Mineralienatlas - Fossilienatlas

Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Dies und Das / this and that => Thema gestartet von: Druide am 16 Jan 08, 16:52

Titel: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 16 Jan 08, 16:52
Hallo hallo

Hier ein paar Steine aus dem Geröll. War da die Natur oder der Mensch am Werk?

Gruß Maria


Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 16 Jan 08, 16:54
und noch einer
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 16 Jan 08, 16:56
und noch einer
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 16 Jan 08, 17:00
und noch einer.
Da habe ich ein Link der zu dem Stein passt :)
http://www.stoneage-art.de/


Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: RonnyNisz am 16 Jan 08, 17:33
Nach allem, was ich über Artefakte weiss und gesehen habe, sind alle Deine Bilder (leider) natürlichen Ursprungs. Mit klassischen Gerären hat das nichts zu tun, auch das letzte "Kunstwerk" ist wohl ein Werk der Natur.

Gruß Ronny
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 16 Jan 08, 18:34
Hallo Ronny,
danke für deine Antwort. Den nächst ähnlichen Stein kann ich somit
liegen lassen ohne das ich mir Gedanken mache, was ich da in meiner Unwissenheit wieder weg geworfen habe, wie den "Seestern" ;-)
 Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Grenzton am 17 Jan 08, 01:24
Hallo Maria.

Tja, da kann ich mich dem Ronny nur anschliessen, alles Natur.


Kalle
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 17 Jan 08, 07:07
Wie ich *lach
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 18 Jan 08, 18:47
Hallo,
ich habe noch was, das mich beschäftigt. Auf dem ersten Bild ist rechts von der Klinge eine Aufschüttung und verläuft bergab.
Auf dem zweiten Bild ebenfalls die Aufschüttung, links davon geht es direkt in die Klinge.
Das dritte Bild zeigt einen "angesägten" Sandsteinquader der neben der Klinge liegt, die im oberen Bereich abrupt endet.
Kann es eine Halde sein?
Dank für eventuelle Anworten
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: nwsachse am 18 Jan 08, 19:24

    Es koennte sich um die Halde eines  kleinen, ehemaligen Steinbruches  handeln. Diese wurden frueher oft von den Grundeigentuemern zur  Gewinnung von Baumaterial angelegt.
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 18 Jan 08, 20:11
@ nwsachse
Vielen Dank,
für deine Antwort. Die hilft mir schon ein ganzes Stück weiter.  Und ich hätte noch eine Frage.
Hat Raseneisenstein, die Eigenschaft wie Eisen, das einen Magneten anzieht?
Maria?

Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: minuwe am 18 Jan 08, 20:26
Hallo Maria,

Raseneisenerz zieht Magnete nicht an. Besteht aus Fe3+O(OH) (Goethit) und/ oder FeO(OH)·nH2O (Limonit). Da ist der Eisengehalt pro Masseeinheit zu niedrig. Magnetisch ist Fe2+Fe23+O4 (Magnetit), silbrigschwarz und auffällig schwer. Oder magnetithaltige Gesteine wie einige Basalte. Es gibt noch andere Minerale, die auf eine Art magnetisch sind, aber bei euch vermutlich kaum vorkommen. Auch Schlacke aus der Eisenverhüttung kann einen so hohen Eisengehalt aufweisen, dass sie Magnet anzieht. Schließlich kommen noch Eisenteile in Frage, die so stark verrostet sind, dass man die ursprüngliche Form nicht mehr erkennt, sie liegen als Rostklumpen, oft mit Steinen oder Sand verbacken da.

Glück Auf
Uwe



Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 18 Jan 08, 20:57
Hallo Uwe,
danke für deine Antwort.
Wenn ich jetzt sagte das die gefundenen Teile Magneten anziehen und es eventuell verrostetes Metal ist, in welchem Zeitraum würden sie aussehen wie im folgenden Bild.
Verzeiht die naive Frage:-)
Und ich habe noch eine Frage zu der Halde.
Warum machen sich Menschen solch eine Mühe, dort Sandstein aus zu budeln, wenn am Berg links von der Klinge, in rauen Mengen große Sandsteinquader herum liegen?
Danke Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: caliastos am 18 Jan 08, 21:05
weiß zwar jetzt nicht so viel über die umgebung, aber wenn es an den magneten geht ist der eisengehalt recht hoch. wie oben erwähnt ebtl. eisenreicher basalt?

zu der haldenfrage: wer sagt denn, daß die blöcke nicht augegraben wurden und neber der halde gelagert oder weiterverarbeitet wurden?
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 18 Jan 08, 21:20
Hallo,
@caliastos
Danke für deine Antwort. Die muß ich sacken lassen und nach denken, den bisher sind mir die Steine nur bekannt durch eine Sage, in der die Heuneriesen die Steine  "hin und her" warfen ;)
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: caliastos am 18 Jan 08, 21:30
nun, wenn die sage schon älter ist, stellt sich die frage wie alt. denn an sich wandern steine nicht auf dem berg herum. aber alte kulturen haben durchaus vorlieben dafür gehabt. man schaue nur die ganzen monolithischen steinkreise, die moais usw. kann sein, daß der stein aus so ner zeit stammt.
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: minuwe am 18 Jan 08, 21:53
Genau- ein Bild vom wahren Ursprung zu bekommen ist sehr mühsam. Manchmal hilft, alte Leute zu befragen, manchmal erinnert sich jemand. Manchmal weisen Namen von Wegen, Straßen, Gütern, Hügeln, Waldstücken auf eventuelle frühere Tätigkeiten wie Eisenverarbeitung oder Gesteinsabbau hin.

Ehemalige Eisenteile sind die abgebildeten Stücke nicht, dazu sind sie wieder zu sehr geröllmäßig und zu rot. Stark korrodierte Eisenteile sehen mehr gelb bis braunschwarz aus (was ich gesehen habe). Innen sind sie gammelig schwarzbraun (da ist das Eisen noch nicht so stark in Limonit umgewandelt und ist zum Teil noch magnetisch. Eher könnten Reste von Eisenschmelzerei in Frage kommen.

