Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: rtbstone am 17 Apr 08, 14:48
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Folgender Fall, wie er sich letzte Woche abgespielt hat, geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Ich war im Gespräch mit meinem Arbeitskollegen, als das Thema "Mineralien" zufällig aufgegriffen wurde.
Dann kam der Hammersatz: "Ja, wenn ich das gewußt hätte"
Meine Kollege, der in Frankreich wohnt, erzählte mir von seinem Nachbarn, der vor einem halben Jahr
verstorben war und Obersteiger im Bergwerk war. Dieser Obersteiger war leidenschaftlicher
Mineraliensammler und das ganze Haus bis unters Dach war voll davon. Die Ehefrau konnte damit
nichts anfangen und fragte meinen Kollegen, ob er sich denn darum kümmern könne. Der hatte ebenfalls
keine Ahnung von der Materie, bot die Sammlung an Instituten und Schulen an, bekam aber nur Absagen.
Daraufhin wurde kurzerhand ein Container bestellt und die komplette Sammlung als Bauschutt weggeschafft.
Ich hätte heulen können
Deshalb wäre eine Frage und Eure Meinung für mich von Interesse:
Was passiert mit Euren Sammlungen ?
-ist es Euch egal, nach dem Motto, soll sich doch die Verwandtschaft bzw. Nachkommen damit rumärgern
-geht die Sammlung vielleicht an ein Museum
-oder an einen anderen Sammler
-oder......
haben Eure Kinder (soweit vorhanden) oder Lebensgefährten eine Ahnung von dem Wert der Sammlung?
sicher sind viele von Euch noch jung und haben sich bestimmt diesbezüglich noch keine Gedanken gemacht, aber
danke schon mal für die Antworten
Berthold Stein(rtbstone)
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tja, sehr gute frage. bislang nicht sehr intensiv darüber nachgedacht.
aber ich denke der traum eines jeden sammler dürfte dauerausstellung im museum sein. ansonsten weitergeben, wenn wer das übernimmt. hat ja auch was sagen zu können: den stein hatte schon opa gehabt. denke ich mir bei einem opal, den mein opa mal von der mine von verwandten bekommen hatte.
jedenfalls, um der unkenntnis, auch der eigenen, beim wert vorzubeugen, habe ich mal eine tabelle erstellt, in der jedes mineral eine eigene nummer, name, fundort, datum, preis usw. zugewiesen bekommen hat. an die nummer sind noch fotos der stufe gebunden. bei bedarf schaue man nach was man ausgegeben hat und hat so zumindestens einen richtwert.
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Hallo,
auch wenn es schon eine Weile her ist, siehe hier ;)
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,3458.0.html
Gruß,
Andreas
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danke HG
da war ich noch nicht im Forum, aber spannend zu lesen
guter Tip
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Es ist schon traurig - aber oft genug erlebt .....
Da haste einen Sammler-Kollegen der für seine Leidenschaft lebt und seine Freizeit im Verein und mit dem Verein
beim Mineraliensammeln verbringt. Viele lustige, spannende und auch erfolgreiche Touren und das über jahrzehnte hinweg.
Dann heisst es Mustermännchen ist ein bisschen krank und kommt z Zt. nicht zum Vereinsabend und auf einmal die
Schreckensnachricht: Mustermännchen ist verstorbem...
Nicht nur das, er liegt schon längst unter der Erde, keiner seiner Verwandtschaft hat es für nötig befunden die Leute
mit denen er jahrzehnte lang seine Freizeit verbrachte zu informieren und so konnte man Mustermännchen nicht mal
den Abschied geben. Man fragt dann vorsichtig nach der Sammlung - ob man in irgendeiner Weise behilflich sein kann ?
Braucht es natürlich auch nicht. Die Sammlung ist schon komplett verkauft (billiger als die Sphen-Stufe die er sich auf
den letzten Mineralien-Messe in München geholt hat) das Mikroskop ist im Schrott geladet und 10 Jahre Lapis im Altpapier.
Behalten hat man gar nichts - Mustermännchen ist nicht nur gestorben - nein, er wurde auch gleich ausgelöscht !!
