Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Dies und Das / this and that => Thema gestartet von: grauerstar am 03 Mar 08, 17:56
-
Hallo Sammlergemeinde!
Ich beobachte eigentlich seit Jahren die amerikanischen Mineralienhändler, angefangen von Jahn Betts, über Dan Weinrich, Rob Lavinsky bis hin zu den Wilenskys. Nun ist ja allen bekannt, dass diese Händler zwar durchweg gute Ware anbieten, allerdings die Preis durchweg zu hoch sind.
Tja, angesichts der Rezession (oder wie immer man die wirtschaftliche Lage in den USA betitelt) bin ich gespannt darauf, ob die Verkäufe auch auf diesen Seiten zurück gehen und die Preise nach unten korrigiert werden müssen. Denn bisher, so hab ich das Gefühl, ist es auf dem Mineralienmarkt kaum zu einer Preissenkung gekommen. Ein Kuriosum eigentlich, da bisher noch jede wirtschaftliche Sparte irgendwann mal davon betroffen war. Ich bin jedenfalls gespannt, ob eine Preiskorrektur stattfindet. Zeit wär's ja, meiner Meinung nach.
Ich hab einfach mal meinen Gedanken freien Lauf gelassen und bin auf eure Meinungen gespannt.
Viele Grüße,
Robert
-
Hallo Robert,
eine solche Preiskorrektur wie du sie erhoffst,wird sicherlich nicht eintreten.Die von diesen Händlern Angebotene Qualität wird immer ihre Kundschaft,auch für hohe Preise,finden.Außerdem arbeiten diese Händler Global und in den neuen Industrienationen bildet sich auch eine gewisse Sammlerklientel heraus.Du darft nicht Deutschland mit den USA vergleichen,es sind in diesem Bereich zwei unterschiedliche Märkte.Den einzigen Vorteil der im Moment besteht ist der Wechselkurs.
Gruß Ingo
-
Hallo Robert,
denke wie Ingo auch ;), daß dies leider nicht eintreten wird. Die Topware steigt sogar noch weiter!
Meist findet man sie gar nicht mehr im Angebot.
Glückauf
Michael
-
Ich denke auch, dass die Zielgruppe der Top-Händler eher weniger von Rezession betroffen sind. Mir scheint (rein gefühlsmäßig) eher im Gegenteil ein Trend zu immer kleineren Stufen bei konstant hohen Preisen zu bestehen.
-
Servus,
ich beobachte die "großen" Händler wie Rob Lavinsky, Stuart Wilensky oder Kevin Ward auch regelmäßig. Das tue ich in erster Linie aus dem Grund, weil ich mir einfach gerne deren oft grandiosen Stufen anschaue. Aber so ein bisschen schaue ich auch immer (kopfschüttelnd) auf die Preise, zu denen die Jungs ihre Ware anpreisen. Aber egal, wie hoch ein Preis ist - ein paar Tage später steht "sold" daneben! Von Rezession scheinen die also nicht gerade betroffen zu sein. Außerdem gilt auch hier: Wer erst einmal einen großen Namen hat, der kann auch die dicksten Preise verlangen. Wenn Rob Lavinsky einen Vanadinit aus Marokko, den ich auf einer deutschen Börse für 15 Euro bekomme, für 850 Dollar anbietet, dann wird er ihn trotzdem los, weil ein Großteil seiner Kundschaft aus Leuten besteht, die eine Menge Geld haben und dieses Hobby in einer Luxusversion betreiben. Das scheint ja besonders in den USA sowieso eine regelrechte Mode zu sein ...
Gruß
-
Hallo Leute, stimmt völlig. Es gibt da aber auch noch die Trinity Mineral Company, von John Veevaert, da ist preislich noch einiges drin für alle die nicht gerade im Geld schwimmen. Schade nur das der Mann in Deutschland eine ganze Sammlung von 280 Stufen Tsumeb-Mineralien kauft und jetzt müßte man die teuer zurück erwerben. Warum nicht gleich in Deutschland anbieten? Antwort: die Amerikaner zahlen halt mehr. Tja, und da bin ich halt ehrlich schon etwas sauer. Gruß Ingo
-
das ist aber immer so, wer mehr zahlt bekommt die ware. das sind in dem fall die verrückten amis.würdet ihr eure stücke zu 10 euro verkaufen, wenn euch jemand 1000 dafür gibt? glaube nicht.
