Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Helicat135 am 17 Mar 08, 19:45
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Mal wieder eine Frage:
Welche optische Farbe (also keine Strichfarbe) gibt es bei Mineralien am seltensten? (Natürlich vorkommend)
Ich hatte jahrelang in meiner Sammlung nur mehr oder minder farbige Exemplare, die wirklich bunten kamen erst im letzten Jahr mit Vanadinit, Fluorit, Malachit, Azurit, Granat, Turmalin ect.
Aufgefallen ist mir, dass es ein reines rot zum Beispiel recht selten zu geben scheint, meist ist es ja nur ein braunrot oder Magenta. Gelb scheint es mir auch seltener zu geben.
Was ist denn nun die generell seltenste Farbe?
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Schwierig,Schwierig. Es gibt bestimmt eine Farbe die so selten ist das es sie überhaupt nicht gibt? ;D ;D ;D
Sollte nur ein Scherz sein, hab da eher mal keine Ahnung,fand es aber irgendwo lustig.
@Helicat 135,
Ist aber interessant, bin da auch schon mal gespannt was die Experten sagen.
Gruß aus Brieske
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Hallo Heli,
frei nach dem " Spiegel " vom 17.03.08 ( "Schmutziges Gold" = Thema ), ist für mich die Erscheinung von
ged. Gold eine der seltensten Farben.
Mystisch !!!!
Gruß
Bodo
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Also rot ist schon nicht so selten. Man denke nur an die Vanadinite in allen Abstufungen von hellrot bis dunkelrot.
Ansonsten fällt mir keine Farbe ein, die bei Mineralien besonders selten zu finden wäre (im Gegensatz zu bestimmten Mineralien).
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Lila/violett ist mein Eindruck (Amethyst, Fluorit und Apatit sind zwar häufig, aber sonst gibt's nicht allzuviel mehr).
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Tiefblaue Mineralien sind sehr selten : nicht schwarzblau wie Azurit, sondern richtig tiefblau wie etwa Lapislazuli
@ Uwe : Lila/ Pink / Violett /Magenta in den unterschiedlichsten Schattierungen sind so selten nicht : Purpurit, Strengit, Erythrin, Roselith, Violan etc etc. (nicht u vergessen diverse Turmaline...)
Glück Auf
Thomas
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Diese Farben sehe ich selten. Wer eine Idee hat ausser Labradorit, bitte sagen....
Ich denke grau-angehauchte Farben gibt es selten
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Hallo
Habe meine Mineraliendatenbank einfach mal durchforstet. Zur Auswahl stehen 221 verschiedene Farbbezeichnungen.
Die wenigsten Treffer erzielten:
blaßrötlichbraun 17
blaßgrüngrau 18
tiefpinkgrau 20
violblau 20
Was immer man sich unter diesen Farben vorstellen kann.
Gruß Robert
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An tiefblauen Mineralien fallen mir vor allem Fluorit (z.B. von Freiberg und Frohnau), Boleit und Chalkanthit ein.
Zu lila / violett gehören auch noch Fluorit, kobalthaltiger Calcit, Kobaltkoritnigit und "Kämmererit" als Varietät von Klinochlor.
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Danke für die regen Antworten.
Wie sieht es eigentlich mit Pink aus? Gibt es dass oft? Mir fällt da gerade mein Kobaltcalcit ein - habe die Farbe auch noch nicht sooo oft gesehen.
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Wie ist es mit richtig leuchtendem Orange, ohne Braun- oder Roststich? Also z.B. so ein richtig schön leuchtender, durchsichtiger Kristall?
Der Curit im Atlas sieht ja z.B. ziemlich orange aus, aber beim Durchschauen der Mineralien bei uns daheim hab ich da eigentlich sonst nichts gesehen. Hatte alles eher einen Stich ins Braune oder war eher rot. Auch Achate haben ja meistens einen Braunstich, jedenfalls die, die ich bis jetzt gesehen habe.
Einen ziemlich orangefarbenen Kristall habe ich noch gefunden, aber der hat keinen Zettel und sieht so künstlich aus, dass der sicherlich irgendwie manipuliert ist... ??? Oder gibt es z.B. Citrin auch in der Natur leuchtend orange? Oder ist der dann immer gebrannt? (muss mal ein Foto machen).
Gruß, Anne
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Orange? Naja, z.B. gibt es herrliche orange Wulfenite. Auch Asselbornit ist schön orange.
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Orange? Naja, z.B. gibt es herrliche orange Wulfenite. Auch Asselbornit ist schön orange.
Hab grad gegoogelt - stimmt, ist wirklich schön. Haben wir demnach nicht in dieser Ausführung oder ich bin noch nicht so weit vorgedrungen! :) (ich tippe auf Letzteres - oder aber sie sind so klein, dass ich sie übersehen habe. Sind bei uns ja fast alles MMs).
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Also bei orange fällt mir spintan Orangencalcedon ein - oder wie das Zeug heißt ;D
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Du meinst sicher "Orangencalcit", diese geätzten, glänzenden Batzen.