Theoretisch denkbar wäre magnetithaltiger Sandstein. Kenne zwar nur Limonit- und Hämatit- haltigen, aber magnetithaltigen kann es theoretisch auch geben. Es stand ja schon mal die Frage im Raum, wie die Dinger innen aussehen. Müssten innen deutlich dunkler sein, wenn magnetithaltig. Oder es sind eben magnetithaltige Basaltstücke. Denkbar, wenn auch recht unwahrscheinlich ist, dass es sich um Hämatitsandstein handelte, welcher von Menschen bereits geglüht wurde, so dass sich das Hämatit zu Magnetit reduzierte, wodurch er erst magnetisch wurde. Anschließend verwitterte die Randschicht wieder zu Hämatit/ Limonit. Aber das ist schon recht spekulativ.

Es wären mal Bilder von halbierten Stücken, also das Innere interessant.

Was die umherliegenden Blöcke betrifft, ist alles mögliche denkbar. Von Verwitterungsschutt über zerfallene oder zerstörte Bauwerke wie Wälle, seitwärts angelegte Lager abgebauter Steine, Formatierungsplätze (die habe noch keine Festplatten, sondern eben Blöcke formatiert  :D , ). Wenn in der Nähe ein Steinbruch war, ist das meistens zu erkennen, wenn er nicht völlig verfüllt wurde.

Also doch bissel Forschungsarbeit für's WE  :D

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 18 Jan 08, 21:55
Hallo Caliastos,

ich komme aus der Nähe Miltenberg und unser Dorf sitzt auf dem oberen Buntsandstein 381,5 Meter, das weis ich jetzt, habe geologische Karte :D
Auffällig ist, das die Steine  in einer Höhe von 350 Meter (pi mal Daumen) erst anfangen Kreuz und Quer zu liegen
Eine besondere Anordung kann ich nicht sehen.

Was mir aber eben einfällt ist, das ich die Eisensteine vor fast 4 Jahren mit anderen Magnet anziehenden Steinen eingeschickt habe. Die Kügelchen besitzen Magnetit.
Sorry das hatte ich völlig vergessen. Da war ich noch Laienhafter als heute und konnte gar nix mit anfangen, heute nicht viel mehr;)

Was mir noch zu der Klinge einfällt ist, das am Hang wo die Erde weg gerutscht ist und der Boden zu sehen ist, gröllhaltiger Lehm ist. Nix mit Blocksteinen.  Wenn ich das auf der Karte richtig erkennen kann, ist das Ende der Klinge auf der Karte dort wo Quarzitischer Hauptbuntsandstein ausgezeichnet ist. Die Klinge fällt steil ab bis auf 273 Meter im Tal. Gegen Westen fällt die Gemarkung fast rund herum ins Tal. Ach und ein Kohlbach gibt es auch. hat er sein Name vielelicht von Kohle?Möglicherweise helfen diese Infos weiter.
Vielleicht fällt mir noch was ein.
Ich bedanke mich schon mal für eure Geduld, die ihr mir entgegen bringt
Maria

Samstag:noch eingefallen ......
@Caliastos
Es wird erzählt das in diesem Gebiet wo die Steine liegen, Sand geholt wurde.
In der gegengeseten Richtung, im Osten liegt Hang abwärts Lösslehm.
Auf der Karte als dl gezeichnet.
In nördlicher Richtung der Klinge liegt ein ähnlicher Schutthaufen auf dem Berg, (Laufradius von ungefähr 20 min) er ist nicht aufgetürmt sondern eher flach. Ab da gibt es dann erst einmal keine großen Steine mehr. In westlicher Richtung auf der anderen Seite des Berges gibt es weitere solche Steinquader. Einer hat den Namen Heunensitz. Ein Steinquader mit einem Abdruck als wäre ein Riese darin gesessen und daneben tiefe Kratzer als hätte er etwas "ausgebürstet".
Maria

Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 18 Jan 08, 22:05
Hallo Uwe,

ich habe alle alten Leute durch gefragt. da blieb keiner verschont ;D
Wenn geschmolze wurde, dann vor vielen Hundert Jahren.
Der "alte" Steinbruch liegt im Norden und ist als steilabfallendes Loch bekannt, das schon lange gefüllt wurde. Die Klinge wird nur erwähnt im Zusammenhang als "einfach vorhanden". Die war scho immer do ;)
Was ich jetzt erst erfahren habe ist, das der Berg neben der Klinge Weinberg heist.
Ich habe ab 1700 vieles durchwühlt was die Gemarkung betrifft. Aber von einer Eisenschmelze ist nichts bekannt. Auch nichts von Weinanbau.
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: minuwe am 18 Jan 08, 22:25
Aha- Magnetit in den Kügelchen. Und Quarzit in der Nähe. Es könnte sich also um sogenannten Magnetitquarzit handeln. Das müsste aber jemand bestätigen, der die Gegend geologisch kennt, oder die Steine in die Hand nehmen kann. Magnetitquarzit ist, einfach ausgedrückt ein Gestein, welches aus Quarz und Magnetit besteht. Da du schon mal angegeben hast, der wäre recht hart, kann das passen.

Zitat
Ich habe ab 1700 vieles durchwühlt was die Gemarkung betrifft.
Nun kenne ich dein Alter!  ;D ;D ;D

Respektvollen Gruß
Uwe  ;D
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 18 Jan 08, 23:27
Hallo Uwe

gut das ich nicht so alt aussehe :D
Die Steinchen sind unterschiedlich porös. Je dunkler um so härter. Meist sehen sie innen aus wie außen. Was mir aufgefallen ist, das manch umgebenden Steinchen, die nicht magnetisch sind eine schwarze "Rotznase" haben. Es ist kein größeres Geröll dabei ist. Alles Steinchen um die 1-5 cm.
Ja von den Steinchen habe ich keine mehr, die wurden gemahlen und als Gemälde verarbeitet:-) Ich müßte neue holen. Im Grunde kein Problem. Aber der Bauer hat inzwischen einen echt großen Schäferhund, der dort spazieren geht und recht unfreundlich ist.