Meine Sammlung geht im Todesfall an meinen Freund und Sammelkollegen Thomas (McBrook) der sie in Ehren halten wird.
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Ja, da tut es gut, wenn man "Mustermännchen" mal besucht, wenn er krank ist. Freuen sich alle drüber...
Gar nicht so unernst gemeint, wenn man als Mineraliensammler untereinander mehr Kontakt pflegen würde- gerade dann, wenn es einem
nicht so gut geht - dann könnte so etwas nicht passieren und die jeweilige Sammlung fände einen würdigen Nachfolger. Worüber sich auch alle freuen würden....
Nachdenkliche Grüsse aus Mittelfranken
Thomas
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bei sowas spielt auch schlicht die reine geldgier und ignoranz mit. manchmal geht es aber nicht anders, weil zeitdruck da ist und niemand was abnimmt, aber so oft kommt das nicht vor. dioe meisten sind halt faul oder wollen sich nicht damit abgeben und lieber gleci die kohle.
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Daraufhin wurde kurzerhand ein Container bestellt und die komplette Sammlung als Bauschutt weggeschafft.
Na da hätte ich auch nicht geheult. Aber ich würde versuchen rauszubekommen, wo der Schutt lagert. Das meiste wird vielleicht noch brauchbar sein. Vielleicht durch Kästchen geschützt ;)
Glück Auf
Uwe
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Da ich nicht mehr die Jüngste bin, habe ich mir in letzter Zeit viele Gedanken um meine Sammlung gemacht. Nach dem Tod meines Mannes und einem notgedrungenen Umzug, war ich sehr darauf bedacht, das Mineralienzimmer zu retten und wieder einzurichten. Das war vor drei Jahren. Seitdem habe ich etwas Abstand davon bekommen und war darauf und dran, die Sammlung drastisch zu reduzieren. Seit ich hier im Forum bin, ist das Interesse an meinen Steinen aber wieder erstarkt. Bin trotzdem im Moment dabei, "auszumisten". Man hat ja viele Belegstufen mit nach Hause geschleppt, bis mal was besseres gefunden wurde............. Und behalten, weil sie es irgendwann wert waren, mit nach Hause genommen zu werden. Hatte dann den Vorsatz, nur die schönsten und die selbst gefundenen Stücke zu behalten. Aber ich merke, daß da eine Auswahl sehr schwer fällt.. Und ich habe es gerade gelesen : wenn man sich zu Lebzeiten von der Sammlung trennt, gibt man sich selbst auf...... Die Steine waren schon Teil unsres Lebens, woran ja auch viel Erinnerungen hängen. Es wäre wirklich ein Schnitt mit dem Messer, sich davon zu trennen, man könnte amputiert zurückbleiben.......
Also Fazit : solange ich mich noch guter Gesundheit erfreue, werde ich sie behalten. Wenn sich daran was ändert, kann ich mir mal Gedanken um den Verbleib der Sammlung machen. Wäre dann durchaus auch bereit, sie ohne Gewinnstreben in interessierte Hände weiter zu geben.
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Nun stellt Euch mal vor, in ein paar Tausend Jahren buddelt da ein Sammler auf dieser Schutthalde herum und findet die ganzen Sachen wieder... die Erdgeschichte müsste neu geschrieben werden!
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Moin,
den älteren Thread kannte ich auch noch nicht, war vor meiner Zeit. Aber wenn ich über das Thema nachdenke, dann würde ich spontan sagen, dass ich meine Sammlung - wenn ich keine Kinder haben sollte, die sich ernsthaft dafür interessieren und ebenfalls sammeln bzw. die Sammlung weiterführen - dem Mineralogischen Museum bzw. dem Fachbereich Mineralogie vermache, weil ich in dem Fall weiß, dass meine Mineralien in die richtigen Hände gelangen, die weder etwas wegschmeißen, noch sich daran zu bereichern versuchen ...
Gruß
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Leute, wenn Ihr tot seit seit Ihr wirklich tot. Ärger über das Verhalten Eurer Nachfahren ist nicht mehr Euer Problem. Ihr könnt auch nicht "von oben" nachsehen, was aus Eurer Sammlung wird. Was kümmerts Euch also, was mal nach Euch kommt ?