-
Ja, ja, es bleiben am Ende nur Steine, kleine Kunstwerke der Natur. Wir Menschen in unserer Gier treiben den Preis hoch. Was ist schon ein Diamant? Kohlenstoff in gepresster Form, sehr selten, aber ebend mehr nicht. Ein Edelstein, wie vermessen. Wer gibt uns das Recht die Natur danach einzuteilen was edel ist und was nicht? Ich halte es so, das die Faszination bleibt, das kleine Geheimnis, das gewisse Gefühl von Ehrfurcht. Denn all dies entstand auch ohne uns und wird auch ohne uns Menschen bleiben. Wir schauen auf Jahrmillionen. Zeit hat da einen ganz anderen Stellenwert als für uns kurzlebige Menschen. Und am Ende spiel auch ich das Spiel mit. Haben oder nicht haben ist hier die Frage, zahlen oder nicht zahlen können, wenn man schon nicht selber findet. So such et denn weiter. In diesem Sinne, ein freundliches Glück Auf und schaut auf meinen Leitspruch: frei übersetzt, "Aufzudecken, was tief im Dunkel der Erde verborgen.
-
Hallo,
..... Wenn Rob Lavinsky einen Vanadinit aus Marokko, den ich auf einer deutschen Börse für 15 Euro bekomme, für 850 Dollar anbietet, dann wird er ihn trotzdem los, ....
Gruß
Also ich kann das nicht nachvollziehen, wo kriegst du denn so tolle Stücke für 15 Euro her. Da kaufe ich Dir direkt mehrere durchaus auch für 30 Euro das Teil ab. Aber bitte auch in der Qualität wie Rob Lavinsky die anbietet!
Also Leute wenn ihr schon Vergleiche macht dann sollten diese auch nachvollziehbar sein! Denn wie es hier mehrfach geschrieben wurde, bieten diese Händler TOP-Qualität an und die ist nicht für 15 Euro zu bekommen.
Natürlich sagt das immer noch nichts darüber aus, ob diese Händler zu teuer sind oder nicht. Ich hatte es schon einmal in einem anderen Thread geschrieben. Mich stören vielmehr dann einige Deutsche Händler, die dann auf der Schiene mitziehen und ähnliches Material aber bei weitem nicht die Qualität zu ähnlichen oder noch höheren Preisen anbieten. Also dann würde ich eher, wenn ich das Geld ausgebe bei den Amis kaufen weil ich dort für das Geld ganz klar eine bessere Qualität bekomme. Ich beziehe das nun auf alte historische Fundstellen. Denn das sind Stücke die mich interessieren und die ich mir normalerweise bei diesen amerikanischen und auch deutschen Händlern anschaue.
Gruß loparit
-
Wo kriegst du denn so tolle Stücke für 15 Euro her?
Wo ich so etwas herkriege? Nun, bleiben wir bei Vanadinit: Ich habe eine Stufe aus Mibladen von 11 x 8 x 9 cm, mit Kristallen von bis zu 7 mm übersät, für 15 Euro auf der Börse in Marburg-Cappel vor einigen Jahren von einem deutschen Sammler erstanden. Bevor jetzt die Frage nach der Qualität kommt: Über die Hälfte dieser faustgroßen Stufe ist von Kristallen bedeckt, die alle tiefdunkelrot, hochglänzend, extrem durchscheinend und perfekt ausgebildet sind. Auf der ganzen Stufe ist nicht ein einziger Kristall abgebrochen und ich kann nur wiederholen: perfekte, dunkelrote Farbe, super Ausbildung (also von wegen zerbrochene oder "verkrüppelte" Kristalle) und das Ganze auf einer doch recht großen, ansehnlichen Stufe.
Dann eine - zugegeben recht kleine - Stufe aus Taouz: Auf der Goethit-Matrix sitzen ebenfalls perfekt ausgebildete Kristalle (im Vergleich zu Mibladen selbstverständlich etwas trüber, matte und heller, aber das ist ja normal) bis 5 mm Größe. Kein einziger kaputter Kristall, alle perfekt wie aus dem Bilderbuch und in einem tollen Kontrast zur schwarzen Matrix. Diese Stufe stammt ebenfalls von der Marburger Börse. Ich weiß zwar nicht mehr den genauen Preis, aber er bewegte sich in einem ähnlichen Rahmen wie bei der anderen Stufe.
