Mineralienatlas - Fossilienatlas

Gesteine / Rocks / Rocas => Gesteine / Rocks / Rocas => Thema gestartet von: Druide am 27 Feb 08, 21:31

Titel: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 27 Feb 08, 21:31
Hallo,
ich hätte da ein paar Steinchen, die ich im Bachbett gefunden habe. Sie sind schwach magnetisch. Die Sandsteine sehen aus wie verbacken.
Danke für mögliche Antworten
Maria
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Elsie am 27 Feb 08, 23:22
Nach Schlacke sieht das nicht aus.

Gruß Else
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 27 Feb 08, 23:36
Hallo Else,
danke für deine Antwort.
Was könnte es den sonst sein?

Sandstein, den kann ich erkennen,
er sieht zum Teil regelrecht verbrannt aus und verhält sich seltsam mit einem Magneten. Der verbackene Sandstein sieht  aus als wollte er vor dem Magneten flüchten.
Marie
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 01 Mar 08, 22:02
Ja manchmal dauert es halt etwas länger bis ich von der Leitung herunter komme.
Das seltsame Verhalten des Magneten hatte mir keine Ruhe gelassen.

Ich hatte die verbackenen Steine in einen Kreis gelegt und ein ovalen Magneten in der Mitte gedreht.
Die Antwort ist nun ganz klar.
In dem Sandstein sind die magnetischen Sandsteinkörnchen verbacken. Und immer wenn der Magnet an den Steinen vorbei kam wo so ein magnetisches Sandsteinkörnchen war, hat er einen Schubs bekommen. Und so hat der Magnet getanzt wie ein Bibaputzemann.

So sind die Steine wohl doch Schlacken, wer immer sie wo und wann erzeugt hat
Maria
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: minuwe am 01 Mar 08, 22:14
Also ich gehe immer noch von Magnetitsandstein aus. Ob es da in eurer Gegend ein primäres Vorkommen gibt, von dem die Stücke stammen, weiss ich allerdings nicht. Schlacke sollte wenigstens einige Blasen und glasige Krusten aufweisen. die wäre sicher auch nicht so weiträumig verteilt, wie du es beschrieben hast.

Versuche doch mal, eine Aufnahme von einer frischen Bruchfläche eines magnetischen Stückes durch eine Lupe zu machen, manchmal gelingt eine von mehreren Aufnahmen.

Glück Auf
Uwe

Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 01 Mar 08, 22:22
Das ist eine Herausforderung :o
Ich werde es versuchen.
Marie
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: giantcrystal am 01 Mar 08, 22:55
Es wäre vielleicht ganz hilfreich zu wissen, aus welchen Bach die Stücke denn stammen ?

Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 01 Mar 08, 23:27
Die Steine stammen aus einem kleinen Quellbach. Da wo die Steine sind quillt das Wasser aus dem Boden. Es ist eine großflächigere Ebene, die bei viel Regen und Schneeschmelze überflutet wird. Dann kommt auch das Wasser von oberhalb angerauscht. In der Nähe weiter oberhalb ist eine Senke, die ständig unter Wasser ist. In die Senke läuft das Regenwasser von einem noch höheren Punkt, wo der Regen wie ein Trichter gefangen wird.
Maria
Fällt mir noch ein....wenn es richtig regnet, wird das Wasser milchig/kalkig?!
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: trommeln am 02 Mar 08, 09:39
Also nach deiner letzten Beschreibung sind da natürlich ganz andere Möglichkeiten offen.. ich denke an Sinther..
Also Tropfstein.
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: smoeller am 02 Mar 08, 09:54
Hallo,

Das könnte auf Muschelkalk als Untergrund hindeuten, also Kalkstein. Über dem Buntsandstein kommt der Muschelkalk. Das Loch kann durchaus eine Doline (als ein durch Lösung im Untergrund ausgelöster Erdfall) sein, typisch für den mittleren Muschelkalk. Darin gibt es durchaus auch Quarzkonkretionen. Halte jedoch diese Steine eher für Schlacke, aber ein besseres Bild vom Inneren könnte helfen.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: giantcrystal am 02 Mar 08, 10:22
Liebe Leute...

pardon, aber ohne eingermaßen genauen Fundort - wo bitte ist der Bach ! - kann man wohl kaum etwas über den geologischen Untergrund sagen...ähem !