Außerdem, es sind viele historisch wertvolle Sammlungen (z.B. die von Agrigola) verschwunden und wir alle können damit leben.
Gruß
Uwe
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Ihr könnt auch nicht "von oben" nachsehen, was aus Eurer Sammlung wird.
@Uwe: aus welcher Quelle stammen deine Informationen ;)
Mal im Ernst, mich würde es schon stören wenn ich VOR dem Ableben wüsste dass die Sammlung im Baustoffcontainer landet!! In der Regel kann man doch vorher abschätzen ob sich in der Verwandtschaft oder auch im Freundeskreis jemand findet der ein echtes Interesse an der Sammlung hat. Ich habe es im Sammlerkreis schon zwei mal erlebt dass richtig schöne Regionalsammlungen einfach "verschrottet" wurden - und vom Hörensagen noch X-mal öfter. Es war übrigens in beiden Fällen abzusehen, dass sich niemand für die Steine interessiert, auch nicht finanziell.
Es ist denke ich kein Problem in seinem Testament den Verbleib der Sammlung abzuklären. Übrigens werden bei solchen "Sammlungsentsorgungen" nicht nur finanzielle Werte vernichtet. Es können auch Mineralien/Fossilien von wissenschaftlichen oder historischen wert darunter sein. Und das ist dann nichts anderes als eine Vernichtung von Kulturgut.
Grüß Gott ...
sagt der Jens
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@uwe
also die von agrigola wäre schon etwas interessant. oder nimm mal die von goethe, wo noch immer nicht alles wiedergefunden wurde. ich habe da z.b. einen dozenten, der daran mitarbeitet. und wenn man bedenkt: goethe ist viel mehr wegen seiner popeligen schriften bekannt, als für seine großen naturwissenschaftlichen leistungen. sooo uninteressant sind sammlungen nicht. man lernt nicht nur über die gesteine etwas, sondern auch um die funbedingungen damals und die geschichte. also von daher schon schade wenn sammlungen verschwinden.
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goethe ist viel mehr wegen seiner popeligen schriften bekannt, als für seine großen naturwissenschaftlichen leistungen
Nun mal halblang ::) Nur, weil der Mann es gewagt hat, sich auch noch mit anderen Dingen als mit Mineralien zu befassen, muss man ihn nicht gleich auf so dümmliche Art beleidigen. Mach ihm erstmal das nach, was er geschaffen hat, dann darfst du auch von "popelig" sprechen ... ::)
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@tobi
ich würde es lieber so sagen: der mann hat sich neben der naturwissenschaft auch mit dichtkunst und schriftstellertum beschäftigt. aber sein hauptwirken war nunmal die naturwissenschaft und nicht die dichtkunst, wegen den ihn alle so hoch schätzen. bei 30-40 jahre naturwissenschaftlicher tätigkeit, forschung & dokumentation, sowie den riesigen naturwissenschaftlichen sammlungen, die angelegt wurden, würde ich das nicht sagen.
die paar literarischen werke sind nichts verglichen mit den naturwissenschaftlichen abhandlungen. aber fragt mal in die runde, 90% werden goethe nur als den dichter kennen. und das war eben nur seine nebenbeschäftigung.
nachmachen? wohl ein witz? der mann hatte noch zeit und geld. nachmachen kann das keiner mehr. die zeit der großen privatsammler und universalgelehrten ist vorbei. das wissen was man damals in allen disziplinen erwerben konnte reicht heute teilweise nicht mal mehr für ein fach. das ist wie äpfel mit birnen zu vergleichen.
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;D
goethe ist viel mehr wegen seiner popeligen schriften bekannt, als für seine großen naturwissenschaftlichen leistungen.
Caliastos, verstehe gut was du meinst!
edit, habe deinen Folgebeitrag oben gerade gesehen, sehe ich auch so.
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Goethe in Ehren, aber in der Schule war er doch eher qualvoll und kam nie in den naturwissenschaftlichen Fächern zur Sprache... ::)
Historische Sammlungen kranken ja auch immer an der langen Zeit - Kriege, Verbringung an andere Lagerorte, zeitweise Vernachlässigung (jawoll, auch in Museen) - dass da auch mal was auf der Strecke bleibt dürfte logisch sein.
