 Nov 07, 15:25
Hallo Gemeinde,

aus der Diskussion kristallisiert sich Devillin als das wahrscheinlichste Mineral heraus. Das war auch meine erste Vermutung, da die Aggregatform und die Kristalle wie eine andere Devillinstufe in meiner Sammlung ausehen.

Allerdings ist der Hinweis auf Tirolit nicht von der Hand zu weisen, da in Lauta violetter Fluorit sehr häufig mit Arsenopyrit vergesellschaftet ist. Leider sehen sich Devillin und Tirolit sehr ähnlich.

Die kleinen Würfel sind höchstwahrscheinlich Pseudowürfel, welche ebenfalls aus kleinen rechteckigen Täfelchen bestehen. Die blaßgrüne Farbe (teilweise sind die Würfelchen fast farblos) ist ja nun wiederum nicht typisch für Devillin. Allerdings wird die Farbe von Tirolit als blaßgrün bis blaugrün beschrieben.

Tirolit und Devillin können ja auch nebeneinander vorkommen, oder ? Oder ist sogar eine Epitaxie möglich ?

Gruß
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: stollentroll am 27 Nov 07, 16:11
Diese "Pseudowürfel" sehen mir sehr nach einem Uranglimmer aus. Torbernit oder Zeunerit sind gut möglich (bzw. die Meta-Formen). Torbernit z.B. kann auch sehr blassgrün aussehen.

Glück Auf
der Stollentroll


Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 27 Nov 07, 19:09
@Stollentroll,

na das ist doch schon mal etwas ! Zeunerit sollte aber anstandshalber wenigstens etwas fluoriszieren. Es könnte deshalb Torbernit sein.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: smoeller am 27 Nov 07, 19:42
Hallo,

@Uwe: Zeunerit fluoresziert in der Regel nicht. Kenne keine fluoreszierenden Cu-Uranglimmer. Wenns doch fluoresziert, ist es meist Heinrichit, der bei geringem Cu-Gehalt ebenfalls hellgrün ist.

Glück Auf!
Smoeller

Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 27 Nov 07, 20:45
@ Smoeller: Logisch, mir war im Moment nicht geläufig, daß Zeunerit ja auch Kupfer enthält.

Ich habe aber noch ein (zumindest für mich) rätselhaftes Mineral entdeckt. Auf den besagten würfligen Aggregaten, welche Uranglimmer sein könnten, sitzen vereinzelt winzige giftgrüne Kugeln. Es sind tatsächlich Kugeln und keine kugligen Aggregate. Die Kugeln sind durchsichtig und wasserklar. Sie sind nicht wasserlöslich, denn sie waren auch noch nach einer reinigung um Ultraschallbad vorhanden.

Ich hänge mal ein Bild an, nicht ohne mich diesmal ausdrücklich für die unwürdige Qualität zu entschuldigen.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: -M- am 27 Nov 07, 21:32
Hallo Uwe,
1. wenn ich dich richtig verstanden habe, sind sowohl Bld. 1., 2., als auch jetzt 3. von der selben Stufe - ist das richtig ?
2. versuche doch bitte  mal die vermeintlichen U-glimmer von Bld. 2. etwas deutlicher hinzubekommen - könnte wichtig sein.
3. die Kugeln auf Bld. 3. lassen mich im ersten Moment  an Arsenate wie etwa Cornwallit oder Konichalcit denken  - jedenfalls
fällt mir auf die Schnelle erstmal kein Cu-hydroxysulfat ein, zu dem sowohl die kugelige Form, als auch die Farbe und der Glanz so recht passen würden - falls ich mit meiner Annahme ( daß sich alle 3 Rätsel auf einer Stufe befinden ) recht hätte, könnte dies durchaus auch  ein Indiz für Tirolit (für Bld.1.) sein.( auch wenn die gleichzeitige Anwesenheit von Arsenaten und Sulfaten generell nat. nicht auszuschließen ist )
Gruß-M-
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: smoeller am 28 Nov 07, 09:43
Hallo,

Am ehesten Konichalcit von der Farbe her. Allerdings kann auch Eulytin in derartigen grünen Kugeln auftreten. Aber wahrscheinlicher ist halt Konichalcit.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: stollentroll am 28 Nov 07, 11:04
Grüne Kugeln nur visuell zu bestimmen ist kaum möglich (außer an speziellen Fundorten, wo sonst nichts weiter so vorkommt). Ich habe genau so aussehende kleine grüne Kugeln von Pöhla mal analysiert. Bei denen hatte ich alles mögliche vermutet, und dann hat es sich überraschenderweise als Antlerit erwiesen.