Im oberen Bereich der Klinge fast am Ende befindet sich eine "Plattform" 2 m lang und halben Meter breit über den Daumen gepeilt:-) die aussieht als wäre sie zugeschüttet worden. Wenn ich die "Mauer" der Klinge so ansehe, könnte eine Schlammlavine in die Klinge "gerutscht sein. 
Ich wünsche noch einen schönen Abend
Maria
nein ich bin das nicht auf dem Bild ;)

Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 20 Jan 08, 16:08
Hallo Uwe,
Zitat:
Es wären mal Bilder von halbierten Stücken, also das Innere interessant.

ich habe ein Bild gefunden, wo man die innere Fläche eines mag. Steinchens sehen kann. Rot eingekreist. Der Stein im grünen Kreis, solche waren besonders magnetisch. (Sie wurden von einem Magneten angezogen)
Maria


Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 20 Jan 08, 16:26
...und noch was .....
Zu den Steinen im Wald habe ich noch eine Frage. Wenn die Sandsteinquader Verwitterungsprodukte wären, würden sie verwittern wie auf den Bildern?
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 20 Jan 08, 16:28
Noch ein mögliches Puzzleteil des Gesamten ist möglicherweise die Flachsdarre.
Sie ist am Ende der Klinge wenigen Meter am Hang. Das Modell dieser Flachsdarre konnte ich bis her noch nicht ersichten. Half kein googeln und kein Buch

Der aufsteigende Wind leitete die Hitze der Glut vor der Röhre, direkt in die Grube, die oberhalb der Feuerung liegt. Auf der Grube lag ein Gitter auf der man den Flachs dörrte.
Wer hat Hinweise aus welcher Zeit die Darre stammen könnte und von welcher Kultur?

Danke für die Geduld
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: smoeller am 20 Jan 08, 17:16
Hallo,

Könnte sich um eine Wüstung aus dem 30-jährigen Krieg handeln. Leider kenne ich mich jetzt speziell mit der Ortsgeschichte dort nicht genug aus, um das bestätigen zu können. Wüstungen sind während des Krieges gebrandschatzte Orte, die von den Überlebenden aufgegeben wurden. Es kann sich bei den magnetischen Steinen dann natürlich auch immer um Eisenreste handeln.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 20 Jan 08, 18:54
Hallo Smoeller,
Ich denke deine Antwort bezieht sich auf die Flachsdarre. Unser Gebiet war früher  kaum bewaldet und es wurde Flachs angebaut bis Ende 1800. Die Flachsdarre gehörte zu unserem Dorf.
Das letzet mal war sie im Krieg in Betrieb. Da mußten die Bauern Flachs anbauen wegen dem Leinen für die Soldatenuniformen. Unsere Chronik ist ab 1294 bekannt.
Warum ist die Darre hier nicht die "übliche Bauweise", kleine Darrhäuschen?

Das Bild ist aus der Sicht der Steine. Hatten die ein Ausblick bevor dort Wald angepflanzt wurde!!

Maria
 
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: smoeller am 20 Jan 08, 19:05
Hallo,

Auch die anderen abgebildeten Sandsteinquader sehen bearbeitet aus. Könnten durchaus Reste von Gebäuden sein.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 20 Jan 08, 19:46
Hallo Smoeller,

hmmmm nun bin ich etwas ratlos. Das sind ja große Steine und in der Chronik wird nichts erwähnt das da ein Gebäude im größerem Ausmaß stand.
Wenn ich mir den alten verfüllten Steinbruch im Norden ansehe und ihn mit der Geokarte vergleiche, fläuft er dem quarzitischer Hauptbuntsandstein entlang.
Die Klinge geht durch den krobkörnigen Hauptbundsandstein und endet an diesem quarzitischer Hauptbuntsandsteinband, das den Berg umgibt.
Hätten die Menschen im krobkörnigen Hauptbundsandstein auch solch große Steinequader gefunden um sie zu bearbeiten ?

Verzeih die laienhaften Fragen. ;)
Maria


Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Erik am 20 Jan 08, 20:02
Der quarzitische Hauptbuntsandstein ist relativ verwitterungsbeständig und hat, wie der Hauptbuntsandstein im Allgemeinen, eine dickere Bankung; deswegen ist es klar, daß solche Gesteine bevorzugt als Baumaterial verwendet wurden.

Die  Verwitterungsbeständigkeit des quarzitische Sandsteins hat natürlich auch einen Einfluss auf die Geländemorphologie - so lässt sich die Klinge rklären

Gruß, Erik
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 23 Jan 08, 16:04
Halli hallo,
ich habe noch eine Frage zu den magnetischen Sandsteinchen. Ich habe ein Bild gefunden auf dem man das Beigeröll aus dem Lehm sehen kann, der mit bei den magnetischen Steinchen lag. Viel größer ist das "Geröll" im Lehm nicht.
Gibt das Geröll auf dem Bild eventuell eine Auskunft über die Herkunft der magnetischen Sandsteinchen?

Danke für die Hilfe
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 11 Feb 08, 23:08
Hallo,
ich hätte da noch eine Frage zu den eisenhaltigen Sandsteinchen und seinem Nebengeröll.
Auf der Seite
Einzelobjektanzeige des Umweltobjektkataloges (UOK) Bayern der Klasse Kartenkatalog
habe ich das gefunden:

http://www.uok.bayern.de/static/Kartenkatalog/Kartenkatalog_1098.html

Karbon -  Perm; Oberrotliegendes:

(Untere- Rote- Sandsteinabfolge).
-  Feinkonglomerat bis Grobkonglomerat, eisenreicher
Sandstein, Arkose, Tonschiefer, mit Einschaltung von
Steinkohle (Untere- Konglomeratabfolge)

Karbon -  Perm; Oberrotliegendes,
ist es eine Zeit in der ich eventuell dieses Sandsteingeröll ein ordnen könnte?