Wie haltet Ihr es mit der Dokumentation eurer Sammlungen? Damit steht und fällt ja eigentlich das ganze, denn weder ein Käufer noch ein Museum möchte Stücke, die nur vage oder womöglich gar nicht dokumentiert sind. Hatte das Pech, auch schon "Mustermnännchen"-Fälle mitzuerleben, bei denen die Erben mit der Sammlung nicht viel anfangen konnten, sich aber immerhin um der Verkauf der Stücke statt gleich um einen Bauschuttcontainer bemüht haben. Und dann steht man da vor dem Tisch an der Börse und kriegt zu einem unbezeichneten Stein einen Stapel Sammlungsetiketten, aus dem man sich das passende raussuchen darf, sofern man eine Zuordnung so ganz ohne Bild und Nummer hinkriegt. Oder Mustermännchen war stolz drauf, alles, aber auch alles ganz genau in seinem Kopf zu haben und kein Inventarbuch zu benötigen. Was hinterher auch niemandem mehr nützt ::)
Bei mir hat jedes Stück seine Registriernummer fest angeklebt oder direkt aufgeschrieben, und dazu gibt es dann eine Datenbank mit den Infos samt Foto. Das ganze noch mit mehrfachen Sicherungskopien und natürlich formatunabhängig in Nur-Text, samt Komplettausdruck einmal im Jahr. Die Familie weiß wie sie an die Daten kommt und wie wichtig mir die Stücke sind, und wer sich im Notfall drum kümmern soll und auch kann. Von mir aus kann die Zukunft kommen, ich bin gerüstet 8)
Dass ein Museum üblicherweise keine Komplettsammlung samt Dubletten und Belegstücken haben möchte dürfte nachvollziehbar sein, und bei den heutigen Budgets auch keine hohen Summen dafür ausgeben will. Also, meine besten Stücken gehen als Stiftung weg, wenn die Zeit reif ist, ich habe ja nicht für den Geldbeutel der Erben gesammelt ;D
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Etwas zu einem möglichen Preis einer Sammlung. Ich habe mal gehört, daß als Faustregel gilt: Eine Sammlung ist so viel wert, wie die 3 wertvollsten Stücke. Ich denke, da ist was dran.
Uwe
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hä? wenn die sammlung nun sagen wir mal aus stufen mit 200 stufen zu je 50€ besteht und 3 mit je 60€. dann ist die sammlung nur 60 oder 180€ wert? oder wie? doch schwachsinn.
wert ist sie immer das was andere bezahlen. und wenn man es ganz genau nimmt an sich sogar das, was bezahlt wurde. und bei geldgierigen und schnäpchenjägern vllt. 50% davon. auf alle fälle mehr als die 3 besten stücke.
weil wenn das wirklich so ist, dann kaufe ich ab sofort jede sammlung ab 20-30 stufen, wenn die stücke beim einkauf einst bei 20-50 euro lagen. muß ja nur die 3 teuersten bezahlen. satter gewinn. klingt sehr seltsam.
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Leute, wenn Ihr tot seit seit Ihr wirklich tot. Ärger über das Verhalten Eurer Nachfahren ist nicht mehr Euer Problem. Ihr könnt auch nicht "von oben" nachsehen, was aus Eurer Sammlung wird. Was kümmerts Euch also, was mal nach Euch kommt ?
Außerdem, es sind viele historisch wertvolle Sammlungen (z.B. die von Agrigola) verschwunden und wir alle können damit leben.
Gruß
Uwe
Ich sehs genauso wie Uwe. ICH hab schließlich Spaß am suchen und sammeln gehabt. Mitnehmen kann keiner was. Wenn man auf dem Sterbebett liegt, hat man sicherlich andere Sachen, die einem durch den Kopf gehen. Also, was solls?
