Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: alex.schroer am 16 Mar 08, 15:12
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Hallo erst einmal, ich bin neu in diesem Forum und finde es ziemlich interessant.
Doch ich habe auch direkt eine Frage: weiss jemand vielleicht, was das auf dem Bild für ein Stoff sein kann? Es stammt aus dem Kalksteingebirge und reagiert unter starker Wärmeentwicklung innerhalb von 5-10 Minuten mit Wasser, wobei es eine breiige Konsistenz bekommt. Mein erster Gedanke war etwas mit Branntkalk, doch dafür ist normalerweise ja ein künstlicher Prozess erforderlich. Was also könnte es dann sein?
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könnte sich unter Umständen um kaolin handeln ???
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Hallo!
Ich glaube nicht, dass es Kaolin ist - Kaolin ist reinweiss und wird zudem Lebensmitteln zugesetzt. Stell Dir vor, dass reagiert bei Dir im Magen :-X.
Ich denke auch an Brandkalk. Bei uns flog mal ein Papiersack herum, der irgendwann verwittert war und da kamen dann auch so Klumpen dabei heraus.
Zumal das Zeug bröckelig zu sein scheint...
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Ehe ich mir den Magen verderbe stimme ich dir zu ! Kannte Kaolin nur von früher als Zusatz zum Porzelan ! Kleinerer Bruch bei Leuna
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Was ich mich bloss frage ist, wie Branntkalk natürlich vorkommen kann? Hab ich jedenfalls noch niemals gehört. Reaktion etc. ist ähnlich wie Branntkalk, wenn auch aufgrund der festen Konsistenz nicht ganz so heftig. Die Steine sind recht leicht und es gibt sie im ganz normalen Steinbruch in Grössen bis 50cm Kantenlänge, also schon ziemliche Brocken.
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Tjaaa - mal auf die Fachleute warten. Gips wird ja auch warm allerdings beim aushärten... ???
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Wenn der normal im Steinbruch liegt warum wurde der dann nich schon durch den Regen gelöscht?
Platzt der Stein auseinander wenn er Naß wird ?
Wurde dort vieleich Brandkalk hergestellt ?
grüße
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Der Stein kommt natürlich vor, üblicherweise regnet es allerdings so gut wie gar nicht, so dass höchstens die oberen Schichten angelöst werden aber i.d.R. direkt wieder trocknen. Brandkalk wurde da vorher garantiert nicht hergestellt.
Der Stein platzt nicht auseinander, er ist recht feinkörnig und man kann ihn mit den Fingern leicht zerbrechen. Der Bruch ist allerdings unstet und folgt keiner geraden Linie. Insgesamt macht das Material einen weichen Eindruck. Auch das Gewicht ist sehr gering, wie es für einen Baukalk ebenfalls zutreffen würde.
Die Auflösung in Wasser dauert eine zeitlang und funktioniert nur, wenn genügend Wasser vorhanden ist. Dabei ist auch eine Art Schaum zu beobachten (deutliche Volumenvergrösserung). Die Farbe ändert sich dann völlig von gelblich auf reinweiss.
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Servus,
das hoert sich ja sehr mysterioes an ::)
Gebrannter Kalk (= technisches Calciumoxid CaO) wird ueblicherweise durch Erhitzen von Kalk (nat. vorkommendem Calciumcarbonat CaCO3) auf Temperaturen von 900 - 1300 Grad Celsius hergestellt.
Ich bin mir nicht sicher, ob gebrannter Kalk in groesseren Mengen natuerlich gebildet werden kann; stabil ist er mit Sicherheit nur unter Luftabschluss und in wasserfreier Umgebung, nicht jedoch in einem Steinbruch in Mitteleuropa.
Vielleicht verraetst Du uns, wo sich denn diese Substanz finden laesst - zumal die meteorologischen Gegebenheiten am FO (kein Regen ?) ja recht eigenartig zu sein scheinen ;)
GA
Harald
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Steinbrüche werden ja gern als Müll- und Schadstoffkippen b enutzt. Es könnte ja sein, daß irgend jemand mal etwas entsorgt hat, was mit dem Kalkstein entsprechend reagiert. Ich würde mal ein Stückchen naß machen und den pH-Wert der feuchten Stelle messen.
Uwe
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Hallo,
es gibt Calciumoxid (Branntkalk) als natürliche Bildung, allerdings nur sehr selten: Als Kontaktbildung von Kalkstein mit oberflächennahen Gängen vulkanischen Gesteins, wo der CO2-Partialdruck hinreichend niedrig war, um ein Entgasen zu ermöglichen. Allerdings...diese Vorkommen sind normalerweise SEHR klein. Und um unter atmosphärischen Bedingungen (sprich: an der Erdoberfläche) stabil zu bleiben, müßte sich das Material in extrem aridem Klima (so wie etwa die Salzstöcke im Süden des Iran, wo man auch wasserlösliche Bildungen an der Oberfläche findet) befinden - und selbst dann wird der natürliche CO2-Gehalt der Luft dafür sorgen, dass es sich mit der Zeit in Calciumcarbonat zurückverwandelt.
Große Preisfrage: Wo liegt denn nun der Fundort?
Grüße,
Holger
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Mal eine ganz andere Frage: bist du sicher, dass bei der Reaktion wärme frei wird? Kann ja sein, es blubbert nur, weil Luft entweicht.
Evt. ist´s ja auch Kreide...
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Hallo,
es gibt ja auch gewisse Tone, die aufgrund ihres Anteils an glimmerartigen Tonmineralen
(z.B. Montmorillonit ) durch-, soweit ich weiß i.d.R. (leicht) exothermen Ionenaustausch, quellfähig sind...
Gruß -M-