Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Grenzton am 07 Jan 08, 22:48
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Eigentlich sammle ich ja nur Fossilien aber manchmal nehme ich auch solche Fundstück mit.
Aaaalso, es stammt aus einer Störungszone der Dortmunder Oberkreide.
Es löst sich nicht in Essigsäure auf, dabei ist kaum sprudeln zu vernehmen.
Es vermag Glas zu ritzen, der Bruch ist glatt wie bei Calcit und dann wieder muschelig oder körnig rauh.
An manchen Stellen sind einzelne Kristalle aufgelöst und dann in den Fehlstellen wieder neue gewachsen, aber dann in eine Art 5-eckiger Würfel.
Auf einer Seite der Kristalle, sieht es aus als hätte sich auf der Oberfläche eine Art Patina gebildet, hingegen auf der abgewandten Seite nicht.
Stellenweise sind mir diese Kluftfüllungen völlig zerbröselt.
Wer kann mir was dazu sagen?
Kalle
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Blickrichtung von vorn auf die transp. Kristalle
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Blickrichtung von hinten mit "patiníerten Flächen"
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ca. 2.5 bis 3.5cm Dick
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Hallo Grenzton,
auf Bild 1 ein typischer Quarzgang (in welchem Gestein?, sieht ziemlich verwittert aus) mit Klüften.
Dementsprechend ist das Mineral Quarz. Wenn für Kristallbildung wenig Platz ist, sind wie hier die Enden nicht gut ausgebildet.
Aus was die Überkrustung besteht, ist vom Bild schwer zu sagen. Braun- und Rottöne kommen aber von Eisenoxiden. Es kann Ton oder Kaolinit (weiß aber vom Limonit ocker gefärbt, erdig) im Spiel sein. Das Zerbröseln kommt daher, dass die Kristalline Masse nicht fest aufsitzt und die Prismen auch zueinander wenig Halt haben, dadurch zerfallen sie beim Herauslösen aus der Kluft.
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
die Härte spricht zwar gegen Calcit, aber ich finde, ein Tei lder Stufe sieht nach Calcit aus.
Vielleicht mit einzelnen Quarzkristallen?
Mfg
Frank
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Hallo Uwe.
Das Gestein ist Mergel und Grünsand aus der Oberkreide, und das helle auf den Kristallen ist kein Belag.
Da sind die Kristalle verfärbt.
Kalle
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Hallo,
Von der Form her eindeutig Calcit. Calcit löst sich in Essig relativ langsam, wenn er kristallin ist. Zum Test besser HCl nehmen. Wenn man Calcit weghaben will, geht auch Essig, aber es dauert lange.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo Kalle,
nimm doch einfac heinen Tropfen Batteriesäure!
MfG
Frank
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Eigentlich war ich von Calcit überzeugt (auch Calcit bildet natürlich solche Gänge/ Klüfte), aber:
Es vermag Glas zu ritzen,
Calcit ritzt beim besten Willen kein Glas! Da blieb nur Quarz. Da nützt die Kristallform nix, wenn die Härte (verlässlicher) völlig anders ist.
sieht es aus als hätte sich auf der Oberfläche eine Art Patina gebildet
Also stattdessen nun doch verfärbte Kristalle.
Glaube jetzt auch, dass es Calcit ist.
Bitte einfach noch mal Härtetest, müsste sich mit Messerspitze leicht ritzen lassen. Dann ist es sicher Calcit.
Glück Auf
Uwe
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wobei einschlüsse von quarz oder mikrofossile auch zum ritzen führen können. radiolarit ist z.b. an sich ein tiefseeton, der nur deshalb glas stark ritz, weil viele radiolarien enthalten sind. calcit kann auch solche einschlüsse besitzen. evt. ist es das was ritz bzw. der überzug oder eisen. einfachste test wäre echt mit HCl, die es billig auch in apotheken gibt. essigsäure ist zum testen an sich kaum geeignet, da zu schwach.
batteriesäure ist kein guter einfall, zumal mir da nur die autobatterie einfällt.
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Hallo,
so wie ich Kalle und seine Zunft kenne, kommt der leichter an Batteriesäure ran als an HCl.
Jedem anderen hätte ich HCl empfohlen 8)
MfG
Frank
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30%-ige Salzsäure gibt es in jedem gut sortierten Baumarkt
Uwe.
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Das mit der Säure ist zwar auch sicher, braucht er hier aber nicht.
Wenn eine Messerspitze die Kristallflächen ritzt, kann es kein Quarz sein. Die angesprochenen Einschlüsse dürfen sich auch nicht in einer solchen Menge in den Kristallrasen der Kluftfüllungen aufhalten, dass sie die Härte wesentlich beeinflussen.
Also nicht: Ritzt es Glas? Sondern: Wird es vom Messer geritzt?
Wenn eine mechanische Prüfung ausreichend ist, sollte die immer einem Säuretest vorgezogen werden, auch wenn nur Tropfen benötigt werden.
Glück Auf
Uwe
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so wie ich Kalle und seine Zunft kenne, kommt der leichter an Batteriesäure ran als an HCl.
Stimmt Frank, von Salzsäure über Schwefelsäure bis zur Qxalsäure ist alles da!
Letzteres brauchte ich früher neben meiner Airbrusherei um kleine Bildchen und Grafiken auf Autoscheiben zu ätzen, das war mal richtig modern.
Die Messerprobe hat das Mineral verloren, auf alle Fälle werde ich den Säuretest noch durchführen.
Ich denke auch es wird Calcit sein, aber wieso hat meine letzte Petrischale das nicht überlebt??? Oder waren es nur die Spuren des Calcites auf dem Glas.
Mensch ich kenne mit doch damit nicht so aus...!
Dieses Problem wird aber nun erst einmal zurück gestellt ,da ich heute an dem selben Aufschluss unter Mithilfe eines Mitarbeiters der Bausicherheit, eines Radladerfahrers und eines Baggerfahrers mit Abbruchhammer, einen großen Ammoniten bergen konnte.
Sorry Jungs, seid mir nicht bös, wenn es ein paar Tage dauert bis ich Euch das Ergebniss mitteile, aber das Riesenteil verdient nun erst einmal mein Interesse, da es mein größter Ammonit (ca.70cm) ist.
Gruß, Kalle
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Hallo Kalle,
Oder waren es nur die Spuren des Calcites auf dem Glas.
So wird es sein. Um das zu verhindern wische ich immer mit dem Finger darüber und schaue dann mit der Lupe ob wirklich ein Kratzer ist.
Dann viel Spaß mit dem Rießenammoniten!
Glück Auf
Uwe