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die sichtweise hat nur einen knackpunkt:
wenn es egal ist was damit passiert, warum würde man tierischen ärger bekommen wenn man ein bild eines bekannten malers zerstört, auch wenn es ihm egal gewesen wäre was damit dann passiert? eben weil es auch andere personen gibt, die sich daran erfreuen möchten. wenn man all diese bilder immer gleich weggeworfen hätte, würden mache auktionshäuser nicht so teure werke anbieten.
an sich kann man ja eh alles wegwerfen wo man will. alles stammt von der erde und irgendwann wird es wieder in der tiefe eingeschmolzen solange der planet besteht. also warum noch umweltschutz? wozu testamente? wozu dies und das, wenn es einen nicht mehr zu kümmern hat?
vielleicht daß sich andere daran erfreuen können? vielleicht die richtigen und nicht nur der skrupellose verwandte, der nur schnelles geld will um kurze zeit in saus und braus zu leben, während ein anderer sich jahre lang an den stücken erfreuen möchte oder das geld braucht, aber dennoch einen teil der freude und erinnerung halber besitzen will.
es sind da halt auch ideelle werte. oder warum sammeln manche nur altstufen (die bei händlern auch teuer verkauft werden)? da ist geschichte drinnen. und es hat was, wenn man eine stufe hat, die seid einigen jahren in sammlungen stand. meine drei ältesten stufen sind mehr als 50 jahre alt. das hat einfach was
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Selbst wenn es einem selbst nach dem Ableben egal sein könnte, was mit den Stücken geschieht, so ist es mir doch lieber, wenn ich weiß, dass die Sammlung mal in gute Hände gelangt. Es sind ja nun schon ein paar Sammlerstücke von einem gewissen Wert dabei, und die Vorstellung, dass die mal - wie im Beispiel oben - als Bauschutt (!!!) entsorgt werden könnten, ist echt grauenvoll. Auch sind mir meine Stufen zu wertvoll und zu schade, um auf einem dunklen Dachboden zu lagern oder so. Deswegen bin ich schon daran interessiert, dass meine Sammlung auch nach meinem Tod an jemanden übergehen wird, der sich mit Mineralien auskennt und die Sammlung weiterführt ...
Gruß
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@caliastos
also warum noch umweltschutz? wozu testamente? wozu dies und das, wenn es einen nicht mehr zu kümmern hat?
vielleicht weil diese "ist mir doch Egal-Mentalität" dem Zeitgeist entspricht? Bohlen, Bildzeitung und anderer Medienspam liefert doch gute Vorlagen.
Bei uns um die Ecke gab es vor einigen Wochen einen schweren Verkehrsunfall. Erst nach mehr als einer halben(!) Stunde war der Rettungswagen vor Ort. Und das an einer stark befahrenen Bundesstraße.
Manch einer sollte sich mal fragen wer denn einen Großteil der schönen Sammlungen in Museen/Instituten etc. zusammengetragen hat. ( Beispiel: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,16623.0.html ) Also ich bin froh dass es den Leuten nicht egal war was aus ihren Sammlungen wurde. Wenn Sammlungen durch Kriege oder andere Katastophen verloren gehen dann nennt man das höhere Gewalt, daran kann niemand etwas ändern.
Und dann frage ich mich im Moment auch warum beteiligen sich einige Sammler an dieser Diskussion? Weil es ihnen doch so egal ist? Und warum Schluchzen diese wenn mal wieder ein Steinbruch oder eine Fundstelle verloren ist. Den Steinbruchbetreibern bzw. Naturschützern ist es doch auch nur egal... ;)
Provokante Grüße sendet
Jens
P.S. jetz könnt Ihr mich Steinigen. Ist mir aber auch egal...
... weil ich jetzt Untertage bin.
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@Jens: Fand Deinen letzten Beitrag ziemlich wichtig, denn Du hast es auf den Punkt gebracht: Geht es beim Aufbau einer eigenen Sammlung nicht um mehr als nur um das "Habenwill!"? Sondern auch um die Überlegung, dass ich mit dem Sammeln helfe, Stücke, die sonst durch den Brecher oder in den Hochofen wandern würden, für die Nachwelt zu erhalten? Auf dass sie ihren Nutzen daraus ziehe, ästhetisch und intellektuell? Vielleicht fördert der mit dem Nachlass bedachte ja auch eines Tages mal etwas völlig neues aus meiner Sammlung, das die Nachwelt um neue Erkenntnisse bereichert?