Danke für eventuelle Antworten und Gehör

Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: caliastos am 11 Feb 08, 23:43
by the way: rote sandsteine sind nur ein hinweis auf kontinentale bildungen, d.h. es muß nicht immer das rotliegende sein.

eisensandsteine gibt es jedenfalls nicht nur im perm, der miltenberger aber liegt so perm-trias, soweit ich weiß.
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Erik am 12 Feb 08, 08:43
Nein, dieser Eisensandstein kann nicht aus dem Perm stammen; das Perm wird bei euch von 500 - 600 m Buntsandstein überlagert.

Gruß, Erik
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: smoeller am 12 Feb 08, 09:43
Hallo,

Würde das Gestein auch eher in den Buntsandstein stellen. Auch im Buntsandstein gibt es eisenreiche Bänke. Leider kenne ich die Stratigraphie in der Gegend nicht, sonst wäre vielleicht eine nähere Zuordnung möglich.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: caliastos am 12 Feb 08, 10:56
also das alter habe ich jetzt nur mal so hergenommen, da auf seite 2 der miltenberg buntsandstein erwähnt wird. der an sich liegt eigentlich, wie auch im web nachzulesen an der grenze perm-trias an sich 1 mio jahr nach ende perm, wenn man mal einen festen wert nimmt.

wenn, dann dürfte es kein miltenebrger sein. sondern einer der anderen eisensandsteine.
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 12 Feb 08, 12:23
Hallo
danke das ihr euch die Mühe macht über meine Gemarkung nach zu denken.
Wenn ich mir die Wände der Klinge ansehe und das Gelände in betracht ziehe, erweckt es den Eindruck, als wäre eine große Schlammwelle  von Nord/Ost nach Süd/Westen geschwappt.

Auf der geologischen Karte ist ab der Klinge
 SMs zu finden oberhalb So. Auf der Ebene ganz oben wo das Dorf steht befindet sich Löss und Löslehm.
Ich habe mir die Mühe geamacht und habe das Gelände der Klinge unter Wasser gesetzt. Ist vielleicht laienhaft aber das benötige ich für meine Phantasie :-)
Das Wasser fliest gegen Miltenberg.
Müßte ich jetzt wohl auf der Karte schauen, welcher Grund sich in nordöstlicher Richtung befindet?!
Irgendwo muß ja der eisenhaltige Sandstein her kommen.

Die Fliesrichtung erklärt aber nicht warum die Klinge ohne Übergang abrupt anfängt
Und außgerechnet dort in der Klinge befinden sich die großen Sandsteinquader und an dem Rand. Ich habe mit den zuständigen Behörden gesprochen.

Nach ihrer Ansicht ist und bleibt es eine natürliche Klinge.
Und da regt sich mein Widerstand ungemein.

Wäre es die einzige Klinge die so ihren Anfang hat, na ja...
aber ich kenne bestimmt noch zwei dieser Erscheinungen.  Und an diesen Stellen befinden sich ebenfalls die Steinquader, oberhalb der Klinge und in der Klinge.
Aber besonders an der orts nahen Klinge, kann man die Steinhalden  am oberen Rand besonders gut erkennen.
Was ich die ganze Zeit übersehen habe ist ein tief eingefahrener Weg (Hohlweg?), der an den Rand der Klinge geht.

Könnte es nicht letztendlich doch eine Klinge sein in der etwas heraus geholt wurde?
Steinequader  oder eisenhaltige Steine.

Wer hat eine Idee für mich? Bin für jeden Tip dankbar.
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: minuwe am 12 Feb 08, 16:33
Hallo Maria,

meist sind geologische Zusammenhänge derart komplex, dass es oft sinnvoll ist, mit einem Geologen vor Ort das Gelände zu begehen, oder einen zu befragen, der das schon getan hat. Selbst Karten sind da im kleinteiligen Bereich nicht so genau. Sollte dich aber nicht hindern, hier zu fragen.

Die Frage, ob die Klinge ein Bruch ist oder natürliche Bildung, lässt sich gut vor Ort untersuchen. Denn Geländeform, eventuelle Spuren von Gesteinsabbau oder Erosion und so weiter verraten dann meistens einiges. Es kann auch sein, dass eine natürliche Vertiefung durch Gesteinsabbau teilweise oder vollständig überformt und erweitert wurde. So etwas muss man selbst sehen, um eine Meinung zu finden.
Die Kluft in dem Moos- bewachsenen Stein kann eine Spur menschlicher Tätigkeit, aber auch eine ausgewaschene Mineralkluft (Ton, Calcit, Limonit oder weniger verfestigtes Gestein usw.) sein. Manchmal lässt sich mehr erkennen, wenn man solche Steine vollständig reinigt, wie es die Archäologen tun. Dann kann man ggf. Bearbeitungsspuren erkennen.  Spachtel, Brechstange zum Umwenden, Grabungswerkzeuge, Bürste, Drahtbürste leisten hier Dienst. Der Verwitterungsgrad scheint hier aber stark fortgeschritten.

Gruß
Uwe



Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 12 Feb 08, 17:52
Hallo Uwe,
ich habe die ganze Klinge schon zerlegt.
Mit dem zuständigen Geologe hatte ich schon telphoniert. Mache ich jetzt noch mal, da ich weis das es in der Klinge eisenreiche Sandsteinchen sind.
Die Löcher im Stein habe ich auch schon gebürstet und gereinigt. Das sind keine Mineralienspuren. Die selben konischen Löcher sind auch an einem anderen Stein zu finden.
Danke für deine Antwort. 

Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 13 Feb 08, 06:39
Halli Hallo,
hier mit findet die Suche nach den Spuren der Flachsdarre und der Klinge nun ein Ende.
Ein Mitglied des Mineralienatlas hat mir Hinweise für eine logische Erklärung gegeben.
Für mich auf jeden Fall stimmig
Die Auflösung des Rätsels

Die Halden können den Transport gedient haben,die Steine wurden auf diesen durch unterhebeln von Holzstangen gerutscht.
Die Flachsdarre können Feldschmiedefeuer sein.Da beim Steine zuschlagen die Meisel schnell stumpf wurden,hat man diese gleich an Ort und Stelle wieder ausgeschmiedet.In den Gruben hat also ein Holzkohlefeuer gebrannt.


