Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: joy am 22 Dec 07, 21:18
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Hmm.. bin mir hier bei dir Bestimmung nicht ganz sicher. Das Stück besteht hauptsächlich aus Quarz und ist leicht vererzt.
Leider ist der Fundort ebenfalls nicht bekannt. Tippe aber auf was aus dem Raum Deutschland. Vll. sogar Erzgebirge.
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Hallo,
kannst du vielleicht "... leicht vererzt ..." etwas konkretisieren ( Bild, und / oder genauere Beschreibung der Vererzung ) ?
Wenn du dir bei der Bestimmung nur nicht ganz sicher bist - dann sag doch mal wovon du ausgehst, und warum.
Gruß -M-
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Hallo,
meinst du mit "vererzt" die kleinen Kristallnadeln auf dem Bild oder gibt es noch sulfidische Erzspuren auf dem Stück? Wenn ja, sind die bestimmbar?
Günter
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bestimmbar oder nicht, jedenfalls sind sie mit Sicherheit beschreibar.
( gut beschrieben ist tausendmal besser als schlecht bestimmt )
Gruß -M-
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Auf dem Stück befinden sich weitere Erze (Sulfide) Es könnte ein Blei- oder Wolframvererzung sein. Bin mir aber nicht ganz sicher.
Meine Vermutung wäre so Richtung Mimetesit gegangen, was aber nicht viel heißen muss. Wie auf den Bildern zu erkennen ist, hat das Mineral ungefähr die Farbe von einem Wulfenit.
Außerdem dürfte es sich um einen Altfund halten, da eine kleine Nummer vermerkt worden ist, die einen älteren Anschein macht.
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Hallo Joy,
ob nun eine Pb- oder W- vererzung vorliegt, sollte doch eigentlich rauszukriegen sein. ( Wolframit ist um einiges härter, als so ziemlich
alle üblichen Pb-erze, auch die Farbe ist doch dtl. unterschiedlich )
Falls du dir trotzdem nicht sicher darüber wirst, kannst du mit deiner Beschreibung ja einfach mal mehr ins Detail gehen...
Die Form der xx / Aggr. erinnert tatsächlich an Pyromorphit ( Braunbleierz ), den man rein äußerlich i.d.R. von Mimetesit nicht
sicher unterscheiden kann, aber auch dazu könnte die Paragenese Indizien liefern. ( Pyromorphit ist allerdings häufiger als Mimetesit )
Gruß -M-
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Also es scheint sich nicht um Bleiglanz zu handeln, denn das Begleitmineral ist wesentlich dunkler erinnert mich schon fast an Kassiterit SnO².
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hat dieses Material auch Bruchflächen oder nur diese mehr oder weniger angelaufenen Außenflächen? Nach Galenit sieht das in der Tat nicht aus, aber auf dem Bild kann man nicht viel erkennen außer der bräunlichen Farbe. Bevor ich bei dieser Farbe auf irgendwas selteneres tippe, nehme ich erstmal das gewöhnlichste an: Pyrit mit Limonit überzogen oder eventuell ganz ersetzt. Lässt sich aber durch die Farbe einer Bruchfläche bestätigen oder verwerfen.
Günter
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Nach Galenit sieht es jedenfalls tatsächlich nicht aus.
Ob das Cassiterit ist oder nicht, kann man anhand des Bildes nicht wirklich entscheiden.
Versuche doch mal die Härte zu bestimmen bzw. einzugrenzen ( kannst du es mit ner Nadel ritzen ? )
Wenn ja, kannst du gleichzeitig die Strichfarbe erkennen ( Pulver )
Sind evtl. noch andere Minerale am Stück zu erkennen ?
Gibt es frische(re) Bruch- / Kristall-flächen ?
Gruß -M-
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Die Bruchfläche ist auf jeden Fall kein Pyrit. Die Spaltbarkeit erinnert eher an Sphalerit
Die Strichfarbe ist braun-sehr dunkelbraun (fast schwarz)
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Könntest du mal bitte ein Bild machen, wo man die Stufe im Ganzen drauf erkennt -
evtl. könnten auch andere Detail-bilder helfen.
Gruß -M-
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Hier ist mal der link zur Auktion:
Vielleicht erkennt man da mehr.
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=260185846497&ru=http%3A%2F%2Fsearch.ebay.de%3A80%2Fsearch%2Fsearch.dll%3Ffrom%3DR40%26_trksid%3Dm37%26satitle%3D260185846497%26category0%3D%26fvi%3D1
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Das zweite Mineral erinnert mich irgendwie doch sehr stark an eine Wolframverbindung
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1183389477
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Hmmm, also die Gesamtansicht offenbart leider auch keine entscheidenden Hinweise.
Wolframit, ist durchaus möglich - obwohl bei der Ausbildung ( zumindest so wie sie auf
deinem Bild zu erkennen ist ) davon nicht mit Sicherheit ausgegangen werden kann.