Mitnehmen kann man nichts, stimmt schon, aber etwas hinterlassen, das ein bisschen interessanter ist als nur ein aus China importierter Grabstein :-X Treiben wir die Provokation auf die Spitze: Einige zeugen Kinder und erziehen sie nach ihren Werten, um diese Werte weiterzugeben (oder einfach nur um ihre DNA weiterzugeben) - andere reichen eben ihre Sammlung in die Zukunft rüber. 8)
Schönen Abend!
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Hallo an alle die sich Gedanken machen was wird mit meiner Sammlung.
Unis und Museen sind selten eine Lösung, die haben oft selbst zu viel Material in den Kellern welches nicht bearbeitet ist.
Wir , das sind die Micromounter der Münchnener Mineralienfreunde haben für uns eine Lösung gefunden. Wir haben eine Sammlung geschaffen die wir "Lithothek" nennen und in diese werden von Mitgliedern, Freunden und Sammlern die diese Idee gut finden Micromounts gespendet. Wichtig dabei ist eine gute Dokumentation per Datenbank, wir haben derzeit ca. 14000 Stufen mit etwa 2500 verschiedenen Mineralarten aufgenommen und es werden mehr. Das macht Arbeit, aber auch Spaß und man lernt viel dabei. Das geht nur wenn sich eine Gruppe von Menschen findet die das gerne tun. Unsere Lithothek ist hier im Mineralienatlas vertreten unter:
SammlerSteckbriefe/Münchener Micromounter (http://SammlerSteckbriefe/Münchener Micromounter) / Lithothek (http://Lithothek)
Unter Lithothek ist unser Projekt beschrieben , schaut mal rein.
Zwei Mitglieder und ein externer Sammlerfreund sind inzwischen verstorben, doch ihre besten Sammelstücke und Ihr Sammlerlebenslauf ist hier im Mineralienatlas erhalten geblieben.
Damit diese Sammlung weiterlebt und an ihr gearbeitet wird, sind wir derzeit dabei zu Prüfen, ob eine Stiftung dies ermöglichen kann.
Manfred Früchtl
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dieser Link zur Lithothek müsste funktionieren:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Lithothek
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da fehlt an sich ja nur noch was entsprechendes mit stufen. leider auch ein entsprechendes gebäude. wäre aber schon ne irre vorstellung durch raumen zu wandern in denen zusammen tausende von stufen zu sehen sind. evtl. nach sammler (einblick in die sammelform) und oder herkunft (schöner überblick) sortiert.
leider utopisch ohne jemand mit sehr viel überflüssigem geld. aber die vorstelung wäre irre.
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Die Sammlung einer Gruppe wie Verein zu vermachen ist sicher eine sehr gute Idee. Lößt sich die Gruppe auf, werden sowohl deren als auch die Minerale der Vererber aufgeteilt oder sonst irgendwie weitergegeben, aber gewiß nicht weggeworfen.
Glück Auf
Uwe
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Naja, damit entwirfst Du ja auch schon wieder das Konzept eines Museums, und das krankt ja tatsächlich an folgendem von Manfred dargestellten Problem:
Unis und Museen sind selten eine Lösung, die haben oft selbst zu viel Material in den Kellern welches nicht bearbeitet ist.
Für Mikromounter stellt sich zumindest das Platzproblem ja nicht so dringend - meine Frankezellen mit ca. 4000 Mikrofossis beanpruchen auch nur 2 Schuhkartons. Ein paar hundert größere Stücke sind das Problem...
Egal ob Du Sammlungsnachlässe nun staatlich gefördert, durch Stiftungsinitiative oder sonstwie zentral zusammenbringst, Dir wird es nach einer gewissen Weile immer an Platz mangeln. Schon deswegen verstehe ich ja, dass Museen nicht jede Belegstücksammlung haben wollen, schon gar nicht, wenn sie keinen thematischen Bezug zum Forschungsschwerpunkt hat.