Ich möchte mich nochmals recht herzlich bei allen bedanken, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen.

Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: stoanklopfer am 15 Feb 08, 01:57
Zitat
rote sandsteine sind nur ein hinweis auf kontinentale bildungen

Hallo caliastos,

diese Bemerkung ist nicht richtig. Ich weiss, bis vor einigen Jahren war dies Meinung recht verbreitet (manche vertreten sie heute noch), aber so einfach ist diese Sache nicht. Es gibt auch durchaus marine Sandsteine mit roter Farbe, auch die Diagenese (mit Hämatitbildung etc.) muss berücksichtigt werden, das Thema ist fast grenzenlos...

Stoanklopfer
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 15 Feb 08, 05:57
Hallo,
vielleicht helfen ja die Bilder um etwas über marine oder kontinentale Bildungen aus zu sagen. Der rote Sandstein ist voller Bohrwurmlöcher. Keine Ahnung bin nur Laie und beobachte.
Ich finde das Richtung Osten ein See lag. Das Gelände fällt nach dem Steinbruch ab.
Außerdem gibt es nördlich im Steinbruchs viele Steinbrocken die heraus wittern und grün (Claukonit? nennt sich das so?) rot gefärbt sind.
Und ich habe in dieser Ecke eine Blase Kaolin gefunden.
Durch den Lehrgang Eisen und Sandstein im Forum, weis ich jetzt das Richtung süd/west weiter Eisensandstein zu finden ist. Er liegt oberhalb der Mulde wo ich in der Vergangenheit ein See sehe. Dank Erik ist nun auch bekannt das die angeblichen magnetit haltigen Sandsteine,
Sandsteine mit viel Eisen sind , die von einem Magneten angezogen werden. Sie fand ich in westlich des Kammrückens. Wir liegen 381 Meter hoch.
Maria

Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: caliastos am 15 Feb 08, 11:13
Also BIFs oder Diagenetische Sandsteine meine ich nicht.  BIFs sind ja Sonderfälle, deren Eisen durch den Sauerstoff später oxidiert wurde. Diagenetische Sandesteine befinden sich bereits in der Umwandwandlung.

Wenn man nur sedimentäre Sandsteine nimmt, dann wird das wieder enger.
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 15 Feb 08, 13:21
Hallo Caliastos,
hat etwas gedauert mußte erst googeln um dich richtig zu verstehen ;)

Zitat:Calistro
Wenn man nur sedimentäre Sandsteine nimmt, dann wird das wieder enger.

Die Bilder oben vom Steinbruch sind dann wohl die Bifs

Das habe ich  hier:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Sediment?redirectfrom=sediment%E4r
gelesen:
Sedimentite entstehen u.a. in den Mündungsbereichen von Flüssen und Strömen. Im küstennahen Bereich lagern sich die groben Schüttungen ab, im küstenfernen Bereich die leichten, feinen Schwebstoffe.
Die eisenhaltigen Sandsteine behaupte ich jetzt ganz einfach sind verlagerte Sandsteine. Im Steinbruch selbst habe ich noch keinen Sandstein gefunden, den man Eisenstein nennen könnte.

Also doch ein grenzenloses Thema
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: caliastos am 15 Feb 08, 14:38
naja, BIFs sind älter. die sind entstanden als der O2-gehalt der atmospähre nicht für die oxidation reichte. daher liegt das zeug als eisen pur vor. das zeug verwittert aber sobald sauerstoff hinkommt, also rostet quasi. vorkommen vor allem in alten kratonen, da das ganze mehrheitlich präkambrisch ist. also keine chance bei uns.

sedimentäre rote sandsteine enthalten an sich immer eisenverbindungen in oxidierter vor. da man dafür aber logischerweise sauerstoff braucht um um derartige mengen zu produzieren, wird man sich in der tiefsee und den reduzierenden bedingungen schwer tun eisen zu oxidieren. gegen eintrag vom festland sagt keiner was, allerdings muß das schnell gehen und schnell luftdicht verpackt werden. viel zu selten. flachwasserbereiche mit hoher schüttungsrate wie z.b. flußeinmündugnen, bereiche mit starkern strömungen sind dahingegen besser dran.

sedimentgesteine entstehen überall. alles was nicht magmatisch oder metamorph ist, ist ein sediment. nimm die sahara. der sand dort ist durch den eisengehalt rötlich. verfestigt sich das äolische sediment mit der zeit haste einen roten eisensandstein, der vorwiegend quarz enthält. sedimente an sich sind limnisch fluviatil, äolisch, glazigen oder marin.

küstennah hat man starke strömungen, die große komponenten bewegen können. daß selbige nicht üblicherweise 100km auf offener see vorkommen ist an sich verständlich (außer man hat olitostrome, turbidite usw.). dort lagert sich das feine, tonige material + das organisch gebildete ab. daher vorwiegend feinkörnig.

eisenreiche sandsteine sind im grunde nur sandsteine, die eine rostschicht haben. der eisengehalt kann dabei +/- hoch sein, aber das eisen reichert sich aber durch andere prozesse während der diagenese an bzw ab. kann so weit gehen, daß man richtige eisenlagen hat (könnte da einen eisensandstein aus dem dogger mal zeigen).
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: minuwe am 15 Feb 08, 14:45
Hallo,

Zitat
Dank Erik ist nun auch bekannt das die angeblichen magnetit haltigen Sandsteine,
Sandsteine mit viel Eisen sind

Dürfte wohl ein Missverständnis sein. Wenn der Magnet anschlägt, ist er natürlich magnetithaltig. Reines Eisen kommt im Sandstein nicht vor, sondern als Oxide mit Sauerstoff gebunden . Also Magnetit, Hämatit, Limonit oder Goethit. Man sagt nur gelegentlich: "eisenhaltig", stimmt ja auch, nur dass es eben kein gediegenes Eisen ist, sondern als Verbindungen vorliegt. Es gibt in seltenen Fällen aber auch gediegenes Eisen, z. Bsp. in Basalten.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 15 Feb 08, 15:05
Hallo,
habt  ihr es gehört?
Ich bin gerade in Ohnmacht gefallen.