Falls du an irgend einer Stelle xx oder wenigstens ein paar erhaltene Flächen finden
solltest, könnte man vermtl. mehr dazu sagen.
Ansonsten gibt es wohl an dem Stück auch keine anderen Minerale, die dir aufgefallen
wären ?
Zu den xx auf Bld.1. : ich würde nach dem jetzigen Stand Pyromorphit zwar nicht vollständig
ausschließen, aber zwingende Gründe, davon auszugehen, gibt es eigentlich nicht.
Die Form ( und die Farbe sowieso ) alleine, spricht eben durchaus nicht nur für Pyromorphit,
und ähnliche Sachen, sondern kann auch bei ganz anderen Mineralen so auftreten.
( die Anwesenheit von Galenit, wäre zumindest ein gutes zusätzliches Indiz gewesen )
Ohne weitere Fakten oder Indizien, wird eine Bestimmung auf dem Weg relativ unwahrscheinlich.
Gruß -M-
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Hallo,
Könnte Stolzit sein. Stolzit in Paragenese mit Wolframit ist von Cinovec-Zinnwald im Erzgebirge und vom Münstertal im Schwarzwald bekannt. Hier kommt von der Matrix her insbesondere Zinnwald in Frage, besonders dieser graue Quarz hat mich darauf gebracht. Ist das gelblichgraue Mineral in dem Stück (eBay-Foto an der Vorderseite) Glimmer? Das spräche für Zinnwald.
Glück Auf!
Smoeller
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@ Sebastian -
Stolzit und Zinnwald kam mir auch schon in den Sinn, aber ohne weitere Fakten
bleibt auch das nur eine Vermutung.
Wie ich schon sagte, ein paar Detail-fotos von der Stufe könnten helfen, oder
aber die Beschreibung weiterer beteiligter Minerale. Oder wenigstens irgend-
etwas, was den Verdacht auf Wolframit erhärten könnte...
Gruß -M-
PS: schau dir doch mal bitte Kerloc´s "Turmalin / Epidot " - Problem an, kannste da nicht evtl. mal deine Meinung zu beisteuern ?
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Hallo,
auf Wolframit würde ich unbedingt erstmal testen: Etwas Pulver in Salzsäure aufgelöst, ergibt gelben Niederschlag (Wolframoxyd). Etwas Pulver wird durch Schwefelsäure blau gefärbt. Der Härtetest ist auch wichtig: Ein Cuttermesser (Spitze noch scharf!) sollte es gerade noch ritzen (5- 5,5), wobei die hohe Sprödigkeit am (braunen) Pulver neben der Ritzspur sichtbar ist. Der spätige Bruch und der Strich würden passen.
Stolzit würde da wirklich gut dazu passen. Kann chemisch wie oben nachgewiesen werden. Wenn das Bild nicht täuscht, wäre auch der Harzglanz und die Hahnenkammform der Aggregates gegeben, Härte 2,5- 3 eben noch prüfen.
Glück Auf
Uwe
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Na, das sind ja wieder mal die wildesten Spekulationen hier.
Für mich ist das eindeutig Mimetesit/Pyromorphit, wenn es um die garbigen Kristallaggregate geht.
Mimetesit ist glaube ich HCl resistent
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Hallo,
@Sebastian:
also ich hätte das Stück auch in Richtung Erzgebirge eingeordnet. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich bei dem zweiten Mineral um Wolframit handelt. (Habe ich mit einem Stück aus Horni Slavkov verglichen)
Also warscheinlich handelt es sich daher hier um eine Wolfram Verbindung, könnte von daher also tatsächlich Stolzit sein. Leider kenne ich mich mit wolframhaltigen Mineralien nicht so gut aus. Gibt es da noch andere, die so aussehen könnten?
Leider finde ich auf dem Mineral unterm Bino keine besseren Stellen, die auf Wolframit schließen ließen.
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Mich erinnern die schwarzen Kristalle mit bräunlichem Stich eher an Kassiterit. Als Paragenese wäre Stolzit wahrscheinlich, wie Sebastian schon geschrieben hat. Stolzit käme auch hinsichtlich Farbe und Kristallform hin. Es könnte sich um ein Stück aus Graupen (Krupka) handeln bzw. generell aus den osterzgebirgischen Lagestätten.
Gruß
Uwe
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Hallo,
Die Kristallform ist schon recht typisch für den Stolzit von Zinnwald. Zur Paragenesekann natürlich neben Wolframit auch Kassiterit gehören. Bei dem Einsprengling auf dem Foto ist wohl von Kassiterit auszugehen.