Natürlich gibt es noch bessere Stufen, aber sind die dann gleich tausende Dollar wert, bei einem Mineral, welches immer noch in relativ großen Mengen zu Tage gefördert wird? Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine beiden Vanadinite bei keinem amerikanischen Händler unter einem dreistelligen Dollarpreis angeboten würden ... Umgekehrt sehe ich dann bei denen winzig kleine Ministüfchen von 2 cm (natürlich in guter Qualität, das habe ich nie abgestritten) die Preise haben, für die man hierzulande eine pizzatellergroße Stufe der gleichen Qualität bekommen würde ...
Weitere Beispiele (gerne auch mit Foto) kann ich dir gerne persönlich schicken, wenn du mir nicht glaubst oder meine Kenntnis guter Stufen in Frage stellst ...
Gruß
-
Hallo,
ich kenne Dich nicht, deswegen stelle ich nicht deine Kenntnis über gute Stufen in Frage und habe auch keinen Grund Dir nicht zu glauben.
Bleiben wir nur bei der Tatsache, ich sammle kein Marokko, aber ich kaufe Dir direkt 3 Stücke ab für 30 Euro das Teil. Aber bitte die Qualität die Rob anbietet. Und glaube mir ich habe noch nicht nachgeschaut ob er überhaupt welche anbietet. Aber eines kann ich beurteilen, wenn er welche hat, bekommt man die auch nicht woanders für 15 Euro.
Da gibt es durchaus eine Ausnahme, man macht einmal bei einem Sammler irgendwo einen guten Kauf. Dies ist mir im letzten Jahr in München mit einer Pyromorphitstufe aus China gelungen bei einem Sammler aus Italien, der hat Teile seiner Sammlung verkauft. Da habe ich einen Pyromorphit für 75 Euro gekauft der sonst überall zwischen 400 und 1000 Euro lag.
Aber das sind Ausnahmefälle und ein Händler der ständig Material in guter Qualität anbietet, kann nicht auf solche Ausnahmefälle warten, dann kann er seinen Laden gleich dicht machen.
Also nochmals ich wollte dich nicht irgendwie angreifen oder deine Kenntnisse in Frage stellen, sollte das so bei Dir angekommen sein, tut mir das Leid war keine Absicht.
Gruß loparit
-
Hallo Tobi und Gruß Edgar,
Die Qualität die Rob anbietet ist wirklich sehr gut.Schau die die Stufen mal ganz genau an!Hier geht es um absolute Perfektion und Ästetik.Ich hatte Gelegenheit gehabt vom Rob ein wenig in Fragen Qualität und Ästetik zu lernen seine Sichtweise habe ich dann zum großen Teil übernommen.
Was die Vanadinite betrifft so hat Europa einen kleinen Marktvorteil gegenüber den USA.Die Marokkaner haben mit ihren Material vor allen dingen den Europäischen Markt bedient,was sich dann auch in den Preisen für Marokkanisches Material wiederspiegelt.
Gruß Ingo
-
Hi Ingo
Ruhig, Brauner....ruhig.....
Die Marokkaner haben den europäischen Markt mit den Stufen bedient, den die Amerikaner übrig gelassen haben/übrig lassen.
Entgegen den Europäern betreiben die Amis ne andere Politik. Währen wir hinfahren und uns die besten Stufen aussuchen wollen und dann meinen, wir könnten auch noch handeln, kaufen die Amis den kompletten Bestand, der gerade vorhanden ist. Der geforderte Preis wird akzeptiert. Basta!
Die guten Marokkaner haben ihre festen Ami- Kunden so wie die meisten Lieferanten weltweit. Diese Händler gehen, prinzipiell, vor. Der Rest kommt auf den Markt.
In einem gebe ich dir recht....man kann die Stücke vom Rob nicht einfach mit irgendwas vergleichen. Bei genauer Betrachtung ist da halt der feine Unterschied.
Ach ja.....was interessiert mich ein Preis von 1000,-USD, wenn ich a Billionär bin?