Jetzt verstehe ich nix mehr.

Zitat Erik, er hatte die Sandsteine in der Hand:
(Magnetit)
(Magnetit)Solche Körner sind aber definitiv  nirgends zu erkennen, das gesamte Material besteht nur aus Quarzkörnern, rotbraune Eisenoxide bilden das Bindemittel. Und, wie gesagt, wäre Magnetit vorhanden, würde der Stein selbst auch anziehend wirken - zumindest auf Eisenpulver. Und das ist, jedenfalls bei den Stücken die du mir geschickt hast, nicht der Fall.

Ich glaub ich lasse die Geschichte Geschichte sein und gehe wieder Kräuter sammeln *lach

Aber nur vielleicht ;D ;D ;D ;D ;D
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: caliastos am 15 Feb 08, 15:43
wenn ich das zitat so nehme kommt dabei heraus: ein "eisenhaliger quarzsandstein"

das eisen selbtredend nicht als Fe sondern wie vorher schön stehend als seine oxide.

zudem ist der sandstein nun auch an sich garantiert festländisch, da quarz nunmal nicht marin gebildet wird bzw. nur im küstennähe sedimentiert wird. reiner quarz bedeutet zudem, daß das ausgangsgestein quarzreich und weite entfernt war. so blieb durch die erosion nur der quarz über. das eisen kann nun entweder später miteingelagert worden sein, oder wanderte mit der zeit in den sandstein. es kann auch das kornbindemittel sein.
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 15 Feb 08, 16:16
Hallo Caliastos,
so nun muß ich aber noch mal dumm fragen. Der Sandstein fand ich, möglicherweise an einem römischen Steinbruch.
Ist es ein Gedanke wert, das es Werkzeug ist, das in all den Jahren verostestes ist und in den tieferen Erdboden gesickert ist?
Na die Sandsteinchen haben es aber in sich! ???

Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: caliastos am 15 Feb 08, 18:31
definitiv nicht.

überleg mal, wie viel eisen müßte da wohl verrostet sein und wie weit und tief sollte das diffundieren? etwas unrealistisch.

2000 jahre reichen dafür nicht aus. gesteinsbildung und veränderung rechnet nicht in solchen kurzen zeiträumen. verwitterung geht zwar schnell, die bildung aber bedarf mehrerer zehntausend jahre (wenn wir eiszeitliche bildungen nehmen) und millionen von jahren für andere sedimente. keine chance.
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 15 Feb 08, 18:48
Hallo Caliastos,
danke für den schnellen Austausch. Klasse auch wenn ich immer noch so ratlos bin wie zuvor, was die Steine betrifft.
Ja mir fällt dann nix mehr ein dazu. Völlig ratlos ??? ???
*lach doch eine Idee habe ich noch.
Ich habe gehört das es Bakterien gibt die Gold sch..en :o
Vielleicht gibt es auch Bakterien die das Eisen in der Form ausscheiden ;D ;D ;D
Ich weis das bedarf keine Antwort *lach laut

Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: minuwe am 15 Feb 08, 23:04
Da es Magnetitsandstein gibt (Magnetit ist ja in Seifenlagern häufig und mitunter reichlich), kann ich mir  vorstellen, dass der Magnetit hier zum Teil in Hämatit umgewandelt ist, so dass der Magnetit zwar teilweise noch vorhanden, aber optisch nicht mehr auszumachen ist (nur mikroskopisch). Diese Teilpseudomorphose nach Magnetit heißt Ferrotin und ist auch zu einem gewissen Grad magnetisch. Dort, wo der Magnetit völlig in Hämatit umgewandelt ist, heist diese Pseudomorphose Martit. Ist der Magnetit direkt oxidiert, heist das entstandene Mineral "Maghemit", sozusagen kubischer Hämatit, welcher nicht "normal" magnetisch ist.

Ich nehme an, dass hier also ein "Eisensandstein" vorliegt, der neben Quarz zum Teil Martit, zum Teil Ferrotin enthält und aus einer stark mit Magnetit angereicherten Seife gebildet wurde.

Dass ein reines Hämatit- Sand- Gemisch magnetisch ist, bestreite ich weiterhin. Habe probehalber besten erzgebirgischen Hämatit in Späne gefeilt und diese mit einem Smarium- Kobalt- Dauermagnet (stark) konfrontiert, keine Anziehung.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 15 Feb 08, 23:21
Hallo Uwe,
danke für deine Mühe. Und bester erzgebirgischer Hämatit mußte dran glauben :'(
Die Mühe sollte belohnt werden :-*
So sag ich danke und gebe dem magnetischem Sandstein seine Ruhe.
Soll er in der Erde weiter schlafen, auf das er keine Opfer mehr fordert.
Amen
gute Nacht
Maria

 
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: minuwe am 16 Feb 08, 00:01
Zitat
Und bester erzgebirgischer Hämatit mußte dran glauben
dran glauben musste der nicht gleich, aber ich muss dran glauben... dass der Sandstein magnetisch ist  :o  ;)

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 16 Feb 08, 00:09
Ja Uwe,
das mußt du wohl, daran glauben. ;D ;D ;D
Erik ist mein Zeuge.  ;)
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: stoanklopfer am 17 Feb 08, 08:06
Hallo caliastos!

Zitat
2000 jahre reichen dafür nicht aus. gesteinsbildung und veränderung rechnet nicht in solchen kurzen zeiträumen. verwitterung geht zwar schnell, die bildung aber bedarf mehrerer zehntausend jahre (wenn wir eiszeitliche bildungen nehmen) und millionen von jahren für andere sedimente. keine chance.

