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Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Helicat135 am 19 Feb 08, 17:47

Titel: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton?
Beitrag von: Helicat135 am 19 Feb 08, 17:47
Vor gut 1,5 Jahren hat es mich ( zum Glück) dienstlich nach Idar-Oberstein verschlagen. Dort konnte ich auf einem Mineralienmarkt von privat für sehr wenig Geld ein paar grandiose Stufe ergattern, unter anderem ein riesiges tiefviolettes Stück Amethyst mit großen Kristallen und ein Stück versteinerten Ton mit Kupferkies(?). Der Mann hat mir ganz freundlich erklärt, man würde diese Tonlinsen in alten Tongruben finden und wenn man sie spalte dann ist da oftmals so ein "Überraschungspacket" enthalten. Habt ihr sowas schomal gefunden? Wo gibt es denn überhaupt Tongruben in BW?

Thanks :).
Titel: Re: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton?
Beitrag von: Axinit am 19 Feb 08, 19:04
Servus,

meinst Du eine  Konkretion bzw. einen Laibstein (sprich: eine "Knolle" mit Kugel - bis Brotlaibform) die nach dem Aufschlagen bzw. dem Zerteilen in zwei Haelften ihr Innenleben preisgegeben hat ?

GA

Harald
Titel: Re: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton?
Beitrag von: smoeller am 19 Feb 08, 19:25
Hallo,

Im Bereich der westlichen schwäbischen Alb gab es Bereiche mit schwarzem Jura (Lias), der solche Konkretionen, sog. Toneisensteine enthält. Habe mal welche gesehen, die waren aus der Gegend von Donaueschingen. Auch weiter südlich im Bereich der Wutach (Achdorf) gab es solche Bildungen. Wie es heute mit den Fundmöglichkeiten dort aussieht, kann ich nicht sagen. Die Chancen sind aber wohl eher gering.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton?
Beitrag von: Helicat135 am 19 Feb 08, 19:34
Ja, genau die mein ich. :o Was  Ihr alles wisst :).

Kann es sein, dass sich da Buntkupferkies angelagert hat?
Titel: Re: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton?
Beitrag von: smoeller am 19 Feb 08, 19:53
Hallo,

Ist wohl bunt angelaufener Kupferkies (Chalkopyrit). Bornit(Buntkupferkies) aus Sedimenten ist mir nur aus dem Mansfelder Kupferschiefer (da gibts aber keine derartigen Toneisensteine) und einem auch nicht in Frage kommenden Vorkommen bei Karlsruhe bekannt. Dürfte dann aber eher aus Niedersachsen sein. Kenne aus BW jetzt keine Toneisensteine mit Kupferkies. Allerdings kann es auch Pyrit sein, der ist in diesen Gesteinen weiter verbreitet.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton?
Beitrag von: giantcrystal am 19 Feb 08, 20:52
Das werden mit ziemlicher Sicherheit Pyrit oder auch Markasitknollen sein, wie sie stellenweise häufig in dunklen Tonsteinen vorkommen. Gelegentlich zeigen diese auch bunte Anlauffarben !

Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton?
Beitrag von: minuwe am 19 Feb 08, 23:45
Hallo,

kanne Tonsteinformationen aus den Kalkalpen mit solchen Konkretionen. Dort immer als Pyrit. Am besten Kupferkies und Pyrit anhand der Härte, ggf. chemisch unterscheiden.

Glück Auf

Uwe
Titel: Re: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton? das Foto dazu....
Beitrag von: Helicat135 am 01 Mar 08, 17:20
So, hier das Foto des Produktes:
Titel: Re: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton?
Beitrag von: minuwe am 01 Mar 08, 20:50
Das ist Pyrit, der ist leicht limonitisch angelaufen. (Habe Bild bearbeitet, da besser zu sehen).

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton?
Beitrag von: caliastos am 02 Mar 08, 17:36
typisch für dunkle tone, die reduzierende bedingungen hatten. anders wäre pyrit nicht stabil.

ps: "versteinerten ton" gibt es in dem sinne nicht. nur ton und tonstein. versteinern meint, daß jetzt organisches material wie holz und viecher luftdicht zusedimentiert wird und das organische material entweder imprägniert wird, oder durch anorganische minerale ersetzt wird. wäre bei ton komisch.
Titel: Re: Hat jemand Erfahrung mit versteinertem Ton?
Beitrag von: Jürgen am 03 Mar 08, 19:29
Moin, Moin,

siehe
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,6674.msg89430.html#msg89430

Diese Knollen werden auch Septarien genannt. Eine gute Fundstelle war in Geisingen, links neben der Autobahn, Blickrichtung Norden.

Viele Septarien waren hohl, mit schönen Calciten und auf deren Spitzen, Pyrite saßen. Auch Dolomit war teilweise dabei.

mfg
Jürgen