Schönen Sonntag und Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 02 Mar 08, 16:53

Hallo und einen schönen Sonntag

In unserer Gemarkung (Odenwald) gibt es Buntsandstein, Löss und Lehm oder Lett
wie die Menschen hier sagen, in Hülle und Fülle.  Am der eventuellen Doline gibt es Muschelkalkgestein. Weis ich weil ich hier im Forum gefragt habe, was für Steine es sind. Sie liegen nur in der Senke. Da habe ich auch den kleinen Seestern gefunden. Ich weis, das vor einigen Jahrzehnten bevor die Feldgraben angelegt wurden, das Gebiet ständig feucht oder gewässert war. Es wächst dort zum Teil noch Binsengras. Die Lössdecke befindet sich etwas weiter westlich auf höhere  Ebene. Im Steinbruch, der am Lössberg ist, habe ich hellen Lehm gefunden. Könnte Kaolin sein, denn wenn ich das Material zu dem Lehm mische und brenne, glänzt das Getöpferte schön.

Bild vom Inneren des Steines kommt nach
Maria
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 02 Mar 08, 19:49
Einen schönen guten Abend,
sodele
ich habe die geforderten Bilder. Sie sind noch verbesserungswürdig aber immerhin. ;D Möglicherweise geben die Bilder ja doch etwas Licht in die Geschichte
Maria
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: minuwe am 02 Mar 08, 20:14
Hallo Maria,

alle magnetisch  :D ? Was ist denn das Rote auf dem dritten Bild, doch wohl keine Farbe? So was habe ich vorhin gerade auf der Halde gesehen, da war es Erythrin. Und dann ist da auch noch was grünes  ???

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 02 Mar 08, 21:54
Hallo Uwe,
also das rote ist von dem Farbstift. Da habe ich die Ecke gekennzeichnet wo der Stein am magnetischsten war. Grün, wo siehst du grün? ???
Obwohl, bei dem einen Stein hatte ich das Gefühl er schimmert grünlich.

Nicht alles ist an dem Gestein magnetisch, nur ab und wann. Die Sandsteinkiesel sind die, welche ich zuerst in der Klinge gefunden hatte.
Danke für deine Hilfe
Marie
Habe nach gesehen, oben im Bild, in der ersten Reihe der Steine, von links der zweite, ist der grünlich schimmernde.
Ich habe alle abgewaschen und abgebürstet. Keine Algen
guts Nächtle
Marie
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: minuwe am 02 Mar 08, 23:52
Den grünen Fleck sehe ich gleich über der roten Stelle.

Die Stücke sollte ein Kenner von mittelalterlicher Eisenschlacke beurteilen, ich weiss nicht, ob die Schlacke in einem so großen Gebiet, wie von dir beschrieben, verteilt sein kann.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 03 Mar 08, 06:19

Hallo Uwe,
danke für deine Geduld mit mir.
*lach, die grüne Stelle ist die Zeichnung von meinem Sohn, der schon mal vorsortiert hatte.
Maria
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Gerdchen am 03 Mar 08, 12:24
Hallo

Ich würde sagen das ist auf kein Fall Schlacke. Sieht mir eher nach Eisenerz in Sandstein aus. Schlacke wäre nicht in Sandstein impregniert. Sie ist auch meist etwas glasartig und zeigt an Bruchstellen zumindest kleine Gasblasen.
Gruß
Gerdchen
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 03 Mar 08, 12:51
Hallo Gerdchen,
gut nehmen wir an es ist keine Schlacke, sondern Eisenerz in Sandstein. Ist der auch magnetisch? Das sollte er sein. Sonst fällt Eisenerz in Sandstein weg.