P. S. lass uns mal wieder n Loch buddeln. Langsam werde ich kribbelig.
-
@Edgar: Keine Angst, ich hab mich ja nicht angegriffen gefühlt. Aber du siehst ja am Beispiel deines Pyromorphits selbst, dass man immer mal wieder eine tolle Stufe für relativ wenig Geld bekommen kann, und genauso war das bei meinen Vanadiniten auch. Allerdings kann ich dir nichts weiter verkaufen, da ich außer den beiden Stufen zur Zeit nichts habe ... ;)
@Ingo: Natürlich ist die Qualität der Stufen von Rob meist gut, keine Frage. Aber wenn ich mir auf seiner Seite das Suchergebnis von Vanadinit anschaue, dann kann ich da nicht generell zustimmen. Einige der Stufen wollte ich nicht mal für geschenkt haben, sorry. Allerdings muss dazu ergänzt werden, dass etliche dieser Stücke prominente Vorbesitzer hatten und/oder aus anderen Ländern als dem Massenproduzenten Marokko stammen, aber ich kann trotzdem angesichts dieser Preisverhältnisse nur den Kopf schütteln. Wenn er mal wieder gigantische Turmaline oder Aquamarine in Top-Qualität anbietet, dann ist es das Normalste auf der Welt, dass die extrem teuer sind. Aber wenn selbst "Standard-Sachen" (wie eben Vanadinit) solche horrende Preise haben, dann kann ich das nicht verstehen. Aber ich will dem guten Rob nichts Böses. Er kann diese Preise verlangen, also sollte er es auch tun, würde ich an seiner Stelle auch. 8)
Gruß
-
Jo Wilhelm ,so langsam wird es Zeit und unruhig bin ich bei diesem Thema sicherlich nicht.
Die erste große "Schwemme" von Vanadiniten,nach vielen Jahren,kam meines Wissens nach,auf dem Europäischen Markt.Das ist nun aber auch schon wieder Jahre her.Das mit der Handelei bis aufs Messer ist eine Marotte,welche sich bei uns immer mehr breit macht.Dabei wird meist nicht daran gedacht ob der andere damit Leben kann.Diese Marotte wird übrigens bei den anderen Nationen als unangehnem empfunden.Und somit haben die Amerikaner einen klaren Vorteil.Das Material geht nun mal an den der besser bezahlt,das ist nun mal die Marktwirtschaft.
Gruß Ingo
-
Hi Wilhelm und Ingo
die erste "Vanadinit-Schwemme" war schon 1975. Die ersten Schatzsucher waren ein bekannter cornischer und ein bekannter deutscher Dealer. Beide haben Marokko Jahrzehnte systematisch "bearbeitet" und ihre Funde gewinnbringend in die USA verkauft.
1978 kam der erste direkte Amerikaner. Und dann spielten auch noch n paar Franzosen mit. Aber - entgegen der meisten Annahmen - die bisher teuersten Vandinite wurden von einem deutschen Händler verkauft. Handtellergroße Stufen bis DM 12.000.- das Stück (da war noch DM-Zeit). Er hatte wohl die besten Stufen, die das Licht je erblickten, die 6-10 Exemplare gingen weg wie warme Semmeln. Ich hatte die Freude, die Stufen wenigstens mal zu sehen und anzufassen, bevor sie verschwanden. Heute würde jede dieser Stufen easy für 10.000 - 15.000 Euro oder mehr weggehen. Und nicht nur in Amerika. Betuchte und sehr betuchte Käufer gibts auch in Italien, Deutschland, England, Japan und Spanien. Einer meiner ehmaligen deutschen Chefs und Firmeninhaber hat am Tag (!) DM 50.000 verdient. Ich hab da mal drei Tage Steine mit ihm eingekauft. 10 mille hier, 7 mille da, 25 mille dort - alles Peanuts. Kommt nur auf den Betrachtungswinkel an.
Nun gut, das war'n bestimmt keine "Standard-Sachen" - so, wie gute Vanadinite auch keine "Standard-Sachen" sind. Es ist bekannt, dass der Markt seit Jahrzehnten mit Unmengen Vanadiniten üebrschüttet wird (immer noch), aber wirklich gute Stufen ? ??? ??? Auf tausend Standards wohl maximal eine Top-Stufe ! Und die ist eben nicht für 30 Euro erhältlich.
Amüsiert hat mich der Ausdruck "Massenproduzent Marokko". Soweit bekannt, fördert Brasilien hundert mal mehr Aquamarin (in Tonnen) als Marokko Vanadinit. Und Turmalin ? Eine Monatsförderung in Brasilien dürfte einer 3-Jahresproduktion von allen Sammlermineralien in Marokko entsprechen. Schön wärs, wenn Marokko Massen an Mineralien produzieren würde. ;D
Gruß
collector
-
Hallo hier ist Ingo aus Langenfeld, ich merk schon hier gibt es noch einen (lieben Gruß an den anderen Ingo)
Zum Thema
Schön zu erfahren was so einzelne Stufen kosten und was so wer verdient hat, wirklich nicht schlecht. Nur, was verdient ein Minenarbeiter in diesen Ländern, der dann in der Sonne schuften muß? Würde der deutsche Stundenlöhne bekommen, würden wir nur noch selber sammeln. Weil dann grundsätzlich alle Stufen aus diesen Ländern super teuer werden würden. Denn da gibt es ja noch die Großhändler die alles Kilo weise aufkaufen und die verkaufen es an den Einzelhandel und nu is noch lange nich Schluss. Nur schade finde ich das bisher niemand auf meinen unteren Beitrag eingegangen ist. Ist meine Meinung so Falsch?