Wenn es sich bei den grünen Kugeln von Marienberg um eine Haldenbildung handelt, würde ich Conichalcit für unwahrscheinlich halten.

Glück Auf
der Stollentroll
 
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 28 Nov 07, 12:20
Zuerst vielen Dank für Eure Hinweise.

Ja, alle drei fraglichen Minerale sind von einem Stück. Dabei handelte es sich um Gneis mit dunklevioletten Fluorit.. An der Außenseite waren keine farbigen Ausblühungen zu sehen was allerdings nicht aussschließt, daß doch etwas Sekundäres da war, denn ich habe den Brocken erst zerschlagen und dann die Stücke gereinigt bevor ich unter dem Mikroskop die Sache betrachtet habe.

Alle drei betreffenden Minerale waren innen in Klüften der Fluoritadern bzw. in kleinen Klüften im Gneis. Ich nehme deshalb an, daß es sich nicht um einen typische Haldenbildung handelt. Es ist natürlich nicht auszuschließen, daß sulfat- oder arsenanthaltige Haltenwässer den Weg ins Innere des Gesteines gefunden haben haben. Allerdings liegt die Halde so lange nun auch nicht.

Um bessere Bilder der "Würfel" werde ich mich bemühen. Ich versuch's halt mal mit meiner Spiegelreflex.

Kupfer-, Arsen und Wismutinonen sind sowohl auf der Halde als auch in der Lagerstätte nicht selten. So kommt bekanntlich Emplektit im Fluorit eingewachsen recht häufig vor. Der Fluorit ist natürlich sogenannter Stinkspat, jedoch war der typische Geruch beim Zerschlagen in diesem Fall sehr deutlich zu bemerken. Ich nehme auch an, daß vorhandene schmutzig-schwarze Beläge auf einigen Fluoritkristallen in die Richtung Uraninit gehen.

Es ist bei manchen der Bruchstücke eine schwache grünliche Fluoreszenz bei kurzwelligem UV zu bemerken. Allerdings gehören die drei angefragten Minerale nicht zu den fluioreszierenden Zonen. Unter dem Mikrospkop ist an den fluoreszierenden Stellen kein auffälliges Mineral zu entdecken. Der Fluorit sebsst fluoresziert nicht.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: stollentroll am 28 Nov 07, 13:03
Sekundärminerale können sich auf Halden sehr schnell bilden. Um bei einem Uranglimmer zu bleiben, ich habe Torbernit als Haldenbildung gefunden, der hat maximal 20 - 30 Jahre zur Entstehung gebraucht. und von der Grube Willi Agatz in Dresden habe ich grünen kugeligen (!) Torbernit, der hat höchstens 10 Jahre gebraucht.

Dass Sekundärminerale im Inneren der Stücke auf Klüften sitzen, ist kein Kriterium gegen eine Haldenbildung. Es ist nichts ungewöhnliches, dass Haldenbildungen auf Klüften und Rissen sitzen.

Der in Fluorit eingewachsene "Emplektit" von Vater Abraham ist übrigens fast immer Bismuthinit. Emplektit ist sehr selten.

Glück Auf
der Stollentroll
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: minuwe am 28 Nov 07, 13:48
@Uwe, da gerade die Sekundärminerale angesprochen werden. Was ist dann damals bei deinem "sekundär"- Proustit von Lauta rausgekommen? http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,13564.0.html (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,13564.0.html) Habe neben weiteren Sammlern auch so ein Stück gefunden, Proustit in ockergelber Kruste. Sekundär oder nicht? In Krusten verbackene primäre Proustite oder was?

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: berthold am 28 Nov 07, 14:04
Hallo,

@Stollentroll:
Zitat
Um bei einem Uranglimmer zu bleiben, ich habe Torbernit als Haldenbildung gefunden, der hat maximal 20 - 30 Jahre zur Entstehung gebraucht. und von der Grube Willi Agatz in Dresden habe ich grünen kugeligen (!) Torbernit, der hat höchstens 10 Jahre gebraucht.

Supergen war mir bekannt, aber Uranglimmer als Haldenbildung? Da würde mich sehr interessieren wie Du zu den Altern kommst.