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Moin,
ich würde auch sagen, dass knallrot recht selten ist (Vanadinit, Krokoit und Wulfenit fallen mir da jetzt ein) und auf jeden Fall grell pink - also nicht normales lila - (in dem Fall kommen mir nur Fluorit, Kobalcalcit und in einigen Fällen vielleicht noch Rhodochrosit in den Sinn). Auch quietschgelb (nicht das satte gelb wie z.B. bei Wulfeniten) ist nicht so häufig, spontan fallen mir Schwefel, Ettringit und manche radioaktiven Mineralien ein ...
Gruß
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Hallo,
Würde sagen, Farben in ihrer reinsten Form, also ohne Farbstich, sind recht selten. Außer vielleicht blau und grün (Kupfer). Rot geht oft etwas ins orange oder violette oder braune, violett oft ins rote oder blaue usw.
Um objektiv zu einer Lösung zu kommen, müsste man alle möglichen Absorptionsbanden im sichtbaren Licht finden und die Komplementärfarbe zu dem Bereich nehmen, der am häufigsten auslöscht. Denn die Farbe eines Minerals ist letztlich die Komplementärfarbe zu den Farben, die Ausgelöscht werden.
Glück Auf!
Smoeller
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Hier mal ein Rot, wie es so kaum auftritt:
http://www.gupf.tu-freiberg.de/freiberg/fg_bilder/min29.html (http://www.gupf.tu-freiberg.de/freiberg/fg_bilder/min29.html)
@ Tobi und alle: Du sprichst von Ettringit= gelb. Fand kürzlich als Beifund auf einer Halde ein Stück Beton mit quittegelber Kruste,halte ich für Ettringit. Die Literatur gibt nur farblos an, im Lex. hier sind nur massive Kristalle gelb. Woher kommt bei Ettringit die Gelbfärbung?
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
bei Beton fällt mir Eisen ein?
MfG
Frank
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Seltene Farben - eventuell hellbraun. Da fallen mir jetzt nicht so viele ein ...
Gerüßle Martin
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Ich denke richtig blaue Minerale sind am seltensten. Hierbei meine nicht Minerale, welche auch blau vorkommen, wie z.B. Fluorit oder Beryll, sondern solche, bei denen die eigentliche und ausschließliche Farbe blau ist, also z.B. Azurit, Linarit.
Gruß
Uwe
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Genau das. Wie ensteht sowas eigentlich?
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Hallo,
Zum Ettringit: Ettringite aus Beton sind oft farblos/weiß, ebenso aus Kalkxenolithen wie in der Eifel. Habe welche aus der Grube Clara, die durch Betoneinfluss entstanden sind. Ebenso sind es die in Schlacken vorkommenden meist. Bei gelben Mineralen in Beton? Könnte vieles sein, auch sekundäre Sulfate wie Copiapit.
Der Ettringit aus dem Kalahari-Manganfeld könnte durch Eisenoxid oder Mn2+ gefärbt sein. In der richtigen Koordination kann Mn2+ gelb un nicht rosa färben, z.B. Spessartin von Praborna/Italien.
Da wären wir schon beim Thema: Letztendlich sind es entweder Einschlüsse die färben oder aber Metallionen.
Schwermetalle wie Fe, Mn, Cu, V, Cr, U (und einige andere) sind für die kräftige Färbung vieler Minerale verantwortlich. Letztlich ist es so, dass diese als geladene Ionen in bestimmten Positionen im Gitter sitzen. Dabei hängt es sowohl von der Ladung der Ionen als auch von der Koordination ab. Letztlich entsteht Farbe dadurch, dass bestimmte Wellenlängen (im sichtbaren Bereich zwischen violett und rot) ausgelöscht werden, daher wird weißes Sonnenlicht (alle 6 Spektralfarben) danach in der Farbe den Kristall verlassen, die der Komplementärfarbe des ausgelöschten Wellenlängenbereiches entspricht. Die Auslöschung geschieht, weil Licht mit passender Wellenlänge absorbiert wird.
Glück Auf!
Smoeller
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@ smoeller: Copiapit- muss ich im Auge behalten. Ist allerdings keine Spur von Limonit dabei. Copiapit sollte als häufiges Eisensulfat hier ins Lexikon. Also ist die Gelbfärbung der Ettringgit xx hier im Lex. durch fremde Eisenionen verursacht.
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
@minuwe: Ettringit selbst ist jedenfalls farblos/weiß. Eisen oder Mangan kämen in Frage als färbende Ionen, da sie in der Gegend in Südafrika verbreitet sind.
Werde mal versuchen, ein Foto von Copiapit zu machen. Ist jedenfalls im Schwarzwald ein häufiges Eisensulfat, wenn nicht neben Melanterit das häufigste.