Glück Auf
Ingo aus Langenfeld
-
Kann nur Peter zustimmen,
Top-Mineralien sind nie zu viel, schon gar nicht gibt es eine Schwämme davon.
Man bekommt die Highend-Stufen nur leider viel zu wenig zu sehen.
Die Knaller wandern direkt in "spezielle" Kanäle, denen der Preis meist egal ist.
Aber so war es und so wird es immer sein.
Ich versuch trotzdem nicht zu resignieren und ;D motiviert weiter zu sammeln, sei es via Zukauf oder Eigensammelei.
Glückauf
Michael
-
Hallo grauer Star,
ich habe lange überlegt, ob ich antworte. Auf jeden Fall gebe ich Collector Recht. Wir haben Marktwirtschaft geregelt durch Angebot und Nachfrage.
Und passend dazu fällt mir ein Zitat von Mick Jagger ein. "... ein großes Auto, viele Frauen und genug Geld, um alles zu bezahlen. So ist es und
so wird es bleiben. Jeder, der etwas anderes sagt, redet Quatsch " :P
Tschüß Johns
-
Und nicht nur in Amerika. Betuchte und sehr betuchte Käufer gibts auch in Italien, Deutschland, England, Japan und Spanien.
Und wann entdecken die Russen die Minerale? Russland und Gebiete der ehemaligen UdSSR sind sehr reich an interessanten Mineralien und kann Stufen liefern, die manche Weltfundstellen hinter sich lassen. Mein Traum wäre da einmal im Ural zu sammeln. Sind Stufen aus den GUS schon im großen Stil unterwegs in Richtung Ami- Land?
Glück Auf
Uwe
-
Hallo Ingo aus Langenfeld
ich möchte mal auf DeinenBeitrag eingehen .............
Ein Arbeiter in einer tropisch-heißen Chiquita-Bananenplantage verdient am Tag 6-8 €. Dafür pflückt er, schleppt er, lädt er 1.500-2000 Bananen. D.h. für eine Banane erhält er ca. 0,00533 € um eine Vergleichbarkeit mit dem Minenarbeiter herzustellen.
Wir kaufen im Supermarkt 1 Kilo Chuiquita, d.h. ca. 5-6 Bananen für € 1,50. Das heißt, pro Banane € 0,25. Zwischen dem Bergmanns- (Verzeihung: Bananenarbeiter-) -Verdienst und unserem Einkaufspreis liegen einige tausen Prozente. Komisch: Das nehmen wir alle als selbstverständlich hin ! ::).
Und das gleiche gilt für Kaffe. Und für spanische Orangen, Mandarinen, Tomaten, Pflaumen und Äpfel, die von senegalesischen Erntehelfern mit 3.- Euro Stundenlohn gepflückt werden. Und für Autoteile oder Nokia-Handys, die in Bulgarien oder Rumänien von Arbeitern mit 5 Euro Stundenlohn gebaut werden und für Hemden, made in Malaysia oder Hongkong für € 3.-. Gestehungskosten, die dann hier € 45-100 kosten ...... etc etc etc .
Ich weiß nicht, ob Du die Mineralienszene in Marokko kennst, aber: Noch vor 40 Jahren gabs in Mibladen nur eine Staubpiste, 5-6 baufällige Lehmhütten, viel Kerosinlampen, keine Klosetts und alle gingen zu Fuß oder transportierten mit Eseln.
Seit etwa 15 - 29 jahren gibts nach Mibladen eine asphaltierte Straße, elektrisches Licht, sanitäre Anlagen, festgemauerte Steinhäuser, überall Fernsehantennen mit Sat-Schüsseln, alle Kinder gehen in die Schule und fast jede Familie hat ein Auto. Manch ein Mibladener hat sogar den Sprung in die nahe Kreisstadt Midelt geschaftt, dort eignes Geschäft, Auto, Haus und Einkommen.
Weiß Du, woher dieser Wohlstand kam ? Von Vanadinit ! Das Mineral hat den Menschen vor Ort mehr gebracht als uns Deutschen die Steuerreform in 50 Jahren.