Gruß
Berthold
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: stollentroll am 28 Nov 07, 14:38
Der Torbernit saß auf der Oberfläche von Alaunschiefer-Stücken, nicht auf Klüften, Drusen oder so und hat sich eindeutig erst gebildet, nachdem das Gestein gebrochen und transportiert wurde. Es waren allerdings keine Kristalle sondern unscheinbare kugelig-nierige Aggregate. Gefunden vor etwa 10 Jahren auf der Absetzerhalde vom Tagebau Lichtenberg, Ronneburg. Der Tagebau ist ja nicht alt, und die Fundstelle lag auch noch in einem jüngeren Bereich der Halde.
Nachweis mit XRD und EDX.

Glück Auf
der Stollentroll

Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 28 Nov 07, 19:50
Grüne glasige Kugeln aus dem Schwarzwald hatten sich mal als Bastnäsit erwiesen...
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 28 Nov 07, 20:00
@Stollentroll: 
Emplektit - Kann man davon ausgehen, daß es sich um Emplektit handelt, wenn auf die Nadeln (natürlich die, welche aus dem Fluorit herausschauen) grüne Sekundärbildungen aufgewachsen sind ?

Wenn sich auf Halden gebildeter Torbernit als grüne nierige (warum nicht kuglige) Krusten darstellt, dann könnte es sich ja in meinem Fall bei den Würfeln um Torbernit handeln auf denen sich durch Umbildung in Folge von Haldeneinflüssen die kugligen Torbernite gebildet haben. Die grünen Kugeln sitzen ausschließlich auf den Würfeln. Was meinst Du dazu ?

@minuwe:  Die zugegeben sehr zarten Bildungen sind leider beim Untersuchen zerfallen. War allerdings nicht schade darum.

@ Uwe: Ich hatte immer angenommen Bastnäsit wäre eher gelb bis orange. Bastnäsit paßt allerdings nicht in dei Marienberger Lagerstätten.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: stollentroll am 28 Nov 07, 23:22
Zu dem Emplektit-Problem: grüne Sekundärbildungen sind nicht unbedingt ein Hinweis auf Emplektit, es gibt dort auch grünen Bismutit, der sich aus Bismuthinit gebildet hat.

Ob diese "Würfel" Torbernit oder Zeunerit oder etwas anderes sind, kann man nach dem Foto auch nicht sagen, es ist nur eine Vermutung.

Die grünen Kugeln halte ich nicht für Torbernit, aber man kann es ohne Analyse sowieso nicht sagen.

Glück Auf
der Stollentroll
 
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: -M- am 29 Nov 07, 03:16
Hallo Uwe,
1.- ein mit unter brauchbares Indiz für die Unterscheidung von Emplektit und Bismuthinit , ist die Tenazität.
B. ist i.d.R. sehr milde  - E. dagegen oft  ziemlich spröde.
2.- will ja nicht drängeln ! , aber wie siehts mit dem Bild aus ?!
Gruß-M-

Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 29 Nov 07, 18:32
@ -M- :

Wegen der Bilder bin ich noch am probieren, ob es mit der Speigelreflexkamera besser geht.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 29 Nov 07, 19:19
@ -M-:

Ich denke die beiden angehängten Bilder sind etwas besser. Mal sehen, ob ich die Aufnahmen noch etwas optimieren kann.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: smoeller am 30 Nov 07, 09:36
Hallo,

Danke für die neuen Bilder. Ziemlich sicher ein sekundäres U-Mineral. Eventell leicht Cu-haltiger Novacekit oder hell gefärbter Meta-Zeunerit. Beides fluoresziert nicht oder nur sehr schwach. Sicherheit nur per Analyse.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 30 Nov 07, 17:31
Hallo Diskusionsrunde,

unabhängig davon, daß sich die von mir gezeigten Minerale nur durch eine Analyse genau bestimmen lassen, werde ich dem Kind nun einen Namen geben. Der letzte Hinweis von Sebastian ist dabei für mich ausschlaggebend.

Da der Großteil der betreffenden Würfel weiß bis gelb ist denke ich daß es sich um Novacecit handelt. Wie ich beim Formatieren gemerkt habe sind die Fluorite relativ stark mit Arsenopyrit durchsetzt. Freie As-Ionen waren also auf der Halde reichlich vorhanden. Nachträglich dürften Haldenwässer mit Cu-Ionen eingedrungen sein, welche wohl die teilweise grüne Farbe der Kristalle verursacht. Möglicherweise hat sich teilweise auch Zeunerit gebildet - geht so etwas und gibt es eigentlich eine Verwachsung von Novacecit und Zeunerit ?

