Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Schneiden, Spalten, Schleifen, Polieren / Cutting, Grinding, Polishing => Thema gestartet von: Helicat135 am 01 May 08, 19:30

Titel: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: Helicat135 am 01 May 08, 19:30
Hallo

kann mir jemand kurz erklären, nach welchem Wirkungsprinzip ein geodenknacker Achatgeoden knackt?

Springen Die durch den blossen Druck, den die Kette ausübt?

Oder ist unter der Geode noch eine Metallschine oder irgend etwas anders, dass die Gode von zwei Seiten Druck erfährt?

Danke.

Titel: Re: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: Troglophiler am 01 May 08, 19:37
Hallo Helicat135,

wenn der Druck möglicht gleichmäßig um die Geode gelegt wird ist dies besser. Bei einer "normalen" Steinknacke wird nur an zwei Stellen Druck ausgeübt, da kann es dann vorkommen dass die Geode in viele Teile zerspringt.

Grüße
Jens
Titel: Re: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: Helicat135 am 01 May 08, 19:58
Genau dies wundert mich ja so.

Wenn ich die Geode einfach in einen Schraubstock spanne gibt dies mit Sicherheit auch nur Brösel.

Aber scheinbar funktionieren die Knacker ja ganz gut. ???
Titel: Re: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: caliastos am 01 May 08, 22:13
du bringst dabei an mehreren punkten laste auf. d.h. du drückst das teil nicht wie ein sandwich zusammen. durch die einseitige belastung haste an den seiten, die nicht belastet sind eine doppelt so hohe spannung. als folge zerdeppert es dir einfach die geode.
Titel: Re: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: Ralf am 02 May 08, 08:51
Die Kette eines Geodenknackers ist mittig mit kleinen ( im Idealfall Diamantbesetzten ) Schneiderädchen besetzt. Der Knacker ist im Prinzip aufgebaut wie eine große Rohrzange. An einem Ende der Zange ist die Kette befestigt. Die Geode wird vor die " Zange " gehalten und die Kette von unten nach oben um die Geode herumgelegt. Am oberen Ende der " Zange " ist eine Aussparung, in die das lose Ende der Kette eingehängt wird. Die Geode ist nun locker in die Kette eingewickelt.
Die Knacke wird horizontal so gehalten, das ein Hebelarm auf dem Boden aufliegt, während über den anderen von oben Druck ausgeübt wird. Die in der Kette befindlichen Rädchen ritzen nun die Geode ein und bilden quasi eine Sollbruchstelle. Verstärkt man nun den Druck, wird dieser rund um die Geode und über die Rädchen auf eine sehr schmale Stelle ( die Schneide der Rädchen ) verteilt. Die Geode bricht nun genau an diesen Punkten auseinander.
Titel: Re: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: Helicat135 am 02 May 08, 12:51
Super Beschreibung. Vielen Dank. :D
Titel: Re: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: Guenni am 03 May 08, 14:13
Zu Ralf`s Ausführungen möchte ich noch ergänzen:
Die Geodenknacker werden eigentfich zum Knacken von Geoden zweckentfremdet.

Sie kommen ursprünglich aus den Tiefbau und wurden zum Schneiden und Trennen von Tonrohren in
Baugruben verwendet, da es zu der Zeit noch keine Motorflex gab und man auch teilweise nicht den
Bewegungsspielraum im Kanalbau zur Verfügung hatte.
Titel: Re: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: geodendruse am 17 Nov 08, 13:13
suche  einen geodenknacker,  oder  geodenknackzange
Titel: Re: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: cmd.powell am 18 Nov 08, 02:10
Ja, der erste sucht ja schon... Mal eine Frage: Hat den schonmal jemand Erfahrungen mit einem solchen "Geodenknacker" in Bezug auf andere Mineralstufen gemacht ? Funzt das Teil auch, wenn ich irgendwelche Qurzstufen formatisieren möchte ? Wäre sowas vielleicht eine Alternative zu den vielverwendeten hydraulischen Knacken ?
Titel: Re: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: caliastos am 18 Nov 08, 10:01
äh, die kette umschlingt die geode. eine stufe ist nicht "rund". das reißt dir das ding irgendwie in fetzen, weil die last nicht gleichmäßig auf die stufe gebracht werden kann. da steht zu viel weg und die lastverteilung ist die die x-beliebige form ungleichmäßig
Titel: Re: Wie funktioniert ein Geodenknacker?
Beitrag von: cmd.powell am 19 Nov 08, 03:57
Naja, ich hab jetzt diverse Stufen so formatisiert (vornehmlich vor Ort im Steinbruch), das ich mit einem Spitzmeißel auf einer Linie mehrere Kerbstellen erzeugt habe. Wenn man die mit Gedult langsam vertieft, bricht einem die Stufe an der vorgegebenen Stelle auseinander. Daher mein Gedanke an die Geodenknacke, aber bei eher rechteckigen Stücken würden die Schneiden der Kette auf den Flächen weniger Druck ausüben als auf den Kanten, also genau das Gegenteil von dem, was man benötigen würde. Aber bei fast runden Stufen (kommt ja nun auch nicht grade selten vor) sollte es schon eher funktionieren - oder ?