Nicht wenige Mibladener sind im Mineraliengeschäft tätig, besuchen regelmäßig die französischen, spanischen und tw. auch deutsche Börsen (was immer viel Geld kostet). Und dennoch kannst Du immer noch im Mibladen ein ganzes Lot feiner Vanadinitstufen (Beispiel 8-10 Handstufen, davon 1 Top, 2 sehr gut, 7 in Ordnung, aber Durchschnitt) für 250-300 Euro kaufen, wobei die Top-Stufe allein schon einen deutschen Heimatwert von 500 Euro haben kann. Und 250 Euro sind für einen marokkanischen Bergmann ne ganze Menge Geld mit ner ganzen Menge Kaufkraft.
Dein soziales Gewissen in Ehren - aber Du kannst absolut nicht den marokkanischen Bergmannsverdienst mit deutschem Einkommen messen.
Es ist völlig irrelevant, deutsche Stundenlöhne in Afrika, Asien oder Südamerika anzusetzen. Dort kostet aber ein Brot auch nur wenige Cent, ein einfaches Haus ein paar tausend Euro und es gibt keine hohen Steuern und Solidaritätszuschläge und all den anderen Irrsinn, den wir hier bezahlen (müssen).
In diesem Sinne Gruß aus Frankfurt
collector
-
@Peter,ich meinte die "Schwemme" ab ende der 90er.Dazwischen wars ja ziemlich Ebbe mit Vanadinit.Es ist halt immer schwierig für mich das im Text wiederzugeben was ich denke.Deshalb ist ein Gespräch mir immer lieber als etwas zu schreiben.Das was du in deinen Beitrag geschrieben hast ist 100% das was ich auch Meine und Denke.
@Ingo
Ein Minero bei Immsa und auch Penjoles bei den Minen in Zacatecas/Mexico verdient im Monat 900$.Auszahlrütmus ist aber aller 14 Tage.Dort kostet der Sprit ca. 1/3 des hiesigen Preises.TÜV , AU und diverse Gebüren wie hir in Deutschland üblich gibt es nicht!Die Lebensmittel sind Preislich so etwa gelagert wie bei uns,wobei es ja hier in der letzten Zeit massiv teurer geworden ist.Mexico ist aber auch in der Lage sich unabhänig von Importen zu machen.Soll heißen es kann durchaus seine Bevölkerung selbst Ernähren und sich teoretisch unabhängig von anderen Ländern zu machen.Und welche voraussetzungen hat Deutschland?........Vergleicht man das mit unseren unteren mittleren Einkommen,haben die Leute am Ende auch nicht so sehr viel mehr als wie ein Mexicanischer Bergmann und das ist ein Schwellenland.
Um so mehr die Mineros in Mexico verdienen um so weniger Mineralien nehmen sie mit aus dem Bergwerk,was übrigens offiziell dort verboten ist.
Übrigens kommen seit China mit am Markt mitmischt sehr viele gute Mineralien,was es in dieser Form davor nicht in diesem Umfang gab.Bedingt natürlich durch die Abbaumethode von anno dazumal.Wenn dann dort auch die Technk einzug hält wird es dann auch weniger,aber noch ist der Mensch billiger als eine Maschine und dazu in fast unendlichen Maße vorhanden.
Gruß Ingo
-
Hallo Leute, ihr habt ja alle recht. Übrigens, das mit den Löhnen hab ich tatsächlich nicht gewußt, ich hab da wirklich die Idee gehabt Bananenpflücker=Bergmannsgehalt. Ich persönlich war noch nie in diesen Ländern. Mir ging es aber auch um etwas ganz anderes, aber lassen wir das. Danke und Glück Auf
Ingo
-
Wie ich sehe, wurde ich anscheinend falsch verstanden, daher muss ich das Thema noch mal aufwärmen:
Amüsiert hat mich der Ausdruck "Massenproduzent Marokko". Soweit bekannt, fördert Brasilien hundert mal mehr Aquamarin (in Tonnen) als Marokko Vanadinit. Und Turmalin? Eine Monatsförderung in Brasilien dürfte einer 3-Jahresproduktion von allen Sammlermineralien in Marokko entsprechen. Schön wärs, wenn Marokko Massen an Mineralien produzieren würde. ;D
Damit meinte ich nichts weiter, als dass relativ große Mengen von Vanadinit aus Marokko kommen. Natürlich ist das kein Vergleich mit den gigantischen Massen mancher Minerale, die in Brasilien zu Tage gefördert werden. Aber sooo extrem exquisite Ware ist marokkanischer Vanadinit nun auch nicht, sonst gäbe es nicht auf jeder noch so kleinen Börse zehn Tische, die randvoll damit sind (über die Qualität, die da oft dabei ist, müssen wir jetzt nicht reden ...). Und mit "Masse" meinte ich darüber hinaus, dass Marokko den Löwenanteil dieses Minerals stellt. Zumindest habe ich noch auf keiner Börse Vanadinite gesehen, die von anderswo (Arizona, Mexiko) kamen. Genauso wie Madagaskar DER Produzent von Coelestin oder Indien DER Produzent von Apophyllit auf dem aktuellen Sammlermarkt ist, ist nun mal Marokko das Land, aus dem 99,9% der gehandelten Vanadinite stammen, deswegen hatte ich den Begriff "Masse" verwendet ...