Als ähnliche Minerale kämen noch Wulfenit und Scheelit in Frage. Scheelit bildet jedoch die bekannten oktaederähnlichen xx und kommt sehr selten in länger gestreckten spießigen xx vor, so dass ich hier Scheelit ausschließen möchte. Auch ist Scheelit in der Regel eher heller gefärbt. Wulfenit käme noch in Frage, weiss aber nicht, ob der in Zinnwald vorkommt. Die Lagerstätte ist jedenfalls reicher an Wolfram als an Molybdän, so dass Stolzit wahrscheinlicher ist.
Glück Auf!
Smoeller
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Wovon sprecht ihr eigentlich alle? Ich muß echt mal so dumm fragen.
Etwa von dem, was auf dem zweiten Foto zu sehen ist?
Ich erkenne da gar nix, nur völlig unscharfe verschiedenfarbige Gesteinsstrukturen..
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von dem, was auf dem zweiten Foto zu sehen ist?
@ thothie, hallo,
auch davon. Es geht hier nicht um Bestimmung nach Bild 2, sondern darum, wie er seine Vermutung ggf. stützen oder verwerfen kann. Bei Bild 1 kann man aber schon was erkennen. Da geht es darum, wie die Paragenese mit Bild 2 (sozusagen) hinkommt. Nach den Tests wird er es wissen ;) .
@ joy: Wenn der Wolframtest negativ ist, würde ich mal Uwes Idee mit dem Cassiterit nachgehen.
Glück Auf
Uwe
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na, schaun wa mal.
man sollte sich auch nicht von dem schlechten Weißabgleich täuschen lassen. Ich hab mal versucht das etwas auszugleichen. Die Strichfarbe könnte auch für mit Limonit verunreinigten verwitterten Galenit sprechen.
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Danke für eure Antworten:
@minuwe:
leider hab ich gerade keine Schwefelsäure zur Verfügung gehe aber übernächste Woche zur Uni. Kann da ja mal schauen, ob ich an Schwefelsäure rankomme.
@thotie: Irgendwie kommt dein Bild, dass du überarbeitet hast nicht so ganz hin. Das Mineral wirkt irgendwie zu dunkelorange.
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Danke für eure Antworten:
@thotie: Irgendwie kommt dein Bild, dass du überarbeitet hast nicht so ganz hin. Das Mineral wirkt irgendwie zu dunkelorange.
Kann schon sein, ich kenn ja das Orginal nicht und mußte einen WB auf Verdacht machen. Wenn das Aggregat blaßer ist, spricht es noch mehr für Mimetesit ;)
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Hallo,
Ist eindeutig ein Mineral der Scheelit-Gruppe, wohl Stolzit. Die Kristalle gehören eindeutig dem tetragonalen System an. Mimetesitist das hier nicht. Könnte wie gesagt höchstens noch Scheelit sein.
Glück Auf!
Smoeller
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Nun gut, ich traue mir bei diesem Foto zwar keine Aussage zur eindeutigen Kristallform zu, aber, wenn es denn so sein sollte, würde ich mich mit freuen. Schließlich ist Stolzit eindeutig seltener und dann wär es ja ein echtes eby-Schnäppchen. ;D
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leider hab ich gerade keine Schwefelsäure zur Verfügung
Der Test auf gelbes WO3 mit HCl sollte vorerst reichen. Bezüglich Scheelit mal ins kurzwellige UV- Licht halten. Zur Unterscheidung des wahrscheinlicheren Stolzit müsstest du noch das enthaltene Blei nachweisen.
@ smoeller: Kommt auch Raspit in Frage?
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
@minuwe: Glaube eher nicht, wegen der Symmetrie der xx. Raspite sehen aus wie Titanite, sind niedrig symmetrischer, da Monoklin. Hier liegt meines Erachtens tetragonale Symmetrie vor, typisch für Stolzit oder Scheelit.
Glück Auf!
Smoeller
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@ Sebastian,
Zitat: "... Die Kristalle gehören eindeutig dem tetragonalen System an..."
- scheinst ja echt gute Augen zu haben ... wo siehst du das denn ( so eindeutig ) ?
( ich vermute mal ganz stark, du bist dir einfach ziemlich sicher ( vermtl. zu recht ), daß es Stolzit , etc. ( tetragonal ) ist,
und bist hier dem Umkehrschluß - wenn Stolzit ... dann tetragonal ... also xx auf dem Bild : eindeutig tetragonal - erlegen ...
oder nicht ? )
@ Uwe, ( ist zwar inzwischen egal, da ja durchaus beides in die Paragenes passt , aber der Vollständigkeit halber : )
Zitat: "...Mich erinnern die schwarzen Kristalle mit bräunlichem Stich eher an Kassiterit..."
Das mag schon sein - sieht ja selbst in natura hin und wieder - gerade in solchen unegalen Aggr. relativ ähnlich aus. Aber-
abgesehen davon, wurde der ermittelte Strich als dunkel - braun - fast schwarz bezeichnet, und dies spricht wiederum
Optik hin oder her, eher für Wolframit, als für Cassiterit. ( nichts für ungut, hast du wohl übersehen )
Gruß -M-