Maria

Zitatausschnitt  von Erik
der magnetische Sandstein ist wirklich merkwürdig. Sowohl im Bruch, als auch pulverisiert ist nirgends Magnetit zu erkennen - auch nichts reliktisches. Das Gestein ist sehr feinkörnig, besteht ausschließlich aus Quarzkörnern und vereinzelten Glimmerblättchen. Das Bindemittel ist ferritisch - rötlichbraune Eisenoxide.
Nach zu lesen im Thema:
Laune der Natur
Link:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,15814.45.html
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: minuwe am 03 Mar 08, 13:34
Hallo,

Glasschlacke, wie hier schon vermutet, ist es auch nicht, die hätten sauberen Sand verwendet, ohne soviel Eisen Oxide, dass Magnetismus besteht. Eisenschlacke auch nicht, also bleibt nur Magnetitsandstein. möglicherweise ist der Magnetit so feinkörnig, dass er bei einer 40 fachen Vergrößerung noch nicht erkennbar ist, weiss nicht, welche Vergrößerung Erik verwendet hat?

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Gerdchen am 03 Mar 08, 19:58
Hallo

Bleibe bei meiner Meinung, es ist keine Schlacke (weder Eisen- noch Glasschlacke). Habe derzeit viel mit Eisenschlacke aus der keltisch-römischen, etruskischen und auch mittelaterlichen Verhüttung zu tun und diese Schlacke ist schon vom optischen Eindruck ganz anderst. Die von uns hier Aufgefundenen Verhüttungsplätze so wie die etruskischen Verhüttungsplätze von Populonia (Toskana) und die keltischen Verhüttungsplätze in der Nähe von Braga (Portugal) enthalten keine Schlacke die mit oder im Sandstein sind, mit Ausnahme von Ofenwandresten an denen die Schlacke noch anhaftet.

Sollten Hohlräume vorhanden sein, sollte man diese nach Fayalitkristallen durchsuchen, denn die entstehen bei der Verhüttung von Eisenerzen in der Schlacke (müssen aber nicht unbedingt vorhanden sein).


Ist zwar merkwürdig, dass das "Erz" magnetisch ist, kann aber vorkommen. Möglicherweise ist der Magnetit nur Erzmikroskopisch feststellbar.

Gruß
Gerdchen
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 03 Mar 08, 21:42
Hallo,
hier noch mal die Steine die ich in der Nähe gefunden hatte.
Hilft vielleicht auch weiter
Danke für eure Geduld
Maria
Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: smoeller am 03 Mar 08, 21:55
Hallo,

Der letzte ist definitiv angeschmolzen. Könnte Schlacke sein.

@Gerdchen: Nur ein Teil der Schlacken enthält Fayalitkristalle in den Hohlräumen. Sammle Schlackenminerale aus Joldelund und habe mehrere Wagenladungen bearbeitet. Da waren vielleicht die Hälfte mit Fayalit. Der Rest hat glatte Blasen ohne Minerale, dafür aber interessante Fließformen.

In der Gegend um Hildesheim gab es Glassandgruben im Bereich der Unterkreideschichten. Der Hilssandstein dort führt auch Fe-Oxid in geringeren Mengen und ist gelblich bis rosa gefärbt, verwittert durch Limonit rostbraun. Wie gesagt, man verwendete Mn-Oxid (Pyrolusit), um die grüne Farbe des Glases rauszukriegen.

Das man sich die Mühe machte liegt insbesondere an der territorialen Zersplitterung Deutschland bis 1806. Es gab bis zu 330 Einzelstaaten mit Zollgrenzen. Möglicherweise war der nächste Quarzgang schon in einem anderen Staat. Da wurde dann halt auch Sandstein verarbeitet. Nicht auszuschließen ist allerdings auch eine Anreicherung von Fe-Erzen (Hämatit) im Sandstein, die früher abgebaut wurde. Kenne solche Lagerstätten unter anderem aus dem Schwarzwald.

Glück Auf!
Smoeller

Titel: Re: Ist das Schlacke?
Beitrag von: Druide am 25 May 08, 14:32
Hallo Trommeln,

Also nach deiner letzten Beschreibung sind da natürlich ganz andere Möglichkeiten offen.. ich denke an Sinther..
Also Tropfstein.

Nach allem was ich jetzt gehört und gelesen habe wäre das eine gute Lösung.... ;)

Gruß Maria