So, und hier einmal ein Beispiel dafür, was ich als maßlos und unverschämt betrachte:
http://www.matrix-minerals.de/Sammlungen/Tucson%202006/Bilder/CIMG7171_JPG.jpg
Umgerechnet exakte dreitausend Euro für ein Stüfchen aus Mibladen, das ungefähr die Größe eines Etiketts hat?
;D ;D ;D
Gruß
-
Hallo
wer immer so'n Stüfchen für diesen Preis anbietet - den hätte Jesus als Wucherer aus dem Tempel geworfen oder im Mittelater wären er/sie an den Pranger gekommen.
Bei diesen Preisen wie abgebildet hört das Mineraliensammeln auf.
Schade, dass es kein Wucherverbot gibt.
Die Stufe hat nen Liebhaberwert von recht weit unter 50.- Euro.
Gruß
collector
-
Tobi, was regst Du dich auf. ?
Es wurde doch schon alles gesagt : Wenn es Käufer für eine solche Stufe für einen solchen Preis gibt, dann ist das doch in Ordnung und jeder - Käufer, Verkäufer und nicht zuletzt der marokkanische Bergmann sowie diverse Zwischenhändler sind zufrieden.
Und du und übrigens auch ich brauchen die Stufe. die im übrigen makellos und sehr ästhtetisch ist und genau das macht den hohen Preis für den amerikanischen Markt aus, nicht zu kaufen...
So whats the problem ?
Glück Auf
Thomas
P.S. Sollte der Preis tatsächlich zu hoch sein für den Markt, so wird die Stufe nicht verkauft werden und das nächste mal zu einem günstigeren Preis zu haben sein. So einfach ist das !
-
Hallo Mineralienfreunde,
wenn man über Preise redet für bestimmte Minerale, ist es angebrachter auch ein Bild dazu einzustellen, daß auch Neubesucher sich eine ungefähres Bild machen
können. z. B. Das ist ein Museumsstück und das andere Stück kann man für ca. 15 € auf Börsen erwerben. Und hier ist nun mein Vanadinit. ca.11cm oooh, kriege ich jetzt
auch 3500 $ ? (Kleiner Scherz)
Tschüß Johns.
-
@Collector: Danke, das wollte ich hören. Das ist nämlich wirklich einfach nur krank, nichts weiter!
@Thomas: Ich rege mich ja nicht persönlich auf, aber trotzdem darf ich doch darüber den Kopf schütteln und mich lustig machen, dass z.B. ein Ministüfchen marokkanischen Vanadinits soviel kostet wie hierzulande eine ganze Vitrine voller prachtvoller Stufen verschiedenster Mineralien ...
@Johns: Tja, kannst das Stück ja mal Collector's Edge anbieten, bei der Größe müsste denen deine Stufe mindestens 5000 Dollar wert sein ... ;D
Gruß
-
Hallo,
ist das Teil für 3500 $ ein Stück aus Marokko, das sieht man leider nicht auf dem Bild. Denn wenn es nicht von dort ist, ist die ganze Diskussion um das Teil schon uninteressant.
Gruß loparit
Wobei ein solcher Preis für einen Vanadinit wirklich schon mehr als übertrieben ist,d a muß ich Collector schon recht geben.
-
Ja, es ist eine Stufe aus Mibladen. Abgesehen davon, dass man das auch an der typischen Ausbildung (aufgewachsen auf blättrigem Baryt) erkennt, kann man am unteren Bildrand auch noch lesen, dass dort "Mibladen" auf dem Etikett steht ...