Testen kann man bei größerer Menge, indem man die Wasserlöslichkeit testet. Eisensulfat + Blutlaugensalz (Kaliumhexacyanoferrat) gibt dunkelblaue Tinte. Man muss je nach Wertgkeit des Eisens (II oder III) den Test entweder mit gelbem oder rotem Blutlaugensalz durchführen. Am besten beides in getrennten Gläsern mit jeweils einem Blutlaugensalz und dann einen Tropfen Sulfatlösung dazu. Dann weiss man, was für Sulfate in Frage kommen und hat gleich noch Eisen nachgewiesen.
Die tintenblaue Farbe kommt übrigens von den Charge-Transfer-Übergängen in dem gemischtvalenten Eisenkomplex Berliner Blau.
Glück Auf!
Smoeller
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Die Gelbfärbung des Ettringit könnte auch durch Chrom verursacht sein:
238. IDENTIFICATION OF PRECIPITATES IN A Cr(VI)-CONTAMINATED CONCRETE. Carl D. Palmer, Environmental Science and Resources, Portland State University, Portland, OR 97207.
A sample of Cr(VI)-contaminated concrete from a former hard-chrome plating shop was examined to identify Cr(VI)-precipitates. Scanning electron microscopy revealed the presence of long, thin crystals varying from white to bright yellow. The crystals were typically 10 to 20 times longer than their width. Energy dispersive x-ray spectroscopy indicate that particles are Ca-Al-S-Cr. The morphology, chemistry, and environment of formation suggest that the particles are from the ettringite group. The yellow color is from the substitution of CrO42- for SO42- in the structure so the phase has a general formula of Ca6Al2(SXCr1-XO4)2(OH)12·26H2O. Some of these ettringite crystals appear to be imbedded in a Ca-Si matrix. Identification of the ettringite phase was confirmed through transmission electron microscopy (TEM) using selected area diffraction (SAD) and convergent beam electron diffraction (CBED). Ca(OH)2 (portlandite) and a crystalline Ca-Si phase were also observed with TEM. Cr substitution may also occur in the Ca-Si phase.
Quelle: http://chem.pdx.edu/~wamserc/NORM99/papers.htm (http://chem.pdx.edu/~wamserc/NORM99/papers.htm)
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Hallo,
daher wird weißes Sonnenlicht (alle 6 Spektralfarben)
Wie, nur 6 Spektralfarben? Jede Wellenlänge des Lichts von ungefähr 380 bis 750 nm bildet eine Spektralfarbe (genaugenommen gibt es also unendlich viele Spektralfarben).
Die Frage nach der Häufigkeit von Farben bei Mineralien könnte man auf die gesamte Natur ausdehnen. Ein Blick auf den Farbschuh (Normfarbtafel) http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:CIE-Normfarbtafel.png zeigt, dass bestimmte Farbbereiche (Grün) recht groß sind, andere Bereiche (blau) dagegen relativ klein sind. Wenn man von einer statistisch etwa gleich häufigen spektalen Auslöschung bestimmter Wellenlängenbereiche (durch absorbieren) ausgeht - ähh, dann müssten die entsprechenden Komplementärfarben diesen Häufigkeiten entsprechen. Oder liege ich da jetzt falsch?
Gruß
Berthold
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Hallo,
@berthold: Wenn man es so sieht, hast du Recht. Die sichtbare Farbe ergibt sich aus den/der Komplementärfarbe(n) der/des ausgelöschten Bereiches/Bereichen.
Nun ist es aber in den Mineralen so, dass insbesondere zwei Arten von Farberzeugern eine Rolle spielen: Charge-Transfer-Übergänge und sog. d-d-Übergänge in Metallionen. Jedes färbende Element hat je nach Wertigkeit und Umgebung (Ligandenfeld/Kristallfeld) charakteristische Absorptionsbanden. Chrom-III färbt sehr häufig entweder rot oder grün (Smaragd, Rubin). Auch der Alexandriteffekt beim Chrysoberyll basiert auf diesem Chrom-III. Sonnenlicht hat eine andere Energieverteilung der Photonen als Kunstlicht, so dass andere Banden angeregt werden. Aus grün wird rot.
Das Thema ist nicht leicht zu verstehen. Habe im Hauptstudium anorganische Chemie als Nebenfach gewählt und daher ein wenig Einsicht in das Thema erhalten. Wenns interessant ist: Habe sonst ein Word-Dokument vom Praktikum über Komplexchemie. Da ist auch was zur Ligandenfeldtheorie drin.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo smoeller und Schluchti,
danke für die Erläuterungen zu Ettringit usw. Den empfohlenen Nachweis werde ich gleich als erstes machen, wenn ich das Chemiezeug wieder bereit habe. Der vermutliche Ettringit könnte durchaus durch den Chrom des Zementes gelb gefärbt sein. Wir werden sehen.
Auf der Halde 139 (Abraham) Lauta ist auch viel Eisensulfat (auf Limonit) anzutreffen. Der ist aber etwas dunkler gelb als das Mineral auf dem Beton.
Glück Auf
Uwe