Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Italien / Italy => Thema gestartet von: gnoisi am 17 Feb 08, 13:09
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Ich möchte an dieser Stelle Kieselhölzer aus dem Gebiet des Lago Omodeo / Insel Sardinien / Italien vorstellen. Dieser nicht allzu bekannte Fundpunkt ist schon fast wieder als historisch zu bezeichnen, da er sich die meiste Zeit des Jahres unter dem Wasserspiegel am westlichen Ufer des Stausees befindet. Nur nach extrem heißen Sommern und entsprechend niedrigem Wasserstand sind (für kürzere Zeit) Kieselholzfunde möglich.
Die Kieselhölzer haben wahrscheinlich oligozänes/eozänes Alter und repräsentieren Reste einer tropisch bis subtropischen Vegetation. Es finden sich überwiegend Palmoxylon und Bombacoxylon . Die Kieselhölzer sind umgelagert und finden sich in jüngeren Sandsteinen.
Anbei einige Bilder von Kieselhölzern, die an der Kirche des Ortes Soddi ausgestellt sind und Aufnahmen vom Ufer des Stausees mit Kieselholzfunden. An den meisten Stücken sind außen sehr schön Leitbündel an den Stammoberflächen erkennbar. Fotos von bearbeiteten Stücken folgen etwas später.
Ich möchte vom Fundpunkt einen Lexikoneintrag erstellen und bitte alle, die Fotos von Fundstücken haben, diese dann im Lexikon zu verewigen. Wofgang hat sich schon bereit erklärt, sein Foto einer Konifere zur Verfügung zu stellen.
Viele Grüße
Marian
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Detail der Oberfläche eines Kieselholzstammes mit Leitbündelstrukturen.
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Foto vom Ufer des Stausees. Ganz links, teilweise im Wasser, großer Kieselholzstamm.
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ein Kieselholzfundstück, wieder mit sehr gut erkennbaren Leitbündelstrukturen;
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hier ein angeschliffenes Kieselholz, Durchmesser rund 18 cm. Einige Hölzer vom Fundpunkt sind mit blauen Achaten mineralisiert. Das Holz ist von Schwundrissen (evtl. durch Trocknung?) in Längsrichtung der Stämme durchzogen, die mit Calcedon ausgefüllt wurden und nun mm-große Achate bilden. Die Zellerhaltung ist trotzdem ausgezeichnet.
gnoisi
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und noch ein Laubholz mit dunkler Farbe und wenigen Achaten; Durchmesser 18 cm.
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hallo Marian,
existiert der angekündigte Lexikoneintrag zum Lago Omodeo schon ?
ich konnte nix dazu finden, weder in den Listen, noch mit der Suche-Funktion - oder bin ich zu blöd dazu ?
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Hallo Oliver,
Du bist natürlich nicht "blöd" :)
Ich habe dieses Thema auf meiner Webseite verewigt. Hier der Link:
http://www.petrified-wood.de/fundregionen/it_sardinien_oristano.htm
Viele Grüße
Marian
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Hallo Oliver,
hier noch ein kleiner Nachtrag:
Ich war im April wieder auf Sardinien. Der Lago Omodeo ist durch extreme Regenfälle in den letzten 2 Jahren so voll, dass teilweise Straßen überflutet wurden. Selbst, wenn es extrem trocken werden sollte, sind die Fundhorizonte der Kieselhölzer in schätzungsweise 5 Jahren mal wieder zugänglich.
Viele Grüße
Marian
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Hallo Marian,
habe die Seite auf Deiner HP gerade gelesen. Sehr schöne Abhandlung :)
Gruß,
Rainer
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Hallo Rainer,
danke, freut mich sehr!
Ich würde gern alle der zahlreichen Fundstellen, die ich weltweit besucht habe, beschreiben. Nur die Zeit ist immer kanapp. Deshalb geht es nicht so schnell, wie gewünscht.
Viele Grüße
Marian
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hallo Marian,
danke für die Infos !
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Hallo Marian.
Danke für die schöne Abhandlung in deiner HP.
Nun weiß ich wenigstens was für Bäume wir da vor ca 25 Jahren nach Hause gekarrt haben.
Unter anderem einen mit 2,5 m Länge.
Meiner hatte ca 5 m Länge, aber die Teile waren zu groß und nicht mehr transportierbar !!
Aber ein paar schöne Palmhölzer waren damals auch dabei !!
Loismin
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nicht nur, dass das Ganze jetzt geflutet ist - Wolfgang schreibt auf seiner HP ja auch, dass die Fundstelle mittlerweile in einem Naturschutzgebiet liegt - wie ist da die rechtliche Lage in Italien ?
dürfte man dort trotzdem sammeln, oder ist das strikt untersagt ?
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Hallo Oliver,
"geflutet" sind die Fundstellen ja schon mehrere Jahrzehnte, von dem Moment des Fluten des Stausees. Nur bei sehr niedrigem Wasserstand liegen die fundhöffigen Holrizonte frei. Das passiert aber nur nax sehr langer, extremer Trockenheit.
In einem Naturschutzgebiet liegt der See und damit die Fundstellen nicht. Aber es ist auf Sardinien ausdrücklich verboten, Fossilien aufzusammeln.
Viele Grüße
Marian
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alles klar ... damit ist die Angelegenheit, zumindest was die Chance auf legale Eigenfunde betrifft, also zu vergessen.
schon schade, irgendwie ....
Grabungsverbote kann ich ja noch nachvollziehen, von wegen Flurschaden, Fundstellenzerstörung, Geschäftemacherei etc., aber dass schon das Aufsammeln kriminalisiert wird ... :(
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jetzt auch im Lexikon:
https://www.mineralienatlas.de/?l=48924