Gruß
-
@Peter (Collector) dein Spruch hat mir den Tag heute mal wieder verschönert,da hast du die optimale Wortwahl gefunden.
Nun ja das Stück ist wie es auch Thomas sieht sehr schön,obwohl ich aber auch durchaus schönere gesehen habe.die Vanadinite sitzen auf Baryt der auch noch,so wies aussieht durch Mangan an der Oberfläche schwarz gefärbt ist.Und der der den Preis bezahlen kann hat genung davon das es ihn sowieso egal ist.Es sind halt alles nur Zahlen.Soetwas erzeugt bei mir nur ein müdes Lächeln.
@Tobi,krähme dich nicht,jetzt weist du was schön ist.Jetzt musst du halt nur eine ähnliche Stufe für weniger Geld bekommen und die Welt ist wieder ok.
@alle - Wer eine Sammlung schnell aufbaut muß halt viel Geld aufwenden.Aber die schönsten Sammlungen sind die,die auch Character haben,die höhen und tiefen des Sammlers mitgemacht haben und ebend nicht nur aus high end Stucken bestehen.Eine solide und gute Sammlung ist wie ein guter Wein,sie braucht Zeit zum reifen.
Gruß Ingo
-
@Tobi,krähme dich nicht,jetzt weist du was schön ist.Jetzt musst du halt nur eine ähnliche Stufe für weniger Geld bekommen und die Welt ist wieder ok.
Keine Sorge, ich habe zwei wunderschöne Vanadinite für weniger Geld bekommen, in der Hinsicht ist die Welt ok. Ich weiß zwar nicht, was krähmen ist, aber grämen werde ich mich nicht, keine Angst :P
Gruß
-
@ Tobi ,aber grämen werde ich mich nicht. Richtig genau das meine ich. ->nobody`s perfect
Gruß Ingo
-
Also jetzt hat die Weltkrise ja mal richtig zugeschlagen, aber von einem Preisrückgang ist aktuell ja nichts zu merken. Kevin Ward
hat ja jetzt bald eine Megaauktion mit einer Vielzahl von Stücken. Und die Preise sind dort ja der Hammer. Aber es sind schon
schöne Stücke dabei.
Ich denke einfach man muss halt etwas kleinere Brötchen backen als 0815 Sammler. Ich habe heute auf einer Börse
einen schönen Fluorit aus derm Erzgebirge für 30 Euro erstanden. Wenn ich den aufgemotzt fotografiere bin ich mir
sicher, das Ding geht in USA für 200-300 $ locker über den Tisch.
Und ich bin auch nicht daran interessiert, dass alle Kristalle perfekt sind. Wenn mal einer einen kleinen Schaden hat,
so what? Die meisten Leute die meine Mineralien anschauen haben keine Ahnung und ob ein Kristall einen kleinen
Sprung hat oder nicht ist denen ziemlich egal.
Ich habe nun angefangen mein Hobby mit meinem anderen Hobby Fotografie zu kombinieren und da kann man auch aus kleinen
Stufen viel Freude rausholen und auf einem Foto sieht ein 2cm Stück nicht viel anders aus, als ein 20cm Stück.
Hehe.
-
Hallo,
zu den Preisen muss man eines sagen: Mineralien in der oberen Preisklasse sind Luxus und der geht nunmal immer. Überteuerte Preise gibt es hier wie da, genauso wie Schnäppchen, wenn man genauer hinschaut. Mir fällt es eher schon auf, dass hier in Deutschland zur Zeit alles zu hohen Preisen weg geht, was von einer bekannten Fundstelle kommt (Stichwort deutsche Mittelgebirge). Andere Sachen (z.B. Zeolithe aus Deutschland, manchmal wirklich Topstufen!) sind scheinbar weniger beliebt und erreichen keine sonderlich hohen Preise. Ist natürlich subjektiv gefühlt, kann mich da auch irren.
Auch mich stören kleinere Schäden bei einigen meiner Sammlungsstücke nicht sonderlich, habe auch mehr als genügend Belegstücke in der Sammlung, bei denen es mir darauf nicht so sehr ankommt. Gehöhrt halt meist dazu. Allerdings glaube ich nicht, dass ich die jemals in den USA zu höheren Preisen verkaufen könnte. Es müssten ja sonst schon einige damit reich geworden sein, die Idee ist nicht neu...
Mit dem Fotografieren hast du recht, gerade die Kleinstufen sind für mich leichter zu fotografieren als größere Handstücke.
Gruß Daniel