Dazu habeich etwas sehr Interessantes anzufügen (wäre eigentlich einen eigenen thread wert: Bildungsdauer von Mineralen): Von wenigen Jahren fand ich in den Stollen von Brixlegg in Tirol im Schlamm am Stollenboden bis zu handtellergroße Markasitkonkretionen mit Kristallen bis zu 2 cm! Das Auffallendste dran waren bei genauerer Betrachtung einzelne gleich dicke und rechtwinkelig aufeinanderstehende "Würste", die gegeneinander um eine "Wurstdicke" versetzt waren (im Querschnitt zur Gänze Markasit!). An manchen Stücken haftete auch noch eine weiße pulvrige Masse, die ich vorerst nicht zuordnen konnte. Wie sich nach Recherchen herausgestellt hat, war am Kogel bei Brixlegg während WK II ein Beobachtungsbunker errichtet worden (Stahlbeton), der in den ersten Nachkriegsjahren gesprengt wurde. Die Trümmer wurden einfach in den nächstgelegenen Schacht gekippt und sind somit auf tiefere Sohlen gelangt. Im Stollenschlamm unter Luftabschluss und nur den sulfidischen Wässern ausgesetzt, hat sich der Beton zersetzt (bis auf Relikte) und der Bewehrungsstahl in Markasit umgewandelt. Nachvollziehbare Dauer: Ca. 60 Jahre!!!

Gruß
Volkmar
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Erik am 17 Feb 08, 10:07
Hi,

der magnetische Sandstein ist wirklich merkwürdig. Sowohl im Bruch, als auch pulverisiert ist nirgends Magnetit zu erkennen - auch nichts reliktisches. Das Gestein ist sehr feinkörnig, besteht ausschließlich aus Quarzkörnern und vereinzelten Glimmerblättchen. Das Bindemittel ist ferritisch - rötlichbraune Eisenoxide. Aber, es gibt keine "größeren" Bereiche zwischen den Quarzkörnern, die Oxide liegen nur als "Haut" um die Quarzkörner vor - und diese Quarzkörner werden vom Magneten angezogen (erstaunlich gut).

War mir neu - habe es mit Vergleichsstücken von stratigraphisch unterschiedlichen Fe-reichen Sandsteinen aus dem Buntsandstein versucht, da passierte nix.
Wenn die Stücke nicht aus einer Lehmwand gebuddelt worden wären, würde ich vermuten, daß sie irgendwie starker Hitze ausgesetzt waren; denn dann reagieren meine Proben (zT.) auch magnetisch.

Gruß, Erik
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: minuwe am 17 Feb 08, 12:20
Ja, wenn man Hämatit geglüht hat, ist er magnetisch. Wird in der Reduktionsflamme zu Fe3O4 teilweise reduziert. Aber Hämatit ist antiferromagnetisch die magnetischen Momente sind parallel gegeneinndergerichtet.  Der Magnetit wird aufgrund der ferromagnetischen Eigenschaft angezogen, d. h. wenn man einen (schwachen) Magnetpol anlegt, werden die magnetischen Momente im Mineral nach dem Pol gerichtet, so dass das Mineral angezogen wird. Beim Hämatit ist diese Eigenschaft nicht gegeben. Hier werden die Momente parallel in gleicher Richtung, aber unterschiedlichen Richtungssinn gerichtet.

Es kann deshalb vermutet werden, dass in dem Sandstein (neben Hämatit) vorwiegend entweder eben Martit bzw, Ferrotin, oder eben Maghemit vorliegt, was die Anziehung erklären würde.

Wäre durchaus interessant, was ausgebildete Mineralogen dazu sagen.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 17 Feb 08, 12:57
Hallo Uwe
das könnte er sagen und hat..
Zitat:
Dann findet
man im Buntsandstein Abdrücke von Regentropfen, Fließformen wie in einem
Fluss, so was wie Rippeln, dann Tonschmitzen, die von einem trockenem
Tümpel verweht wurden.  Oft waren die Tonschmitzen zusammengerollt, so
dass sie wieder Löcher hinterlassen, wenn sie der heutige Regen
auswäscht. Also versickerte auch eine ganze Menge Regenwasser, welches
irgendwo durch (spärlichen) Pflanzenbewuchs Humussäure entwickelte. Das
saure Wasser konnte so das Eisenoxyd  lösen, welches die Sandkörnchen
umhüllte. Jetzt kam wieder eine Trockenperiode und das Wasser
verdunstete an der Oberfläche. Das hatte zur Folge, dass das Grundwasser
mit dem gelösten Eisen durch Kapillarkräfte durch die Poren an die
Oberfläche migrierte und auch dort verdunstete. Das Eisen blieb zurück
und bildete als Oxyd eine harte, braunschwarze Kruste. Diese Art von
Anreicherung nennt man Lateritisierung, die eisenhaltigen Krusten ( ca.
60 % Fe) Laterit. Möglicherweise löste sich bei der heutigen Vewitterung
wieder ein Teil der Eisenoxidkruste auf, so dass Du nur Brösel in Deinem
Steinzeitmenschen verarbeitet hast.

Danke nochmals an dieser Stelle für die Antwort.

Den Hinweis auf Trockenheit, bestätigt sich im oberen Bereich der Ebene, wo
der brösseligen Sandstein und der gerollte, grobe Sand zu finden ist. Habe ich vorgestern entdeckt, weil  der Weg neu geschoben wurde. Und wie bei jedem Spaziergang habe ich wieder 1000 neue Fragen  ??? ??? ??? ???
Danke für eure Hilfe
Maria

Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: minuwe am 17 Feb 08, 13:39
Laterit besteht neben Quarz hauptsächlich aus Hämatit/ Limonit und ist deshalb nicht ferromagnetisch. Mag sein, dass Laterit auch vorliegt, das erklärt aber den Magnetismus in der vorliegenden Art nicht.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 17 Feb 08, 16:01
Hallo
 :'( :'( :'( :'( :'( :'( :'( :'( :'(