An Torbernit glaube ich nicht mehr, zumal auf der Halde Abraham meines Wissens keine Phosphate vorkommen. (Der angebliche Fund von Pyromorphit könnte wohl auch Mimetesit sein.)

Auf Grund des hohen Arsenspiegels wird es sich bei den blauen Täfelchen wohl um Tirolit handeln.

Somit lege ich einfach mal fest: Tirolit und Novacecit (ob Meta oder nicht lassse ich mal dahingestellt). Wissenschaftlern ist meine Vorgehensweise ein Graus, ist mir schon klar, aber ich denke die Wahrscheinlichkeit daß es stimmt ist recht hoch.

Ich danke allen Diskussionspartnern. Falls einer noch meine o.g. Frage beantworten kann wäre das prima.

Gruß
Uwe

Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: stollentroll am 01 Dec 07, 00:20
Der "angebliche Fund von Pyromorphit" ist analysiert, soviel zum Thema es gibt dort keine Phosphate.

Die Wahrscheinlichkeit, das es sich bei den blauen Täfelchen um Tirolit handelt, halte ich für recht gering. Devillin ist z.B. viel wahrscheinlicher und aus dem Revier auch schon mehrfach nachgewiesen.
Und Novacekit - vielleicht, vielleicht auch nicht. Eine blassgelblichen Uranglimmer aus dem Marienberger Revier habe ich z.B. als Meta-Uranospinit identifiziert (XRD und EDX).

Ich halte es schon für problematisch, so gleich zwei Minerale zu bestimmen, die von Marienberg noch nicht bekannt sind (und Tirolit ist meines Wissens nach aus dem ganzen Erzgebirge noch nicht nachgewiesen). Solche Dinge tauchen irgendwann in Minerallisten auf und man bekommt sie nie wieder raus.

Glück Auf
der Stollentroll
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 01 Dec 07, 08:50
Auf Grund der Antwort von "Stollentroll", den ich als excellenten Kenner der erzgebirgischen Minerale schätze, werde ich wohl die beiden Minerale neu beurteilen.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: smoeller am 01 Dec 07, 09:20
Hallo,

@Stollentroll: Was ist mit der Grube Fortuna in Deutschkatharinenberg? Ist das nun Tirolit oder Lavendulan? Gibt es da genauere Analysen?
Und Uranospinit müsste doch unter UV leuchten. Könnte vieles sein, da hast du Recht. Mein Uranospathit aus dem Schwarzwald hat auch eine starke Ähnlichkeit mit dem vorliegenden Mineral. Wäre schön, bald mal was über Analysen von dem Material zu lesen. Bin gespannt, was da herauskäme.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: stollentroll am 02 Dec 07, 08:22
@Smoeller:
Mir ist zumindest keine Analyse bekannt. Lavendulan-ähnliches Material gibt es zumindest an mehreren Stellen im Erzgebirge, wobei die Sache hier auch recht kompliziert ist und es hier noch Potential für neue Minerale gibt.

@Uwe:
Solche Minerale sind einfach ohne Analyse nicht zu bestimmen und man wird dann auch immer wieder auf Überraschungen stoßen. Ich habe es oft erlebt, dass ich vorher an etwas seltenes gedacht habe und dann hat es sich als etwas eher gewöhnliches in einer ungewöhnlichen Ausbildungsform erwiesen, aber auch umgekehrt, bei Stücken wo ich eigentlich nichts besonderes erwartet hatte, war es dann etwas sehr seltenes.
Bei den weiter oben erwähnten grünen Kugeln von Pöhla z.B. war die allererste Vermutung auch so in Richtung Conichalcit oder Cornwallit, aber die Paragenese gefiel mir nicht, die nächtse naheliegende Idee war dann ein Uranmineral weil es direkt auf verwittertem Uraninit sitzt - und nach der Analyse war es dann Antlerit, was ich nie vermutet hätte.

Lieber so ein Stück erstmal als unbestimmt führen und einen Zettel dazu packen, wo man vermerkt, was an Überlegungen dazu schon angestellt wurde.

Glück Auf
der Stollentroll
Titel: Re: Minerale Abraham-Halde
Beitrag von: uwe am 02 Dec 07, 15:28
@Stollentroll:



Lieber so ein Stück erstmal als unbestimmt führen und einen Zettel dazu packen, wo man vermerkt, was an Überlegungen dazu schon angestellt wurde.



Ja das ist eine gute Idee. Hät ich auch selbst drauf kommen können.

Gruß
Uwe