Sollte einen aber nicht entmutigen, munter weiter zu sammeln :D
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Naja, damit entwirfst Du ja auch schon wieder das Konzept eines Museums
Der Unterschied zwischen einem Museum und einem Verein ist, ein Museum richtet Ausstellungen ein, welche Besucher anlocken sollen, je attraktiver, umso mehr Eintittsgeld kommt herein, da landen die meisten Sachen zwangsläufig für immer im Keller. Ein Verein ist eigentlich eine formelle bis informelle Gruppe von Hobbysammlern, die denke ich auch ein Interesse für Übernahmen entwickelt und etwas mit den Sachen anfangen kann, sofern die Sammlung gebietsmäßig zur Gruppe passt, wenn nein, nehmen sie es gar nicht erst.
Glück Auf
Uwe
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Hallo Caliastos,
hast' mich falsch vertanden. Das mit dem Wert der drei besten Stufen habe ich zugegebener Weise aus dem Zusammenhang des entsprechenden Gespräches gerissen. Es ist aber wirklich etwas dran. Dabei trifft Dein Beispiel mit den 200 Stufen zu je 50,- € und den 3 Stufen zu je 60,- € wohl nicht die Wirklichkeit einer Sammlung. Jede Sammlung hat einige highlights, welche andere Sammler gern haben möchten. Nehmen wir an es sind 3 (oder auch 4 bzw. 2). Der Verkäufer will aber die gesammt Sammlung verkaufen, um nicht auf den (bitte relativ zu verstehen) Schotter sitzen zu bleiben. Also wird der Bieter den Marktwert der gewünschten Stufen als Kaufpreisziel im Kopf haben, den für die Stufen der Sammlung, welche er nicht in seine Sammlung aufnehmen will, will er nichts bezahlen.
Quintessenz: Wenn man also eine Sammlung verkaufen will (wovon ich jeden noch lebenden Sammler dringend abrate) sollte man den Wert der besten Stufen addieren und als Verkaufssziel im Kopf haben. Eine Addition aller Stufen wird nie den letzendlich erzielten Kaufpreis entsprechen.
In dem o.g. Gespräch ging es um eine Sammlung, welche neben "nomalen" Stufen einige historische Topstufen enthielt, welche der Käufer gern haben wollte, aber die gesammt Sammlung kaufen mußte.
Übrigens: Die Idee mit der Verwaltung einer Nachlaß-Sammlung durch eine Gruppe finde ich gut.
Gruß
Uwe
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hmm, dann würde ich nur die besten stufen hergeben. wobei das sehr relativ ist. an sich findet sich immer jemand. oft gehen sogar die dinge, von denen man es erwartet immer am schlechtesten weg, und stücke die man nie loszuwerden gedenkt als erstes.
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Naja, ich bin wohl von der ganz neuen Generation: 22 Jahre jung über 10 Jahre Sammelerfahrung mit vielen wertvollen Stufen sowie zahlreichen expiditionen.
Wie schon Uwe gesagt hat wenn einer stirbt, dann sieht ihr eh nicht was damit passiert, es sein den man ist streng Religiös und glaubt an das Leben nach dem Tode.
Obwohl ich noch so Jung bin habe ich mir auch schon darüber gedanken gemacht, den man weiß leider nie was passieren kann so habe ich mit meiner Familie und meiner
Freundin abgesprochen wenn ich von dieser Welt gehen sollte Wäre die Sammlung verkauft ob Privat besitzer oder Ebay wäre mir egal solange der Preis stimmt!°
Habe mir auch eine Tabelle angefertigt mit beschreibung, Fundort, Preis etc. so das jeder der keine Ahnung hat damit was anzufangen weiß und wenig falsch macht.
Habe auch schon verglichen bei ebay wären die hochwertigeren Stufen +- 10 Euro beim Ankaufspreis geblieben.
Und das ganze Geld wäre dann gespendet worden zb. an Unicef.(das muss ich mir aber noch genau überlegen)
So weiß ich das das Geld nicht rausgeschmissen wurde und meine Sammlung auch mal anderen Menschen weiter helfen wird.
einen besseren abschied kann ich mir nicht vorstellen.