Gibt es außer all den komplizierten Vorgängen möglicherweise auch eine ganz einfache Lösung wie der Sandstein magnetisch wurde?
Ich war heute wieder an der Klinge. Da gibt es einige Hohlwege, die direkt an die Klinge führen.
Die Frage ist, haben sie die Steinquader aus der Klinge geholt oder war die Klinge da um die Steinquader ins Tal zu bringen?
Gab es die  Klinge wo möglich schon vor dem Steinbehau?
Und dort standen Rennöfen?
Mir gehen langsam die Ideen aus wie der mag. Sandstein in die Klinge kommt. Vielleicht doch ein Rums vom Himmel. Ufo gelandet und der Düsentrieb hat das Eisen magnetisch gemacht.;D ;D ;D ;D ;D
Es grüßt
Mariaratlos




Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 19 Feb 08, 16:57
Hallo Leute,

ich bin heute über eine Wurzel gepurzelt.
Und was sehen meine Augen?  :o :o :o :o
Jawohl die dunklen Sandsteinkörnchen. Die meiner Meinung nach am schwersten Steinchen habe ich eingepackt. Sie sind magnetisch.
Sie lagen etwas weiter talabwärts der Klinge aber im oberen Bereich. Wie es aussieht fehlt da die Schicht von dem Lehm, mit dem groben Sandsteinbrocken, der bergauf am Ende der Klinge zu finden ist.
Scheinbar beschränken sich die mag. Sandsteinbröckelchen nicht nur auf den ersten Fundplatz.
Da der Hang westlich liegt, wäre es möglich, das es Geröll aus dem Teudoberger Wald ist und  vor ein "paar Jährchen hier angeschwemmt wurde?
Ich habe gelesen das dort der Bundsandstein einen großen "Eisengehalt" hat. Einfach ausgedrückt. 
Verrückte Idee wie das Ufo???  ;D ;D ;D
Mariaratlos

nochemol es Bild von de Steinche

Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 21 Feb 08, 14:42
Hallo,
ich habe ein Bild von dem Boden gemacht, der unter der Wurzel liegt. Der Regen hat die Steine schön sauber gespült, so das die dunklen Sandsteine gut zu erkenen sind :D
Sie liege so zu sage scho nackt da ohne Lehmkleid ;D
Vielleicht sagt ja das Gesamtbild mehr aus ???

Marie
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 22 Feb 08, 08:46
Hallo,
ich möchte mich bei allen recht herzlich bedanken, die immer noch die Geduld haben in die
Laune der Natur
zu klicken.
Und vielen Dank an alle
die mir helfen das Rätsel um die Steine an der Klinge zu lösen. Ohne euch wäre ich noch nicht viel weiter gekommen.
Der Mineralatlas ist ein tolles Forum, samt Mitglieder.

Danke  :)
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 24 Feb 08, 11:10
Einen wunderschönen guten Morgen,
ich war gestern an einer anderen Klinge, es gibt mehrere davon. Ich mußte nicht lange suchen und ich fand wieder den kiesigen Sandsteinboden vor. Siehe vorletztes Bild. Hatte kein Magneten dabei und so habe ich die dunkelsten Steinchen mit genommen. Die sind in der Regel magnetischer wie die rötlichen und leichter zu finden.
Zuhause habe die Steinchen zu Pulver vermalen. Was sich gestern deutlich unterschied war mein Mörser, der aus Zinn ist.
Heul, heul sonst bleibt er unbeschadet, nicht gestern. Der Mörserkopf war ekelhaft rauh und hatte völlig seinen Glanz verloren. Und ich habe schon viele Steine mit dem Mörser platt gemacht. Basalt usw.
Gut er ist manchmal recht verdellert aber er hatte noch nie seinen Glanz verloren
Er sieht aus als wäre der Stössel mit Säure in Verbindung gekommen.
Muschelkalk fühlt sich ähnlich an, wenn ich ihn mit Essig quäle.
Jetzt meine laienhafte Frage:
Was könnte meinen Mörser so geschändet haben?

Danke für Antworten
und bei dem tollen Wetter
Glück auf
Maria
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: minuwe am 24 Feb 08, 11:26
Hallo Maria,

ganz einfach die Härte und Scharfkantigkeit der Gesteine. Daher berstehen Gebrauchsmörser aus Achat oder Porzellan. Ist der Mörser an der Arbeitsfläche auch aus Zinn oder ist de etwas härterer Einsatz drin?

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 24 Feb 08, 11:43
Hallo Uwe,

er ist ganz aus Zinn. Porzelanstössel habe ich verstösellt. Kaputt.
Dann war gestern wohl sehr hartes (sags einfach)  Eisen dabei.
Ab jetzt wird das Geraffel nur noch mit dem Hammer geklopft  ;D ;D ;D ;D
Danke für deine schnelle Antwort
Marie
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: smoeller am 24 Feb 08, 13:32
Hallo,

Der Sandstein besteht in der Hauptmasse aus Quarz, der härter als die meisten Metalle und Glas ist. Vermutlich hattest du gestern einen Sandstein erwischt, bei dem die Körner durch Quarz verbunden waren. Dann brauchst du dich nicht wundern, wenn der Mörser hinterher kaputt ist.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: caliastos am 24 Feb 08, 13:55
grundsätzlich gilt: wenn man material aufmahlen will, immer die härte bedenken. zinnmörser zur gesteinsaufmahlung zu verwenden ist eh nicht die schlauste idee. zinn ist viel zu weich als was anderes außer apothekerwaren und gewürze zu mahlen.
Titel: Re: Laune der Natur oder Werkzeug
Beitrag von: Druide am 24 Feb 08, 16:26
Hallo
stimmt, den Zinnstössel zu benutzen war keine schlaue Idee ::)

Ich war an dem Kohlbach um mit dem Kurzen zu planschen.
Da habe ich eine fast verwachsene Steinbrücke entdeckt. Den Platz abgesucht und was ich im Bach fand war für mich erstaunlich. Da lag ganz viel verbackenes Sandsteingeröll mit Eisen. Mit dabei lagen helle Lehmstückchen, ungewöhnlich hell. Im allgemeinen kommt bei uns roter Lehm und gelblicher Löss im Boden vor .
Jemand eine Idee dazu?

Marie